You're the one

GeschichteDrama, Romanze / P18
Bill OC (Own Character) Ria Sommerfeld Tom
14.04.2019
22.09.2019
23
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Dieses Kapitel
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Hallöchen, ihr Lieben! :)
Ich hoffe, ihr hattet eine wundervolle Woche und genießt nun den heißersehnten Sonntag. :)
Erstmal danke an euer krasses Feedback, das baut ja einen total auf und motiviert mich sehr, für euch die Geschichte weiterzuschreiben. ^^
Ich habe übrigens für die nächsten 14 Wochen/Sonntage vorproduziert und eins kann ich schon verraten.. Das Ende ist noch lange nicht in Sicht. ;)
Genug gespoilert, haha. Viel Spaß mit Kapitel nummero 18! :)


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*Toms POV*


"Du brauchst deinen Schlaf, Tom.", Bill legt seine Hand auf meine Schulter.
Ich spüre seinen besorgten Blick auf mir, verständlich, ich müsste wie eine Leiche aussehen, schließlich habe ich seit fast 24 Stunden nicht mehr geschlafen.
"Was, wenn sie sich nicht an mich erinnert? Was, wenn sie jeden einzelnen Moment vergessen hat? Ich.. ich würde das nicht verkraften.", meine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern.

Ich greife nach der Hand meiner Verlobten, die noch immer schläft und dabei wie ein Engel ausschaut.
Sie hat Amnesie. Und keiner weiß, was sie alles vergessen hat und erfahren werde ich es erst in ein paar Stunden. Es macht mich fertig... Wieso passiert uns sowas immer? Was haben wir getan, dass unsere Liebe so bestraft wird?
"Sie wird keine Gefühle für mich haben.. Verdammt, was, wenn sie noch denkt, dass sie was mit Maik hat?! Oder-"-"Verdammt nochmal, beruhige dich! Sie könnte sich genauso gut auch an dich erinnern! Amnesie heißt nicht immer, dass sie alles vergisst, sondern auch nur Abschnitte aus ihrem Leben.
Natürlich ist es schrecklich, dass niemand von uns weiß, was sie genau vergessen hat, aber sei doch froh, dass sie überhaupt überlebt und die Operationen heil überstanden hat! Das ist jetzt das Wichtigste, Tom.", ich schrecke bei Bills lauter Stimme zusammen und wende mein Blick von Zoe ab.
Ich nicke langsam. Bill hat Recht. Das wichtigste ist jetzt, dass Zoe gesund ist.
Oh man, bin ich egoistisch.

"Entschuldige..", murmel ich leise und schaue auf unsere Hände. "Schon gut. Ich weiß ja, wie nahe es dir geht. Aber du musst dich ausruhen. Geh zum Hotel, dusch dich und schlaf etwas. Das wird dir gut tun, glaube mir.", ich schüttel langsam den Kopf.
"Ich will sie nicht alleine lassen, Bill..", wiederspreche ich ihm. "In den nächsten 2 Stunden wird sie schon nicht aufwachen. Also mach dich ein bisschen frisch. Ich passe auf sie auf, versprochen!", gibt mir mein Bruder sein Wort, was mich aufseufzen lässt.

Ich bin wirklich hundemüde und sehe wahrscheinlich total fertig aus, aber ich möchte Zoe nicht alleine lassen.
Nicht nachdem, was passiert ist.
Doch ich nicke. "Ich bin spätestens in 3 Stunden da und falls etwas sein sollte-"-" Werde ich dich sofort anrufen, jaja. Und jetzt geh, du siehst echt schrecklich aus.", ich strecke meinem Bruderherz den Mittelfinger entgegen, worauf er anfängt, zu lachen.
Er hat keine Ahnung, wie sehr er mir in diesem Moment hilft.
Überhaupt keine.

Ich klaue mir die Autoschlüssel von Bill und stehe von dem Stuhl auf. "Ich meine es ernst, Bill. Ruf mich an, sobald etwas passiert ist.", ich schaue ihn kurz an und widme meinen Blick der schlummernden Zoe.
Ein leichtes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich beuge mich vor, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu hauchen. "Ich liebe dich..", flüstere ich in ihr Ohr, ehe ich kurz noch Bill umarme, der mittlerweile frisch geduscht ist und auch ein bisschen geschlafen hat, und das Krankenhaus verlasse.

