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Wake Up

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
12.04.2019
08.04.2021
50
86.309
41
Alle Kapitel
123 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
12.04.2019 2.291
 
Ich bin auch mal wieder nach einer langen Zeit aktiv hier!
Diese Story ist eines meiner Projekte die einen Langen Weg hinter sich hatten - Heißt ich habe ewig lang an der Idee herumgefeilt!

Ich hoffe das Ergebnis gefällt euch!


Nochmal die Langversion der Beschreibung:

,,Steht dein Angebot noch?", Dany sah den jungen Mann erschöpft an. Er hatte die meiste Zeit damit verbracht, sich selbst fast zu Tode zu hungern. Eine Krankheit, wie er sich jetzt endlich eingestand.
,,Bitte hilf mir.", obwohl er gedacht hätte keinerlei Tränen mehr aufbringen zu können, rollten nun wieder welche über sein Gesicht.
Riley fing sie mit seinem Daumen auf und strich sie weg. Dany war viel zu schwach, um etwas dagegen tun zu können und er wollte auch nicht. Zu zart war die Berührung des anderen.
,,Es wird Zeit, dass du aus diesem Albtraum aufwachst. Und wenn du mich lässt, werde ich derjenige sein, der dich weckt."


Dany leidet unter Magersucht. Ein Albtraum, den er nicht als solchen wahrnimmt. Gefangen in diesem Traum verschlechtert sich sein Zustand immer mehr und seine Eltern entscheiden sich dazu, ihm, gegen seinen Willen, in einer speziellen Klinik helfen zu lassen.

Riley hat zwei gescheiterte Selbstmordversuche hinter sich und sich letztendlich dazu entschieden, dem ganzen noch eine einzige letzte Chance zu geben und sich in einer Klink helfen zu lassen. Dort begegnet er Dany und weiß sofort, dass er dem Jungen helfen will.

Zu Beginn stößt er dabei nur auf Abweisung, bis sich Danys Zustand so verschlechtert, dass er Riley um seine Hilfe bittet, aus dem Albtraum aufzuwachen.





,,Du weißt genau, dass wir nur das Beste für dich wollen und das ist nun mal das Beste für dich.", Dany hörte ihm gar nicht zu.

Er war viel zu wütend auf seinen Vater und auch enttäuscht. Er hatte ihm versprochen, ihn unter keinen Umständen in eine Klinik zu stecken.

Jetzt waren sie auf dem Weg dort hin.

Die Klinik für Psychische und Physische Erkrankungen bzw. Störungen in Seattle.

Seine Mutter saß schweigend auf dem Beifahrersitz. Sie hätte ihn von Anfang an in die Klinik gesteckt.

Dany hatte seinen Vater jedoch dazu überreden können zu Hause bleiben zu dürfen unter der Bedingung, dort mehr zu essen.

Es hatte eigentlich ganz gut geklappt.

,,Du hast es mir versprochen, Dad.", seine Tränen waren Mittlerweile versiegt. Er zitterte und knabberte nervös an seinem Pullover.

,,Du hast mir auch versprochen, dass du essen wirst. Du kannst froh sein, dass sie uns in der Klinik entgegenkommen und sie dich auch ohne Magensonde aufnehmen.", Dany schwieg. Er hatte so viel zu sagen, wusste jedoch nicht wie er es formulieren sollte.

Also blieb er still.

,,Wir kommen dich ja besuchen und außerdem ist es nur das Beste. Du musst dir endlich eingestehen, das du Hilfe brauchst."

,,Wir sind da Dany.", der Vater des Jungen stieg aus und seine Mutter drehte sich kurz zu ihm um.

,,Wenn du nicht aussteigen wirst, dann werden sie dich heraus holen. Nur damit du es weißt. Mir persönlich wäre es lieber wenn du aussteigen würdest und mit ihnen mitgehst.", jetzt stieg auch sie aus und der Junge starrte auf seine Reisetasche.

Er würde nicht mehr wegkommen, dafür war es jetzt zu spät.

Widerwillig öffnete er die Autotüre und stieg aus. Sein Vater holte die Reisetasche heraus und lief hinter dem Jungen her.

Als ob er weglaufen würde...

