Shadow

von Thazzl
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18
GermanLetsPlay Maudado Paluten Zombey
11.04.2019
10.10.2019
7
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9
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POV GermanLetsPlay

Manu stand in einem Wald, alleine. Es war dunkel, ob nun durch die Tageszeit oder aber einfach deshalb, weil die Bäume so riesig und dicht waren, sodass sie eh sämtliches Licht verschluckten. Die Fläche vor ihm schien schier endlos zu sein- Bäume über Bäume reihten sich kreuz und quer hintereinander, so weit das Auge gucken konnte. Es war mucksmäuschenstill, kein einziges Geräusch war zu hören. Auch die Blätter rührten sich nicht, kein Luftzug war zu vernehmen. Es war unheimlich und unnatürlich, dieser Wald, in dem er stand. Allen voran, da Manu keinerlei Erinnerung daran hatte, wie er hier her gekommen war. Wann hatte er sich bitte dazu entschieden, einen Wald zu betreten? Er wusste es nicht.
Unsicher wanderten Manu’s grasgrüne Augen umher, um vielleicht einen Anhaltspunkt zu bekommen, wo er sich hier genau befand. Er wollte sich drehen, vielleicht ein paar Schritte weiter gehen, aber sein Körper zeigte sich merkwürdig unkooperativ. Seine Glieder fühlten sich taub an und sehr weit weg, so, als hätte er keinerlei Kontrolle über sie. Das Unbehagen in dem Vampir stieg, noch mehr, als sein Mund sich dazu entschloss, sich selbstständig zu machen.

„Hallo?!“, rief er, seine Stimme recht leise. Dennoch ertönte kurz darauf ein starkes Echo, welches mehrfach von den Bäumen um ihn herum widerhallte. Ebenso wie der Wald, hörte sich dies einfach nur unecht an- falsch. So laut dürfte das gar nicht sein! Eine Gänsehaut kroch über Manu’s Arme, während seine Augen unruhig umher zuckten. Was war das für ein komischer Ort?
„Manuuuu“. Eine geisterhafte, fremde Stimme ertönte auf einmal, weit weg, aber dennoch irgendwie nah. Manu’s Herz fing an schneller zu schlagen- wer war das? Wer war hier? Er sah sich weiter um, aber außer diesem Wald sah er nichts und niemanden. „Hallo?!“, wiederholte der Brünette, dieses Mal willentlich. „Manuuueeel“, kam die direkte Antwort, viel näher und klarer als vorher. Okay, Manu musste zugeben: Das war echt nicht komisch! Was ging hier ab?

Angst kroch durch seine Gliedmaßen hindurch- ihm gefiel diese Situation hier immer weniger. Geisterhafte Stimmen, die nach ihm riefen, hatten letztes Mal nichts Gutes mit sich gebracht. Und dass er nicht wusste, wo er hier war und wie er hier hin gekommen war, machte die Sache nicht gerade besser. Er wollte hier weg! Leider zeigte sein Körper immer noch keine Reaktion- er war wie festgewachsen.
„Wer ist da?“, fragte er, seine Stimme angespannt und flach. Oh bitte, das war doch alles ein schlechter Scherz! Panisch suchte er nach der Quelle der fremden Stimme. Er fand sie, total unerwartet, direkt vor seiner Nase. Ein erstickter Aufschrei verließ ihn, als eine kalte Furcht sein Herz umklammerte. Dort, direkt vor ihm, stand ein riesiger, pechschwarzer Schatten. Die wabernde Gestalt eines Mannes. Manu wollte zurückweichen, aber seine Beine rührten sich keinen Millimeter. Was war das?!

Der Schatten vor ihm machte keinerlei Anstalten, ihn irgendwie anzugreifen oder verletzten zu wollen. Er stand bloß dort, groß, dunkel und mächtig. Auch wenn Manu nichts erkennen konnte, außer der schwarzen, rauchigen Materie, spürte er, wie die Gestalt ihn genau ansah, bevor sie schließlich zu ihm sprach. Dieses Mal in einer Sprache, die Manu noch nie zuvor gehört hatte. Sie klang uralt und mächtig und selbst wenn Manu wollte: Die Worte, die gesprochen wurden, könnte er nicht wiederholen. Sie klangen in seinen Ohren ungefähr so: „Mihelivregonnoramruikmi“. Also unverständlich und irgendwie… wirr. Manu wurde daraus nicht schlau, ebenso wenig wie aus allem anderen hier. Ein riesiges Fragezeichen stand auf sein Gesicht geschrieben. Wer war das? Was wollte er von ihm? Und was hatte er gesagt?
Der Letsplayer öffnete seinen Mund, um zu fragen, was das sollte- aber noch ehe ihn ein einziger Laut verlassen konnte, ertönte urplötzlich ein schrilles, lautes Klingeln. Er erschrak, im selben Moment als sich der Waldboden unter ihm auftat und er in ein bodenloses Loch stürzte. Der schwarze Schatten über ihm wurde immer kleiner, bis er gänzlich verschwunden war- alles, was blieb, war die Dunkelheit und die Unwissenheit, was gerade passiert war.
Und dann wachte Manu mit einem Schlag auf.

Kerzengerade saß der junge Mann auf seinem Bett, seine karierte Decke halb um seine blassen Beine geschlungen. Seine Haare klebten an seiner rechten Wange fest, die andere Seite stand leicht ab. Seine grünen Augen hatte er weit aufgerissen und es brauchte einen Augenblick, bis Manu überhaupt etwas erkennen konnte. Sein Puls raste und ließ seinen Körper beben.
Für einige Sekunden bewegte der Vampir sich nicht, zu schockiert und verwirrt, um irgendetwas zu tun. Erst dann sickerte langsam in sein Bewusstsein, dass das gerade alles bloß ein sehr merkwürdiger Traum gewesen war. Manu atmete hörbar aus, als seinem Gehirn endlich diese Erkenntnis kam. Ein Traum. Nur ein Traum, nichts weiter. Dennoch kreisten der geisterhafte Schatten und seine Worte durch seinen Kopf hindurch. Wie kam er bitte auf so einen Humbug? Und was hatte der Schatten ihm da gesagt?
Vermutlich war es nur irgendein Schwachsinn, den sich sein Unterbewusstsein für ihn ausgedacht hatte- Manu hatte immerhin in letzter Zeit ziemlich viel abgefahrenes Zeug erlebt. Kein Wunder also, dass sich sein Kopf da so einen Quark zusammenreimte. Eine andere Erklärung für das, was er gesehen und gehört hatte, fiel ihm gerade nicht ein.

Manu stöhnte leicht, als er sich wieder nach hinten auf seine Matratze fallen ließ. Uff, also lustig war das trotzdem keinesfalls, auch wenn es nur ein Spuk in seinem Schlaf gewesen war. Es war… gruselig, dieser Wald, diese Gestalt. Diese fremden Worte. Sowas brauchte er nicht auch noch! Er hatte genug Sorgen in der realen Welt, vielen Dank auch!
Genervt schloss der Maskenträger wieder seine Augen, um vielleicht noch ein paar Minuten Ruhe zu bekommen und seinen Herzschlag wieder auf normales Niveau zu bringen. Leider bekam er die Chance dazu nicht mehr- das einzige, was nicht Teil seines absurden Traums gewesen war, war das schrille Geräusch, was er gehört hatte. Dieses ertönte nämlich abermals und dieses Mal wusste Manu auch, was es war: Seine Türklingel!

„Ach komm…“, jammerte er leise, nachdem er sich ein weiteres Mal erschreckt hatte. Missmutig rollte er von seinem Bett runter- wer wollte denn so früh was von ihm? Die Post? Er hatte doch gar nichts bestellt, verdammt! Gähnend und mit nackten Füßen tapste er zu seiner Eingangstür, um den vermeintlichen Postboten rein zu lassen. Hoffentlich war das nicht wieder ein Päckchen für die Nachbarn! Er wartete im Türrahmen, seine Augen noch halb geschlossen, sein Mund zu einem weiteren ‚O‘ verformt, als er noch Mal herzhaft gähnen musste. Das war zu viel Stress für die kurze Zeit, in der er wach war!
Wie sich herausstellte, war es nicht der Postbote, der kurze Zeit darauf mit einer großen Tasche am Treppenabsatz zu seiner Etage erschien. Mit einem Schlag war Manu hell wach. Verdammt! Das hatte er ja völlig vergessen! Wieso hatte er denn seinen blöden Wecker nicht gehört?
Jetzt stand er da, Barfuß, in Boxershorts und einem dunkel grauen Shirt, zerzaust und total verschlafen, während sein Besuch mit einem leicht irritierten, leicht amüsierten Grinsen zu seiner Tür kam. Konnte der Morgen denn noch schlimmer werden?

„Guten Morgen, Manu“, wurde er von der blonden Person vor ihm begrüßt, viel zu munter und fröhlich. Manu schoss die Schamesröte in die Wangen, während er immer noch wie erstarrt dort stand und sich fragte, wieso er diesen Morgen hier verdiente. Das war ja an Peinlichkeit kaum noch zu übertreffen!
Tief rot und beschämt schaffte Manu es schließlich, seine Arme vor seiner hageren Brust zu verschränken, um so vielleicht sein Outfit etwas zu verbergen- natürlich brachte das rein gar nichts. Er räusperte sich. „Dado! Guten Morgen!“, brachte er mit vor Schlaf heiserer Stimme hervor- Oh Gott! Also, jetzt hätte er nichts dagegen, wenn sich nochmal ein Loch unter ihm auftun würde. Oder wenn das hier auch einfach nur ein Traum wäre. Leider war das die Realität. Und ein Loch würde auch nicht erscheinen.

