✩ Mondpalast ✩

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Cana Alberona Gray Fullbuster Lucy Heartfilia Natsu Dragneel Yukino Aguria
09.04.2019
12.06.2019
9
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2
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Hallo meine lieben Leser =)

Vorweg möchte ich ankündigen, dass ich in den wohlverdienten Urlaub fahren werde und da wohl nicht zum Schreiben komme. Von daher richtet euch darauf ein, dass das nächste Kapitel erst in ca. 2 Wochen erscheinen wird :D
Dennoch wünsche ich euch jetzt erstmal viel Spaß mit Kapitel Nummer 9 und sage, bis denne *winke*winke*
*schon mal den Reisekoffer aus dem Keller hol*

Lieben Gruß, Angelina

≈ ♦ ≈


Wir folgten dem Besitzer dieses Palastes, der uns durch unzählige Flure und Gänge führte. Alles war aus weißem Marmor errichtet worden. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dennoch konnte ich dieses beklemmende Gefühl, welches wie ein wild tosender Sturm in meinem Inneren kurz vor dem Ausbruch stand, nicht ignorieren.

Wir hielten uns gerade im rechten Flügel des Palastes auf. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass ich noch nie hier gewesen war, aber trotzdem kamen mir diese weißen Mauern auf irgendeiner Art und Weise vertraut vor. Mein Blick schweifte nach links und ich entdeckte einen Garten, der den rechten Flügel von dem linken trennte. In Mitten des Gartens, der völlig vom Schnee bedeckt war, stand ein großer Springbrunnen, der aus drei Schalen bestand. Auf der letzten Schale schoss eine Fontäne Wasser in die Luft empor. Der Wasserstrahl brach am Ende der Fontäne, ließ die Wassertropfen zu allen Seiten glitzernd zu Boden rieseln wie tausend kleine Diamanten. Der Anblick war wunderschön und komischerweise hatte ich das Gefühl, dass mich die Wasserfontäne zu sich rufen würde. Gerade, als ich einen Abbieger zu diesem Brunnen machen wollte, um ihn mir genauer anzuschauen, bogen wir gemeinsam in einen weiteren der unzähligen Flure ab und ich gab gut und gerne zu, dass ich bereits die Orientierung hier verloren hatte. Im Gegensatz zu Natsu, der sich mit Sicherheit nach all den Jahren noch in Magnolia verlaufen würde, war mein Orientierungssinn alles andere als schlecht und trotzdem wusste ich nicht mehr, woher wir gekommen sind und welche Wege zurück zum Ausgang führten. Würde man mich hier an Ort und Stelle alleine zurücklassen, wüsste ich nicht wie ich den Weg zurückfinden würde und wahrscheinlich wie Natsu bei den letzten Magischen Spielen in Crocus wie ein verlorenes, ängstliches Schneehäschen durch diese kalten Mauern im Palast umherirren. Okay, Natsu war damals kein ängstliches Schneehäschen gewesen, eher ein wildgewordener Drache, der unkontrolliert durch die Straßen Crocus gehetzt war. Ja, ich gab es gut und gerne zu: Dieser Palast war mir nicht ganz koscher und mit einem Seitenblick zu Gray und Natsu musste ich feststellen, dass es meinen Kameraden wohl ebenso erging und ich mit meinem siebten Sinn nicht alleine dastand.

Unser temperamentvoller Dragon Slayer war ungewöhnlich still und schaute mit einem viel zu ernsten Blick den Rücken von Herrn Akish an. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gesagt, er würde ihn mit seinen dunklen Augen aufspießen.
»Gray, hier stimmt was nicht. Es ist Totenstill«, hörte ich meinen besten Freund ernst flüstern, der sich dem Eismagier leicht entgegenbeugte. »Ich rieche gewaltigen Ärger«. Nur flüchtig huschten die onyxfarbenen Augen des Eismagiers zu seinem Rivalen hinüber, ehe sie wieder wachsam die Umgebung im Auge behielten. »Ja«, hauchte Gray mit gedämpfter Stimme. »Bedienstete gibt es auch nicht. Allein, dass ein Hausherr mutterseelenallein in solch einem großen Palast wohnt ist Grund genug zu Vorsicht«. Ich sah wie Natsu zustimmend nickte. Seine Nasenflügel zuckten und versuchten wohl irgendwas zu erfassen, aber nach der Mimik zu urteilen, die er missmutig verzog, roch er rein gar nichts. Mir lief es Eiskalt den Rücken hinunter. Wenn ein Dragon Slayer, der selbst den Geruch seiner Freunde kilometerweit ausfindig machen konnte, nichts roch, was seitdem ich ihn kenne noch nie vorgekommen war, verhieß das nichts Gutes, denn irgendwas musste man doch immer riechen können, oder? Und sei es nur, ja was? Der Geruch von Schneehasen?

