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Delirium

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Phoenix / Doktor Jean Elaine Grey Quicksilver / Pietro Maximoff
09.04.2019
14.07.2020
16
37.904
5
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Dieses Kapitel
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15.04.2019 1.097
 
"Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unserer Haut eingeschlossen sind, wie es scheint."

- Friedrich Hebbel




Mitten in der Nacht wurde ich von einem markerschütternden Schrei aus dem Schlaf gerissen. Nicht. Schon. Wieder. Jeans Alpträume nahmen in letzter Zeit erheblich zu und das bereitete mir große Sorgen. Ich schlich aus dem Bett, um sie wieder zu beruhigen.

„Jean? Jean wach auf, bitte. Jean!“, meine Stimme wurde immer lauter, doch es half nichts.

>>Ach verdammt, warum muss das immer genau dann passieren, wenn ich mal was cooles träume<<

Mittlerweile wurden auch die Wände schon angefackelt, bis sich endlich die Tür öffnete und Professor Xavier mit Hank im Schlepptau in den Raum kam, oder rollte, wie auch immer.

„Daisy, würdest du bitte draußen warten und die anderen beruhigen?“

„Natürlich Professor.“

Ich angelte mir noch schnell meinen Morgenmantel und als ich den Flur betrat versuchte ich meine Mitmutanten in Schach zu halten.

„Hier gibt’s nichts zu sehen, verzieht euch wieder und geht schlafen!“, ja wenn ich um drei Uhr morgens geweckt werde bin ich wirklich schlecht drauf.

„Wie hältst du es mit der in einem Zimmer aus?“, fragte mich Brian McMonroe, dessen Intelligenz der einer Scheibe Weißbrot glich.

„Sprich nicht so von meiner besten Freundin du dämlicher Schwachmat!“, fauchte ich und er verzog sich mit mürrischem Gesichtsausdruck zurück in sein Zimmer.

>>Wo war der als die Gehirne verteilt wurden? <<

Erst jetzt bemerkte ich, dass die Schreie schon längst aufgehört hatten und gleichzeitig mit diesem Gedanken verließen Hank und der Professor wieder das Zimmer.

„Wie geht es ihr, werden die Alpträume schlimmer?“

Der Professor lächelte resigniert und erklärte mit besorgter Miene: „Es wird besser, Jean kann sich glücklich schätzten jemanden wie dich zu haben.“

„Nein, ich kann mich glücklich schätzen jemanden wie sie zu haben. Gute Nacht Professor. Gute Nacht Hank.“

„Gute Nacht“, erwiderten beide unisono und ich kehrte in mein Zimmer zurück.

„Hey“, Jean klang ziemlich erschöpft.

„Wie geht’s dir du Schachtelteufel?“

„Es tut mir so leid, wieso wechselst du nicht einfach das Zimmer?“

„Sind dir jetzt endgültig die Sicherungen durchgebrannt? Ich würde niemals auch nur daran denken das Zimmer zu wechseln.“

Jean rang sich ein Lächeln ab und ich schloss sie in die Arme. Sie benötigte jemanden, der für sie da ist und es war mir eine Ehre dieser Jemand zu sein.

„Jetzt geh ich schlafen, außer du willst morgen die unausgeschlafene Version von mir ertragen.“

„Oh Gott bewahre, bitte nicht. Einmal und nie wieder.“

Jetzt musste ich lachen, denn wenn ich meine vollen acht Stunden Schlaf nicht hatte, war ich unerträglich.

„Schlaf gut.“

„Du auch Daisy.“



Ein paar Tage später waren schon wieder einige interessante Dinge passiert. Mittlerweile haben sich Jean und Scott vertragen und ich hab ihn auch mal kennen gelernt, doch ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir noch auf einen grünen Zweig kommen werden. Ich hab versucht witzig zu sein, aber er hat einfach keinen Sinn für Humor, dann war ich mit Höflichkeit an der Reihe, aber er ist einfach nur arrogant. Letzten Endes hab ich es aufgegeben und er steht jetzt auf meiner Liste.

