Entschuldige...

von Dork
GeschichteAllgemein / P16
10.04.2019
10.04.2019
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Gil hüpfte ungeduldig von einem Bein auf das andere und starrte die Tür vor sich an. Normalerweise war Ray um diese Zeit schon wach. Gil hatte eigentlich nicht vor gehabt ihn zu wecken, aber jetzt wurde er doch langsam ungeduldig. Er klopfte vorsichtig an die Tür. Keine Antwort. Er öffnete die Tür. Es gab keine Spur von Ray. Verwirrt durchsuchte Gil das Haus. Dann lief er raus. Die Sonne war noch nicht zu sehen. Gil entdeckte Ray unter einem Apfelbaum. Er hatte die Augen zu und schien zu schlafen, als Gil näher kam öffnete er die Augen aber. Er wirkte müde. Er hatte Augenringe und seine roten Augen wirkten glasig, als hätte er geweint. ,,Ray?" Gil setzte sich neben ihn ins Gras. ,,Ist alles in Ordnung? "Ray nickte. Gil sah ihn an. ,,Lügst du, Ray?" Wieder nickt Ray. Gil kuschelte sich an seinen Freund. Seine Zunge brannte vor Ungeduld, aber er wollte es machen wie Ray, wenn dieser Gil tröstete. Ray wartete immer bis Gil von selbst anfing zu erzählen. Manchmal ermutigte er ihn etwas, aber er drängte ihn nie zu erzählen. Gil sprach seine Worte: ,,Du kannst mir immer alles erzählen!" Ein kleines Lächeln huschte über Ray's Gesicht. ,,Ich weiß, Gil." Gil streichelte Ray über den Kopf, wie Ray es immer tat. Anders als Ray's zitterte Gil's Hand vor Ungeduld. Ray merkte es und begann zu reden. Ganz leise, als hätte er Angst die Vögel zu stören, die über ihnen im Apfelbaum ihr erstes Lied anstimmten. ,,Ich hab in letzter Zeit immer öfter Träume von damals. Vom Krieg, von Venedig, von meiner Familie. Ich vermisse sie..." seine Stimme erstarb. Er presste die Lippen aufeinander. Er brauchte einen Moment, bevor er weiter sprach. ,,Ich werde zu ihnen gehen, Gil." ,,Aber es ist so lange her! Sie..." Gil verstummte, als er verstand. Ray stand auf zog ihn auf die Beine. ,,Es war ein tolles leben. Du warst ein Wundervoller, liebenswerter Partner, aber mein Leben war lang genug." Er umarmte ihn. Gil brachte kein Wort zustande. Er drückte sich an seinen besten Freund, welcher ihn nun anlächelte. ,,Du solltest rein gehen. Die Sonne geht gleich auf." Ray brachte Gil zum Haus und umarmte ihn noch einmal. ,,Entschuldige, dass ich zuerst sterbe." Als er sich aus der Umarmung löste hatte der lange Schatten des Hauses sich über sie gelegt. ,,Ich komme mit." Flüsterte Gil. ,,Bist du dir sicher, Gil?" Gil nickte tapfer. ,,Wir bleiben zusammen, Ray." Ray hielt seinen Arm ins Licht. Er fing langsam an zu zerfallen. Gil wollte es ihm gleich tun, doch er zögerte. ,,Ray... Ich kann das nicht... tut mir leid..." Gil kämpfte gegen die Tränen. Ray legte seinen zweiten Arm um ihn. ,,Schon in Ordnung, Gil." Gil merkte kurz wie Ray sich vor Schmerz verkrampfte, dann spürte er Lippen auf seinen. Ganz sanft.
Er endete abrupt. Gil konnte die Maske fangen, bevor sie in den Schmutz fiel. Ein kleiner Luftzug trug die Asche weg und strich sanft um Gil's Beine. Tränen fielen auf die Maske. Schnell trocknete Gil sie. The Mother legte von hinten ihre Arme um ihn. Auch sie weinte. Gil versuchte nicht länger es zurück zu halten.