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Delirium

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Phoenix / Doktor Jean Elaine Grey Quicksilver / Pietro Maximoff
09.04.2019
14.07.2020
16
37.904
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23.02.2020 3.236
 
"In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank."

- Sigmund Freud



Schon wieder befand ich mich hier. Vor der Bürotür des Professors. Es war, als wäre es gestern gewesen, als ich das letzte Mal hier war, dabei war es schon eine Woche her, eine ganze Woche, tja, mit dem Verarbeiten von Dingen war ich wohl genauso langsam wie Jean beim Essen. Sie brauchte ja schon für einen Müsliriegel eine halbe Stunde, man kann sich schon vorstellen, wie lange wir beim Abendessen dasaßen und warteten, bis sie endlich fertig war. Aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich nur berichten, dass mich schon wieder dieses Zittern heimsucht, Prüfungszittern, wie ich es gerne nenne, allseits bekannt, würde ich behaupten. Ich hob meine Hand, dachte kurz darüber nach, wieder schreiend davonzulaufen, aber da hatte ich schon geklopft und wurde auch prompt hereingebeten. Ich wusste auch gar nicht, woher die Nervosität kam, ich hatte ja nicht das gleiche Anliegen wie letzte Woche.

„Daisy, es ist wie immer eine Freude dich zu sehen“, sagte der Professor und bedeutete mir, mich hinzusetzen und er war so frei und schenkte mir auch gleich eine Tasse Tee ein.

„Ich könnte mir vorstellen, Sie wissen schon, warum ich hier bin?“, fragte ich, ein wenig verunsichert aus Gründen, die ich mir nicht erklären kann. Es ist nur der Professor, es ist nur der Professor, tief durchatmen, sagte ich mir als Mantra immer und immer wieder.

„Und ich fürchte, ich habe schlechte Nachrichten. Es ist nur eine Namensänderung möglich, wenn man entweder, heiratet, sich scheiden lässt, oder man einen anderweitig guten Grund hat. Es ist leider in deinem Fall weder eines der ersten beiden Dinge noch eine dringende Notwendigkeit, zumindest aus der Sicht des Staates. Zudem ist es noch nicht einmal erwiesen, ob Liora und James Young wirklich deine Eltern sind.“

„Aber ich weiß das doch, ich weiß, dass sie meine Eltern sind und es ist mir egal, ob der Staat es als Notwendigkeit ansieht, meinen Namen zu ändern, oder nicht, es ist ja schließlich meine Angelegenheit, wie ich heiße“, mal ehrlich, das war ja mal wieder ein Erlass, den ein Betrunkener nicht schlechter hätte verfassen können.

„Daisy, so wie es aussieht, sieht der Staat das anders und ich schätze wir müssen das so akzeptieren. Es hat keinen Sinn sich daran aufzuhängen, ich kann leider nichts tun.“

Wutentbrannt nahm ich einen Schluck aus meiner Tasse und verbrannte mir damit auch prompt meine Mundhöhle samt Zunge und Rachen. Das würden üble Brandblasen werden, na super.

„Aber Professor, gibt es denn wirklich keine Möglichkeit meinen Namen irgendwie zu ändern?“, besänftigter, aber dennoch nicht zufrieden, blickte ich ihn aus traurigen Augen an. Ach verdammt, nicht schon wieder, die Tränen spar ich mir.

„Nein, bedauerlicherweise nicht, es tut mir sehr leid.“

„Na gut“, brummte ich. Resigniert atmete ich tief durch, schluckte meinen Zorn vorläufig hinunter und nahm mir vor, mich erst nachher darüber aufzuregen. Da kam mir ein Gedanke.