Maudado grinste ihn bloß weiter vergnügt an- also, er wusste zwar, dass Manu dem Postboten manchmal so auf machte, aber es jetzt selbst zu sehen… das war schon irgendwie komisch. Zudem war es eindeutig, dass Manu das hier nicht geplant hatte. „Stör ich?“, fragte der Blonde also, obwohl sie eigentlich für 10 Uhr verabredet gewesen waren- also genau jetzt.
Manu starrte ihn für einen Moment bloß groß an, ehe er wild seinen Kopf schüttelte. „N-Nein! Sorry, ich… hab‘ meinen Wecker nicht gehört. Hab‘ verpennt“, erklärte er rasch, während die Röte nun auch auf seine Ohren übergriff. Reichte ja nicht, dass Manu vor diesem Besuch sowieso schon unendlich nervös gewesen war- natürlich musste ihm es auch noch passieren, dass er verschlief und jetzt so eine Nummer abzog.
Maudado nahm es ziemlich locker hin, ließ es sich aber auch nicht nehmen, Manu weiterhin viel zu freudig anzugrinsen. „Okay. Kann ich dann rein?“, fragte er munter, da er nachwievor auf dem Flur stand und Manu ihm den Weg versperrte.

Der Braunhaarige blinzelte ein paar Mal, bis auch ihm einfiel, dass er Maudado auch mal rein bitten könnte. Hastig trat er zurück und deutete dem Größeren an, hinein zu kommen. Danach schloss er seine Tür wieder und verharrte dann unsicher im Eingangsbereich. Auch Maudado wirkte nun ein wenig unsicher, was er noch sagen sollte- es war wohl nicht nur Manu, der vor diesem Treffen ziemlich aufgeregt war. Immerhin war dies ihr erstes, richtiges Treffen in Real-Life- neben dem letzten, unerwarteten. Keiner der beiden wusste so recht, wie sie sich verhalten sollten- Maudado war sowieso ziemlich schüchtern und Manu im echten Leben im sozialen Umgang sehr unbeholfen.
Jetzt standen sie beide da und starrten bloß auf irgendeinen Punkt. Bis Manu seinen Mut fasste und sich daran erinnerte, dass er hier der Gastgeber war und seine Mutter ihm die Löffel lang ziehen würde, wenn sie das hier sehen würde.
Erneut räusperte er sich. „Komm ruhig durch. Willst du was trinken? Wasser? Kaffee? Tee?“, fragte Manu, während er Maudado in sein aufgeräumtes Wohnzimmer führte- immerhin das hatte er am Vorabend noch hinbekommen. Er bot dem Blonden an, sich auf seine Couch zu setzen, während er selbst an der Tür wartete. Maudado schüttelte den Kopf, als er sich setzte. „Nein, danke“, lehnte er freundlich ab, bevor wieder eine kurze, peinliche Stille eintrat.

„Brauchst du sonst irgendwas für dieses Schutzzaubergedöns?“, fragte Manu weiter- der Grund, weshalb Maudado überhaupt hier war, war der, dass er heute Manu’s Wohnung sicher vor fremden Besuch machen würde.
Wieder schüttelte der Magus den Kopf, ehe er auf seine große Tasche deutete, die er nun neben sich auf die Couch legte. „Nein, hab alles dabei, was ich brauche. Dauert aber noch einen Augenblick… wenn du willst, kannst du ruhig eben duschen gehen?!“, schlug der schüchterne Blonde dann vor, bevor sich sein scheuer Blick kurz hob. Manu’s Augen wurden etwas größer, als er wieder daran erinnert wurde, dass er nachwievor in seinen Schlafsachen im Raum stand. Schließlich nickte er hektisch. „Okay. Fühl dich wie zu Hause“, erwiderte er rasch, eher er sich, ohne ein weiteres Wort, in sein Bad verpieselte und die Tür hinter sich zuschlug.

Erschöpft lehnte er dann seinen Kopf gegen die geschlossene Tür, während er seine Augen schloss und laut ausatmete. „Toll gemacht, Mänjuel. Wirklich klasse Auftritt von dir. Verhalt dich doch noch peinlicher, wie wär’s, hm?!“, murmelte er dann tadelnd zu sich selbst- er wollte sich gerade echt ohrfeigen! So hatte er das nicht geplant! Eigentlich hatte er seinen Wecker auf 8 Uhr gestellt, damit er genügend Zeit hatte, sich auf den Besuch vorzubereiten. Leider hatte er den ja vollkommen überschlafen. Vermutlich nur wegen diesem bescheuerten Traum, den er gehabt hatte. Klasse, echt. Reichte ja nicht, dass er sich sowieso schon ziemlich unwohl in seiner Haut fühlte, weil Maudado hier war. Und er alleine mit ihm war.
Einmal, weil das da in seinem Wohnzimmer der echte Maudado war und er immer noch nicht recht wusste, wie er sich damit fühlte und wie er sich verhalten sollte. Und zum anderen, weil er die Sorge hatte, Maudado anzuspringen und auslutschen zu wollen, obwohl Leif ihm versichert hatte, dass das nicht passieren würde- auch, da Maudado es gar nicht dazu kommen lassen würde. Dennoch war Manu ein wenig unruhig, ob er es schaffte, die Kontrolle zu bewahren. Vor allem, da er bisher noch keine Mahlzeit zu sich genommen hatte- etwas, das er eigentlich auch vorher hatte tun wollen. Und jetzt auch noch so überrumpelt zu werden… tja, Manu wollte am liebsten wieder in sein Bett. Leider stand diese Option außer Frage- sowas gehörte sich nicht! Und ändern würde das ja auch nichts.
Das Beste, was er tun konnte, war zu duschen und sich wenigstens etwas repräsentabel zu machen, bevor er zurück ging und versuchte, den Rest einfach zu vergessen.

Der Letsplayer stieß sich von der Tür ab und tat genau das- viel Zeit ließ er sich dieses Mal für seine Körperreinigung nicht, da er Maudado nicht zu langen warten lassen wollte. Zudem wollte er nicht die Zaubervorstellung von Professor Magic verpassen- auch wenn Maudado und Leif ihm gesagt hatten, dass er ein Magus war: Manu glaubte das erst richtig, wenn er es mit eigenen Augen gesehen hatte.
Also beeilte er sich mit seiner Dusche. Danach zog er sich einen dünnen, schwarzen Pulli und eine graue Jogginghose an. Seine Haare rubbelte er, so gut er das konnte, trocken, bevor er den Rest an der Luft trocknen ließ- eigentlich mochte er es nicht, wenn seine Haare seine Kleidung volltrieften, aber die Zeit zum Föhnen hatte er heute mal nicht.

Als er wieder sein Wohnzimmer betrat, fand er Maudado nun umringt von brennenden, weißen Kerzen vor, die überall im Raum verteilt waren. Seine hell beige Winterjacke hatte er neben sich auf die Sitzfläche gelegt, ebenso seine nun fast leere Tasche. Vor ihm auf dem kleinen Couchtisch stand eine weiße Schale, daneben mehrere kleine Fläschchen mit Flüssigkeiten und Bündeln von Kräutern, von denen Manu die meisten nicht einmal kannte. In der Schale selbst hatte Maudado bereits irgendetwas zusammen gemixt- das Zeug war schwarz und stank stark nach faulen Eiern, alter Erde und Blumen der Sorte Kott. Unwillkürlich verzog Manu ein wenig sein Gesicht, als er seine Nase rümpfte. Durch seine scharfen Vampir-Sinne stank das ganze vermutlich doppelt so schlimm wie es eigentlich war. Maudado selbst saß tiefenentspannt vor dem ganzen Kram, seine Augen geschlossen und sein Ausdruck konzentriert.
Unsicher betrat Manu sein Wohnzimmer, nachdem er die ganze Szenerie in sich aufgenommen hatte. Er räusperte sich leicht, um auf seine Anwesenheit aufmerksam zu machen- er war sich nicht sicher, ob sein blonder Freund sein kommen überhaupt gehört hatte. Zudem war er unschlüssig, ob er Maudado jetzt stören sollte oder nicht. Schließlich hatte er absolut keinen Plan, wie diese Zauberei jetzt ablief.
Maudado schlug jedoch seine Augen auf, nachdem er Manu gehört hatte. Er lächelte ihn leicht schüchtern an, während er ihn durch seine hellen Wimpern anblinzelte. „Komm ruhig näher“, sagte er sanft und deutete Manu an, sich auf die andere Seite des Tisches auf den Boden zu setzen. Manu kam der Aufforderung zögerlich nach, ehe er sich dann im Schneidersitz auf den Boden setzte und genauer betrachtete, was Maudado vorbereitet hatte. Aus der Nähe stank die komische Brühe noch mehr, vor allem nach vergammelten, alten Fisch. Manu versuchte krampfhaft, nicht allzu viele Atemzüge zu nehmen. Immerhin überdeckte der Gestank auch den Geruch von seinem Freund, was Manu für den Moment immerhin etwas entlastete. Eine Sorge weniger für den Moment.