Auf dem Parkplatz erkenne ich viele Kameras, die auf mich gerichtet sind, in der Hoffnung, irgendwelche Antworten bezüglich gestern Nacht zu bekommen, doch ich ignoriere diese neugierige Menge.
Selbst wenn ich antworten wollte, könnte ich es nicht, da ich selber keine Ahnung habe. Das einzige, was bestätigt wurde, ist, dass es ein Anschlag war und die Täter, die sich später umgebracht haben, gezielt die Gala angreifen wollten.
Es war kein verdammt blöder Zufall. Vielleicht hat es gezielt auf Zoe, Bill oder mich abgesehen. Vielleicht war es aber auch nur ein purer Zufall und schlechtes Timing.
Das denkt sich aber bestimmt jeder, der Opfer dieser Nacht wurde.

Ich steige gedankenverloren in das Auto und fahre los, weit weg von der nervigen Presse, aber auch weit weg von Zoe.
Je weiter ich fahre, desto schlechter wird es mir und desto klarer sind die Bilder von letzter Nacht.
Blut, überall Blut.
Erschossene Menschen, darunter auch der ein oder andere Promi und viele Verletzte, wie Zoe, die man liegen gelassen hat, weil sie keine Regungen gezeigt haben.
Irgendwelche maskierte Menschen, die wild umher schossen und das auf einer Gala der UNICEF, die sich gegen den Hungernot und das Sterben der Kinder und Kranken in ärmeren Ländern einsetzt.
Genau dort verübt man einen Anschlag.
Welch eine Ironie..

Ich starre weiter auf die nie endende Straße, während meine Gedanken immer wieder zu Zoe und Bill schweifen.
Ich hätte mich vor sie stellen sollen, damit ihr nicht noch einmal so etwas schreckliches passiert.
Ich hätte mein Leben für das Leben meines Bruders und für das Leben meiner zukünftigen Frau geopfert.
Und das würde ich noch immer.

Am Hotel angekommen steige ich mit schmerzenden Beinen aus dem Auto und laufe zu meinem Zimmer.
Verdammt, mein ganzer Körper schmerzt und mir fällt das erst jetzt auf.
Ich werde mich nach dem Duschen etwas hinlegen, sonst würde ich im Krankenhaus noch umkippen.
Oh man, das ist alles so abgefuckt.

Müde schließe ich die Tür auf und betrete das Zimmer, wo mir sofort Zoes Koffer ins Auge springt.
Ich sollte vielleicht ein paar Klamotten mitnehmen, damit sie sich umziehen kann.
Genau, das werde ich tun.

Ich lasse die Tür ins Schloss fallen und zerre förmlich den Anzug von meinem Körper. Wie ich diese Dinger hasse. Es ist so eng und man fühlt sich total gefangen. Da fragt man sich echt, wie Bill so einen Fummel andauernd tragen kann.
Ich laufe ins Badezimmer und stelle mich unter die Dusche, die mich mit heißem Wasser herzlich empfängt.
Es fühlt sich an, als ob ich den ganzen Schmutz, all das Negative von den letzten Tagen von mir runterspüle und ich fühle mich sofort besser.
Mit einem Mal muss ich an die Nacht denken, die Zoe und ich hier unter der Dusche verbracht haben. Ein angenehmes Kribbeln durchdringt meinen Körper und ein leichtes Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus.

Ihr wunderschöner Körper eng an meinem, ihr Busen an meinen Oberkörper gerdrückt und ihre Finger, die über meinen Rücken vor lauter Lust kratzen - Sie erregt mich, selbst, wenn sie nicht hier ist.
Zoe hat die Kontrolle über mich. Die völlige Kontrolle.

"Fuck!", ich atme laut aus und fahre durch meine nassen Haare.
Ich würde es absolut nicht verkraften, wenn sie all das vergessen würde, MICH vergessen würde. Nicht, nachdem wir so viel in einer so kurzen Zeit durchlebt haben. Selbst die Sache mit Tim und unserem Kind soll sie nicht vergessen, obwohl diese Panikattacken, die sie bekam, schrecklich waren.
So wahnsinnig schrecklich.. Dieser Mistkerl. Wie kann man einem Menschen nur so etwas antun?! Wie?! Er ist so krank..

