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Die Seele hinter der Maske

OneshotAllgemein / P12
11.04.2019
11.04.2019
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Hallo an alle Leser!

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Da mich schon seit Langem die Frau hinter dieser Maske interessiert, habe ich mal eine kleine Geschichte dazu verfasst. Viel Spaß
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Nassau.
Drecksloch.
Nassau, das Drecksloch.
Sie lehnte an der hölzernen Wand eines Hauses, das Nahe dem Hafen war.
Hier war das Nest, in das sich die Piraten dieser Welt verkrochen, wenn sie nicht auf hoher See Unruhe stifteten.
Sie selbst war der Piraterie nicht ganz abgeneigt, doch bevorzugte andere Wege, verschloss sich dem direkten Konflikt.
Sie war eine Piratin, die sich selbst die Hände nicht schmutzig machen wollte.
Sie wusste wie es möglich war reich und berüchtigt zu werden, ohne auch nur einen Finger krümmen zu müssen.
Die Lösung war so simpel wie durchtrieben:
Sie ließ andere für sich arbeiten.
Sie ließ andere ihre Beutezüge ausführen.
Sie ließ andere ihre kranken Gedanken in die Tat umsetzten.
Wie Marionetten folgten die willenlosen Männer ihrer Crew ihr.
Aus diesem banalen Grund, war ihr ein Spitzname zu Teil geworden, an dem sie sich erfreute: Die Puppenspielerin.
Sie hatte ihr ganzes Leben nach diesem „Motto“ ausgerichtet.
Selbst ihr Schiff hieß „The Marionette“.
Im Gedanken versunken umspielte ihr Messer ihre roten Lippen.
Wenn man sie so sah, überlegte man welchen perfiden Plan sie wieder ausheckte.
Nun, nach zwanzig Minuten des Herumstehens, schlich sich ein Grinsen auf ihr makelloses Gesicht.
Es war Zeit.
Sie setzte sich ihren Dreispitz auf und stieß sich von der Wand ab.
Betörend ging sie den Steg entlang zu ihrem Schiff.
Sie wusste, dass ihre Mannschaft ihr zu Füßen lag, was sie wieder in ihrer Mimik sah, als sie ihr Schiff betrat.
Selten begab sich die Puppenspielerin an Bord, doch um dieses Loch zu verlassen, musste sie über das Meer.
Ihre Augen, von einer schwarzen Maske bedeckt, glitten über Deck.
Sie war hier der Kapitän.
Ihr Schiff. Ihre Crew. Ihre Regeln.
Elegant begab sie sich hinters Steuerrad und befahl ihrer Mannschaft die Segel zu setzten.
Die Puppenspielerin spürte geradezu, dass der richtige Wind aufgekommen war.
Und tatsächlich: „The Marionette“ flog förmlich aus dem Hafen von Nassau.
Sie befahl Havanna anzusteuern, denn dort hatte sie zu tun.
Die Schiffsfahrt über ging sie ihren Gedanken nach.
Man kannte weder ihren ganzen Namen, noch ihr gesamtes Gesicht.
Sie war ein halbes Phantom, sagte sie sich.
Mystisch wie die Meerjungfrauen und so geheimnisvoll wie Mörder in der Nacht.
Ihr gefiel das Gefühl unerkannt so viel Macht ausüben zu können.
Ein Blick genügte und ihre Crew tat, was sie befahl.
Die Frau legte den Kopf in den Nacken und besah sich das helle Sternenzelt.
Die Nacht war nicht ihre Zeit, denn sie hatte Feinde, die sich gerne in der Dunkelheit aufhielten.
Wenn sie auch eine gute Kämpferin war, so wusste sie doch, dass es Bessere auf den Weltmeeren gab.
Es gab Menschen, die reicher und mächtiger waren als sie.
Wut stieg in ihr auf.
Eigentlich sollte dem nicht so sein.
Sie sollte über die Karibik gebieten.
Ein Matrose riss sie aus den Gedanken.
Er berichtete ihr, dass von weitem ein Schiff zu sehen sei. Das Schiff eines Piraten.
Ohne auch nur nachzufragen wer es war, befahl sie alle Lichter zu löschen, die Segel zu raffen und sich bedeckt zu halten.
Ihr graute vor der Vorstellung zu sterben.
Hier auf offener See war sie schutzlos und schwach.
Die Puppenspielerin ahnte wem das entdeckte Schiff gehörte.
Auch ihr waren Gerücht zu Ohren gekommen.
Gerüchte vom Teufel in Menschengestalt.
Gerüchte von einem Mann, den selbst der große Blackbeard fürchtete.
Auf keinen Fall wollte sie mit diesem gottlosen Pirat zusammen treffen.
Lange stand sie an der Reling und horchte in die Finsternis.
Waren Kanonen  zu hören? Pistolen? Schreie? Schritte?
Ihr Herz raste geradezu, doch alles blieb still.
Dann endlich kam die erlösende Nachricht, dass das Schiff sie passiert hätte.
Ohne sich ihre Angst anmerken zu lassen, befahl die Puppenspielerin weiter zu segeln.
Der Morgen graute als sie schließlich Havanna erreichten.
Sie befahl ihren Untergebenen einige Schiffe zu entern und verließ „The Marionette“.
In einer Kneipe der Stadt quartierte sie sich ein.
Niemand sollte wissen, dass sie da war und so konnte sie ihr luxuriöses, kleines Haus nicht beziehen.
Ihre Sklaven würden plaudern.
Der Besitzer der Kneipe war grauenhaft hässlich, wie sie fand.
Doch oft waren gerade die Hässlichen die, die am wenigsten von sich gaben.
Sie versicherte sich seiner Verschwiegenheit durch ein Säckchen Geld.
Nun musste sie den Treffpunkt erreichen, an dem sie ihren Kontakt treffen würde.
Es ging um Macht und Geld, beides Dinge, die sie über alles liebte.
Sie wusste wo die Palmengruppe stand, die sie vereinbart hatten und so war sie binnen weniger Minuten dort.
Im Schatten der Bäume stand ein Mann in reicher Kleidung, was sie von weitem sah.
Ihr Kontakt hatte sie noch nicht gesehen, doch das würde sich gleich ändern.
Sie trat näher und grüßte knapp. Auch ihr Gegenüber verlor nicht viele Worte.
Es war wichtig nicht gemeinsam gesehen zu werden, oder wenigstens von so wenig Menschen wie möglich.
Ihr wurde ein Brief zugesteckt und schon verschwand er wieder.
Am Siegel, das den Brief verschloss, erkannte sie, dass er ein Templer war, dass sie im Auftrag der Templer handelte.
Ihr gefiel es, Zugang zu solch einer mächtigen Organisation zu haben.
Die Puppenspielerin öffnete den Umschlag und las die Zeilen, die auf dem gelblichen Papier geschrieben standen:

