Engel mal anders

von SMeinicke
GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
11.04.2019
15.05.2019
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Jagen. Warten, vor dem Club. Jagen. Warten, im Club. Ab und an schlafen. Essen. Wieder Jagen. Warten, vor seiner Wohnung. Keine Chance.
Und schon wieder warten, vor der Uni. Jeden Tag wiederhole ich diese Prozedere, jetzt seit fast 2 Wochen.
Kein Lebenszeichen von Berith.
Nun versuche ich Tex aufzulauern und hoffe, er kann mir wenigstens sagen, ob es meinem Lichtblick gut geht. Seine Vorlesungen sollten, wie ich erfahren habe, gleich zu ende sein.
Ich habe heute Morgen eine Emma - kein nettes Mädchen - belauscht. Die ihrem Gesprächspartner am Telefon eine genaue Beschreibung meiner Person und dem Wagen darbrachte, mit dem Vermerk : schwulschwul. Jedoch wurden ihre Blicke zunehmend finsterer.
Ob das Berith am Telefon war?
Am liebsten hätte ich ihr das Handy aus der Hand gerissen und selbst mit ihm gesprochen. Meine Anrufe ignoriert er hartnäckig. Auch Esmes, Edoms und jede Nummer von der ich es versucht habe.
Ich bin armselig.
Als ich sie daraufhin auf Berith ansprach, reagierte sie wüst und beschimpfte mich sogar. Irgendwas mit geisteskranker Stalker, geh mit deinen Waffen spielen oder so etwas in der Art.
Den genauen Wortlaut habe ich nicht mitbekommen. Meine Antwort, die ich eigentlich nur denken und nicht aussprechen wollte, war nicht akzeptabel. "Oh yeah, damit spiele ich liebend gern. Noch lieber aber mit Berith, Miststück!" Ihre weiteren Flüche die darauf folgten, waren sehr berechtigt, gingen mir allerdings mehr oder weniger durch die Lappen. Und auch gewaltig am Arsch vorbei. Meine Gedanken waren so viel mehr damit beschäftigt, wie ich ihr am geschicktesten das beschissene Handy klaue.
Hinweise wie es ihm geht, habe ich natürlich nicht bekommen. Jedoch sagte sie mir, dass wenn ich nicht verschwinde, sie mir Tex auf den Hals hetzt. Ich musste augenblicklich lachen. Inbrünstig. Lauthals. Mit tränenden Augen.
Pfui! Sowas macht man nicht!
Ist mir jetzt noch unangenehm. Ihr Blicke strafen mich noch immer.
Aber Arsch, bleibt nun mal Arsch. Ich werde nie aus meiner Haut können.
Also warte ich nun schon den ganzen Vormittag darauf, dass Tex endlich seinen Arsch vom Campus bewegt und mir zeigen will was eine Harke ist. Aber Tex kommt nicht. Ich habe ehrlich auch nicht damit gerechnet. Den Eindruck, des mutigen Kämpfers auf Einzelmission, hat er bei mir nicht hinterlassen.

Nach einer weiteren geschlagenen Stunde, sehe ich diesen anderen Typen vom letzten Mal, als ich Berith von der Uni abgeholt habe. Obwohl ich in allen Ecken meines Kopfes krame, fällt mir absolut kein Name zu ihm ein. Wahrscheinlich hat Berith auch gar keinen genannt. Oder ich war so sehr auf seinen Kuss fixiert, dass es mir entgangen ist. Im Dauerlauf überwinde ich die paar Meter. "Hey!" verlegen lächle ich ihm entgegen.
Verdammt ist der noch jung. Echt niedlich! Jetzt versteh ich was Berith an dem fand.
"Selber hey, Hübscher! Suchst du Berith?" er bringt es auf den Punkt.
Gut für mich, muss ich nicht ewig rumquatschen.
So freundlich wie möglich versuche ich an Informationen zu kommen. "Allerdings. Hast du ihn gesehen?" Dabei präsentiere ich ihm mein schönstes Lächeln und hoffe, dass es wie immer Wirkung zeigt.