„Eeeww, Dado, was ist das für ein Zeug?“, fragte der Maskenträger schließlich angeekelt. Maudado kicherte leicht nervös, wobei ihm ein wenig die Röte in die Wangen schoss. „Kein Gift, falls du das denkst“, merkte er grinsend an, bevor er noch eine vernünftige Antwort hinzufügte. „Ma’lepor“. „Watt?“, gab Manu prompt zurück. „Ein Elixier, das dazu dient, diesen Ort sicher vor fremden und bösen Einfluss zu machen“, erklärte der Blonde weiter, während er ein Messer aus seiner Tasche zog. Manu beäugte es misstrauisch, als aus seinem Mund ein stummes ‚Aha‘ drang. Das Ganze war ihm trotzdem noch etwas suspekt- noch mehr, als Maudado die nächsten leisen Worte äußerte.
„Und eine Sache fehlt noch: Dein Blut. Ich brauche es, damit der Zauber auch an dich gebunden wird“. Manu’s grasgrüne Augen weiteten sich kurz vor Schreck, während er Maudado unsicher ansah. Meinte er das ernst? Scheinbar, denn im nächsten Moment hielt Maudado ihm scheu und etwas zittrig das kleine Messer entgegen. Manu ergriff es, noch bevor sein Hirn Maudado‘s Worte so recht verarbeitet hatte. Also, so hatte er sich dieses Schutzzauberdings nicht vorgestellt. Unbeholfen starrte er dann das Messer in seiner linken Hand an.
„Schneid dir einfach in die Handfläche und lass dein Blut in die Schale tropfen. Die Verletzung heilt ja schnell“, half der Blonde ihm auf die Sprünge, nachdem er Manu’s Zögern vernahm. War halt nicht alle Tage, dass man die Aufforderung bekam, sich willentlich die Hand aufzuschlitzen. Schon gar nicht von einem deiner besten Freunde. In deinen eigenen vier Wänden. Beim ersten, richtigen Treffen.

Der Braunhaarige nickte schließlich taub, bevor er leicht nervös zu der scharfen Klinge in seiner Hand sah. Damit hatte er nun eindeutig nicht gerechnet. Selbst etwas zittrig hob er seine rechte Hand und drehte seine Handfläche nach innen, das Messer in seiner linken erhoben und bereit… joa, sich selbst ins Fleisch zu schneiden. Manu schluckte hörbar. Ja, Dado hatte recht- die Wunde würde schnell verheilen, aber dennoch würde es vermutlich verdammt weh tun. Immerhin war das ein ziemlich scharfes Messer! Zudem sträubten sich seine Instinkte und sein gesunder Verstand dagegen, sich selbst zu verletzten. Aber er musste es wohl tun, ansonsten kam Maudado wohl nicht weiter.
Also atmete der Maskenträger einmal tief durch, ehe er die Klinge an seine Haut ansetzte und dann mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung eine kleine, aber tiefe Wunde in seine Handfläche schnitt. Er zischte leicht- jap, das tat definitiv immer noch sehr weh. Davor bewahrten ihn auch seine Vampir-Kräfte nicht. Schmerz blieb halt Schmerz. Danach hielt er seine blutüberlaufende Hand über die Schüssel und ließ das Blut hineintropfen. Leicht angeekelt, aber auch fasziniert, beobachtete Manu, wie Tropfen nach Tropfen zu der schwarzen Suppe hinzu kamen. Sie verschwanden fast sofort in der recht zähflüssigen Brühe aus was auch immer und vermischten sich damit. Kaum zehn Sekunden danach verheilte seine Verletzung bereits wieder.

Er zog seine Hand zurück und sah zu Maudado, welcher bloß einmal kurz nickte und Manu dann ein weißes Tuch reichte, mit dem er seine Hand reinigen konnte. Manu tat dies auch, leicht abwesend. „Und jetzt?“, fragte er nach- war’s das? Der Blonde schüttelte seinen Schopf, ehe er die Schale samt Inhalt hoch nahm. „Sieh dem großartigen Professor Magic bei der Arbeit zu“, meinte er verschmitzt und etwas mutiger als zuvor. Und dann sah Manu mit großen Augen dabei zu, wie Maudado, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, den gesamten Inhalt der Schale leerte und runter schluckte. Bah! Das war widerlich! Nicht nur, weil dieses Elixier schon vorher so abartig gestunken hatte und Manu sowas im Leben nicht trinken würde. Sondern auch, weil da drin nun auch sein Blut gewesen war- und Dado war kein Vampir. Aber scheinbar schien ihn das nicht sonderlich zu stören, denn er stellte die leere Schale einfach auf dem Tisch ab, nachdem er alles leer getrunken hatte. Und das ganze ohne sich danach herzhaft zu übergeben- das, was Manu in der Position vermutlich getan hätte.
Und dann saß Maudado da, seine Augen abermals geschlossen und seine Hände ein wenig vor sich ausgebreitet. In einer leisen, unnatürlich tiefen Stimme, die Manu von dem Blonden gar nicht kannte oder gar erwartet hätte, fing er an, irgendwelche fremden Worte zu murmeln. Manu strengte sich an zu verstehen, was Maudado da immer wieder vor sich hin flüsterte, aber er verstand die Sprache nicht- er vermutete, dass es Latein oder Griechisch sein musste, zumindest dem Klang und den Wortfetzen, die er aufgriff, nach zu urteilen. Manu hörte die Worte „domo“ und „protecto“ mehrere Male heraus. Neugierig beobachtete er seinen blonden Freund, wie er bloß ruhig und konzentriert da saß und immer wieder dieselbe Formel wiederholte. Manu wartete darauf, dass gleich irgendetwas Krasses passieren würde- irgendwie ein Licht, das erschien oder ein Plopp-Geräusch, welches die Wirkung des Zaubers anzeigte. Aber einzig die Flammen der Kerzen wurden zwischenzeitlich etwas größer, eher sie gänzlich erloschen, so, als hätte jemand kräftig gegen sie gepustet. Ansonsten wurde Manu herbe enttäuscht. Es gab keinen großen Effekt, keinen Rauch, keinen Knall. Noch nicht einmal Maudado selbst fing an zu glühen oder so- leider.

Nach circa einer Minute verstummte Maudado dann und schlug seine Augen wieder auf. Mit einem zufriedenen Lächeln sah er seinen Freund an. „Fertig“, verkündete er. Manu hob unwillkürlich eine Augenbraue nach oben und sah sich um. Seine Wohnung sah genauso aus wie vorher. Er sah kein Anzeichen für irgendeine Art von Schutzzauber. Fragend und auch etwas zweifelnd sah er seinen blonden Freund wieder an. „Das… war’s? Bist du sicher, dass das geklappt hat?“ Manu wollte ja nicht unhöflich sein, aber irgendwie hatte er mehr erwartet. Maudado grinste unbekümmert, ehe er den Brünetten ein wenig beleidigt anblickte. „Vertraust du dem großen Professor Magic etwa nicht?“, fragte er gespielt verletzt. Dann fügte er ernst hinzu: „Ja, Manu, ich bin mir sicher. Jeder, der dir irgendetwas Böses will und nicht erwünscht ist, kann ab sofort nicht mehr deine Wohnung betreten. Versprochen“. Manu sah immer noch nicht hundert prozentig überzeugt von der ganzen Sache aus, aber wie bei allem anderen musste er seinem Letsplayer-Kollegen wohl einfach vertrauen. Ihm und seinen magischen Fähigkeiten. Spätestens wenn ein Harald bei ihm in der Wohnung stehen würde (was hoffentlich nicht geschehen würde), wüsste er, dass Maudado’s Schutzzauber nicht geklappt hatte.

Manu nickte schlussendlich, ehe wieder ein kurzer Moment der peinlichen Stille eintrat. Der Brünette starrte beinahe schon angestrengt das nun leicht in Blut getränkte Tuch in seinen Händen an. So ganz abgefunden hatten sich beide noch nicht mit den neuen Gegebenheiten. Irgendwie war es doch etwas anders, sich direkt gegenüber zu sitzen, als sich nur über die Kopfhörer gegenseitig hören zu können. Vor allem in diesem ganzen Chaos, das nun Manu’s Leben war. Kam zumindest nicht allzu häufig vor, dass du einem Freund beim Zaubern in deiner eigenen Wohnung zuschauen konntest. Worüber unterhielt man sich nach sowas denn? Das Wetter? Dem Wohlbefinden der übernatürlichen Welt? Am Ende war es Maudado, der dieses Mal seinen Mut zusammen nahm und das Schweigen durchbrach.
„Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich jetzt doch einen Tee nehmen… lecker ist so ein Elexier eher weniger“, meinte der Blonde leicht verlegen. Manu blinzelte ein paar Mal, dann rümpfte er seine Nase und sprang blitzschnell und für seine Verhältnisse elegant auf. „Ich weiß sowieso nicht, wie du das Kottzeug da überhaupt runter bekommen hast“, merkte er angewidert an, was nun Maudado erneut die Röte in die Wangen trieb. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf. „Gehört halt dazu. Zimperlich darfst du als Magus nicht sein, zumindest, wenn du gute und starke Zauber verrichten willst. Hilfsmittel wie dieses hier sind unverzichtbar für uns“, erklärte er, wobei er wage auf die nun leere Schale deutete. Manu nickte langsam und legte dann den Kopf ein wenig schräg. Bei der Bewegung landeten einige Wassertropfen aus seinen langen, braunen Haaren auf dem Teppich. „Also läuft das nicht wie bei Harry Potter?“, fragte Manu interessiert nach, während er Maudado stumm andeutete, ihm in die Küche zu folgen. Der Größere erhob sich und folgte ihm, ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen, während er ein wenig mit dem Saum seines grauen Strickpullis spielte- das einzige Anzeichen seiner Schüchternheit.
„Nein, muss dich leider enttäuschen, Manu. Harry Potter vermittelt leider viele falsche Dinge. Ein Magus besitzt keinen Zauberstab, auch keinen Besen. Oder einen Kessel. Und eine Zauberschule gibt es leider auch nicht. Obwohl, wie du gesehen hast, machen wir schon Gebrauch von Kräutern und ähnlichem. Aber Magie ist weitaus komplizierter als bloß einen Zauberspruch aufzusagen. Es erfordert viel Übung und Konzentration. Und feste Sprüche gibt es auch nicht. Jeder Magus zaubert anders, auf seine ganz eigene Art. Ja, du kannst dein Wissen weiter vererben und die Grundidee eines Zaubers aufschreiben, aber jeder muss für sich selbst eine Art und Weise finden, wie er diesen dann auch wirksam in die Tat umsetzt… es ist in etwa wie mit Kunst. Jeder hat seinen eigenen Stil und seinen eigene Art zu arbeiten“, erklärte der Blonde, während Manu aufmerksam zuhörte und eine weiße Tasse aus seinem Schrank kramte.
Manu verließ ein leises ‚Mh-mh‘, nachdem Maudado verstummt war und er sich seine Worte durch den Kopf gehen ließ. Schade, er hatte irgendwie gehofft, dass es Hogwarts wirklich gab. Wobei er sagen musste, dass sich Maudado’s Version von Zauberei auch nicht gerade langweilig anhörte. Eher ein wenig anstrengend- Manu wusste nicht, ob er die Zeit und Geduld hätte, sich jeden Zauber irgendwie selbst beizubringen. Und ob er das überhaupt schaffen würde. Vielleicht war Vampir sein ja dann doch leichter- immerhin war Manu’s größtes Problem ‚nur‘ die Selbstkontrolle.