Das Gebäude war riesig. Es sah aus wie das typische Gebäude an das man dachte, wenn man das Wort Krankenhaus hörte.

Weiß gestrichen mit zahlreichen Fenstern wo wohl die Zimmer sein mussten. Eine automatische Türe führte in einen Warteraum und das zugehörige Sekretariat, wo eine junge Dame in einer weißen Bluse saß.

Missmutig sah sich Dany um. Viel besonderes gab es nicht. Nicht hier zumindest. Nur zwei Warteräume und eben den Tisch, an dem die Dame saß.

,,Setz dich hin.", der Mann stellte die Reisetasche neben ihm auf einen Stuhl und ging dann gemeinsam mit seiner Frau zur Sekretärin.

Im Warteraum war einiges los. Von Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen. Zu seiner Überraschung starrte niemand ihn an wie sonst, wenn sie seinetwegen ein Krankenhaus aufgesucht hatten. Vielleicht, weil sie alle etwas verband – keinem von ihnen ging es gut.

Nervös spielte Dany mit dem Ärmel seines, dem Pullover seines älteren Bruders, herum. Er war nicht mitgefahren. Nicht, weil der Junge ihn so wenig bedeutete, sondern weil er in einer Uni studierte und er keine Zeit gehabt hatte. Es war Prüfungszeit.

Dany war ihm nicht böse. Er wäre ja am liebsten auch nicht mitgefahren! Frustriert schlang er seine Arme um sich selbst und zog die Knie an. Dann machte er eben den Stuhl mit seinen Schuhen dreckig und wenn schon!

Sollten sie ihn deshalb doch wieder nach Hause schicken – nichts lieber als das!

Er wollte sowieso nicht hier sein!

,,Wenn du weiterhin so ein Gesicht ziehst, bekommst du davon noch Falten.", ein junger Mann, der ihm gegenüber saß schenkte ihm ein müdes Lächeln.

Skeptisch hob Dany eine Augenbraue. Noch nicht einmal eingewiesen und man quatschte ihn schon blöd an.

,,Kümmer du dich lieber um deine Augenringe.", knurrte der Junge und bekam nur ein Grunzen zur Antwort.

Der Mann hatte tiefe und dunkle Ringe unter den Augen und schwarze, zerzauste Haare, die in alle möglichen Richtungen ab standen. Die Haut war blass – fahl, wie seine eigene.

,,Dany Prentiss?", ein Arzt, etwas jünger als sein Vater, stand mit einem Klemmbrett vor dem Eingang des Warteraums und sah sich kurz suchend um.

Zögernd hob Dany seine Hand.

,,Du kannst mit mir mitkommen.", sagte er und schrieb etwas auf das Brett.

,,Kann ich oder muss ich?"

,,Du musst.", dann ging er. Der Junge warf einen missmutigen Blick auf seine Reisetasche, die er nun offensichtlich tragen sollte.

,,Kommst du? Die Tasche kannst du hier lassen. Deine Eltern bringen sie auf dein Zimmer. Ich mache nur ein paar kurze Untersuchungen.", er schenkte dem Jungen ein knappes Lächeln. Dany schluckte den dicken Kloß in seinem Hals hinunter.

Er kam wirklich nicht mehr weg...

Er holte tief Luft und stand auf. Er hätte gedacht eine recht lange Wartezeit zu haben, da so viele vor ihm hier warteten, aber wahrscheinlich lag das daran, dass er ja bleiben würde und bereits ein Zimmer reserviert hatte.

Der Arzt ging mit großen schnellen Schritten durch einen langen Gang, wo sie an zahlreichen Türen vorbei liefen.

,,Zieh dich aus und stell dich bitte auf die Waage.", der Arzt saß hinter einem Schreibtisch und deutete auf eine Waage neben einer Liege.

Waagen – Seine besten Freunde und zugleich auch größten Feinde.

,,Ich will mich nicht ausziehen.", murmelte Dany kleinlaut und grub seine Nägel in seine Handflächen.

Der Mann massierte sich den Nasenrücken und atmete hörbar aus.

,,Dann bitte nur Schuhe und den Pullover.", nickend schlüpfte der Junge aus seinen Schuhen und zog sich anschließend den viel zu großen Pullover über den Kopf.