Ich steige nach 10 Minuten gedankenverloren aus der Dusche aus und wickel ein Handtuch um meine Hüfte. Mein Blick wandert zum Spiegel und ich schrecke kurz zusammen, als ich mich wiedererkenne.
Ich sehe aus wie eine Leiche. Tiefe, dunkle Augenringe, total blass und gerötete Augen, die teilweise vom Weinen und teilweise von der Müdigkeit so gereizt und ausgetrocknet sind.
"Was ist nur mit mir passiert?", hauche ich zu mir selbst und fahre über mein Gesicht.
'Du bist traurig, das ist passiert.', höre ich mein Unterbewusstsein sagen, worauf ich nur die Augen verdrehe.
Tief in mir, weiß ich, dass mein Unterbewusstsein recht hat. Aber ich bin noch zu aufgewühlt, um irgendwas genaueres über meinen momentanen Zustand zu erfahren. Ich weiß nur, dass ich wütend bin. Auf verdammt vieles.

Wieder einmal fahre ich mir, diesmal frustiert, durch meine Haare und muss mir fest auf meine Unterlippe beißen, um nicht zu schreien. Doch es bringt mir nichts. Die Wut packt mich und lässt mich außer Kontrolle raten.
Gegenstände fliegen durch die Luft, Tränen rollen über meine Wangen und mein Schluchzen verwandelt sich schließlich doch in ein Schreien.
Und das Schlimme daran ist.. Ich kann nicht aufhören. Ich kann mich nicht beruhigen.
Ich konnte sie nicht beschützen. Ich konnte es einfach nicht. Noch nie habe ich jemanden so sehr gehasst, wie ich mich jetzt hasse.

Meine Hände ballen sich zu Fäusten und ich kneife fest meine Augen zusammen, um mich zu kontrollieren.

Ich sollte schlafen. Aber nur für eine Stunde, denn ich will nichts verpassen. Gar nichts.
Ich laufe ins Schlafzimmer und lasse mich ins Bett fallen, das so sehr nach Zoe riecht, dass ich wieder Tränen in den Augen bekomme.
''..aber sei doch froh, dass sie überhaupt überlebt hat und die Operationen heil überstanden hat! Das ist jetzt das Wichtigste, Tom.', kommen mir Bills Worte sofort in den Sinn, die mich etwas beruhigen lassen.
Bill hat Recht. Sie lebt und wird gesund und das ist das Einzige, das zählt!
Mit dem positiven Gedanken falle ich nach einiger Zeit endlich in den heißersehnten Schlaf, der von Alpträumen geplagt wird.

***

Piep, piep!
Piep, piep!
Piep, piep!


Murrend öffne ich meine Augen und will schon mein Handy ausschalten, ehe ich sehe, dass mich Tia anruft.
Moment.. Tia ruft mich an?!
Sofort gehen meine Alarmglocken an und lassen mich aufschrecken. Ich schaue auf die Uhr und erschrecke, als ich sehe, dass wir bereits Abend haben.
"Scheiße!", fluche ich und suche mir irgendwelche Klamotten raus, um so schnell wie möglich zum Krankenhaus zu fahren.
Ich habe fast 16 Stunden geschlafen! Wie kann das passiert sein?! Mein Ton war doch die ganze Zeit an, oder?!

Fertig angezogen nehme ich den Anruf entgegen und höre eine erleichternde Stimme. "Na guten Morgen, du Schlafmütze. Wir dachten schon, dir wäre etwas passiert!", ich verdrehe leicht entnervt die Augen und packe Sachen für Zoe ein.
"Ich habe doch gesagt, dass ihr mich anrufen sollt, falls etwas passiert!", verteidige ich mich, obwohl ich weiß, dass dieses Argument ziemlich schwach ist, da ich tatsächlich 9 Anrufe von Bill und 23 Nachrichten von Zoes Mama verpasst habe.
Irgendwas ist passiert, sonst würde sie nicht so penetrant reagieren.
"Zoe ist wach.", Tia ignoriert meine schlechte Verteidigung.
Mein Herz rutscht mir in die Hose und mein Atem beschleunigt sich innerhalb 2 Sekunden. "Ich.. ich.. wie geht es ihr?", mein Hals ist mit einem Mal total trocken und mir ist heiß und kalt zugleich.
"Ihr geht es den Umständen entsprechend, aber dennoch besser, als wir erwartet haben. Zoe hat tatsächlich Amnesie, doch es ist nicht so schlimm und so stark, wie gedacht.", ein Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus, obwohl ich eigentlich Angst haben sollte, da Tias Stimme nicht wirklich glücklich sind.
"Und an was erinnert sie sich?", hake ich nach und mache mich mit einer großen Tasche voll mit Zoes Klamotten zum Auto, um ins Krankenhaus zu fahren.
Ich sehe förmlich, dass Tia ihre Augen verdreht, als sie ihre Antwort sagt: "Ja, sie erinnert sich auch an dich, Tom."
Mein Lächeln wird immer breiter, sodass meine Wangen schon schmerzen, aber das ist egal. Sie kann sich an mich erinnern.
Meine Verlobte kann sich verdammt nochmal an mich erinnern!

