White Roses

von Kura Sayo
GeschichteAllgemein / P16
Atsushi Nakajima Dazai Osamu Kunikida Doppo OC (Own Character) Ranpo Edogawa Yukichi Fukuzawa
15.04.2019
25.05.2019
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Hallo~
Erstmal möchte ich Willkommen heißen zu meiner neuen Story im Fandom Bungou Stray Dogs, dem Anime der mein Herz gestohlen hat. XD

Bevor ich euch aber mit dem Lesen anfangen lasse, ein paar kurze Infos. Ich werde bei manchen Dingen auf die englischen Namen/Begriffe zurückgreifen, da ich persönlich mit diesen etwas vertrauter bin als mit den deutschen. Das wäre zum Beispiel bei den Fähigkeiten der Fall. Auch werde ich nicht Hafenmafia sondern Port Mafia schreiben. Aber ich denke das sollte ein eher kleines Problem sein. ^^

Und jetzt will ich euch wirklich nicht länger stören und wünsche euch sehr viel Spaß mit dem Prolog.

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Prolog

Der Betonboden war kalt und hart, aber falls dies das Mädchen störte, so ließ sie es sich nicht anmerken. Ihren Kopf hatte sie weit in den Nacken gelegt, um so einen besseren Blick in den schier endlos weiten Himmel erhaschen zu können. Den Schreien gegenüber, die links und rechts von ihr aus Angst und Schmerz geboren wurden, schien sie regelrecht taub zu sein.

Die Worte in ihrem Kopf waren einfach zu laut, als das sie etwas anderes hätte wahrnehmen können. Sie kamen einem Mantra gleich, welches sie vor sehr langer Zeit auswendig gelernt hatte. Für gewöhnlich waren sie ihr ein Trost, gaben ihr das Gefühl Teil von etwas Größerem zu sein.

„Reinheit und Treue werden uns leiten, auf einem Pfad des neuen Abschieds…“, wisperte sie, immer und immer und immer wieder. Aus einem ihr unerklärlichem Grund hatten die Worte einen bitteren Beigeschmack und erzielten nicht länger den gewünschten Effekt. Stattdessen schien es ihr, als ob die Kälte in ihrem Inneren noch mehr zunehmen würde und es half auch nichts, als sie die Arme um ihren dürren Körper schlang.

Vielleicht wäre es das Beste, wenn diese Kälte sie einfach umbringen würde. Das Beste für sie selbst und all die unschuldigen Leute, die sie dann nicht mehr länger mit ihrer Begabung verletzen könnte. Es wäre ein passendes Schicksal, für eine geborene Mörderin.

Doch als sie so in den blauen Himmel empor sah, war es als lägen diese Gedanken in weiter Ferne. Der Anblick beruhigte sie auf eine eigentümliche Art und Weise, die sie nicht beschreiben konnte. Er lenkte sie ab, von den Dingen die um sie herum geschahen.

Verletzte wurden in Krankenwägen geladen, Polizisten versuchen irgendwie Ordnung in das Chaos zurück zu bringen. Noch hatte niemand herausgefunden, was oder besser gesagt wer diesen schrecklichen Unfall verursacht hatte. Nicht eine einzige Person ahnte, dass dieses unschuldig wirkende Mädchen das am Straßenrand saß, der Auslöser gewesen war. Demnach verlief alles nach seinenPlänen. Zumindest schien es so.

„Du warst das, nicht wahr?“

Nur langsam, widerwillig wandte das Mädchen ihren Blick vom Himmel ab, starrte stattdessen in zwei stahlgraue Iriden. Der Mann der neben sie getreten war, hatte vom Alter ergrautes Haar und trug einen grünen Yukata mit einem Haori darüber. Er kniete sich zu ihr, vermutlich um auf Augenhöhe mit ihr sprechen zu können. Er würde enttäuscht werden, denn sie hatte keinerlei Interesse an einem Gespräch. Oder eher, sie durfte nicht mit ihm sprechen. Es wiederspräche seinen Befehlen.

„Ich habe nicht vor dir etwas zu tun. Ich will nur mit dir sprechen.“ Seine Stimme war ruhig, wankte nicht für eine Sekunde. Der Ausdruck auf seinem Gesicht war eine Mischung aus freundlicher Strenge und… ja, Mitgefühl. Aus welchem Grund sollte ein Fremder Mitgefühl für sie empfinden?

„Wie ist dein Name?“ Die Frage kam nach einer ganzen Weile in welcher sie ihn nur mit fest verschlossenen Lippen gemustert hatte. Auch auf diese Frage wollte sie ihm keine Antwort geben, aber das musste sie auch nicht.

„Sie wird Rosenprinzessin genannt!“

Die neue Stimme klang jünger und selbstbewusst. Der Mann dem sie gehörte, schien nur wenige Jahre älter zu sein als das Mädchen. Sein dunkles Haar wurde von einer altmodischen Mütze bedeckt und sein Kleidungsstil erinnerte an klassische Detektivfilme.

„So ist es doch, hab ich recht? Ach, natürlich hab ich das. Du bist die Rosenprinzessin!“ Er musste keine Antwort hören, um zu wissen dass er mit seiner Vermutung richtig lag.

„Hab keine Angst!“, hörte sie da den alten Mann leise sagen.

Die sogenannte Rosenprinzessin hob eine Braue und rümpfte leicht die Nase. Den Kopf hatte sie schräg gelegt, als sie den Mann nun musterte als wäre er ein Alien.

Es gab keinen Grund, warum sie Angst haben sollte. Da war sie sich sicher. Und dennoch… Ihr Körper sprach eine andere Sprache. Die bebenden Schultern, ihre zusammengepressten Lippen und die Finger, die sie in den Stoff ihres schmutzig-weißen Kleides krallte, waren alles gegenteilige Zeichen.

Als sich die Schwere des Haori um ihre Schultern legte, erstarrte das Mädchen für einen Moment. Der Stoff fühlte sich weich an und strahlte die Körperwärme des Mannes ab. „Was…?“ Die Worte waren ihr entwischt, ehe sie es verhindern hätte können.

Die Miene des Mannes war nicht lesbar. Er streckte langsam die Hand nach dem Mädchen aus, nahm Notiz davon wie sie leicht zusammenzuckte, als er sie auf ihren Kopf legte. Trotz dieser Reaktion begann er ihr beruhigend durch das lange, schwarze Haar zu streichen.

Das Mädchen erwartete, dass etwas Schlimmes geschehen würde. Wenn er sie auf diese Art berührte, bedeute es niemals etwas Gutes. Aber als auch nach mehreren verstrichenen Minuten nichts weiter passiert war, begann ihre Anspannung nachzulassen. Ihr Körper sackte im Prozess ein wenig in sich zusammen und sie bemerkte, wie erschöpft und müde sie eigentlich war.

„Wolltest du diesen Unfall verursachen?“, fragte der alte Mann nun, noch immer in einem sanften und ruhigen Tonfall. Sie aber konnte den Ernst dahinter erkennen. Ihre Antwort würde entscheiden, was er mit ihr vor hatte.

In ihrem Inneren schienen zwei Seiten einen erbitterten Krieg zu führen. Eine wollte antworten, dass sie es so gewollt hatte. Das diese Menschen all das Leid und den Schmerz den sie ihnen gebracht hatte, verdient hatten. Die andere wollte abstreiten überhaupt etwas mit dieser Tat zu tun gehabt zu haben. Sie selbst konnte nicht sagen, wo die Wahrheit aufhörte und die Lüge begann. Sie riss ihren Blick von den beiden Fremden ab, verzweifelt auf der Suche nach der richtigen Antwort.

„Reinheit und Treue werden uns leiten, auf einem Pfad des neuen Abschieds.“ Der junge Detektiv hatte die Worte nur geflüstert, seine Stimme kaum lauter als das Wispern des Windes, aber das Mädchen hatte ihn klar und deutlich verstanden. „Das hast du vorhin gesagt. Haben diese Worte eine bestimmte Bedeutung?“

Ja, das hatten sie. Sie waren alles, das die Existenz der Rosenprinzessin ausmachte. Der Beginn und das Ende ihres Lebens. Der Grund, warum es ihr erlaubt war, auf dieser Erde zu wandeln. Aber nachdem der Fremde sie ausgesprochen hatte, erschienen es ihr, als hätten sie ihre Magie mit einem Mal verloren.

„Sie bedeuten… Ich… weiß es nicht mehr…“

Der junge Mann betrachtete sie nur kurz, bevor er sagte:„Natürlich weißt du es! Sie bedeuten…“

„Ranpo!“, unterbrach ihn die scharfe Stimme des Älteren. Sofort verstummte der Detektiv und schien nun den Ausdruck in den stumpfen, blauen Augen des Mädchens zu bemerken. In ihnen lag blanker Terror, ein stummes Flehen nicht weiter darüber zu reden.

„Bitte… Ich will das alles nicht mehr…“ Ihre Stimme zitterte stärker mit jedem gesprochenen Wort.

Das Mädchen hatte den Arm des Mannes gepackt, der mittlerweile die Hand von ihrem Kopf genommen hatte. Ihre Finger mussten sich unangenehm in seine Haut bohren, so fest war ihr Griff, aber er machte keine Anstalten ihr Verhalten zu unterbinden.

„Vielleicht habe ich da eine Lösung für dich!“

Erst jetzt viel der Rosenprinzessin auf, dass der alte Mann mit ihr sprach als wäre sie ein verwundetes Tier. Eines das in die Enge getrieben worden war und bei dem man nicht sagen konnte, ob es in seiner Verzweiflung nicht doch zum Angriff übergehen würde.

„Eine Lösung? Was für eine?“, fragte sie, ehrlich an einer Antwort interessiert. In den stahlgrauen Augen suchte sie nach irgendetwas, dass ihr Hoffnung geben würde. Oder aber ihr verriet, dass es ausweglos war und sie niemals etwas an ihrer Situation ändern könnte.