Jedenfalls war ich gerade damit beschäftigt an dem Teich im Garten meine Fähigkeiten zu optimieren. Ja, Geheimnis gelüftet, ich kann Wasser kontrollieren und Eis erschaffen. Sollte aus einem unerfindlichem Grund kein Wasser da zu sein, ziehe ich es einfach aus der Luft. Ich arbeite in diesem Sinn also mit der Luftfeuchtigkeit, aber als Naturwissenschaftsniete kann ich das nicht so gut erklären wie der Professor. Ich verstehe es im Grunde auch gar nicht, also wird es für mich immer Zauberei bleiben, basta! Wie auch immer, nach einiger Zeit, in der ich meine Ruhe genoss, wurde meine Aura von einer aufgedrehten Jubilee gestört.

>>Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. Ganz tief durchatmen<<

„Hey Lee, was gibt’s?”

“Es gibt einen Neuzugang, das ist Kurt.“

Erst jetzt realisierte ich das da jemand neben ihr stand. Tja meine Damen und Herren ich präsentiere Ihnen meine Auffassungsgabe von glatten 0%.

„Frischfleisch, wie schön“, ich konnte mir lebhaft vorstellen wie ich ein wahnsinniges Grinsen in Joker Manier bekam.

„Ähhhh, ja ich bin Kurt Wagner“, er reichte mir verunsichert die Hand, oder…, ja doch, die Hand und gerne schüttelte ich diese.

„Ich bin Daisy, also was ist deine Mutation, außer dass du blau bist?“, ja ich bin neugierig, sehr neugierig, immer.

Statt einer Antwort verschwand er und jemand tippte mir auf die Schulter, sodass ich erschrak und ausversehen einen Wasserstrahl auf denjenigen abfeuerte.

Ein nunmehr patschnasser Kurt stand hinter mir und vor lauter Überraschungseffekt hatte er seine Augen weit aufgerissen. Ich schlug mir die Hände vor den Mund und versuchte ein Lachen zu unterdrücken.

„Tut mir leid, aber man sollte mich wirklich nicht erschrecken“, stammelte ich etwas verlegen.

„Ist schon gut, wenigstens spare ich mir so die Frage nach deiner Mutation.“

„Stimmt allerdings.“

Ich konnte ihn jetzt schon leiden.

„Aber ich kann noch mehr, pass auf.“

Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich auf das Wasser, welches an ihm haftete. Mit etwas Magie, zumindest nenne ich es so, nahm ich das Wasser von ihm und ließ es zurück in den Teich fließen. Er war jetzt wieder so gut wie neu.

„Wow, danke.“

„Steht’s zu Diensten.“

Die beiden verschwanden wieder so schnell wie sie aufgetaucht waren und ich beschloss mich Physik zuzuwenden. Zugegeben bin ich nicht die fleißigste Schülerin, ach was, ich bin die Faulheit in Person und wenn ich mir nicht so gut Sachen merken könnte, dann wäre mir das nicht nur einmal zum Verhängnis geworden.

So saß ich also auf meinem Bett, über meinen Büchern und doch fehlte etwas. Natürlich. Glühbirne blinkt. Auf meinem Nachttisch neben mir lag noch mein Walkman. Lernen während Rush und AC DC aus voller Röhre in dein Ohr dringen funktioniert doch gleich besser.

„Hey Daisy.“

Keine Reaktion, erst als man mir unsanft die Kopfhörer entriss bemerkte ich die Störenfriede, die mich allesamt genervt ansahen.

„Hey sachte, was hab ich denn jetzt schon wieder verbrochen?“

„Nichts, kommst du mit in die Mall?“, fragte Jean, während Jubilee, Kurt und Scott eifrig nickten.

„Ja, wir wollen uns Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter ansehen“, ergriff Jubilee aufgeregt das Wort.

„Nein, schon gesehen.“

„WAS!? Wann?“

„Letzte Woche, soll ich euch erzählen wie es ausgeht?“

„Bloß nicht! Kommt, das nächste Mal klopfen wir sie schon weich.“

Dann verkrümelten sie sich wieder und ich hatte wieder meine Ruhe. Ich hatte wohl nicht gerade meinen wohltätigen Tag, aber ganz im Ernst, was sollte denn heute noch großartiges passieren?
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