„Professor? Morgen wird doch Peters Zwillingsschwester an die Schule kommen, nicht wahr?“

„Das ist richtig, ich nehme an, er hat dir davon schon erzählt?“

„Ja, er sagte sie wäre … depressiv? Mich würde interessieren … also … wodurch werden Depressionen ausgelöst?“

„Naja, Wanda Depressionen werden dadurch verursacht, dass sie in dieser Welt keinen sinnvollen Grund findet, um hier leben zu wollen. Sie ist die meiste Zeit in sich gekehrt und vergisst die alltäglichsten Dinge, wie beispielsweise zu essen. Ich denke wir alle haben uns schon einmal gefragt, wo unser Platz in dieser Welt ist und wo wir unsere Bestimmung finden. Da wir uns nicht in dem gleichen Zustand wie Wanda befinden, schätze ich, dass wir schon die eine oder andere Antwort darauf haben. Außerdem ist es nicht gut zu viel über alles nachzudenken, am Ende sind wir genau so schlau wie am Anfang, nur, dass wir uns dadurch selbst herunterziehen und wertvolle Zeit verlieren. Zeit, die wir mit unseren Lieben hätten verbringen können.“

Ich nahm einen Schluck Tee und dachte über seine Worte nach. Wanda schien ein ganz spezieller Fall zu sein und ich würde mich vermutlich nicht davon abhalten können, zumindest zu versuchen, ihr zu helfen. Aber was könnte ich schon ausrichten, schließlich kannte ich keinen Menschen, der wirklich depressiv war. Der Professor ist die beste Person, an die man sich in einem solchen Moment wenden konnte, da war ich mir sicher. Es war sicherlich eine Mammutsaufgabe, einem Mensch zu helfen wieder auf den richtigen Weg zurückzufinden, aber wenn der Professor es nicht schaffte, wer dann?

„Hm, ich frage mich worin meine Bestimmung liegt, im Gegensatz zu den meisten hier, weiß ich noch nicht, was ich einmal werden will und ich möchte Sie nicht beleidigen, aber X-Men zu sein ist nicht das Richtige für mich. Dennoch hilft mir das Training wenigstens meine Kondition zu verbessern.“

„Ich habe auch nie gedacht, dass du dein Leben lang ein X-Men bleiben wirst, aber ich bin mir sicher, dass du genau zur rechten Zeit herausfinden wirst, worin du Erfüllung findest.“

„Danke Professor, ich würde auch gerne noch weiter mit Ihnen reden, aber einerseits bin ich sicher, dass Sie noch wichtigeres zu tun haben und andererseits wartet ein Sandwich auf mich“, ich trank noch den Rest des Tees und stand dann auf.

„Mich hat es auch gefreut und es tut mir wirklich leid, dass ich nicht mehr für dich tun konnte, was deine Namensänderung betrifft.“

„Machen Sie sich keinen Kopf, ich werde mich damit schon noch abfinden, es ist wohl meine Bestimmung so zu heißen.“

„Außer du heiratest“, sagte der Professor und entlockte mir damit ein Lachen.

„Ja, vielleicht, aber ich glaube eher nicht“, ich wollte mich schon umdrehen und gehen, aber ich wurde noch zurückgehalten.

„Wie geht es denn mit dem Kontrollieren deiner Mutation voran?“, fragte der Professor.

„Ach, naja, wirklich besser geworden ist es nicht, Peter bekommt nach wie vor die meisten Wasserbäder ab und ich weiß noch immer nicht, wie ich meine Schreckhaftigkeit loswerde.“

„Mach dir nur keine Sorgen, ich habe das Gefühl, dass dieses Problem bald gelöst wird.“

„Ich vertraue auf ihre Worte, auf Wiedersehen Professor.“

Jetzt verließ ich den Raum endgültig, nachdem ich noch einmal gelächelt hatte und als ich die Tür hinter mir ins Schloss zog, fühlte ich mich erleichtert und belastet zugleich.

Ein bisschen verwirrt und ein bisschen erschlagen, mit einer Spur Dampfwalze, die mich überfahren hatte, so ungefähr fühlte ich mich jetzt. Warum eigentlich? Ist doch alles wunderbar, ich hätte doch wissen müssen, dass die Chance auf eine Änderung meines Namens schwindend gering war. Warum sich an etwas klammern, das aussichtslos war?

