Limoncello

von Rosalie18
OneshotFreundschaft / P12
14.04.2019
14.04.2019
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Willkommen zu einem weiteren Teil meiner Getränke-Reihe.

Es war mal wieder ein spannendes Rennen mit einem guten Ausgang für Jaguar. Ich habe mich Mitch, aber auch für James gefreut.


Viel Spaß beim Lesen.




Disclaimer: Die folgende Story ist rein fiktiv. Ich kenne keine der beteiligten Charaktere persönlich, noch ihre Hintergründe oder privaten Details. Es ist alles meiner Phantasie entsprungen.



Limoncello

Erleichterung fiel von seinen Schultern ab und pure Freude durchströmte seinen Körper. Jetzt erst bemerkte James, dass er während Mitchs letzten Runde unbewusst den Atem angehalten hatte. Geräuschvoll stieß er diesen wieder aus. Gewonnen! Mitch hatte das Rennen wirklich gewonnen. Ihr erster Sieg überhaupt. Ein breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus und welches von einem zum anderen Ohr reichte. Endlich hatte es geklappt. Fast hätte er die Hoffnung schon aufgegeben, aber nur fast.

Nach dem zweiten Startplatz von Mitch hatte er es gehofft, aber nicht daran gedacht. Nur zu gut wusste der Teamchef viel während eines Rennens passieren konnte. Wie der heutige erneute Rennabbruch bewiesen hatte. Es war wieder ein ereignisreiches Rennen gewesen. So wie eigentlich immer in dieser Saison.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es dann dennoch. Leider hatte es Alex nicht in die Punkte geschafft. Aber er war wenigstens ins Ziel gekommen. Und so schlecht war sein Rennen jetzt nicht gewesen.

Immer noch dümmlich vor sich her grinsend, saß er neben seinem Freund, dennoch schweiften seine Gedanken ab.



Das Gespräch, welches er gleich führen musste, fiel ihm nicht sonderlich leicht. Doch es musste sein. Zum Wohlergehen des Teams. James musste nun mal ans Team denken und so sehr er auch Nelson mochte, musste er leider diesen Schritt tun.

Es klopfte an der Tür seines Büros. Er atmete einmal tief durch und sagte dann „Herein“. Die Tür wurde geöffnet und einen Augenblick später betrat der Brasilianer das Büro. Sein Gesicht war ausdruckslos, aber dem Teamchef war klar, dass Nelson wusste, um was es in dem Gespräch gehen würde. Es war offensichtlich.

„Hallo Nelson. Setzt dich“, begrüßte er den Fahrer.

„Hallo James“, erwiderte er die Begrüßung und nahm auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch Platz.

Es folgte ein kurzer wortloser Blickkontakt. „Was ich dir jetzt gleich sagen werde, fällt mir nicht leicht, aber es geht nicht anders. Es ist zum Wohlergehen des Teams. Es tut mir leid, aber du wirst ab dem nächsten Rennen nicht mehr für uns an den Start gehen.“ Die ganze Zeit hatte James in das immer noch ausdruckslose Gesicht des Brasilianers gesehen, der seinen Rauswurf scheinbar gleichgültig hinnahm, doch James wusste, dass dem nicht so war. In ihm brodelte es gewaltig. Spurlos ging es an Nelson nicht vorbei, was verständlich war. Wer konnte es ihm verübeln? Einen Rauswurf nahm schließlich keiner gerne hin.

„Danke, dass du es mir persönlich gesagt hast.“

Das war das Mindeste gewesen. Nachdem sie noch ein paar Worte gewechselt hatten, verließ ein sichtlich geknickter Nelson das Büro seines Ex-Teamchefs.



Ein vor sein Gesicht gehaltenes Glas mit einer hellgelben Flüssigkeit holte ihn aus seinen nicht so erfreulichen Erinnerungen zurück.

James wand seinen Blick Allan zu, der neben ihm saß. Die beiden Teamchefs hatten sich an einen ruhigen Ort zurückgezogen, um noch ein wenig in Ruhe miteinander reden zu können, bevor sich ihr Weg bis zum nächsten Rennen trennen würde.

„Erst einmal anstoßen auf euren Sieg. Noch mal Glückwunsch“, kam es von Allan mit einem breiten Lächeln auf die Lippen und er drückte ihm das Glas in die Hand. James roch an und ihm stieg ein zitronischer Duft in die Nase und mit Sicherheit war er es keine Zitronenlimonade, sondern etwas Hochprozentiges. Der Schotte hatte seinen fragenden Blick gesehen. „Limoncello“, war die Antwort auf seine unausgesprochene Frage.

Davon hatte James schon mal etwas gehört, ein Likör, der aus den Zitronenschalen, aber nur dem gelben hergestellt wurde.

„Jetzt schau nicht so skeptisch, der Likör schmeckt köstlich.“

„Wenn du es sagst.“

Der Jaguar Teamchef vertraute auf die Aussage seines Freundes. Sie stießen an und tranken einen großen Schluck. Sofort verbreitete sich der zitronische Geschmack in seinem Mund aus. Allan hatte Recht, der Limoncello schmeckte wirklich köstlich. Das erkannte der Audi Teamchef natürlich sofort, ersparte ihm aber ein „Das-habe-ich-dir-doch-gesagt.

„Danke. Ich kann es noch nicht glauben, dass wir wirklich gewonnen haben. Bis zuletzt habe ich gehofft, aber immer noch darauf gewartet, dass etwas passiert und Mitch den Sieg noch verlieren könnte“, gestand James.

„Das kann sehr schnell passieren. Immerhin hatte Lucas Pascal auch auf den letzten Metern überholt und sich so den Sieg gesichert, aber glücklicherweise kam es ja nicht dazu. Heute war nicht wirklich unser Rennen. Lucas‘ siebter Platz ist ein halbwegs versöhnlicher Abschluss für den Rom E-Prix.“

Aber Mitch hatte gewonnen und Alex war in seinem ersten Rennen für die Raubkatzen auf dem zwölften Platz ins Ziel gekommen. Das Ergebnis war sicherlich noch ausbaufähig, aber er war sich sicher, dass er es schaffen würde, ansonsten hätten sie ihn nicht als Ersatz für Nelson verpflichtet. Vor allem nachdem er von Platz einundzwanzig ins Rennen gegangen war.

James legte Allan eine Hand auf den Arm und drückte ihn kurz. „Im nächsten Rennen kann es wieder ganz anders aussehen. Vielleicht kommen unsere beide Fahrer mal in die Punkte.“

„Möglich ist alles. Im Rennen kann so viel passieren. Solange sich die Jungs nicht gegenseitig ins Auto fahren.“

„Hoffentlich nicht.“

Das war immer der Supergau, wenn sich ausgerechnet die Teamkollegen ins Auto krachten und noch beide Autos ausfielen.

James und Allan tranken ihr Glas aus.

„Noch einen?“, grinste der Schotte.

Wieso eigentlich nicht? „Gerne.“

Mit Sicherheit würde es nicht der Letzte sein und an einen eventuellen Kater wollte er jetzt nicht denken, sondern viel lieber den Sieg mit Allan feiern.

***
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