Er trug ein T-Shirt darunter, das ihm mal recht gut gepasst hatte. Jetzt war es um einiges zu locker.

Er stellte sich auf die Waage und wartete bis die Zahlen aufhörten sich zu verändern.

70 Pfund.

Der Arzt kam zu ihm und notierte sich das Gewicht. Er wollte wohl sicher gehen, dass Dany ihn nicht anlog und sah deshalb selbst nach...

,,Da haben wir viel zu tun. Stell dich bitte an das Maßband."

,,Kann ich den Pullover wieder anziehen?"

Der Mann nickte knapp und schneller als man schauen konnte trug er wieder den dunkelblauen Pullover seines Bruders.

Das Maßband war angeklebt an der Wand. Dany wusste selbst, dass er nicht besonders groß war für sein Geschlecht.

,,Das kommt schon noch. Du bist ja erst sechzehn.", hatte sein Dad immer gesagt, wenn sich der Junge über seine mindere Größe beschwert hatte.

Der Mann begradigte den Kopf des Sechzehnjährigen und zog dann etwas hinunter, bis es Danys Kopf berührte.

Er notierte sich etwas und setzte sich dann wieder auf den Drehstuhl. Neugierig sah Dany auf das Maßband.

5'2

,,Setz dich bitte und stülpe bitte deine Ärmel hoch.", der Junge tat wie geheißen und der Arzt nahm ihm Blut ab.

Er hatte das immer schon gehasst. Die Nadel, das viele Blut...Ärzte.

,,Ist das deine Naturhaarfarbe?", der Arzt überschlug seine Beine und lehnte sich zurück. Dany schüttelte seinen Kopf.

,,Sie sind weiß...geworden."

Er zog beide Augenbrauen hoch und schrieb es auf.

,,Wann ungefähr?"

,,Vor etwas unter einem Jahr. Sie sind langsam verblasst. Eigentlich sind sie schwarz."

,,Hattest du zu dieser Zeit besonders viel Stress oder ist etwas entscheidendes passiert?"

,,Ja und ja. Wir waren deshalb auch bei einem Arzt, aber der hat uns gesagt, das sei nichts schlimmes und in meiner Situation sei es normal, dass meine Haare dünner werden und erbleichen.", nervös spielte er wieder mit den Ärmeln des Pullovers.

,,Das ist es auch. Dadurch, dass dein Körper sehr wenig Nahrung und somit auch kaum Nährstoffe bekommt kann es dazu kommen, dass deine Haare dünner werden oder eben auch erbleichen, weil dein Körper die Stoffe, die deinem Haar seine natürliche Farbe gibt nicht mehr produzieren kann. Dazu kommt noch ein hohes Level an emotionalem Stress, was das ganze...unterstützt. Es ist jedoch nicht etwa gesundheitsschädlich. Wenn du erst einmal wieder richtig isst, ist die Chance, dass deine Haare wieder ihre Naturhaarfarbe annehmen sehr groß. Hast du noch irgendwelche Fragen?"

,,Wie lange muss ich hier bleiben? Und darf ich mein Zimmer auch verlassen?"

,,Das hängt ganz von dir ab. Kooperierst du mit uns, dann bist du hier schneller wieder draußen als du denkst. Zum zweiten kann ich dir leider nichts genaues sagen. Das wird dir dann ein Arzt auf deiner Station alles genau erläutern. Dort kannst du dann auch dein Essen auswählen."

Essen auswählen?

Auch das noch. Wahrscheinlich ein Teller voll mit Nahrung, die er eh nicht herunter bekommen würde.

Er fühlte sich nach einem Glas Wasser ja schon so, als hätte er ein Stück Kuchen gegessen.

,,Wenn das alles ist, dann rufe ich jetzt einen Pfleger, der dich auf deine Station bringt."

Eine Pflegerin war mit einem Rollstuhl gekommen.

Als ob er nicht laufen könnte!

Er wusste ja, dass sein Gewicht kritisch war, aber gleich einen Rollstuhl brauchte er nicht! Sie hatten einige Minuten lang diskutiert, bis er schließlich, nachdem sie ihm damit gedroht hatten ihn festzuschnallen, nachgegeben und sich in den Rollstuhl gesetzt hatte.