Er scharrt mit dem Fuß auf blankem Beton und macht so den Eindruck des verschüchtertem kleinen Jungen. "Tex und Emma sagten, dass du ihn ziemlich stalkst. Ich denke, ich halte mich da besser raus." Das sitzt. Noch nicht geschlagen wage ich den nächsten Vormarsch. "Du hast uns doch letztens beobachtet. Sah das für dich nach stalken aus?" Mein Kopf geht automatisch in die Schräge. Schon Gewohnheit, um zu bekommen was ich will. Sofort nehmen seine Wangen einen gewissen Farbton an.
Angebissen.
"Stimmt schon. Was willst du denn von ihm?" Ganz überzeugt ist der Gute allerdings noch immer nicht. Darum gehe ich nun auf Tuchfühlung und lege ihm meine Hand auf den Arm, beuge mich ein Stück zu ihm runter, um näher an sein Gesicht zu kommen."Wenn denkst du denn, was ich von ihm will?" Er schluckt trocken, seine Haut ist deutlich durchblutet.
Jetzt aber!
"Deine Haare sind anders als beim letzten Mal."
Was?
Er mustert mich tatsächlich von oben bis unten und bleibt immer wieder an meinen Haaren hängen.
Äh verarscht der mich? Was will der von mir? Was haben meine Haare denn jetzt damit zu tun?
Ich weiß nicht, was ich damit jetzt anfangen soll. Er hat mich völlig aus dem Konzept gebracht. "Äh ja äh, Esme meint es wäre Zeit etwas Ordnung in das Chaos zu bringen." Genau DAS, wollte ich echt nicht sagen. Meine Lippen handeln schon wieder vor meinem Verstand.

Wird langsam zur Gewohnheit.
"Ja nach Trennungen gehen die meisten erst mal zum Frisör. Ist Esme deine Frisörin? Sieht echt gut aus!" Sein amateurhaftes Sunny Boy Grinsen, sowie seine Aussagen verwirren mich immer mehr.
Hat der einen Fetisch? Was für ein Spiel spielt der hier nur? Trennung?
Stotternd setze ich nach."Esme ist... ist mein Sch... äh meine Schmusekatze!" Kopfschüttelnd quittiere ich meine Dummheit und vergrabe schnell die Hände in den Hosentaschen, damit er nicht sieht, wie ich diese zu Fäusten balle.
"Ach ja, Berith sagte etwas von einer seltsamen anhänglichen Katze/Mensch Beziehung." verlegen reibt er seinen Nacken. „Schon ein wenig Mad.“
Der hält mich für total bekloppt. Was weiß er alles? Was hat Berith noch erzählt? Halt! Er hat erzählt?
Mein Herz macht 3 freudige Hüpfer. Endlich ein Zeichen. Aufgeregt packe ich ihn an den Schultern."Du hast ihn gesehen? Wie geht’s ihm? Wo steckt er?"
"Hey, ich will mich da echt nicht einmischen. Rede besser mal mit Tex. Der legt heute Abend in irgend einem Gothicschuppen auf." Er legt eine Hand auf meine und übt ein wenig Druck aus. Seine Atem streift mein Ohr, hinterlässt allerdings absolut keine Wirkung. "Wenn du irgendwann genug von Berith hast, komm einfach noch mal vorbei. Ich würde gerne ein paar nette Ablenkungsversuche unternehmen, die dich interessieren dürften." Er zwinkert mir auffordernd entgehen. "Also bis bald, Mad Boy!" Er löst meine Hände, die noch immer auf seinen Schultern liegen und dreht mir den Rücken zu. Mit offenem Mund starre ich ihm hinterher.
Was war das denn? Nichts mit niedlich. Der hat es faustdick hinter den Ohren.
Immerhin war das kein kompletter Reinfall, nur halb, eher dreiviertel.
Mit hängendem Kopf gehe ich zurück zum Wagen. Noch bevor ich einsteige, schaue ich zum wiederholten Mal ob Berith meine Nachrichten bekommen hat.
Doch keine einzige zeigt die bekannten 2 Häkchen.
Verdammte Scheiße aber auch!

Als ich in die Garage fahre, steht Esme schon in der Durchgangstür und wirft mir wieder einmal mehr den mitleidigen Blick entgegen, fängt aber beim Aussteigen Esmefrech zu grinsen an. Was ihm durchaus besser steht, als traurig drein zu schauen. Das Garagentor schließt sich zu meinem Frust ein wenig quietschend.
Firma anrufen!
