Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Meet the new Candy

von Manganime
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Lysander Rayan Zaidi
12.04.2019
20.01.2021
5
6.787
2
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.01.2021 1.377
 
...ihr glaubt gar nicht, wie viel Spaß ich momentan dran habe die Story zu schreiben :D es gibt so vieles, was Lys im CL verpasst und ich kann das einfach nicht hinnehmen.. diesbezüglich werde ich mich auch weiter an den Episoden orientieren, damit Lys-Baby nicht nur all die neuen Gesichter kennenlernt, sondern auch bei den alten Bekannten ein Wörtchen mitzureden hat^^

+++


Das infernalische Gedöns seines Klingeltons weckte den Silberhaarigen auf provokante Weise aus der Schwärze seines Schlafes. Stöhnend blinzelte er sich wach, tastete blind neben seinem Bett nach dem Teufelsding, welches ihn so grob weckte und hätte es beinahe vom Nachtkästchen runter gewischt. Die noch freie Hand legte sich schützend über seine empfindlichen Augen, während die andere abhob und das Telefon an sein Ohr presste. Mit einem verstimmten „Hm“, weil mehr brachte er nicht über seine Lippen, antwortete er.

„Dir auch einen guten Morgen, Lys“, entgegnete ihm die Stimme seines großen Bruders, die glücklicherweise stets sanft klang, da er nie sehr laut sprach. „Was gibt’s?“, bekam der Silberhaarige schließlich nuschelnd raus. „Ich wollte nur sichergehen, dass alles in Ordnung bei dir ist, da du dich letzte Nacht nicht mehr bei Rosa gemeldet hast“, erklärte ihm Leigh in seiner gewohnt ruhigen Art. „Is alles gut, nur müde. Kannst Rosa ausrichten, dass ich Candy noch gefunden hab“, murmelte er zurück, und ließ dabei geflissentlich aus, dass er einen übelsten Kater hatte und eigentlich nur weiter wie ein Toter im Bett liegen bleiben wollte. „Ich denke, das weiß sie schon, sonst hätte sie dir wohl schon die Hölle heiß gemacht“, meinte sein Bruder daraufhin nur gut gelaunt, der seine Verlobte nur zu gut kannte. „Dann is ja gut.“

„Achja, und bevor du gedenkst weiter zu schlafen, schau lieber mal nach, ob du heute eine Vorlesung hast“, erinnerte ihn Leigh (un)dankbarerweise an seine Pflichten. Er mochte sich zwar vollkommen neutral anhören, doch Lysander war sich ziemlich sicher, dass sein Bruder sich ein feines Grinsen nicht verkneifen konnte. Fast wie in alten Zeiten, nur dass er nicht ins Zimmer geschneit kam und ihm die Decke wegziehen konnte. „Mhmh“, gab er als Antwort zurück, da er kurz davor war wieder weg zu nicken. Leigh verabschiedete sich daraufhin in dem Vertrauen, dass Lysander sich darum kümmern würde. Es würde keinen allzu guten Eindruck machen gleich beim ersten Mal zu fehlen.

Nach einigen schweigsamen Minuten raffte sich der junge Student schließlich so weit auf, dass er nach seinem Stundenplan suchte, den er sich die letzten Wochen über zusammen gestellt hatte. Zu seinem Missfallen stellte er fest, dass er tatsächlich heute eine Vorlesung hatte. Zwar erst Nachmittags – dem Himmel sei Dank! - allerdings hieß das, dass er in diesem Zustand heute noch raus musste. Und natürlich waren nirgends irgendwelche Kopfschmerztabletten zu finden, was das nächste war, wonach er in seinem noch unaufgeräumten Haufen wühlte. Oh, seine armen Klamotten sollte er auch mal verräumen. Und seine Anziehsachen von gestern sollte er wohl auch gegen neue tauschen, stellte er unangenehmerweise fest. Also zuerst duschen und dann mal weiter sehen, beschloss der Silberhaarige in träger Stimmung.


Die erste Feststellung, die er vor der Vorlesung machte: Der Kaffee aus dem Automaten am Campus schmeckte scheußlich. Die zweite war: er war wohl an der falschen Tür angekommen, denn Professor Zaidi war gerade dabei an ihm vorbei in dem Raum zu verschwinden, ehe er innehielt und sich zu ihm umdrehte. „Auf die Gefahr hin, dass ich mich irre, aber sagten Sie nicht, sie würden Literaturwissenschaft studieren?“ Ja, ja das tat er, wollte Lysander ihm antworten, doch er brachte nur ein knappes Nicken zustande. Und das einzige, das ihm in den Sinn kam, war die Tatsache, dass dieser Professor viel zu cool wirkte, wie er so galant an der halb geöffneten Tür lehnte und ihn mit seinen hellgrünen Augen musterte. „Dann haben Sie sich in der Tür geirrt, wenn Sie nicht vorhaben, doch noch das Fach zu wechseln“, erwiderte Zaidi daraufhin, was wohl endlich bewirkte, dass Lysander wieder den Mund auf bekam.