Mit einer Gänsehaut, die meine feinen Härchen auf den Unterarmen zu Berge stehen ließen und die nicht von der frostigen Kälte in diesem Land verursacht wurde, zupfte ich ängstlich an dem Saum von Grays gefütterte Scharfsfelljacke. »Dieser Joy ist unheimlich. Seine weißen Augen …«, meine Stimme versagte und ich konnte meine braunen Augen, die starr auf den breiten Rücken des Hausherrn gerichtet waren, nicht abwenden. »Keine Sorge, Luce«, vernahm ich Grays aufmunternde Stimme nah ein meinem Ohr. Der kalte Schauer, der zuvor meinem Rücken hinuntergeflossen war, wurde durch eine warme Welle ersetzt, die meinem Körper erfasste. »Ich beschütze dich«, fügte er hinzu und legte mir wie zur Bestätigung seinen Arm um meine Schulter und drückte mich für den Bruchteil einer Sekunde fest an seinen Körper. Ich presste meine Lippen aufeinander, so dass nur noch ein kleiner schmaler Spalt zu sehen war, um keine verräterischen Geräusche von mir zu geben. Für einen Moment schloss ich meine braunen Seelenspiegel und genoss diese leichte wärme die von dem Eismagier ausging, die mich abermals überraschte. Ich sollte ihn später mal darauf ansprechen, wie das sein kann, nahm ich mir fest vor. »Genau! Ich werde dich auch beschützen, Luce«, grinste mir ein gewisser Feuermagier mit einem überdimensionalen Grinsen frech zu als er meinen Spitznamen extra betonte und gedehnt in die Länge zog. Augenblick schoss mir die Röte in die Wangen. Mein Kopf glühte auf Hochtouren und ich fühlte mich wie ein Heißkessel der kurz vorm Schmelzen stand. »Natsu«, kreischte ich hysterisch seinen Namen und verpasste ihm eine Kopfnuss á la Titania.

Jammernd und sich seinen schmerzenden Kopf reibend ging er neben mir her, während ich meine Handflächen an meine pochenden Wangen hielt und den Boden mit einem Mal durchaus sehr interessant fand.
»Wir sind da«, sprach uns Joy Akish mit seiner herrischen Stimme an. Die ganzen Peinlichkeiten von zuvor und das Gefühl des Unwohlseins waren mit einem Schlag vergessen als er uns aus diesen trüben weißen Augen ansah, die meinen Körper sofort in Kampfbereitschaft versetzte.
»Und wo wäre das?«, erwiderte der Schwarzhaarige und machte kein Hehl daraus, dass er diesem Herrn keinen Zentimeter über den Weg traute. Seine Stimme klang eisig und hatte einen rauen Ton angenommen, die zur Vorsicht mahnte. Meine Augen huschten zwischen meinen Freunden und Herrn Akish umher, der ein kleines Schmunzeln auf den Lippen hatte. Allem Anschein nach schien ihn der Ton, den Gray angeschlagen hatte, durchaus zu amüsieren. Mit einem hochnäsigen Ausdruck in seinen weißen Augen schaute er uns mit einem komischen Funkeln an. »Im linken Flügel des Palastes. Hier befindet sich eure Unterkunft. Das junge Fräulein hat natürlich ein eigenes Gemach«, antwortete er auf die Frage und zeigte auf zwei Türen. »Ihr habt eine lange Reise hinter euch und solltet euch ausruhen und stärken. Was zu essen befindet sich in euren Räumlichkeiten und morgen besprechen wir den Auftrag«, fügte er erklärend hinzu, lief sodann ohne ein weiteres Wort an uns vorbei den Weg zurück, den wir gekommen waren. Ein dunkelblauer Mantel wehte dabei bedrohlich sachte im Wind, der pfeifend durch die Flure zog und wir? Wir standen da wie bestellt und nicht abgeholt und wussten nicht, was wir von dieser Aktion halten sollten.

Als ich die Tür zu meinem Gemach öffnen wollte, hielt mich Natsu mit einem warnenden Ton in der Stimme auf. »Warte!«, sagte er bestimmend zu mir und trat mit einem ersten Ausdruck in den Augen neben mich. »Wir sollten vorsichtig sein«, mahnte er zur Vorsicht und legte seine Hand auf die schwarze Klinke. Langsam öffnete er die Tür und ließ einen prüfenden Blick durch das Zimmer schweifen. Ich stand hinter ihm und konnte nichts sehen. Doch auch, wenn mir der Hausherr nicht ganz koscher war, fand ich, dass der Dragneel etwas übertrieb. Ich meine, er würde uns doch nicht umbringen wollen. Schließlich konnte er nicht wissen, welche Gilde sich seinen Auftrag aussuchen würde, es sei denn, er hätte diesen nur zu unserer Gilde geschickt und auch dann hätte er nicht wissen können, welche Magier sich für diesen Auftrag letztendlich entscheiden würden. »Jetzt übertreib mal nicht«, gab ich meine Gedanken freien Lauf und trat an dem Feuermagier vorbei. Sofort blieb ich bedröppelt im Türrahmen stehen und traute meinen Augen nicht. Ich kannte diesen Ort, und zwar aus meinem Traum! Schnell fasste ich mich bevor meine Jungs meine Verwunderung bemerkten, die man momentan noch als Verblüffung abtun konnte, da wir solch eine luxuriöse Einrichtung alles andere aus gewohnt waren.