Er macht sich immer noch Vorwürfe, dass er mich an diesem Morgen vor fast 2 Wochen so gedrängt hat, die Wahrheit zu sagen. Aber mit Beriths Reaktion war einfach nicht zu rechnen. Da er bis dahin ja wirklich alles gut geschluckt und verarbeitet hat. Ich nehme es meinem Kätzchen nicht krumm. Esme selbst ist natürlich nach wie vor nicht von meiner Idee begeistert.
Kann man ihm ja nun auch wirklich nicht verübeln.
„Hi.“ Haucht er mir verliebt, wie am ersten Tag entgehen. Wie üblich begrüßen wir uns viel zu leidenschaftlich. Hände vergraben sich in Haaren, wandern über nackte Haut unter dem Shirt. Lippen suchen ihresgleichen.
Ich kann nicht anders. Werde es nie können. Auch mit Berith nicht. Esme ist und bleibt mein Kätzchen.
„Hi.“ gebe ich zurück, nachdem ich mich widerwillig von seinem Mund löse. „Tex legt heute irgendwo auf, Edom muss raus finden wo, wenn er denn aus seinem Schlafzimmer kommt.“ Seit Karasa wieder da ist bekommt man ihn kaum zu Gesicht.
Würde mir genauso gehen.
Er kam natürlich doch ohne zu zögern zusammen mit Sariel zurück.
Zwischendrin kann man mal einen von beiden, postorgasmisch grinsend ins Bad taumeln sehen. Das Zucken in meinem Mundwinkel verrät meine Gedanken. Esme zieht mich kichernd in die Wohnung. Nachdem Berith abgehauen ist, sind wir wieder umgesiedelt, in meine Wohnung. Das Haus ist zwar viel kleiner als das von Linda, aber wir benötigen einfach nicht mehr. Früher als noch jeder sein eigenes Zimmer brauchte, war Lindas Haus perfekt. Das hier ist jetzt eher unsere Liebeshöhle mit Doppelbetten.
Ist mir überhaupt nicht peinlich.

Drinnen wartet natürlich Sariel auf mich. Deswegen war ich auch die ganze Nacht bis jetzt unterwegs. Er liegt auf meiner Chaiselongue und liest in einer meiner Kinderbücher -Kätzchen auf Abwegen-. Seit sie gestern morgen angekommen sind, ist die Stimmung ein wenig angespannt. „Rash.“ Begrüßt er mich mit dieser tiefen, heiseren Stimme, bei der mir die Gänsehaut bis sonst wo kriecht. Er wirf das Buch auf den Couchtisch und kommt auf mich zu. Ausweichend drehe ich mich an ihm vorbei. Das war zu nah. Sofort umhüllt mich sein warmer Geruch und pflanzt Erinnerungen in meinen Kopf. Ich brauche Kaffee! Mit Schuss?! Am besten gleich pur!
Ein wenig angespannt, ist vielleicht ein wenig untertrieben! Nur minimal.
„Wir müssen reden, Rash!“ Mein ehemaliger Super Lover mit der heißesten Stimme auf Erden und Mithra und wahrscheinlich jeder anderen Welt, steht mir direkt gegenüber. Ich kann ihm partout nicht in die Augen sehen. Noch bin ich nicht ganz sicher, ob ich erneut das Katana zum Einsatz bringen will oder ihn auf einen Dreier mit Esme einlade. Als Antwort verlässt nur ein Räuspern, gefolgt von einem Brummen, meine Kehle.
Das ist doch verrückt!
In der kleinen Bar werde ich fündig. Ich brauche jetzt etwas, dass den Geruch, samt Erinnerungen fortspült, auch alle die von gelbgrünen Augen und heißem gepierctem Schwanz handeln.
Wo ist Poteh wenn man sie mal braucht?
Instinktiv hole ich das Handy aus meiner Tasche und warte ob es zu vibrieren beginnt. Es bleibt stumm. Noch immer keine 2 Haken. Esme nimmt mir das Ding aus der Hand und scheppert es achtlos auf den Tresen. In seinen Augen funkelt kein Zorn, sondern irgendetwas dass ich noch nicht ganz greifen kann. „Wie lange willst du noch so tun, als wäre Sariel nicht hier?“ Die Frage ist dummerweise berechtigt, ich benehme mich wie ein bockiges Kind. Nur zu gerne würde ich mich dieser Illusion hingeben und meinen Kopf unter dem Kissen verstecken. Zwei Schluck direkt aus der Flasche müssen fürs erste genügen. Ohne Eis ist es fast nicht zu ertragen und brennt furchtbar in meiner Kehle. Sariels Duft wird nicht überlagert. Die Blicke von meinem Kätzchen sind tödlich und heizen mir merkwürdiger Weise ziemlich ein.