"Aber Tom, da gibt es noch etwas, dass du wissen solltest..", ihre Stimme wird mit einem Mal unsicher, worauf mein Lächeln sofort erlischt.
"Und was, Tia?", ich öffne mit zitternden Händen die Fahrertür und schmeiße die Tasche auf die Beifahrerseite, ehe ich den Motor starte und losfahre.
"Sie-", fängt Zoes beste Freundin an, bleibt aber mitten im Satz stehen, als eine andere Stimme sie unterbricht.
Eva, Zoes Mama.
"Wir sagen dir das vor Ort, okay? Fahr vorsichtig. Bis gleich.", höre ich die Stimme von Eva sagen, ehe sie auflegt.
Verdutzt schaue ich kurz auf mein Handy, ehe ich es weglege und mich wieder auf die Straße korrigiere.
Egal was es ist, Zoe ist aufgewacht und ihr Gedächtnisverlust ist nicht so groß, wie erwartet. Das ist das Wichtigste.

Die Strecke zieht sich wie ein Kaugummi und es dauert gefühlte 8 Tage, bis ich mein Auto auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus abstelle und in das Gebäude renne, um endlich mein Baby zu sehen.

Vor ihrem Zimmer angekommen sehe ich Gordon, Bill, Gustav, Georg, Jürgen, Zoes Papa und Patrick, Zoes Bruder, die mich alle müde lächelnd anschauen.
"Da ist der Mann der Stunde.", versucht Gordon zu scherzen, was ihm aber kläglich misslingt.
"Ich will zu ihr.", gebe ich nervös von mir und schaue kurz in die Runde. Bill und Patrick tauschen sich Blicke aus, doch ich warte erst gar nicht auf irgendeine Reaktion, sondern laufe direkt in das Krankenzimmer.

"Tom!", meine Mama schaut mich mit einem breiten Lächeln an, das sich aber schnell in Besorgnis umwandelt.
"Da ist etwas, was wir dir noch sagen müssen.", höre ich Tia sagen, doch das ist mir egal. Ich möchte einfach zu meinem Mädchen.

Schließlich erblicke ich sie und mein Herz droht zu explodieren.
Zoe hält ein Glas Wasser in der Hand und hat viele Schläuche am Körper und im Gesicht, doch sie sieht wunderschön aus.
Wie immer, nur fühlt sich das hier so viel anders an.
Ich laufe auf sie zu und strecke meine Hand nach ihr aus, doch sie zieht ihre weg.

Verwirrt ziehe ich meine Augenbrauen zusammen, doch ich bin so glücklich wie schon lange nicht mehr. "Baby, ich-"-"Nenn mich nicht so!", faucht sie mich an, was mich zusammenzucken lässt.
Was zum Teufel ist hier los?!

Fragend blicke ich zu den drei Frauen, die am Tisch gegenüber dem Bett sitzen, doch sie starren alle auf ihre Finger.
"Zoe, ich bin es. Tom.", versuche ich sie zu beruhigen, doch ihr Blick ist weiterhin voller Wut.
"Wie wäre es, wenn du einfach verschwindest?", ihr Unterton klingt verletzt und ich sehe, wie ihr die Tränen kommen.
"Was redest du da?!", sage ich aufgebracht. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich dachte, sie erinnert sich an mich!
Zoe lacht kalt auf, was mich wieder einmal zusammenzucken lässt.
"Von was ich rede?! Ich habe doch gesehen, wie du und deine tolle, halbnackte angebliche Exfrau miteinander schlafen wolltet, nachdem du es mit mir getan hast, verdammt nochmal!", ich reiße meine Augen auf und ich gehe wie von alleine ein Stück zurück.
Ich verstehe die Welt nicht mehr..

"Ihre letzte Erinnerung ist die, als sie in Hamburg zu dir ins Hotel gefahren ist, um dir ihre Gefühle zu beichten und dich und Ria entdeckt hat, Tom.", höre ich Tia leise sagen.

Nein.
Nein.
Nein.
Nein.
Das kann nicht wahr sein.
Das ist alles ein schlechter Scherz.

Doch ich spüre, wie mein Herz in tausend Stücke zerissen wird.


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Na, wen von euch konnte ich überraschen? ;)
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