Seine Station war im vierten Stock. Essstörungen.

Er würde in ein Doppelzimmer kommen, gemeinsam mit einem weiteren Jungen, der zwei Jahre älter war als er selbst.

,,Da bist du ja.", seine Eltern saßen an einem kleinen runden Tisch, in dem Zimmer. Es war hell und recht groß. Zwei Betten, eines an der Tür und das andere neben dem Fenster und zwei Kleiderschränke. Neben den Betten stand je ein Nachtkästchen.

,,Es sieht gemütlich aus, findest du nicht?", seine Mum nahm den Rollstuhl und schob ihn zu dem Tisch.

,,Ja, das ändert trotzdem nichts daran, dass ich nicht hier sein will! Wer kümmert sich denn jetzt um Opal!", er hatte an die Schlange noch gar nicht gedacht!

,,Das macht dein Bruder. Kümmer du dich um deinen Körper und wir kümmern uns um Opal. Mach dir darüber keine Sorgen, Kleiner."

,,Ihr müsst ihn aber auch raus nehmen, sonst wird er wieder bissig.", es hatte eine ganze Menge an Arbeit, Geduld und Zeit gekostet bis der Königspython sich anfassen ließ.

,,Nate wird sich darum kümmern.", sein Dad lehnte sich in dem Stuhl zurück und tippte auf seinem Handy herum.

,,Okay. Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne gehen. Ich möchte meine Sachen verstauen und noch ein wenig alleine sein.", und vielleicht duschen und mit Nate telefonieren.

,,Ist gut, Kleiner. Wenn du etwas brauchst, ruf uns an.", beide drückten ihm einen Kuss auf die Stirn und seine Mum warf ihm noch einen Luftkuss zu bevor sie gingen.

Er nahm das Bett am Fenster in Anspruch. Dort stand auf einem Namensschildchen sein Name.

Er begann die Reisetasche auszuräumen und verstaute seine Sachen in einem der Schränke. Den Rollstuhl stellte er vor sein Bett und sah sich dann im Badezimmer um.

Es war anders als erwartet geräumig und zwei kleine Schränke standen unter dem Waschbecken. Es war alles hier. Handtücher, zwei Bademäntel, eben alles was man brauchte.

Aber es war nicht sein Zuhause. Schon jetzt plagte ihn Heimweh. Es war nicht sein Bett, nicht sein Bad nicht sein Schlafzimmer.... Und Opal war auch nicht hier.

Nichts war irgendwie familiär und jetzt musste er dieses Zimmer noch mit einem fremden Jungen teilen.

Vielleicht war er ja auch ganz nett....vielleicht.

Er ging zurück in das Zimmer und schlüpfte in eine lockere Jogginghose. Den Pullover ließ er an. Er roch nach Nate..nach etwas, dass ihm nahe stand.  





Kurze Ansage:

Ich verherrliche Magersucht keinesfalls in dieser Story oder jegliche anderen Psychischen oder Physischen Krankheiten. Ich beschreibe lediglich Danys Sichtweise der Dinge, die nun mal ist wie sie ist. Er ist eben besessen davon, abzunehmen, so wenig zu essen und Kalorien zu verbrennen wie irgendwie möglich...


Nehmt solche Krankheiten UNBEDINGT ernst und sucht euch Hilfe. Damit ist wirklich nicht zu spaßen.





Weitere Anmerkungen:

Mit Pfund wird in Amerika das Gewicht gemessen.

70 Pfund sind auf zwei Kommastellen gerundet 31,75 kg sprich er hat einen BMI von 13.0

Die Größe wird in Foot/Feet/ Fuß  und Inches/Zoll angegeben.

5'2 wird Fünf Fuß und zwei Zoll ausgesprochen ( five feet and two inches) das sind in etwa 1,57 m



Das mit den weißen Haaren gibt es in ähnlichen Formen wirklich. Bei hohem Stress und plötzlichem Schock färben sich die Haare entweder plötzlich weiß oder verblassen. Es wird auch Marie Antoniette Syndrom genannt. Wobei es dort wieder verschiedene Varianten gibt.
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