Nein, ich fühle mich nicht gewappnet Sariel gegenüber zu treten. Nein, die 2 Wochen haben nicht ausgereicht, mich darauf vorzubereiten.
Ich wähle den dritten Schluck und wische mit dem Handrücken über die Lippen. Die Flasche wandert klappernd zurück in die winzige Bar. „Ok Ok, ich bin soweit.“
Nein bin ich überhaupt nicht. Wieso ist das so schwer, nach all den Jahren? Ich habe später, als das mit Esme anders, intensiver wurde, nicht mal mehr an ihn gedacht. Zumindest nicht so. Jetzt steht der plötzlich hier und bringt mich nur mit seiner Stimme um den Verstand. Los ich schaffe das!
Mine straffen, Körperspannung, einatmen, ausatmen. „Also Wächterengel, zum vollstrecken bist du offenbar nicht hier. Wirst du also deine Rolle übernehmen, mich als Lichtbringer zu leiten, wie einst Luzifer?“ Ich versuche im Geschäftsmodus zu bleiben und hoffe das es dadurch leichter wird. Sariels Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen.
Vielleicht habe ich mich geirrt und er wird doch über mich richten. Genug Belastungsmaterial gäbe es mittlerweile garantiert. Allein die Begegnung mit dem „kleinen Prinzen“ wäre ausreichend.
Noch immer sieht er mir finster entgehen, doch seine Hände zittern leicht und sein Brustkorb bebt. Esme hat sich auf einen der Barhocker nieder gelassen und amüsiert sich scheinbar köstlich. Mit in Händen gestütztem Kopf schaut er von einem zum anderen. Sein Grinsen reicht von einem Ohr zum anderen.
Unheimlich.
Sariel kommt einige Schritte auf mich zu und ich weiche kontinuierlich zurück bis ich mit dem Rücken gegen den Tresen stoße.
Seit wann bin ich so ein Feigling? Hm vielleicht, seitdem ich ihm das Herz aus der Brust gerissen habe und es ihm vor die Füße warf? Verdammt! Es war leichter als er nicht mit mir sprechen wollte.
„Ich will weder das eine noch das andere besprechen, Rash!“ Seine Stimme haut mich fast von den Füßen. Würde ich nicht am Tresen lehnen, hätten meine Knie sicher bereits nachgegeben. Sein Blick ist verklärt seine Hände liegen fest auf meiner Hüfte und bieten zusätzlichen Halt. Das Adrenalin schießt durch meine Muskeln. Mein Fluchtinstinkt ist geweckt und die Angriffslust groß. Ich schiebe ihn grob von mir.
Willkommen zurück Rash!
„Ich bin noch immer nicht der Typ für Gefühlsduselei! Werd ich auch nicht! Nicht bei dir! Was wir hatten war sagenhaft. Es war heiß. Nichts davon bereue ich. Schon gar nicht das Ende. Da sitzt meine Wahl! Unverändert!“ Ausladend deute ich auf mein Kätzchen der mich ungläubig mit offenem Mund anstarrt. Die Wangen sind hochrot und feuchtes Schimmern liegt in seinen Augen.
Heul jetzt bloß nicht wieder.
Wie zur Bestätigung schüttelt er leicht den Kopf und schluckt Tränen und Worte mit einmal hinab. Ungläubigkeit liegt auch in Sariels Gesicht, doch er nickt. Er versteht und akzeptiert. „Ok!“ Er war nie ein Freund vieler Worte. Genau wie ich. Gerade deswegen haben wir uns so gut verstanden. Gerade deswegen habe ich ihn gewählt, gemeinsam mit mir, in Mithra zu vollstrecken. Und auch deshalb habe ich ihn zu mir ins Bett geholt. Und natürlich wegen dieser Stimme. Das bedurfe keiner Worte. Es war klar was ich wollte. Sollte es zumindest sein. Es ging nur um Sex. Verlangen, Hingabe, Luststeigerung. Nicht mehr, nicht weniger.