Mit jedem Schritt ein bisschen mehr, stapfte ich in Richtung Küche, wo bereits Peter saß und genüsslich in sein Sandwich biss. Auf einem Teller neben ihm lag meines und als er mich bemerkte, sah er auf.

„Ach du bist es, ich dachte schon ein Zirkus samt Elefanten wäre hier eingefallen.“

„Haha, mit deinen schlechten Witzen machst du ja Jerry Lewis Konkurrenz.“

„Hey, beleidige nicht Jerry Lewis, außerdem bist du heute schon den ganzen Tag schlecht drauf.“

„Tja, sonderlich gut war er bis jetzt ja auch nicht, aber was solls.“

Ich setzte mich zu ihm und biss lustlos in mein Sandwich, der Ärger in meinem Bauch hatte mir den Appetit gründlich verdorben. Der Ärger, ha, ich will mich nicht ärgern, aber genau solche Gedanken brachten mich dazu, das Nächstbeste an die Wand werfen zu wollen. Was würde sich dazu denn am besten eignen, die Vase vielleicht?

„Hör auf der Vase böse Blicke zuzuwerfen, du machst mich neugierig, worum es in dem Gespräch mit dem Professor ging.“

„Ach, unwichtig, ich wollte meinen Namen ändern lassen, der Professor sagt, das geht nicht, Ende der Geschichte. Nein, nicht ganz, ich bin ziemlich wütend und … ich weiß nicht was ich später einmal werden will“, resigniert seufzte ich und legte mein Sandwich wieder auf den Teller.

„Sieh die Sache doch mal so, solange du noch keine Entscheidung getroffen hast, stehen dir alle Türen offen, erst wenn du eine der Türen auswählst, schließen sich die anderen und somit sterben Millionen von Möglichkeiten, die dir zurzeit noch zur Verfügung stehen.“

„Nein, wie philosophisch, das hätte ich von dir gar nicht erwartet.“

„Ach Dazz, du unterschätzt mich eben, wie sooft.“

„Stimmt doch gar nicht.“

„Und ob, aber ich nehm es dir nicht übel.“

„Zu gütig.“

„Immer doch.“

Ich verdrehte die Augen, lächelte aber dabei. Dann wollte ich mir wieder mein Sandwich nehmen, als ich feststellte, dass ich ja noch sauer war. Richtig sauer. So sauer, dass ich gerne etwas werfen würde, die Vase sollte sich noch nicht in Sicherheit wiegen.

Wasser wirkte beruhigend auf mich, das nutzte ich aus und schenkte mir ein Glas Wasser ein, wie praktisch es doch war eine Mutantin zu sein. Aber nach dem ersten Schluck war ich immer noch so sauer, dass ich das Glas samt Inhalt voller Zorn unabsichtlich schockfrostete. Also konnte ich meine Kräfte bei übermäßigem Zorn auch nicht kontrollieren, gut zu wissen. Ich enteiste das Glas und stellte es beiseite.

„So langsam denke ich, du könntest eine Ablenkung gebrauchen“, sagte Peter, der sich die Szene amüsiert angesehen hat und mittlerweile auch mit seinem Sandwich fertig war.

„Ach und was soll das deiner Meinung nach sein?“, zischte ich. Ich wollte ihn nicht anfahren, weil es mal nicht nach meinem Willen ging, aber ich war so wütend.

„Ich verstehe nicht, was daran so schwer ist, einen Namen zu ändern, niemand wäre davon geschädigt, oder betroffen, außer ich. So viel bürokratischer Aufwand kann das doch nicht sein. Ich will nicht Daisy Termint heißen, das kling sowieso total bescheuert, Daisy Young würde viel besser klingen, aber nein.“

Ich stampfte auf den Boden, wie eine Vierjährige und schnaubte verächtlich.

„Bist du jetzt fertig?“

„Nein.“

„Gut, dann komm mit.“

„Oh nein, was hast du vor?“

Im nächsten Moment stand ich auch schon in der Bibliothek, ließ mich auf ein Sofa fallen und versuchte, die paar Bissen von meinem Sandwich im Magen zu behalten. Peter sauste gleich wieder los und holte den Teller mit meinem Sandwich. Dann verschwand er in die andere Richtung und brachte ein Schachbrett mit.

„Ich kann kein Schach“, sagte ich und blickte skeptisch auf das Spielbrett hinab.

„Ich aber und da ich weiß, dass du gerne besser bist als alle anderen, werde ich dir das beibringen und wir spiele solange, bis du mich besiegst.“

„Woher kannst du denn Schach?“

„Liegt in den Genen, ist das einzige Spiel, dass ich gut beherrsche, in dem es um Strategie geht.“

„Ach komm, du stellst dich ein bisschen sehr unter den Scheffel.“

„Egal, ich an deiner Stelle würde jetzt gut auf meine Erklärungen hören.“

„Von mir aus, oh großer Schachmeister“, ich gebe zu, der Ehrgeiz hatte mich gepackt und ich biss entschlossen von meinem Sandwich ab. Ich würde ihn sicher eines Tages besiegen und wenn ich Jahre dafür brauche.



„Schach Matt“, sagte Peter jetzt bestimmt schon zum sechsten Mal und ich war vielleicht nicht wütend, aber zufrieden mit mir war ich auch nicht. Verständlicherweise.

„Revanche“, sagte ich und wir bauten neu auf.

„Hey Leute“, schallte es hinter uns und ich drehte meinen Kopf, um Ororo zu sehen, die im Türrahmen stand.

„Hey Ororo“, antworteten wir und sie kam näher.

„Ihr wisst, dass es jetzt Abendessen gibt?“, fragte sie und Peter und ich schauten uns an.

„Jetzt schon?“, gab ich verdutzt zurück.

„Ja, es ist schon Viertel vor acht.“

Wir hatten also schon seit ganzen vier Stunden hier gesessen. Draußen dämmerte es auch allmählich und Peter stand auf.

„Wir spielen aber später weiter.“

„Nein, lieber morgen, ich bin Fix und Alle“, sagte Peter und gähnte, „Kommt, gehen wir Abendessen, sind die anderen auch schon da?“

„Ja, wir haben euch auch schon gesucht, wer hätte gedacht, dass ihr Schach spielen würdet.“



„Hey Leute, ich hab euch das gar nicht gefragt, welche Sommerkurse habt ihr euch eigentlich ausgesucht?“, fragte ich, vergesslich wie ich war.

Vor einer Woche wurde angekündigt, dass wir im Sommer mindestens drei Kurse belegen mussten, die statt dem Unterricht angeboten wurden. Es waren zwar Sommerferien, aber die meisten von uns konnten nicht nach Hause, oder hatten gar keines. So wie Lehrer eben waren, wollten sie uns selbst in den Sommerferien mit einer Art Unterricht die „Langeweile“ vertreiben. Einerseits wurden Nachhilfekurse für jedes Fach angeboten, aber da ich dieses Semester ganz gut abgeschlossen hatte und selbst Physik mit einer schwachen drei geschafft hatte, brauchte ich keine Nachhilfe. Jedenfalls wollten wir uns nicht gegenseitig beeinflussen und hatten deshalb ohne das Wissen der anderen die Kurse ausgewählt.

„Anatomie, Psychologie und Biologie“, antwortete mir Jean, nach dem letzten Bissen ihres Salates.

„Oh wow, Dr. Grey, seit wann interessierst du dich so für den Mensch?“, spottete Ororo und sie zuckte mit den Schultern.

„Ach, ich dachte etwas Neues ausprobieren schadet nicht, außerdem muss ich mir dann nach dem Psychologiekurs nicht mehr von Daisy helfen lassen.“

„Ach komm, ich mache meines Sache doch gut“, sagte ich.

„Ich habe auch Anatomie genommen“, warf Kurt dann ein, vermutlich um wieder auf das Ursprungsthema zurückzuführen.