„Werde ein Mitglied der wehrhaften Detektive!“, schaltete sich der junge Mann, Ranpo, wieder ein. Die Hände hatte er fest in die Hüften gestützt, während er sich nun den anderen Beiden weiter näherte.

„Wehrhafte Detektive?“ Dieser Name sagte ihr nichts.

Der ältere Mann wandte sich seinem Kameraden zu. Die Rosenprinzessin konnte sein Gesicht nicht länger sehen, aber sie konnte das Vertrauen das er in den Jungen setzte deutlich in seiner Stimme hören. „Ist sie dazu in der Lage, Ranpo?“

Ranpo antwortete nicht, stattdessen ging er vor dem Mädchen in die Hocke. „Du hast die Wahl. Schließ dich unserer Agentur an oder kehre in dein altes Leben zurück. Obwohl wir Letzteres natürlich nicht zulassen können.“

Das Mädchen sah ihm direkt in die Augen, smaragdgrün traf auf dunkelblau. „Wenn ich ablehne… was passiert dann genau?“

„Wir übergeben dich der Regierung. Sie werden dich als gefährliches, begabtes Individuum abstempeln und du musst den Rest deines Lebens in einer Hochsicherheitszelle verbringen.“

Das Mädchen unterdrückte das Wimmern, das drohte in ihrer Kehle aufzusteigen. Zellen waren etwas, das sie auf den Tod nicht ausstehen konnte. Sie würde es nicht aushalten, den Großteil ihres Lebens in einer verbringen zu müssen.

„Aber… wenn ich mich euch anschließe… Würde das etwas ändern?“ Würde es einen Unterschied machen, oder würde sie ihre Kräfte einfach für die nächste Gruppe einsetzen und weiter morden?

„Du würdest auf der Seite stehen, die Menschen hilft. Ist das nicht genug Unterschied?“

Die Rosenprinzessin blinzelte langsam, als wäre sie gerade aus einem langen Schlaf erwacht. Und vielleicht war sie das auch, in einem metaphorischen Sinne. Der heutige Tag war ein Morgen, der in einem neuen Tag münden würde und alles das hinter ihr lag, war lediglich die tiefschwarze, stürmische Nacht gewesen.

Allmählich begann sie zu begreifen, sie selbst sie eine Wahl hatte. Dass es ihr erlaubt sein könnte frei zu entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Und niemand, nicht einmal er, konnte ihr diese Entscheidung nehmen. Hatte es wirklich einen grauhaarigen Fremden und einen jungen Möchtegerndetektiven gebraucht, damit sie dies erkannte? Anscheinend.

Doch obwohl sie das verstand, obwohl sie wusste sie hatte die Wahl, hielt etwas sie zurück. „Meine Fähigkeit…“
„Du wirst lernen sie zu…“ Doch der älteste in der kleinen Gruppe kam nicht dazu seinen Satz zu vollenden.

„Ich will sie nie wieder einsetzen müssen!“

Für einen Moment war es still, dann legte der Silberhaarige ihr in einer beruhigenden Geste beide Hände auf die knochigen Schultern. „Niemand wird dich zwingen deine Kraft jemals wieder einzusetzen.“

„W-Wirklich?“

Ranpo nickte leicht, ernst. „Keine Sorge, der Präsident würde dich in solchen Dingen niemals anlügen, Aoi-chan!“

Das Mädchen sah ihn aus großen Augen an, in denen auch eine Spur Verwirrung zu finden war. Sie schien nicht ganz zu begreifen, dass der Junge wirklich sie mit diesem Namen meinte. Gleichzeitig aber wünschte sie sich, es könnte ihr Name sein. Ihr Wunsch sollte in Erfüllung gehen.

„Wenn du mit uns kommst, kannst du nicht weiter Rosenprinzessin heißen. Der Name Aoi passt doch perfekt zu dir, meinst du nicht auch?“

Sie durchsuchte ihren Kopf nach der Bedeutung des Namens, fand sie schließlich nach einigen Augenblicken. Aoi hieß Blau. Blau, wie der endlose Himmel den sie so sehr liebte.

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Und Cut. ^^
Wie ist euer erster Eindruck von der Geschichte den so? Lasst es mich in einem Review wissen, über die freue ich mich immer sehr. Ihr seid auch herzlich eingeladen ein wenig zu spekulieren. Zum Beispiel darüber wer er ist (auch wenn ich mir sicher bin das ihr das niemals erraten werdet *böse lach*) oder welche Fähigkeit Aoi hat.

Noch weiß ich nicht wann das nächste Kapitel kommt. Ich muss zwar nichts für die Schule erledigen, weil bei uns momentan Ferien sind, aber dafür ist grad viel in der Arbeit los. Ich werde aber versuchen euch nicht zu lange warten zu lassen.

LG eure Kura
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