Mit kleinen Schritten betrat ich das Gemach und schaute mich neugierig um. Zu meiner rechten befand sich ein Himmelbett, was in sanften Blautönen gehalten wurde. Daneben ein Nachtschränkchen mit einer kleinen Lampe. Zu meiner linken befand sich in der Mitte eine Couch und ein Tisch aus Glas, auf welchem sich eine silberne Obstschale mit Verzierungen befand, die voll gefüllt war mit Äpfel, Orangen, Bananen. Daneben befand sich eine weitere Schale in der sich frisches Brot befand. Ich stutzte als ich zu dem Tisch hinüberging und legte meine Hand auf die durchsichtige Oberfläche, die ich erschrocken zurückzog. Sofort rannten  meine Teamkameraden alarmiert zu mir, doch ich schüttelte nur mit dem Kopf. »Sie ist aus Eis«, sagte ich zu ihnen und konnte noch die Kälte in meiner Handfläche spüren. Weiter befand sich in der linken Ecke ein kleines Bücherregal, welches ich später näher unter die Lupe nehmen würde. Schließlich richtete sich mein Blick wieder zur Zimmermitte, wo eine durchsichtige Tür - ich vermutete, dass sie ebenfalls aus Eis sein musste – hinaus auf einen Balkon führte und unweigerlich erinnerte ich mich an den Teil meines Traumes zurück, der auf diesen Balkon spielte. Ich verzog überlegend meine Schnute. Oder war der Traum vielleicht eine Vision der Zukunft gewesen? So wie bei Charlé, die manchmal kleine Fetzen erhaschten konnte, wovon sich aber nichts bewahrheiten musste, weil die Zukunft in ständiger Bewegung war. Kurz stimmte mich diese Eigenschaft etwas traurig, denn die Szene aus dem Traum war wirklich traumhaft gewesen. Ich schielte hinüber zu Gray und errötete, ehe ich meinen Blick schnell wieder abwandte. Ob es sich bei dem Mann um Gray gehandelt hatte?

»Es scheint hier alles in Ordnung zu sein«, hörte ich meinen besten Freund zu mir sagen, der mich aufmunternd anlächelte und mich damit aus meinen Überlegungen holte. »Hoffentlich gibt es auf unserem Zimmer Fleisch«. Mit hochgezogener Augenbraue betrachtete er skeptisch die Obstschale und ich konnte es förmlich in seinem Hirn rattern hören, wo er mit purer Sicherheit abwägte, ob man das komisch aussehende Obst überhaupt essen konnte. »Zur Not wirst du schon nicht an ein paar Vitaminen sterben«, lachte ich ihn an, der sich ertappt am Hinterkopf kratzte. Schief grinste er mich schmal an, ehe er mit erhobener Hand mein Zimmer verließ, um seines zu begutachten, welches er sich mit Gray teilen würde. Kurz wunderte ich mich, dass er genau diese Sache ohne jeglichen anreizenden Kommentar so stehen ließ. »Ruh’ dich ein wenig aus. Wer weiß was uns morgen alles erwarten wird«. Mein Blick schweifte zum Eismagier, der lässig im Türrahmen stand und mich mit einem fürsorglichen Blick ansah. »Du aber auch und schlagt euch nicht die Köpfe ein«. Gray zog amüsiert seine Lippen nach oben. »Mal sehen«, gab er mir zur Antwort. »Ich schaue später nochmal nach dir, Luce«, und warf mir einen letzten Blick zu, ehe er die Tür hinter sich schloss und mich alleine zurückließ. Nach einem tiefen Atemzug löste ich meine blonden Haare aus meinen strengen Pferdeschwanz, die mir sachte über die Schulter fielen. Mein Rucksack landete mit seinem dumpfen Aufschlag auf das pompöse Bett, aus welchem ich ohne Hintergedanken ein hellblaues Sommerkleid hervorholte, welches ich hin und wieder auch zum Schlafen benutzte.

Und da erhaschten meine rehkitzbraunen Augen einen kleinen Briefumschlag, der unter der Lampe auf dem Nachtisch lag. Verwirrt kräuselte ich die Brauen. Lag der vorhin auch schon da? An sich hätte der Brief mich nicht unbedingt weiter verwundert, würde auf diesem Umschlag in einer schwungvollen, feinen Handschrift, die definitiv von einer Frau stammte, nicht mein Name stehen: Lucy Heartfilia
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