Nachdenklich ließ der Brünette Wasser in seinen Wasserkocher fließen, ehe er diesen aufsetzte und sich dann zu Maudado umwandte, welcher sich neugierig ein wenig umsah. Es war irgendwie immer noch surreal, beim echten GermanLetsPlay in der Wohnung zu stehen. Und ihn direkt vor sich zu haben. Damit hätte er vor einigen Monaten auch noch nicht gerechnet.
„Wie lange hast du gebraucht, bist du… naja, gut geworden bist?“, fragte Manu schließlich. Maudado’s grüne Augen- welche wirklich, je nach Licht, einen gelben und einen grauen Schimmer inne hielten- sahen zu ihm. Der Größere zuckte lediglich mit den Schultern, derweil er weiter mit dem Saum seines Pullis fingerte. „Weiß nicht. So gesehen bin ich immer noch am Üben- ein Magus hört niemals auf zu lernen. Selbst mit 90 kannst du noch besser und klüger werden, hat zumindest mein Opa immer gesagt. Aber bei mir war es sowieso schon immer irgendwie so, dass mir die Magie einfach liegt... klingt vielleicht etwas blöd und angeberisch, aber ich hatte nie Probleme damit, mich in einen Zauber einzufinden und ihn wirksam zu machen“. Prompt bildete sich ein neckisches Grinsen auf Manu’s Lippen. „Professor Magic kommt ja auch nicht von irgendwo“, kicherte er, ehe ihm eine Frage in den Sinn kam, die er sich eigentlich schon seit einer ganzen Weile stellte- eigentlich seit er Maudado auf der Straße erkannt hatte.
„Wissen Zombey und Palle eigentlich von diesem ganzen Wahnsinn Bescheid?“, fragte er nach, ein wenig besorgt. Bisher verlief ja mit Maudado alles gut, aber Manu wusste nicht, wie er sich fühlen sollte, wenn seine zwei anderen besten Freunde auch noch Bescheid wüssten. Er hatte sich ja schon von Maudado betrogen gefühlt, weil dieser die ganze Zeit über etwas gewusst hatte und nichts gesagt hatte. Was wäre, wenn auch die anderen beiden eingeweiht wären und er die ganze Zeit über der einzige gewesen war, der von nichts einen Plan gehabt hatte?

Aber zu seiner immensen Erleichterung schüttelte Maudado den Kopf, die Lippen ein wenig zusammen gepresst. Irgendetwas glitzerte dabei in den Tiefen seiner Augen. „Nein, die beiden wissen von nichts. Sie sind beides stink normale Menschen“. Manu hörte durch die eigentlich einfachen Worte hindurch- er war zwar sozial gesehen zu nichts zu gebrauchen, aber auf den Kopf gefallen war er auch nicht. „Aber du würdest ihnen gerne etwas sagen, oder?“ Manu sah seinen großen Freund durchdringend an, was dazu führte, dass Maudado nach einiger Zeit wegsah. Er wirkte traurig, als er sprach. „Ich… ja, schon. Ich hasse es, die zwei anlügen zu müssen. Gerade Zombey, aber…“, langsam sah Maudado wieder auf. „Ich will sie nicht in Gefahr bringen. Die übernatürliche Welt ist nichts für Normalsterbliche“. Manu konnte dem nicht widersprechen- wenn er ehrlich war, dann war die übernatürliche Welt auch nichts für übernatürliche Wesen. Zumindest wurde er bisher noch nicht so nett begrüßt und aufgenommen- Maudado und Leif mal außen vor. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass die zwei die Ausnahme waren.

Der Brünette seufzte schließlich leise, dann öffnete er einen weiteren Schrank und holte die Auswahl an Teesorten, die er noch da hatte, heraus und stellte sie vor Maudado auf die Anrichte. „Was ist mit deiner Familie? Die wissen Bescheid, oder? Ist sonst noch irgendwer ein Magus?“, fragte Manu weiter, um das Thema etwas umzulenken- er konnte Maudado zwar verstehen, da er es selbst nicht allzu prickelnd fand, den anderen etwas vorzugaukeln was er gar nicht mehr war. Aber ihnen die Wahrheit zu sagen und sie auch in der Art in sein Leben zu lassen, konnte er sich auch nicht vorstellen. Er war sich auch unsicher, ob er das überhaupt wollte- Maudado alleine überforderte ihn ja schon irgendwie. Vor allem: Wie würden Paluten und Zombey die ganze Sache aufnehmen? Würden sie ihnen das überhaupt alles glauben, ohne Beweis? Manu bezweifelte das stark. Er konnte es förmlich vor sich sehen, wie Paluten vor seinem PC saß und ungläubig seinen Monitor anstarrte, wenn Manu ihm sagen würde, dass er ein Vampir war. Der würde doch nur denken, dass Manu den Verstand verloren hatte. Also, noch mehr als sowieso schon. Nie im Leben würde er ihm das abkaufen, nicht ohne lebenden (oder in seinem Fall toten) Beweis.

Maudado schwieg eine Weile auf Manu’s eigentlich leichte Frage hin, während er nachdenklich die Teesorten vor ihm betrachtete- beinahe schon so, als wäre die Entscheidung, welche er nehmen würde, Lebenswichtig. Scheinbar hatte Manu ihm eine Frage gestellt, die entweder doch nicht so leicht zu beantworten war oder eine, über die der Blonde nicht reden wollte. Manu’s Stirn legte sich ein wenig in Falten, als er das bemerkte. Der neugierige Harald in ihm war geweckt, aber er wollte Maudado auch nicht bedrängen. Also sagte er rasch: „Wenn du es nicht sagen willst, ist das schon okay. Hat mich nur interessiert… naja, weil Peter und so… also, die wissen von nichts. Und ich weiß auch gar nicht, ob ich ihnen je etwas sagen sollte. Meine Mutter würde mir das niemals glauben. Und Peter auch nicht… aber irgendwann… also ich meine, ich werde ja nicht älter. Fällt ja auch auf, oder? Irgendwann muss ich-“ „Nein, es ist nicht das…“, unterbrach Maudado schließlich leise Manu’s Schwall an Worten. Dieser verstummte sofort, froh darum, nicht noch weiter brabbeln zu müssen- wenn er ehrlich war, hatte er sich bis zu diesem Augenblick noch keine wirklichen Gedanken dazu gemacht, ob er seiner Familie je etwas sagen würde und sollte. Irgendwie wollte er gar nicht daran denken- zum Teil auch, weil er irgendwo in seinem Kopf schon gerafft hatte, dass er sie alle überleben würde. Sogar seinen Neffen. Und dessen Kinder. Und seine Freunde. Und jede weitere Generation nach ihnen. Manu fand das einfach nur… komisch. Beängstigend- was würde die Zukunft nun für ihn bereit halten? Wäre er irgendwann alleine?

Maudado starrte währenddessen einen der Teebeutel angestrengt an, eher er es endlich schaffte aufzusehen. Manu erschrak ein wenig, als er den puren Schmerz in Maudado’s grünen Augen erblickte- er versuchte es zwar zu verbergen, aber er war da. Ganz tief drin. Also doch eine schwere Frage, die er mal lieber gelassen hätte. ‚Super, Manuel, das hast du ja mal wieder toll hinbekommen‘, dachte er mit schlechtem Gewissen. Aber woher wollte Manu das auch wissen? Er hatte nur vom ursprünglichen Thema weggewollt und hatte etwas mehr über Maudado den Magus erfahren wollen, mehr nicht.
Maudado biss sich auf die Lippe, dann bekam er es endlich hin zu reden.