„Cool, dann sind wir ja wenigstens in einem Kurs gemeinsam, was hast du noch?“, fragte Jean.

„Weltgeschichte und Politik“, antwortete Kurt.

„Politik? Warum das denn?“, fragte Scott und sah wenig angetan aus.

„Aus Interesse, im Gegensatz zu euch möchte ich wissen, was ich anrichte, wenn ich jemanden wähle.“

„Ich habe übrigens auch Weltgeschichte“, meldete ich mich und freute mich, dass ich mit Kurt in einem Kurs war.

„Außerdem noch Kreatives Schreiben und den Buchklub hab ich auch noch.“

Das mit dem Buchklub stand sofort fest, als ich ihn auf der Liste entdeckt hatte, außerdem hatten wir diesen Kurs mit dem Professor und nicht etwa mit Professor Windrop. Die Frau langweilte mich in Literatur immer zu Tode. Wahrscheinlich lag das daran, dass sie immer viel zu viel in alles hineininterpretierte, wen interessiert es, was sich der Autor bei blauen Vorhängen gedacht hat, vermutlich steckt da eh nichts dahinter.

Das mit kreativem Schreiben und Weltgeschichte war dann schon etwas schwieriger, aber letzten Endes mochte ich Geschichte und ich hatte nie wirklich etwas gegen das Schreiben von Aufsätzen also war das dann auch beschlossene Sache.

„Ich wusste, dass du den Buchklub nimmst“, grinste Peter.

„War ja auch nicht schwer zu erraten“, meine Ororo.

„Deshalb hab ich ihn auch genommen“, sagte er und ich verschluckte mich prompt an dem Schluck Wasser, den ich gerade getrunken hatte.

„Du hast was? Wieso das denn?!“

„Ach jetzt spiel nicht die Dramaqueen, ist es denn so seltsam, dass ich mich für Bücher interessiere?“

„Ja“, antworteten Jean, Ororo, Scott, Kurt und ich im Chor.

„Tja, Überraschung gelungen, außerdem hab ich noch Physik …“

„Warum das denn?“, wiederholte sich Scott.

„Na, weil ich Physik interessant finde. Im Gegensatz zu euch habe ich die High School schon hinter mir, aber da ich sie nicht so abgeschlossen habe, dass man darauf stolz sein könnte, nutze ich die Gelegenheit hier gerne aus. Aber in Physik war ich immer gut, vor allem als ich meine Kräfte entwickelt habe, hat mir das Theoriewissen über Geschwindigkeit und so weiter ziemlich geholfen.“

„Aha, und warum hast du mir dann nie geholfen?“, fragte ich etwas empört.

„Weil du keine Hilfe annimmst, von niemandem.“

Die anderen nickten zustimmend und ich verdrehte die Augen.

„Was hast du sonst noch?“, fragte Kurt.

„Rugby“, antwortete Peter und jetzt freute sich Scott zum ersten Mal.

„Hey ich hab auch Rugby.“

„Ich schätze, du hast nur sportliche Kurse?“, meinte Jean sichtlich enttäuscht und Scott nickte.

„Ja, außerdem noch Basketball und Konditionstraining. Tut mir leid, aber ich habe nicht viel für Anatomie und sowas übrig.“

„Dann habt ihr ja alle mindestens einen Kurs mit jemandem von uns sechs“, resümierte Ororo und als wir sie fragten, welche Kurse sie hatte antwortete sie: „Französisch, Italienisch und Russisch.“

Wir schauten sie alle nur verdattert an.

„Was denn, ich mag Sprachen eben und sie liegen mir auch. Außerdem habe ich die Kurse gemeinsam mit Jubilee, also macht euch bloß keine Sorgen um mich.“

Aber Ororo hatte recht, sie war ein Sprachentalent, gut, dass wir einen Lehrer an der Schule hatte, der insgesamt ganze sieben Sprachen beherrschte. Ich war ja schon froh, wenn ich in Spanisch alles verstand was der Lehrer sagte. Versteht mich nicht falsch, ich war nicht schlecht in Spanisch, ganz im Gegenteil, aber dass ich mir noch mehr Sprachen antat. Keine Chance.