„Freund oder Feind?“ schnurre ich ihm entgegen. Seine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Er muss nicht überlegen. „Definitiv Freund! Damals wie heute!“ Ich bin erleichtert. Brüderlich boxe ich ihm gegen die Brust. „Himmel. Ich habe dich vermisst!“ Er will den Schlagabtausch erwidern, doch ich pariere schnell mit dem Unterarm und kontere mit einem Treffer in seine Seite. Er keucht und grinst mich versonnen an. „Absolut!“ Esmes Blick ist göttlich und sein Lachen ansteckend. „So viel zu; nicht der Typ für Gefühlsduselei.“
Sariel nickt zustimmend. „Dann stelle ich mich dir mal richtig vor Esme. Ich bin Sariel, Erzengel, Rashs Wächterengel. Immer zu Diensten.“ Seine rechte Faust liegt ehrenhaft auf der Brust, die linke hinter dem Rücken. Loyal verbeugt er sich vor mir. „Ich begleite ihn bis in den Tod und darüber hinaus, wenn es sein muss.“ Sein Lächeln ist aufrichtig. Mein Herz rast. Das sollte er nicht wissen.
„Erzengel? Wächterengel?“ Ich sehe wie es in Esme rattert. Er zählt gerade 1 und 1 zusammen. „Wächterengel stehen nur dem Rat zu. Und Erzengel als... Wächter. Rash? Du... bist... einer von den Elohim? Seine Züge sind vollkommen entgleist.
Nicht fähig den Widerstand in meinem Hals zu schlucken nicke ich ihm kaum merklich zu. Auch Sariel nickt bestätigend „Ein Eloah! Ein Schöpfer, Zerstörer, Reformer.“ und lächelt ihm vertraut entgegen.
Die Mine vom meinem Kätzchen ist jetzt gänzlich eingefroren. „Du hast mich belogen!
Nun ist es wahrscheinlich meine Mimik, die Achterbahn fährt. „Was? Nein! Nie! Nur nicht immer alles erzählt.“
Esme steht mechanisch auf. Seine Augen sind weit aufgerissen als er fortfährt. „Die Elohim können nur ihren zugewiesenen Partner lieben!“ Ein Hauch von Kälte liegt sich um seine Züge.
Ich schlage hart in der Realität auf.
Sariel schaut zuerst mich entsetzt an und danach Esme. Mein Kätzchen will gehen, mich verlassen. Ich sehe es an jeder seiner Gesten. Rückwärts taumelnd bewegt er sich Richtung Haustür.
Panik macht sich in mir breit und plötzlich regen sich hunderttausende Schmetterlinge gleichzeitig im meinem Torso. Als hätten sie all die Jahre nur auf den richtigen Moment gewartet aufzuwachen.
„Nein! Nein! Nein!“ Hektisch laufe ich um den Tresen, stolpere dabei über meine eigenen Füße, oder vielleicht waren es auch Sariels, und verliere letztendlich das Gleichgewicht und lande direkt vor Esme auf den Knien. Wie ein Kind klammere ich mich absolut hilflos an seiner Hüfte fest. Drücke mein Gesicht gegen seinen Bauch. „Esme. Warte! Schau mich an!“
„Wie denn, wenn du so erbärmlich da unten hockst? Wo ist dein Stolz Eloah?“ Er zieht mich ruppig nach oben, als würde ich nichts wiegen. Seine Stärke ist jedes Mal bewundernswert.
„Mir nutzt kein Stolz der Welt etwas, wenn du mich verlässt, mein Kätzchen. Alles was zählt ist hier.“ Ich lege ihm meine Hand auf sein Herz. „Ich...“ Der Satz bleibt mir in der Kehle stecken. Die Bedeutung der Worte nicht annähernd ausreichend, für das was ich empfinde, dass es mir unmöglich ist es zu artikulieren. Das Erkennen in seinen Augen, ist unbeschreiblich. Wird jedoch sehr bald durch Besorgnis abgelöst. „Und Berith?“
Lächelnd über soviel Altruismus schüttel ich mein Haupt. „Auch. Genauso. Nicht mehr, nicht weniger.“
Erneut zeichnet sich Erkenntnis in seinem Gesicht ab, dennoch will er Bestätigung. „Gleichwertig?“
Und Bestätigung will ich ihm geben, mehr als alles andere. „Absolut!“
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