Puppenspielerin,

Der Auftrag lautet zu töten.
Du sollt töten.
Das Blut soll deine Hände färben.
Das Ziel ist eine Frau.
Anne Bonny.
Nähere dich unauffällig, aber teile ihr vor ihrem Ableben mit, von wem sie ermordet wurde:
Von den Templern.

Der Auftraggeber

Sie las sich das Dokument zweimal durch, ging in die nächste Kneipe und verbrannte den Brief in der Flamme einer Kerze.
Sie hatte schon von ihrem Opfer gehört. Sie war eine Piratin und recht oft hier in Havanna, wie sich die Puppenspielerin erinnern konnte.
Nun lag es an ihr diese Anne Bonny zu finden und zu eliminieren.
Mit dem Kribbeln der Vorfreude in den Finderspitzen trat sie vor die Kneipe, in der sie gewesen war.
Es war nun später Nachmittag und die Seeleute begannen die Bars zu füllen.
Wo würde sie diese Frau finden?
Sie wusste wie sie aussah: Rotes Haar, zart…
Die Puppenspielerin riss die Augen auf, denn sie konnte nicht glauben wer vor ihren Augen aus einer der Kneipen kam.
Ihr Zielobjekt.
Doch sie war nicht alleine.
Mit Furcht sah die Puppenspielerin den Mann, der neben der Rothaarigen ging.
Er war blond, gekleidet wie ein Pirat.
Sie kannte ihn, jedoch nur aus Beschreibungen.
Aus Gerüchten.
Aus Schilderungen angsterfüllter, weinender Männer.
Es war der Teufel in Menschengestalt. Solange sich dieser Mann in der Nähe ihrer Zielperson aufhielt, konnte sie ihr nichts anhaben, denn ihre Frucht war zu groß.
„Coco?“
Die Puppenspielerin fuhr herum.
Hinter ihr stand ein Mann, ein Edelmann und er sah sie neugierig an.
Er hatte ihren Namen gesagt.
Er wusste wie sie hieß und sie wusste wer er war: Ein Jugendfreund.
Innerhalb von wenigen Augenblicken waren zwei Dinge gebrochen:
Sie hatte keine Chance ihren Auftrag zu vollziehen und ihre Maske war gefallen.
Sie konnte es sich nicht erklären, dass in so kurzer Zeit alles verlieren könnte was sie ausmachte: Ihr Ruf und ihre Unerkanntheit.
Was war geschehen?
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