„Sie wissen es. Ich bin- und war- nicht der einzige Magus in meiner Familie. Mein Opa ist selbst einer, so auch mein Urgroßopa. Einige Tanten und Onkel sind ebenfalls Magi. Und irgendein Cousin 2. Grades oder so. Also das ist bekannt. Es ist nur…“ „Maudado“, unterbach Manu ihn, da er merkte, dass der Blonde den restlichen Teil eher ungerne preis geben wollte. „Ist schon okay. Wenn du nicht drüber reden willst, dann lass es einfach“. Maudado schenkte ihm ein trauriges, aber auch dankbares Lächeln, eher er seinen Kopf schüttelte. Einige kinnlange blonde Locken schlugen dabei gegen sein Gesicht. „Nein, ist schon gut. Ich rede nur nicht allzu oft darüber. Es fällt mir schwer…“, der Letsplayer stockte, atmete einmal tief ein, dann sprach er weiter. „Mein Vater war auch ein Magus. So auch mein jüngerer Bruder“. Manu’s Augen wurden tellergroß. ‚War‘. Manu’s Herz sackte in die Hose, als ihm klar wurde, wieso es Maudado so schwer fiel darüber zu sprechen. Sie waren tot.
„Oh Gott… Maudado, das tut mir leid“, sprudelte es einfach aus dem Brünetten heraus- scheiße, er war schrecklich in sowas! Aber wie reagierte man denn bitte darauf, wenn einer deiner besten Freunde dir indirekt mitteilte, dass zwei seiner engsten Familienmitglieder tot waren? Was sagte man da? Manu war in solchen Sachen noch schlechter als in allgemein normalen Interaktionen- nicht, weil er kein Mitgefühl oder so hatte. Er wusste halt einfach nicht, wie man damit umgehen sollte- jeder war da ja auch anders. Die einen wollten reden, die anderen wollten einfach nur ihre Ruhe haben. Und wenn Manu ehrlich war, kam das jetzt ziemlich überraschend- damit hatte er nicht gerechnet. Zudem wusste der Brünette ja jetzt selbst, wie sich das Sterben anfühlte. Und schön war das nicht. Ein wenig Galle bildete sich in seinem Mund- dem Brünetten war auf einmal ein wenig übel.

Aber Maudado lächelte abermals bloß, dieses Mal irgendwie gequält, aber zum Glück sah er nicht sauer aus oder so. „Ist schon okay. Du hast ja gefragt und konntest es nicht wissen“, beruhigte er ihn leise. Manu brachte es nicht zustande, etwas zu erwidern, weshalb Maudado weiter erklärte. „Es liegt schon 6 Jahre zurück… eigentlich sollte ich mich inzwischen irgendwie damit abgefunden haben. Aber… ich vermisse sie. Mein Vater war immer mein großes Vorbild. Und dann… war er einfach…“. ‚Weg‘, beendete Manu für ihn in Gedanken. Manu schluckte schwer, als eine weitere Frage seine Lippen verließ. Der Maskenträger bemerkte erst gar nicht, dass er sie gestellt hatte.
„Wie sind sie gestorben?“ Manu war schon drauf und dran sich erneut zu entschuldigen, aber Maudado kam ihm zuvor. „Sie wurden umgebracht“, war seine einfache, bittere Antwort. Unter der Oberfläche brodelten dabei jedoch noch weitere Emotionen: Wut. Hass. Unverständnis. Und am überraschendsten für Manu, der von dem Blonden bisher eigentlich nur diesen lieben, süßen Charakter kannte: Der Wunsch nach Rache.
Manu starrte seinen blonden Freund erschrocken an, welcher inzwischen wieder den Teebeutel in seinen Händen anstarrte. Er zitterte, zwar nur ganz schwach, aber Manu sah es, mit seinen guten Vampir-Augen. Unruhig knetete Manu dann seine Hände ineinander, während sich das Übelkeitsgefühl noch verstärkte. „Weißt du…also… weißt du, wer sie getötet hat?“, fragte er vorsichtig nach. Sein Magen grummelte unangenehm- noch etwas, mit dem er nicht gerechnet hätte. Kein Wunder, dass es Maudado so schwer viel, darüber zu reden. Manu wollte gar nicht daran denken, wie das wäre, wenn Peter oder seine Mutter umgebracht würden- er würde vermutlich durchdrehen. Zudem kamen bei ihm nur unschöne Erinnerungen hoch- die Erinnerungen an seine eigene Ermordung in dieser einen Nacht. Er schauderte ganz leicht.

Maudado schüttelte langsam den Kopf und sah weiterhin nach unten. „Nein. Ich weiß nur, dass es eine Art Phantom war. Ein Abtrünniger, der mit Cassian zusammenarbeitet. Mein Vater und mein Bruder haben nichts getan- sie waren einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Und auf der falschen Seite. Sie hatten nicht einmal die Chance, sich zu wehren…“
Manu presste stark die Lippen aufeinander, so sehr, dass diese sich leicht weiß färbten. Ein kurzer, dunkler Schatten wanderte durch seine Augen, während hungrige Venen unter seinen Augen pulsierten. Er verstand, woher Maudado’s Wut rührte. Zu wissen, dass sein Vater und sein Bruder- beides Unschuldige- einfach umgebracht wurden, ohne Grund und dann den Täter noch nicht einmal zu kennen… das war hart. Und es war ja nicht so, dass sie das der Polizei melden konnten- immerhin ging es hier um etwas Übernatürliches. Manu’s negative Meinung zu übernatürlichen Welt verstärkte sich noch- was war denn falsch mit den Wesen da draußen? Irgendwo hatte Manu, nach Leif’s Erzählung, ja noch die Hoffnung gehabt, dass die übernatürliche Welt besser war als die der Menschen. Vernünftiger. Scheinbar war sie aber genauso schlimm- oder sogar noch schlimmer. Immerhin wurde sie behaust von Wesen wie ihm- Monstern, die sich nach dem Blut von unschuldigen lechzten. Oder einfach Monstern, die scheinbar zufällig unschuldige Leute umbrachten, nur, weil diese eine andere Ansicht vertraten.
Ohne es zu bemerken, hob Manu schließlich seine linke Hand und legte sie auf Maudado’s Schulter- ein Zeichen seines Mitgefühls. Maudado sah ein wenig auf, als er die blasse Hand auf seiner Schulter spürte und lächelte ganz leicht. Manu fand nicht die Kraft, es zu erwidern- bei seiner Frage hatte er nicht erwartet, dass sich das Gespräch in eine so düstere und unschöne Richtung entwickeln würde. Eigentlich hatte er nur ein wenig mehr erfahren wollen- gut, das hatte er jetzt. Aber trotzdem.

Die beiden schwiegen daraufhin für eine lange Zeit- dieses Mal war es nicht diese peinliche Stille. Es war eine schwere, düstere Stille, die sich langsam durch den Raum zog. Manu’s Gedanken kreisten wie wild, während Maudado bloß leer auf irgendeinen weit entfernten Fleck starrte. Durchbrochen wurde das Schweigen am Ende durch das schrille Pfeifen des Wasserkochers- sowohl Manu als auch Maudado fuhren daraufhin zusammen.
Manu räusperte sich leicht und wandte sich von dem Blonden ab, um den Wasserkocher runter zu nehmen. Er zitterte nun selbst etwas, als er Maudado das dampfende Wasser in die weiße Tasse goss. Der Blonde bedankte sich bloß leise, seine Stimme ein wenig rau, während er träge den Teebeutel eintunkte. Manu selbst holte sich danach eine der Blutkonserve aus dem Kühlschrank, welche er sich dann auch in eine Tasse gab- Tee wäre ihm gerade auch lieber gewesen, aber das würde seinen im Hintergrund immer größer werdenden Hunger nicht stillen. Und er wollte nicht riskieren, dass er Maudado doch noch anfing auszulutschen- bisher hatte er sich ja ganz gut unter Kontrolle. Vermutlich auch, da sein Hirn sich eher auf andere Dinge fokussierte.
Danach begaben sich die zwei Letsplayer, mit ihren Tassen in der Hand, stumm zurück ins Wohnzimmer, wo sie für einige Minuten schweigend nebeneinander auf der Couch saßen und an ihren Getränken nippten.

„Wir werden herausfinden, was er vor hat“. Manu erschrak ein wenig über die plötzliche Stimme und sah verwirrt von seiner Tasse auf, in welcher er für einige Zeit wie hypnotisiert gestarrt hatte. Als sein Blick sich hob, sah er, dass Maudado’s grüne Augen ihn durchdringend anblickten, seine eigene Tasse Tee fest zwischen seine Hände geschlossen. Der Geruch nach Camille und Honig stieg in Manu’s Nase auf. Maudado schien ihn schon länger betrachtet zu haben, ohne dass er es gemerkt hatte.
„Cassian. Wir werden finden, was er sucht. Und wir werden ihn aufhalten. Ich verspreche dir, dass du deine Sicherheit wieder bekommen wirst“. Manu blinzelte abermals und blickte Maudado für einen Moment bloß stumm an, seinen Mund leicht geöffnet. Dann schloss er ihn zu einer grimmigen Linie, eine leichte Falte auf der Stirn. So viel Zuversicht wie Maudado hatte er im Moment leider nicht. Sie hatten ja noch nicht einmal eine Ahnung, wonach Cassian hinterher war. „Hoffentlich“, murmelte Manu bloß leise, eher er wieder in seine fast leere Tasse starrte. Dieses Mal war es Maudado, der ihm eine Hand auf die Schulter legte.
„Nein, wir schaffen das. Ich weiß, wie es ist, mit so einer so großen Unwissenheit zu leben. Sich ständig zu fragen, wieso etwas geschieht. Nicht zu wissen, was der Grund dafür ist. Sich ständig unsicher zu fühlen, Angst zu haben. Ich lasse nicht zu, dass du das auch durchmachen musst. Wir finden heraus, was er will und wir werden dafür sorgen, dass er es nicht bekommt“. Manu schielte zu Maudado herüber und erblickte ein Lächeln, welches die grau-gelb-grünen Augen nicht ganz erfasste. Manu schaffte es dieses Mal, es matt zu erwidern- es fühlte sich ehrlich gut an, einen seiner besten Freunde an seiner Seite zu haben. Jemanden, dem er vertrauen konnte, mit dem er reden konnte. Der ihm helfen konnte, das momentane Chaos in seinem Leben wieder zu ordnen. Es gab ihm wieder etwas Kraft und Zuversicht zurück. Es gab ihm Hoffnung, dass alles gut werden würde- so irgendwie zumindest.
Zudem fasste Manu in diesem Augenblick einen Entschluss. Er wusste, was hinter Maudado’s Worten schlummerte: Der Wunsch, endlich selbst Klarheit zu haben. Seit 6 Jahren nun musste er mit der Ungewissheit leben, wer seinen Vater und seinen Bruder getötet hatte. Seit 6 Jahren musste er sich nun fragen, wieso sie sterben mussten. Und Manu würde herausfinden, wer dafür verantwortlich war. Er würde dem Blonden seinen Wunsch erfüllen. Er würde ihn von diesen Qualen, dieser Angst, befreien. Es war das mindeste, was er tun konnte- immerhin war Maudado auch bereit, ihm zu helfen. Und Manu steckte sowieso schon knietief in Cassian’s Scheiße drin- wenn er sowieso schon die Aufmerksamkeit des Halb-Gottes auf sich gezogen hatte (aus welchen verdammten Gründen auch immer), dann konnte er auch in Erfahrung bringen, was damals vorgefallen war. Das würde er tun- für Maudado. Aber eins nach dem anderen. Erst mal mussten sie überhaupt irgendwie schlauer aus der ganzen Geschichte werden.

Manu nickte schließlich, dann legte sich seine Stirn in tiefe Furchen. „Und wo fangen wir an? Ich meine, wir wissen ja nicht mal, was der Mulluck von mir will!“, maulte er und warf frustriert eine Hand in die Luft. Maudado dachte für einen Moment angestrengt nach, dann hellte sich sein Blick auf. Er grinste Manu schüchtern an- so sah er echt niedlich aus, was so gar nicht so seiner Größe passte. „Na, wir fangen am besten hier an. Die Chimären meinten ja, du hättest irgendetwas versteckt. Und wo könnte man besser etwas verstecken als in den eigenen vier Wänden. Vielleicht finden wir ja etwas“. Manu sah den Blonden von der Seite her etwas skeptisch an- also, er bezweifelte sehr stark, dass sie irgendetwas finden würden. So viel Krimskrams besaß der Letsplayer nun auch nicht und irgendeinen Gegenstand, den ein Gott bei ihm versteckt hatte, wäre ihm ja mit Sicherheit mal aufgefallen. Zumindest in seinem Hirn, da er in Verbindung mit Göttern irgendwie nur an goldene Krüge und Heiligenscheine denken musste. Und das wäre ihm definitiv mal aufgefallen. Aber vermutlich handelte es sich wenn um etwas Unscheinbareres, etwas, das man gerne mal übersehen würde. Sonst hätten er und vor allem Cassian es bestimmt schon längst gefunden.
Der Brünette schürzte die Lippen und wog seinen Kopf ein wenig hin und her. Seine Haare waren inzwischen fast trocken. Wenn er ehrlich war, hatte er nicht so große Lust seine Wohnung auf den Kopf zu stellen- allerdings wollte er auch wissen, weshalb er in diesem ganzen Schlamassel steckte. Und wer weiß, vielleicht würden sie ja tatsächlich fündig werden und Manu könnte den ganzen Spuk beenden. Ein Versuch war es zumindest wert- und irgendwo mussten sie ja auch mal anfangen. Abwarten und Tee trinken und irgendwelche Schutzzauber verrichten brachte sie ja auch nicht weiter. Und so hatten er und Maudado auch die Gelegenheit, sich privat noch etwas besser kennenzulernen und diese ganze Situation etwas weniger verkrampft zu machen.

Also nickte Manu abermals, dieses Mal entschlossener, eher er in einem großen Schluck das restliche Blut aus seiner Tasse leerte und sie dann auf den Tisch knallte. Er sprang auf und sah dann Maudado abwartend an. Seine grünen Augen funkelten. „Na, dann auf geht’s“, meinte er mit neuer Motivation, die auch Maudado ein wenig ansteckte- zumindest entlockte es ihm ein weiteres Grinsen und ein eigenes Funkeln in den Augen. Auch er trank vorsichtig die letzten Reste seines immer noch warmen Tees aus, dann stand er auf. „Gut. Wo fangen wir an?“


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POV Arjen

Er konnte es einfach nicht fassen. Hatte er nicht eigentlich deutlich zu verstehen gegeben, was er von diesem ganzen Plan hielt? Ja, doch, das hatte er- er hatte das Gespräch sogar noch bildlich vor Augen. Er hatte ganz klar gesagt, dass er mit dieser ganzen Idee so wenig wie möglich zu tun haben wollte- er wollte nicht im Kreuzfeuer landen, sollte es nach hinten los gehen. Ja, war irgendwie feige von ihm, aber er war auch nicht dumm. Auch wenn er ein Vampir war und schon weit über 800 Jahre auf dieser Erde lebte und eigentlich alles erlebt und überlebt hatte, was man erleben und überleben konnte- sterben wollte er dennoch nicht. Also, nicht nochmal und nicht endgültig. Er wollte schon noch mit ansehen, ob Cassian siegen würde- und zwar nicht von den Toren der Hölle aus, vor denen er nach seinem Tod mit Sicherheit landen würde.
Und wo war er jetzt? Genau dort, wo er nicht sein wollen: Cassian’s tollen Plan ausführen. Manuel’s Freund entführen. Wieso? Wieso er? Wieso nicht irgendjemand sonst aus Cassian’s Reihen? Die Chimären hätten das doch bestimmt gerne gemacht! Oder sonst irgendein Wesen, das um Cassian’s Gunst bettelte. Welch bessere Weg, als für ihn einen Menschen zu entführen? Wieso denn unbedingt er? Manchmal fragte Arjen sich wirklich, wieso er überhaupt noch da war- er hätte schon vor langer Zeit abhauen können und weit weg von diesem ganzen Wahnsinn sein können. Aber dann erinnerte er sich daran, worum es hier ging und was davon abhing. Und Abhauen lag auch nicht in seiner Natur- er war weder feige, noch scheute er sich davor, sich seinen Gegner zu stellen. Dennoch hatte er vor dieser Idee doch gewaltiges Muffensausens. Immerhin war er nicht alleine unterwegs.

Seine Begleiterin jedoch schien weitaus entspannter zu sein als er selbst. Zumindest hatte sie Cassian’s Bitte (oder viel mehr Befehl) sofort zugestimmt, ohne mit ihrem Meister zu diskutieren, wie Arjen es getan hatte. Auch sie wusste, wie gefährlich dieser Plan war- aber scheinbar waren ihre Bedenken nicht so groß wie die von dem schwarzhaarigen Vampir neben ihr. Arjen funkelte sie ein wenig von der Seite her an, so, als wäre das alles ihre Schuld, während sie leise durch die Nacht schlichen.
„Juckt es dich gar nicht, dass das eine sehr dumme Idee von Cassian ist?“, fragte Arjen schließlich im Flüsterton und durchbrach damit die Stille der Nacht, die sie umgab. Es war fast 4 Uhr morgens, sämtliche Menschen lagen friedlich schlafend in ihren Betten- ausgenommen jener, die das Pech hatten, um diese Uhrzeit arbeiten zu müssen. Aber ansonsten war niemand unterwegs- nur die Tiere der Nacht schlichen umher und trieben ihr Unwesen. Und die zwei übernatürlichen, auf dem Weg, einen unschuldigen Menschen zu entführen.
An sich hatte Arjen absolut kein Problem damit, irgendwelche Menschen zu entführen, zu verletzen oder gar umzubringen. Immerhin war er ein Vampir und er lebte von dem Blut der Sterblichen. Und dabei hielt er nicht viel davon, die Menschen zu manipulieren und danach wieder laufen zu lassen- nein. Er war eher der Typ dafür, der Spaß daran hatte, mit seiner Beute zu spielen. Mit ihren Ängsten zu spielen. Sie zu jagen, wie ein echtes Raubtier. Und sie dann umzubringen. Also an seiner Moral lag es mit Sicherheit nicht, dass er Probleme mit dieser ganzen Idee hatte.

Seine jungendhafte Begleiterin blickte auf seine leise Frage hin auf, in sein von der Dunkelheit in Schatten gehülltes Gesicht. Ihre zierliche Figur verschwand fast in der Schwärze der Nacht, außer ihre schrillen lila Haare, die auch ohne das Licht der Sonne oder des Mondes zu strahlen schienen. Ihre schokoladenbraunen Augen funkelten ein wenig amüsiert. „Hast du Angst, den Popo versohlt zu bekommen?“, erwiderte sich kichernd. Arjen funkelte sie düster an- jeder normale Mensch wäre unter diesem Blick vermutlich zusammen gekauert. Nicht aber Elea, obwohl diese Arjen kaum bis zur Schulter reichte. Sie erwiderte den Blick starr, ohne Angst. Arjen schnaubte schließlich mürrisch- einschüchtern konnte er sie nicht. „Nein. Aber du weißt genauso gut wie ich, dass das sehr schnell nach hinten los gehen kann. Oder muss ich dich daran erinnern, dass einer seiner Freunde DER mächtigste Magus unsere Zeit ist?“ Elea’s Lippen kräuselten sich kurz zu einem Grinsen, ehe ein neutraler Ausdruck auf ihr sehr junges Gesicht trat. Sie zuckte mit den Schultern und starrte die von Laternen gesäumte Straße entlang. „Nein, das ist mir durchaus bewusst. Aber das muss ja nicht unser Problem sein. Und außerdem: Vertraust du Cassian nicht?“ Das Mädchen mit den langen, lila Locken hob fragend eine Augenbraue in die Höhe.
Arjen sah sie nicht an, sondern ließ den Blick seiner grauen Augen wachsam durch die stille Umgebung streifen. „Doch, ich vertraue ihm. Das heißt aber nicht, dass ich alle seine Pläne gut heißen muss“, bemerkte er leicht schnippisch. Wie gut Cassian’s Pläne funktionieren konnten, hatten sie ja schon gesehen. Den Verdammten auf Manuel los zu lassen war echt nicht die beste Idee gewesen. Ohne die wären sie vermutlich jetzt gar nicht hier.
Elea schwieg für einen Moment, während sie ihren Kopf auf und ab wippte. Sie konnte nicht leugnen, dass Arjen mit dieser Aussage recht hatte. „Was soll schon passieren, Arjen? Wir holen den Jungen und gut ist. Jemand anders wird sich dann schon um ihn kümmern- dafür sind wir nicht da“, antwortete sie schließlich, ihr Schritt leicht hüpfend und geschmeidig wie immer. Der Vampir meinte sowieso, dass Elfen, also das Wesen, welches Elea war, sowieso nur diese elegante und hibbelige Gehweise besaßen. Irgendwie erinnerten sie ihn oft an kleine Kinder.
Arjen schnaubte auf die Worte hin bitter. „Wer’s glaubt“, murmelte er als leise Antwort, beließ es dann aber erst einmal dabei. Vermutlich machte er sich wirklich zu viele Gedanken- niemand rechnete damit, dass sie hier sein würden. Niemand wusste, was sie vor hatten. Was sollte also passieren?

Den restlichen Weg bis zu ihrem Ziel liefen die zwei Wesen schweigend nebeneinander her. Als sie das Haus erblickten, in dem die Person, die sie entführen sollte, lebte, war es bereits 4:11 Uhr. In sichere Entfernung blieben die beiden stehen und sahen sich noch einmal um. Niemand war zu sehen, nichts war zu hören. Alles war friedlich und ungestört- zumindest für den Moment noch. Elea und Arjen sahen sich erneut kurz an.
„Bereit?“, hakte Elea gehaucht nach- in diesen Momenten stand außer Frage, was sie war. Ihre Stimme klang wie ein zartes Glockenspiel im Wind, während ihr dicker, lila Pferdeschwanz ein wenig in einer Brise wehte. Ihre Haut strahlte ganz leicht, als würde sie von innen heraus leuchten und ihre braunen Augen schimmerten im Glanz der Nacht. Nun sah sie aus wie die Wasserelfe, die sie war. Unheimlich jung und zeitlos, obwohl sie vermutlich schon weitaus älter war als Arjen selbst. Und weitaus mächtiger, als es den Anschein machte- Arjen hatte ein einziges Mal den Fehler begangen, eine Elfe zu unterschätzen- vor hunderten von Jahren, als er noch naiv und unerfahren gewesen war. Als er geglaubt hatte, Elfen wären zart und zerbrechlich und zu nichts zu gebrauchen. Er hatte schnell gelernt, dass dies nicht der Fall war. Elfen mochten zwar schwach aussehen, aber jede von ihnen besaß mächtige Magie. In Elea’s Fall die Magie des Wassers. Und Arjen wäre nicht noch einmal so dumm, sich mit einer Elfe anzulegen- zumal er und Elea eigentlich gute Freunde waren. Zumindest verstand sich der Vampir mit ihr besser als mit den meisten anderen Wesen, die Cassian folgten.

Der schwarzhaarige Vampir nickte schlussendlich auf Elea’s Frage hin und blickte zu dem dunklen Haus vor ihnen. Auch wenn die Rollläden herunter gelassen waren, konnte Arjen genau hören, wo im Haus sich ein Mensch befand. Und rasch hatte er auch den einen Herzschlag ausfindig gemacht, der vermutlich zu ihrem Opfer gehörte- zumindest drang er aus einem der Zimmer im richtigen Haus. Leise und zielstrebig setzten sich die zwei Wesen dann wieder in Bewegung.
Wie Schatten glitten sie die restlichen Meter durch die Straße bis zu ihrem Ziel. Unbemerkt näherten sie sich der grauen, modernen Tür, durch welche sie sich schnell und leise Zugang zum Haus verschafften. Das einzige Geräusch, das man vielleicht hören könnte, waren ihre flachen Atemzüge. Im Inneren war es stockdunkel, was Arjen wenig störte- seine Vampir-Sinne erlaubten es ihm, trotzdem noch relativ gut sehen zu können. Rasch bewegten sie sich durch die dunkeln Räume, bis sie zum Schlafzimmer gelangten. Und dort erblickte Arjen zum ersten Mal die Person, die sie gleich entführen würden und damit auch in die übernatürliche Welt reißen würden. Yippie-ya-yey!

Ihr Opfer schlief friedlich, unwissend, was gleich passieren würde. Seine braunen, kinnlangen Haare umrahmten sein entspanntes Gesicht. Er lag auf dem Bauch, eine Hand unter seinem Gesicht, während ein Fuß unter der weißen Decke hervor lugte. Arjen verzog sein Gesicht- er hatte echt keine Lust hier rauf! Konnten sie nicht… keine Ahnung, bluffen und so tun als ob? Aber Elea war bereits dabei, sich dem Menschen zu nähern.
Abwartend blickte sie über ihre Schulter. „Kommst du?“, zischte sie zwischen zusammen gebissenen Zähnen- sie war zwar stärker als sie wirkte, aber einen Menschen alleine tragen und entführen konnte sie auch nicht. Zudem passte sie irgendwie nicht in dieses Bild hinein- sie war eine Elfe, verdammt! Die sollten eigentlich keine Menschen entführen! Arjen blickte bloß grimmig zurück, eher er sich dann mit einem leisen Seufzen daran machte, ihr gnädiger Weise zu helfen.

Noch bevor er jedoch das Bett erreichen konnte, erstarrte der Vampir zu Stein. Nicht, weil ihr Opfer wach geworden war und sie ansah- zumindest in diesem Moment noch nicht. Er erstarrte, weil hinter ihnen auf einmal ein Hund anfing, unheimlich laut zu bellen. Arjen stöhnte innerlich- na klasse! Er hatte das Tier zwar gerochen, aber hatte gedacht, dass auch dieses schlafen würde- seine Atmung war gleichmäßig und ruhig gewesen. Und bis zu diesem Zeitpunkt hatten die feine Nase und die Ohren die Eindringlinge ja auch noch nicht wahrgenommen. Arjen hatte gehofft, dass dies auch so bleiben würde- Elea’s Elfengeruch führte eigentlich dazu, dass Tiere sie in Ruhe ließen. Immerhin war sie eins mit der Natur und kein Feind. Vampire allerdings schon- vermutlich hatte der Hund ihn gerochen. So viel zu heimlich und schnell.
Tja, Pech gehabt.
Ihr Opfer währenddessen blinzelte träge und verschlafen in sein dunkles Schlafzimmer herein. Nun war auch er aufgewacht- super spitze! „Balu? Was soll der Lärm?“, fragte er mit belegter, müder Stimme. Die zwei Wesen vor seinem Bett schien er noch gar nicht zu sehen. Elea und Arjen starrten sich derweil mit großen Augen an- Scheiße! Jetzt mussten sie sich echt beeilen, eher noch die ganze Straße von dem Krach geweckt wurde- zumindest meinte Arjen, dass das passieren würde. Seine Vampir-Ohren nahmen das Gekläffe viel lauter wahr als die der Menschen.

Der Hund- Balu- dachte nicht daran, irgendwann in naher Zukunft die Klappe zu halten. Viel eher wurde sein wütendes Bellen noch lauter, was auch dazu führte, dass sein Herrchen wacher wurde und sich leicht aufrichtete. „Balu! Was ist denn los?“, fragte er abermals, dieses Mal kräftiger und deutlich genervter. Arjen hielt den Atem an, als der Mensch nach seiner Nachtisch Lampe tastete. Spätestens wenn das Licht an war, würde er seine zwei unerwünschten Besucher sehen.
Arjen überlegte nicht viel länger. Noch bevor das gleißende, gelbe Licht der Lampe den Raum erfüllte, verließ den Vampir ein warnendes, animalisches Knurren, das vor allem an den dummen Köter gerichtet war. Dieser hatte immerhin den Anstand zu verstummen und sich winselnd ein wenig zurück zu ziehen. Arjen gestattete sich ein kurzes, selbstzufriedenes Schmunzeln, eher das Licht im Zimmer anging und ihr Opfer sie damit sichtbar machte.

Der Mensch vor ihnen hing verschlafen, aber auch verwirrt, auf seinem Bett, den größten Teil des Körpers noch unter der warmen Decke versteckt. Seine ausgestreckte Hand ruhte gelähmt am Schalter der kleinen Lampe, während seine blauen Augen erschrocken in Elea’s zartes Gesicht blickten. Für einige Sekunden geschah rein gar nichts, abgesehen davon, dass der Mensch- dessen Name Michael war, sofern Arjen informiert war- wie erstarrt in Elea’s schokoladenbraune Augen sahen. Und dann reagierte Michael endlich auf die Anwesenheit der zwei Wesen.
Erschrocken schrie er auf, während er zeitgleich in seinem großen Bett nach hinten robbte, so weit weg von den zwei Eindringlingen wie nur möglich. Arjen hörte, wie sich der Herzschlag des jungen Mannes verdreifachte, als seine blauen Augen von Elea, zu ihm und wieder zurück zuckten. Sein nackter Brustkorb hob und senkte sich rasant mit jedem Atemzug. „Was zur… wer seid ihr?! Was wollt ihr?!“, brachte der braunhaarige Mensch schließlich hervor- er zitterte, war Arjen ein weiteres, süffisantes Grinsen entlockte. Er liebte es, wenn Menschen so reagierten- das Adrenalin in ihren Adern roch einfach zu köstlich. Leider könnte er von diesem Menschen hier nicht kosten- sie brauchten ihn schließlich noch. Lebend, wenn möglich.

„Dich mitnehmen“, entgegen Arjen also gelassen, während er entspannt auf das Bett zu schlenderte. Michael’s blaue Augen sprangen zu ihm. Als er sah, dass sich der Vampir näherte, versuchte er, noch weiter nach hinten zu rutschen. Jedoch hatte er die Kante seines Bettes erreicht, was dazu führte, dass er herunterfiel und kurz darauf hastig wieder aufsprang. Nun erkannte Arjen, dass der junge Mann lediglich dunkelblaue Boxershorts trug. Er stolperte zurück, bis sein Rücken gegen das kalte Fenster stieß. „Mitnehmen?! Wieso?! Was wollt ihr?! Wie seid ihr hier rein gekommen?! Ich ruf die Polizei!“ Arjen bewunderte den Mut, den Michael noch aufbrachte- andere schafften es an dem Punkt oft schon nicht mehr, überhaupt ein Wort zu äußern. Der Vampir grinste ihn weit an. „Das geht dich gar nichts an. Und die Polizei wird dir nicht helfen können“, grollte er dunkel.
„Arjen“, unterbrach Elea an dem Punkt sein Spiel- sie stand immer noch da, wo sie zuvor gestanden hatte und das erste Mal in Michael’s erschrockene Augen gesehen hatte. Leicht genervt blickte sie ihren Partner an. „Die Zeit für Spielchen ist später. Lass uns abhauen, eher irgendjemand etwas bemerkt“, erinnerte sie ihn sanft. Arjen blieb stehen und legte den Kopf ein wenig in den Nacken- Spielverderberin.

Der Vampir seufzte bloß, ehe er dann von einer Sekunde auf die nächste direkt neben Michael stand. Dieser fuhr heftig zusammen und versuchte erneut, irgendwie zu fliehen. Arjen ließ ihn dieses Mal nicht, sondern packte ihn um den Oberarm. Der Puls seines Herzschlages pochte stark und erregt unter der warmen Haut des Menschen. „Nanana, nicht so eilig. Keine Sorge, dir passiert nichts- noch nicht“, versicherte Arjen ihrem verängstigten Opfer. Er grinste breit, wobei er seine weißen Zähne offenbarte- sie blitzen Michael scharf und gefährlich entgegen. Der Letsplayer schluckte hart und versuchte panisch, sich irgendwie zu retten. Was passierte hier gerade? Was waren das für Menschen? Was wollten sie von ihm? Er wusste es nicht. Und er hatte Angst. Zeitgleich war er gerade irgendwie froh, dass seine Freundin für einige Tage mit Gonzo und Molly bei ihren Eltern war und somit schon mal nicht in Gefahr war. Trotzdem wünschte Zombey sich gerade, dass irgendjemand ihm helfen würde. Was wollten diese Leute mit ihm?

„Bitte, lasst mich einfach in Ruhe. Wenn ihr Geld haben wollt, nehmt es euch einfach. Nehmt euch einfach, was ihr haben wollt und lasst mich hier. Bitte“, flehte der Brünette verzweifelt, während er gegen den Vampir ankämpfte. Arjen lachte kehlig und zog den wehrlosen Menschen näher zu sich. „Wir wollen dein Geld nicht. Was wir wollen bist du“, grinste er und ließ es sich nicht nehmen, kurz sein wahres Gesicht zu zeigen. Michael verließ ein schrilles Quieken, als er die schwarzen Augen und scharfen Zähne seines Peinigers erblickte. „Was bist du?“, fragte der Mensch sofort und mit immer größer werdender Angst- was war hier los? Was war das gerade? Hatte er sich das nur eingebildet?
Arjen aber antwortete nicht auf seine Frage, sondern zerrte den Letsplayer langsam aus seinem Schlafzimmer heraus. Der Hund, welcher sein Herrchen vorher noch geweckt hatte, verfolgte das Geschehen aufmerksam und besorgt. Als er sah, dass der Eindringling sein Herrchen mitnehmen wollte, fing er wieder an zu bellen. Mit neuem Mut und gefletschten Zähnen stellte er sich in den Weg.

„Aus dem Weg, du Köter“, knurrte Arjen wütend und war schon drauf und dran, den Hund einfach wegzutreten. Elea kam ihm zuvor. Ein Wassertentakel ergriff den Hund am Hinterbein und zerrte ihn halbwegs sanft aus dem Schlafzimmer hinaus in ein anderes Zimmer. Dann schlug die Tür zu und das Bellen wurde gedämpft von dem weißen Holz und den Wänden. „Jetzt komm, lass uns verschwinden“, drängte Elea abermals, welche, nachdem sie den Hund beseitig hatte, bereits in Richtung Eingangstür lief. Arjen folgte ihr rasch und zerrte Michael einfach hinterher. Dieser hatte nicht aufgegeben, sich zu wehren und stemmte sich mit seinem gesamten Gewicht gegen den Vampir. Zuvor, als Elea Balu weggeschafft hatte, hatte er schon laut gekeift und sich beschwert. „HEY! Lass Balu in Ruhe! Lass mich los!“
Und auch jetzt gab er nicht auf. Er fing an zu schreien. „HILFE! HELFT MIR! BITTE! RUFT DIE POLIZEI! ICH WERDE ENTFÜHRT! HILFE!“ Arjen reichte es an dem Punkt. Nicht nur, weil er Kopfschmerzen von dem lauten Gebrüll bekam, sondern auch, weil er keine Lust hatte, dass noch jemand wach wurde und sie sah. Blitzschnell wirbelte er herum und verpasste Michael einen starken Schlag auf den Kopf. Augenblicklich sackte dieser dann in sich zusammen, ohnmächtig und endlich leise. Arjen warf sich den jungen Mann mühelos über seine Schulter und lief in Richtung Tür. Elea warf ihm daraufhin einen missbilligenden Blick zu, welchen der Vampir bloß trocken erwiderte. Er war nicht hier, um nett zu fragen. Die Wasserelfe sah ihn noch einen Moment düster an, ehe sie durch die Wohnung blickte und plötzlich noch einmal im Schlafzimmer verschwand. In Arjen’s Kehle stieg bereits die Frage auf, was zum Teufel das jetzt sollte, jedoch kam seine Partnerin da schon mit einer schwarzen Tasche wieder hervor. Arjen hob eine Augenbraue nach oben, als die junge Frau bereits zur Tür hinaus eilte. „Kleidung. Er soll ja nicht die ganze Zeit so rumlaufen müssen“, erklärte sie bloß auf die stumme Frage hin, als wäre es das offensichtlichste auf der Welt. Dem Schwarzhaarigen entlockte dies ein Stöhnen. Ihr Ernst? Er war ein Gefangener, verdammt! Das war kein Urlaub mit Betreuung! Aber Elea war nun mal eine Elfe- und diese waren lieb, hilfsbereit und gutherzig. Zumindest meistens. Der Vampir seufzte und schüttelte den Kopf- unglaublich. Ohne weiteres Wort folgte er ihr dann mit dem Letsplayer auf der Schulter aus der Tür hinaus ins Freie.

Ebenso leise wie sie gekommen waren, flohen die zwei Wesen mit ihrem Opfer in die Nacht. Abgesehen von dem immer noch wild kläffenden Hund hatte niemand sie bemerkt. Alles war ruhig- aber der ursprüngliche Friede war durchbrochen. Und ein weiterer Plan ins Rollen gebracht.



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Hallo zusammen! :D

Ein neues Kapitel, yeay! :D Ich habe dieses Mal gar nicht viel zu sagen, abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wann ich hochladen kann, da ab dieser Woche die Uni wieder für mich los geht. Aber ich gebe mir Mühe, dass die Kapitel nicht in zu großen Abständen zueinander kommen! :)

Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen! :) Wie immer würde ich mich sehr über eure Meinung und Gedankenfreuen! Was meint ihr, wie geht es jetzt weiter?

Habt noch einen schönen Tag!
LG
Thazzl :3
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