Unsichtbares Band

von Rosalie18
OneshotSchmerz/Trost / P12
Black Widow / Natasha Romanoff Hawkeye / Clint Barton
09.04.2019
09.04.2019
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Der OS ist im Rahmen der [Challenge] 1 Beginn, 1 Ende, 1 Wort von Liz Tonks  entstanden.


Die Zahl die ich mir ausgesucht habe ist die 31 und das dazugehörige Wort ist „Band.“


Die Handlung ist Post Infinity War und nimmt wissentlich keinen Bezug auf die Geschehnisse in Endgame.


Viel Spaß beim Lesen.




Disclaimer: Die Charaktere gehören Marvel. Ich leihe sie mir nur aus und verdiene leider auch kein Geld mit meiner Geschichte.




Unsichtbares Band

Natasha hatte immer geglaubt, dass das Band, welches Clint und sie verband, so stark war, dass nichts es zerstören könnte. Anscheinend hatte sie sich getäuscht. Der Grund war der Verlust seiner Familie, was Clint heftig getroffen und gezeichnet hatte. Sie seufzte schwer und es zerriss ihr das Herz, weil sie ihm nicht helfen konnte. Thanos hatte so viele Leid über sie alle und die gesamte Menschheit gebrachte. Sie verabscheute ihn aus tiefster Seele und wünschte ihm den Tod.

Wann genau sich ihre Gefühle für ihren besten Freund gewandelt und verändert hatten, konnte Natasha nicht genau sagen. Es war schleichend gegangen. Irgendwann war bei jeder noch so kleinen Berührung dieses verräterische Kribbeln im Bauch gewesen. Natürlich war ihr bewusst, dass sie keine Chance bei ihm hatte, da Clint seine Frau abgöttisch liebte und sie niemals verlassen würde. Sie hatte sich damit abgefunden und war einfach nur froh seine Nähe und Freundschaft zu haben. Ein Leben ohne ihn konnte sie sich nicht mehr vorstellen. Doch seit seine Familie ausgelöscht worden war, hatte er sich auch von ihr zurückgezogen und den Kontakt zu ihr abgebrochen.

Clint fehlte ihr, doch Natasha hatte keine Ahnung, wo er sich befand. Dafür spürte sie umso deutlicher, dass es ihm nicht gut ging, dass er sie brauchte. Dennoch suchte er nicht den Kontakt zu ihr.

Mit einer Tasse dampfenden Tee saß Natasha auf ihrer Couch und schaute den Regentropfen zu, die am Fenster hinunterrannten. So grau und trist, wie es draußen war, so fühlte sie sich in ihrem Inneren. Manchmal in Momenten wie heute wünschte sich Natasha, dass sie ausgelöscht worden wäre, dann wäre ihr das Elend um sie herum erspart geblieben, doch sie hatte überlebt.

Die Auslöschung des halben Universum war so sinnlos. Sie hatte nicht einmal mehr die Kraft wütend auf Thanos zu sein. Natasha fühlte sich ausgelaugt und wollte am liebsten nur noch schlafen. Vielleicht sollte sie …? Den Gedanken dachte sie nicht zu Ende. Sie musste stark sein. Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung. Auch wollte sie, das Clint nicht antun, noch jemanden zu verlieren, der ihm viel bedeutete. Ja, sie bedeutete ihm viel. Das wusste sie, auch wenn er ihr das gerade nicht zeigen konnte oder wollte. Sie nahm es ihm nicht übel. Im Gegenteil, sie hatte vollstes Verständnis für Clint.

Das Klopfen an ihrer Haustür riss sie aus ihren traurigen Gedanken. Natasha wollte es eigentlich ignorieren, doch eine unsichtbare Macht zog sie förmlich zur Tür. Ihr Herzschlag erhöhte sich und das verräterische Kribbeln meldete sich zu Wort. Clint.

Er war es, dass wusste sie. Das spürte sie ganz deutlich. Sie erhob sich, ging zur Tür und öffnete diese. Tatsächlich stand Clint vor der Tür. Ihre Blicke trafen sich und sie zog ihn in ihre Arme. Er erwiderte die Umarmung. Natasha war es egal, dass er klitschnass und sie nach kürzester Zeit ebenfalls vollkommen durchnässt war.

Einige Minuten stand die sich in den Armen haltend in mitten des herabprasselnden Regens.

„Du hast mir gefehlt“, durchbrach Clint die Stille.

„Du mir auch. Lass uns reingehen.“ Nur zu gerne ließ er sich von seiner besten Freundin in deren Wohnung ziehen.

Während Natasha im Bad Handtücher holte, ging Clint ins Wohnzimmer. Sie reichte ihm eins, schweigend trockneten sie sich ab. Immer wieder trafen sich ihre Blicke. Sie erkannte neben dem unendlichen Schmerz noch eine andere Emotion – Liebe. Er trat zu ihr, legte seine Hände an ihre Wangen und seine Stirn gegen ihre. Immer noch sagte keiner ein Wort, doch die Stille war nicht unangenehm. Ganz im Gegenteil. Im Moment war reden überflüssig. Natasha war einfach nur froh ihn bei sich zu haben.


+++



„Es tut mir so unfassbar leid, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann“, sagte Natasha nach einer Weile. Immer noch standen sie in ihrem Wohnzimmer, seine Hände an ihren Wangen und Stirn an Stirn gelehnt.

„Ich bin froh wenigstens noch dich zu haben“, flüsterte Clint und im nächsten Moment küsste er sie. Im ersten Augenblick versteifte sich ihr Körper, doch dann erwiderte sie den Kuss. Sie wusste, dass  es eine Übersprunghandlung war und der Kuss keinerlei Bedeutung hatte. Er brauchte den Kuss jetzt einfach. Dennoch hoffte ein verschwindend kleiner Teil von ihr, dass er doch mehr bedeutete. Sie hasste sich für den Gedanken, doch sie konnte sich nicht dagegen wehren. Natasha kam sich so schäbig vor. Ihre Gefühle konnte sie leider nicht ändern oder abstellen. Sie würde an seiner Seite sein, egal in welcher Form. So würden sie die Zukunft, wie sie auch sein möge, gemeinsam bestreiten.

Das Band, was sie verband, war nach wie vor vorhanden und stärker, als jemals zuvor.


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