„Wenn die Kurse leichter zu finden sind, sollte ich das wohl“, antwortete er missmutig. Das entlockte sein Gegenüber ein Grinsen, und schien den katzengrünen Blick noch zu intensivieren. Lysander war nicht imstande sich davon loszureißen. „So gern ich Sie in meiner Vorlesung sehen würde, sollten Sie nicht so leichtfertig ihre Entscheidungen ändern“, gab er in gespielt tadelndem Tonfall zurück. „Außerdem sind Sie nicht der einzige, der sich hier erst noch zurechtfinden muss, also nur nicht vorzeitig die Flinte ins Korn werfen“, sprach er aufmunternd weiter. Lysander hatte beinahe schon einen anderen Grund gefunden, warum er das Studienfach  wechseln wollte. „Ich bemühe mich“, war das einzige, was er dazu hervorbrachte, ohne Gefahr zu laufen, doch noch anzufangen irgendwelchen Unsinn zu stammeln. Da war er gerade mal einen Tag an der Uni und dann schaffte er es nicht mal, am darauffolgenden mit klarem Kopf seine erste Vorlesung zu besuchen. „Das will ich doch hoffen.“ Und mit diesen Worten und einem Lächeln, das nicht hätte so anziehend wirken sollen, wie es war, verabschiedete sich der Professor von ihm.



Während Rayan im Vorlesungssaal seine Notizen sortierte, trudelten nach und nach seine Studenten ein und nahmen leise tuschelnd Platz. Ein kurzer Blick auf seine Armbanduhr zeigte ihm an, dass es nun langsam Zeit wurde zu beginnen und so hob er den Blick zu der erwartungsvollen Menge. Zu schade, dass der silberhaarige Student seinem Vortrag nicht beiwohnen würde, merkte er gedanklich an, als er die Reihen überflog. Nur kurz traf sich sein Blick mit der einer Studentin, die in der hintersten Reihe nahe des Ausgangs saß und ihn erwartungsvoll zu beobachten schien. Mit einem innerlichen Seufzen gab er sich einen Ruck und machte sich daran die Vorlesung zu beginnen und die heterochromen Augen aus seinem Gedächtnis zu verbannen.



Mit dem Kopf auf Tischplatte des Vorlesungssaals lauschte Lysander der monotonen Stimme des Vortragenden. Den Rest seines Kaffees hatte er nicht mehr angerührt, genauso wenig wie er seinen Stift bisher angerührt hatte, um sich Notizen zu machen. Er sollte sich schlecht über so viel Desinteresse fühlen, allerdings lag ihm der Alkohol von letzter Nacht noch immer im Magen, obwohl er gedacht hatte den Inhalt vor dem Snake Room zurück gelassen zu haben. Gut, vielleicht waren es auch die Ereignisse von letzter Nacht, die ihm nachhingen. Alte bekannte Gesichter, alte Erinnerungen an seine musikalischen Zeiten, eine neue Bekanntschaft, die wohl etwas weiter gegangen war als beabsichtigt...

Candy, ausgerechnet Candy, die ihn am Ende seiner langen Nacht so gesehen hatte. So überrascht und dann so undefinierbar, nachdem er sich aufgerafft hatte und ihr angeboten hatte sie zurück auf das Campus zu geleiten. Bildete er es sich nur ein oder hatte sie ihm tatsächlich gesagt, dass sie ihn nie zuvor so gesehen hatte? Warum versuchte er überhaupt ausgerechnet dieses Gespräch zu rekonstruieren? Es war eh nichts aufregendes mehr passiert, außer der Tatsache, dass Candy wohl eher ihn zurück begleitet hatte als er sie.

Die Minuten verstrichen so in Gedanken bis es schließlich zum Ende läutete und die Erleichterung sich über die Studenten breit machte. Lysander gab sich nicht die Mühe sofort aufzustehen, sondern nur vorsichtig seinen Kopf zu heben. Erst als der Saal sich etwas geleert hatte, beschloss er aufzustehen und seine Sachen zu packen.

Gedankenverloren nahm er auf dem Weg nach draußen sein Smartphone in die Hand. Keine weiteren Nachrichten bisher. Er könnte ungehindert zurück auf sein Zimmer gehen und sich wieder hinlegen. Dann würde er jedoch seinen Tagesrhythmus durcheinander bringen. Mit einem inneren Seufzen wandte er sich also Richtung Stadt. Vielleicht fand sich ja irgendwo ein Café, in dem es was anständiges zu trinken gab. Und zu essen, fing in diesem Moment sein Magen an mit einem Grummeln einzuwenden. Demzufolge war es wenig überraschend, als er sich kurze Zeit später im sogenannten Cozy Bear wiederfand, welches ihm mindestens so vertraut vorkam wie die Bar von letzter Nacht.

Achja, es war das Café, welches sie von der Schule aus hin und wieder besucht hatten. Nur das Interior hatte sich etwas verändert. Weniger elegant und mehr... „cozy“ - also bequem. Lysander ließ sich davon nicht beirren und bestellte sich am Tresen endlich einen richtigen Kaffee, der ihn hoffentlich in Schwung bringen würde.

+++
...jaa, es ist unspektakulär, aber hey, wartets ab, ich hab nen Plan - grob zumindest :D Hinweis: Hyun wird als nächstes eingeführt :P
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast