Der Spielzeugmacher

von Bernd
GeschichteFantasy / P16
Bellatrix Lestrange Harry Potter Hermine Granger Severus Snape
11.04.2019
27.05.2019
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Bevor ich beginne Euch die Geschichte zu erzählen, möchte ich erinnern, dass die Rechte  der Figuren, Orte, Namen der fantastischen Misses Rowling gehören. Ich leihe sie mir eine Zeit lag aus und verspreche sie unbeschädigt zurückzugeben.

Harry sah sich in seinem frisch renovierten Zimmer im Blackhaus um. Die düstere Atmosphäre der vergangenen Jahre war nicht mehr spürbar, er hatte es endlich geschafft, seine Räume im Haus ansprechend und bewohnbar zu gestalten. Naja, mit Möbel und Farbe hatte er es nicht so und es sah etwas zusammengewürfelt aus, doch es war sauber, hell und somit einigermaßen vorzeigbar. Aber es wirkte ein wenig steril und irgendwie unfertig. Als Junggeselle war ihm das bisher nie so wichtig gewesen. Doch heute spürte er es. Es war irgendwie unvollkommen, eine Mischung von Hotel und Krankenzimmer.
Ob ich mir vielleicht einen Besenschrank zum schlafen aufstelle? Seltsame Gedanken gingen ihm auf einmal durch den Kopf. Ach was, wieder mal Schlickschlümpfe!
Ich muss hier raus!
Im Vorraum zur Küche stand er unschlüssig vor seiner Garderobe. Wohin sollte er eigentlich. Eigentlich war es egal wohin, wusste er doch genau, dass er niemanden sehen wollte, mit dem er reden möchte.
Gringotts! Gute Idee, war er doch seit Jahren nicht mehr im Potter Verließ gewesen. Vielleicht finde ich etwas, womit ich mich beschäftigen kann oder Sirius hat noch etwas lustiges hinterlassen.
Mit neuem Elan raffte er sich auf um die Winkelgasse zu besuchen. Fein, dann trinke ich vielleicht noch ein Butterbier, bevor ich wieder nach Hause gehe.
„Erbschleicher, unwürdiges Gesindel, vernarbtes Potterbalg, besudelt mein Haus!“
„Oh Miss Black, immer wieder eine Freude Ihre Stimme zu hören. Ich werde eventuell das Black Verließ aufsuchen; soll ich Ihnen etwas mitbringen?“ Mit offenen Mund starrte ihn das Portrait an.
„Miss Black, in zwei Tagen hat Regulus Geburtstag, kann ich Ihnen einen Wunsch für Regulus erfüllen?“
Der boshafte Gesichtsausdruck des Portraits verschwand.
„Sie würden mir einen Wunsch für Regulus erfüllen? Sie müssen wissen, er war mein Stern, mein Herzgold, im Gegensatz zu seinem nichtsnutzigen Bruder. Oh ich verwünsche diesen ungeratenen Spross!“
„Misses Black, ich habe nur Sirius kennengelernt. Er war für mich meine Familie. Von Regulus habe ich vor Jahren nur ein Bild bei meinem Lehrer gesehen. Es war eine Aufnahme der Quidditschmannschaft von Slytherin, er war damals Sucher, nicht wahr?“
„Oh ja, jetzt wo Sie es sagen, erinnere ich mich wieder. Sagen Sie, wer war dieser Lehrer?“
„Das war mein Professor für Zaubertränke, Professor Slughorn. Kennen Sie ihn?“
„Slughorn, der verfressene Ananascrem süchtige, arrogante, Met süffelnde, egomanische Lebemann? Oh ich weiss Dinge von ihm, da würden ihnen die Haare zu Berge stehen!“ keifte das Portrait. „Er ist schuld, dass Regulus durch das unwürdige Halbblut zu Untaten verführt wurde. Ich würde ihm schon sagen, was ich von ihm halte.“
„Misses Black, ich werde Regulus Blumen und eine Kerze auf sein Grab stellen, wenn Ihnen das recht ist?“
„Ja, junger Mann, damit machen Sie mir eine Freude und dann ziehen Sie endlich wieder den Vorhang zu, ich habe genug für heute!“
„Auf Wiedersehen Misses Black.“ Erleichtert kam Harry der Anweisung nach und es wurde wieder still im Haus. Nur die Treppe und irgendeine Tür knarzten leise, so als ob das Haus atmete.
All die Jahre im Haus gab es nur selten Tage, in denen ich ein paar vernünftige Worte mit dem Portrait wechseln konnte; heute war eine große Ausnahme. Aber ich liebe irgendwie diese Ritulale mit Misses Black, dachte er und Kopf schüttelnd verließ das Haus.

Sein Schritte führten zur Bank von Gringotts. Vor dem Eingang blieb er stehen und dachte an die Begegnungen in den tiefsten Verließen und den Drachen. Ob es ihm gut geht? Wieviele Jahre das nun schon wieder her ist. Die vielen harten Verhandlungen nach dem Einbruch bei den Kobolden hatten einen Anteil seines Vermögens gekostet. Aber das war egal, denn mit den Kobolden Streit zu haben ist keine gute Idee, wie er von Hagrid wusste. Immerhin wurde der Zutritt nicht mehr verwehrt, auch wenn man in diesem Gebäude nur mit Widerwillen geduldet wurde. Mein Glück war es, dass ich beweisen konnte, dass ich Gringotts von einem schlimmen Artefakt befreien konnte, dachte er.
Aber Kobolde sind außerordentlich nachtragend, gerade wenn es um ihren Ruf geht. Einen geglückten Einbruch und Diebstahl aus einem Hochsicherheitsverließ werden sie ihm wohl sein Leben lang vorwerfen.
Er trat vor einem der abweisend wirkenden Kobolde und in Erinnerung an Hermiones Auftreten sprach Harry die Worte genau so betont wie sie damals: „Ich begehre Einlass in mein Verließ.“
Der Kobold nahm die Ironie der Worte, die ihm wohlbekannt waren, ohne Kommentar zur Kenntnis.
„Folgen Sie mir und halten Sie Ihren Schlüssel zur Verfügung.“

Harry nahm aus seinem Verließ einige Galleonen und eine kleine, mit aufwändigen Schnitzereien verzierte Schatulle an sich. In ihr befanden sich kleine Erinnerungsstücke, die er seit seiner Schulzeit von seinen Freunden als Andenken aufbewahrte. Als er sich umschaute, entdeckte er in einer kleinen Nische einen leeren Eulenkäfig. Hedwig, dachte er und in diesem Moment wurde sein Herz schwer. Kurz entschlossen nahm er den Käfig an sich und verließ den Raum.
Zu Sirius schaffe ich es nicht mehr ins Verließ, wenn ich heute noch etwas schaffen will überlegte Harry und so kehrte er Gringotts schließlich den Rücken.

Die Winkelgasse empfing ihn mit ihren Getriebe und Gerüchen. Harry wendete sich nach links und schritt zu Eylops Eulenkaufhaus. Das bimmeln der Türglocke verstummte und eine junge Verkäuferin trat zu ihm.
„Sie suchen eine Eule, Sir? Sie haben Glück, wir haben heute einige Raritäten erhalten. Sehen Sie.“ sprach sie und zog Harry zu einer Nische. Harry blickte auf und sah sich einer jungen Schneeeule gegenüber, die ihn mit großen, bernsteinfarbenen Augen betrachtete.
„Du bist ja eine Schöne! Sehr gepflegt und mit klugen Augen. Du gefällst mir, möchtest Du mit mir kommen?“ Die Eule plusterte sich auf, klackerte mit dem Schnabel, drehte den Kopf vor und zurück. Schließlich breitete sie ihre Schwingen aus und flog auf seine Schulter.
„Fein, ich bin Harry und freue mich, Dich kennenzulernen.“ Kurz dachte er nach und sagte dann „Darf ich Dich Gundel nennen?“ Die Eule schloss kurz ihre Augen und sah ihn wieder an.
„Ich nehme an, Du bist einverstanden. Dann komm.“
Harry bezahlte einen stolzen Preis, doch das war ihm egal. Sie sieht ein wenig wie Hedwig aus, dachte er, aber sie ist ganz anders.
„Eine gute Wahl, Sir, ich wünsche Ihnen viel Freude. Hier, nehmen Sie noch ein paar Leckereien mit, so werden Sie ganz schnell Freundschaft schließen.“
Harry bedankte sich und trat vor die Tür. Was jetzt? Man könnte wieder mal zu den zauberhaften Zauberscherzen gehen, überlegte er. Einen der Weasleys wird er dort nicht mehr treffen, denn das Geschäft hatte seit einigen Jahren einen neuen Besitzer.
Doch bevor er sich in Bewegung setzen wollte, spürte er es. Das Gefühl beobachtet zu werden, fixiert zu werden, das Gefühl ein Zauberstab ist auf ihn gerichtet. Harrys Nackenhaare sträubten sich und er spürte eine Gänsehaut auf seinen Armen. Kälte und Gefahr waren greifbar nah. Seinen Zauberstab in der verborgenen Hand musterte er die Winkelgasse. Nichts schien auffällig, keine verdächtigen Bewegungen waren zu erkennen. Was war das? So schnell wie das Gefühl aufkam, war es wieder verschwunden. Irritiert schaute er sich aufmerksam weiter um. Nichts!
Weg hier, war sein erster Gedanke und so sah er sich einen Wimpernschlag später vor dem Grimmauldplatz stehen. Schnell betrat er sein Haus und krachend schlug die Tür ins Schloss.
„Erbschleicher und Ruhestörer, wie wagst Du es, mein Haus zu betreten? Dass Dich der Grimm hole, Du verfluchtes, herumstolzierendes Halbblut!“
„Still, Misses Black, ich spüre große Gefahr für das Haus. Wo haben Sie die stärksten Schutzzauber? Es muss jetzt schnell gehen! Ich weiss noch nicht, was passiert ist aber ich spüre es, es droht wirklich große Gefahr! Das Blackhaus muss geschützt werden, bitte Misses Black!“
Das zweite mal an einem Tag verschlug es dem Portrait die Sprache.
„Misses Black, bitte es ist wirklich dringlich!“
„Soso, dann sehen Sie zu, in den Salon zu kommen. In der Vitrine liegt mein Ring mit einem schwarzen Stein und einer Perlmuttfassung. Nehmen sie ihn an sich und hurtig damit in die Bibliothek. Dort steht am zweiten Fenster eine schwarze Vase; da hinein kommt der Ring. Nehmen Sie die Vase und greifen Sie hinter mein Portrait. Da, die Phiole mit der roten Flüssigkeit. Es ist Blut der Black, füllen Sie es in die Vase und stellen Sie die Vase hinter mein Portrait, bevor sie es schließen. So schnell es geht, würde ich meinen! Und Vorsicht, es ist reines Blut!“
In weniger als einer Minute hatte er alle Maßnahmen ergriffen. Wobei ihm das Blut recht dickflüssig erschien und nur schwer aus der Phiole lief. Verdammt, das dauert mir zu lange, dachte er, schnitt sich in seinen Finger um den Ring in der Vase zügig zu beträufeln.
Schlagartig wurden die Schutzzauber wirksam, er spürte zunehmend die Magie körperlich auf seiner Haut. Ein starker Zauber, schwarzmagisch, mächtig und nahezu unzerstörbar. Das konnte er mehr und mehr auf der Haut fühlen und merkwürdigerweise auch seinen Körper durchdringend. Der magische Druck nahm immer mehr zu, verursachte zunehmend einen schneidenden Schmerz in seinem Kopf. Er war kurz davor ohnmächtig zu werden. Licht, violettes Licht blendete ihn; aber nicht von außen, es war in ihm. Das atmen fiel ihm schwerer und schwerer bis von einem auf dem anderen Moment der magische Druck nachließ. Nur noch ein leichtes Grollen im Haus war zu hören und der aufgewirbelte Staub legte sich wieder.
„Misses Black, es scheint, die Zauber sind aktiv. Ich fühle, das Haus ist geschützt aber ich fühle mich, wie soll ich sagen, ein wenig sonderbar. Ich kann es nicht erklären...“
„Mister Potter, Sie erstaunen mich. Sie haben nicht nur den Black Schutz aufgerufen, nein, Sie haben ihn verändert und er erscheint mir um einiges stärker als ich ihn in Erinnerung habe. Sie betreiben wohl sehr viel dunkle Magie?“
„Oh nein Misses Black, schwarze Magie lehne ich ab. Ich fürchte mich davor.“
„Potter, Furcht ist Unwissen vor dem Unbekannten. Wissen Sie was ich denke? Der Blackzauber hat einige mentale Sperren beseitigt. Sie haben schwarze Magie in sich und zwar reichlich, finden Sie sich damit ab. Nutzen Sie das zu ihrem Vorteil und öffnen Sie sich. Sie können Ihre Fähigkeiten ausbauen. Sehen Sie es als eine Chance, die vielen Zauberern verwehrt bleibt. Sie sind doch dadurch kein schlechter Mensch, es ist das Handeln, was den Unterschied zwischen gut und böse ausmacht. Auch wenn ich damit bei meinem Ältesten Nichtsnutz gescheitert bin.“
„Misses Black, ich fürchte mich, so wie Bellatrix zu werden, wenn ich einfach schwarze Magie akzeptiere.“
„Du dummer Junge, was habe ich Dir gesagt! Das Handeln bestimmst Du, nicht die schwarze Magie. Sie ist ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Blut beim Zaubern einzusetzen hat immer Folgen. Sei Dir bewusst, Blutzauber sind mächtig und nicht umsonst ist Toujours pur das Motto meiner Familie.
Übrigens, was hast Du da an Deiner Hand, blutest du? Hast Du etwa Dein Blut in die Phiole gegeben?
Ich fasse es nicht! Du selten dämlicher Trottel! Ich springe gleich aus dem Rahmen, Du hast doch Trollblut in Dir, Du hirnamputierter Einfaltspinsel! Was hast Du getan!!! Oh Duuu...“
Und es kam zu einem nie dagewesenem Phänomen im Blackhaus, zur Sprachlosigkeit einer Sabberhexe.