„Hauptsache du kannst uns mal dolmetschen, falls wir mal gemeinsam irgendwo nach Europa fahren“, scherzte Peter und nachdem wir noch eine Weile miteinander gequatscht hatten, gingen wir auf unsere Zimmer.



Mitternacht. Ich konnte nicht schlafen, weil ich die ganze Zeit drüber nachdachte, dass morgen Wanda zu uns an die Schule kommen würde. Mein Gefühl sagte mir nichts Gutes und ich hatte fast ein wenig Angst. Darüber hinaus hatte ich mich wieder in dem Café beworben, in dem ich letzten Sommer gearbeitet hatte und ich hoffte, dass die Kurse alle morgens, vor dem Mittagessen waren, weil meine Schichten Montag, Dienstag, und Donnerstag allesamt nachmittags von zwei bis sechs gingen. Das lag mir auch schwer im Magen, weil ich fast ein wenig Muffensausen hatte. Was wenn ich nichts mehr beherrschte was ich letztes Jahr gelernt hatte und versehentlich einem Gast den Kaffee über das T-Shirt kippte?

Aber dann dachte ich wieder, dass nichts mich emotional mehr stressen würde, als jemand, dem es psychisch nicht gut ging, wo es bei mir selbst oft wankelmütig von statten ging. Ich durfte nicht versuchen ihr zu helfen, das nahm ich mir fest vor, denn wenn ich es tun würde, würde ich vermutlich alles schlimmer machen. In weiterer Folge hieß das, dass es Wanda noch schlechter ging und dass mich Peter nicht mehr leiden kann. Und wenn Peter mich nicht mehr leiden kann, dann wüste ich nicht, was ich noch tun sollte, schließlich ist er mein bester Freund. Wie surreal, ich kannte ihn sicher erst weniger als drei Monate und schon waren wir unzertrennlich. Ich musste mal wieder etwas mit Jean unternehmen, wir hatten schon lange nichts mehr miteinander gemacht. Außerdem würde ich wenigstens versuchen, mich mit Wanda anzufreunden, das konnte doch nichts schlimmer machen. Hoffentlich

Das war zwar viel was ich mir vornahm, aber ich würde das schon hinkriegen. Irgendwie. Außerdem ist etwas Stress nicht schlecht, so muss ich mich wenigstens nicht mit meinen Eltern auseinandersetzen. Und dann schlief ich mit dem Gedanken ein, dass die Arbeit im Café wohl mein geringstes Problem war.



Hallo Freunde der Sonne,
lang, lang ist's her, aber ich habe es geschafft mal wieder ein neues Kapitel zu schreiben. So, ich möchte nun hier etwas für dieses und die zukünftigen Kapitel anmerken, was vielleicht wichtig sein könnte. Erstens habe ich in dieser Fanfiction nichts geplant, was man als herkömmliche Action beschrieben könnte, also keine Bösewichte, wie man sie sonst aus den Filmen kennt, es ist mehr eine Coming-of-Age Geschichte, die sich mit dem Erwachsen werden der Charaktere, allen voran Daisy, beschäftigt. Außerdem werden sich die folgenden Kapitel auch vermehrt um die offensichtlichen, psychischen Probleme von Wanda beschäftigen und ich möchte mit dem Thema Depression so behutsam wie möglich umgehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man mit sich selbst zu kämpfen hat und einem alles grau vorkommt. Das war auch schon alles was ich dazu zu sagen habe, aber nur, damit ihr auch drauf einstellt und euch nicht fragt, wann endlich das nächste Abenteuer anfängt. So und nun möchte ich mich wieder bei meinen lieben Reviewern bedanken, ihr seid super, fühlt euch mal wieder geknuddelt.
So Leute, das war alles für heute, wir lesen uns und ich wünsche eine schöne Zeit bis dahin.
Liebe Grüße
Ladybug
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