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Detroit Become Human - Dedication

von Blythe
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
08.04.2019
12.05.2020
7
12.327
15
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.02.2020 1.626
 
Nach langer Pause geht es weiter ;)
Leider ist mir der Fortschritt vieler Geschichten dreist geklaut worden, als mir einfach in der Bücherei die externe Festplatte gestohlen wurde...

Sehen wir mal, wie schnell ich mit der Fortsetzung nun bin. Viel Freude mit den nächsten Kapiteln.

// Haus von Carl Manfred, Detroit - Montag Vormittag

Fabienne erwachte dieses Mal schneller und konnte ihre Umgebung sofort zuordnen. Simon saß neben ihrem Bett auf dem alten Stuhl und hielt einen Roman in den Händen. Ihre Augen benötigten einige Momente, um den Titel entziffern zu können. Sie verzog den Mund. "Schuld und Sühne?"

Simon blickte auf, lächelte ihr freundlich zu und legte das Buch auf ihre Bettdecke. "Ein sehr faszinierendes Werk. Etwas verwirrend, aber durchaus sehr emotional." Fabienne lächelte schief. "Und sehr blutig. Welchen Tag haben wir heute?"  Simon stand auf, strich ihre Bettdecke glatt und schenkte ihr ein Glas Wasser auf dem Beistelltisch ein. "Montag. Wir haben gerade 10:25 Uhr und du hast wieder einen ganzen Tag geschlafen. Deine Werte sehen sehr gut aus und ich denke, dass wir heute eine Runde durch den Garten gehen können."  Ihre Begeisterung war fast greifbar und er hob drohend eine Hand. "Lass mich dir erst das Frühstück bringen, dann sehen wir, was dein Magen damit macht. Irgendwelche Beschwerden?", fragte er und mittlerweile hatte sie genug von diesem Satz. Folgsam wie sie jedoch war, antwortete sie. "Keine Beschwerden. Alles läuft wie geschmiert, tickt, pumpt und arbeitet." Er verzog keine Mine bei ihren Worten. Wie alle Beteiligten schnell festgestellt hatten, hatte sie ihren Ausflug in die Kybernetik nicht gut aufgenommen. Als "Ersatzteillager" hatte sie sich bereits mehrmals bezeichnet, was bei Simon auf wenig Begeisterung gestoßen war. Und Markus war meist damit beschäftigt, ihre launische Natur zu beruhigen.

Das Frühstück schlang sie regelrecht runter und nur Momente später stand Markus in der Tür, um sie abzuholen. Begeistert kam sie auf die Beine und musterte abwertend das helle Nachthemd, dass sie trug. Markus war sofort an ihrer Seite und lächelte mild. "Hier, ich habe ein paar bequeme Sachen für dich besorgt. Jeans, Sneaker, einen dünnen Pullover." Dankbar nahm sie die Sachen an und zögerte nur kurz, als er ihr den Rücken zudrehte. Mit überraschend wenig Mühe schlüpfte sie in die bequemen Sachen, die etwas zu weit waren - genau wie sie es mochte. Ihre Locken band sie zu einem schlampigen Zopf.
"Hast du meinen Vater angerufen, Markus? Und Connor?", fragte sie drängend und er wandte sich gequält lächelnd um. Er nickte mit dem Kopf zur Tür und folgte ihm hinaus in den Gang. "Ich habe mich nach deinem Vater erkundigt - er ist im Moment in New York, bei seiner Schwester. Offenbar schon seit 2 Monaten. Ich hielt es nicht für klug ihn zu informieren. Es ist besser, du machst das selbst. Und Connor habe ich herbestellt, mit Lt. Anderson. Sie kommen heute Nachmittag vorbei - allerdings habe ich nicht gesagt, um was es geht." Sie warf ihm einen Seitenblick zu und spürte das aufgeregte Kribbeln in ihrem Magen. "Du hast schon Nerven", murmelte sie verstimmt. "Warum hast du es ihnen denn nicht gesagt?", fragte sie mit mehr Vorwurf in der Stimme und seine unterschiedlichen Augen maßen sie einen Moment lang streng ab. Sein Gesichtsausdruck wurde starr.

"Es mag in deinen Augen eine falsche Entscheidung gewesen sein, aber du hast ihn nicht gesehen, nach... dem Unfall. Da wir nicht wussten, ob du es überhaupt schaffen würdest, machte es keinen Sinn, auch nur kleine Hoffnungen zu wecken. Egal ob bei deinem Vater, oder bei Connor. Was, wenn ich diese Hoffnungen nicht erfüllen könnte? Was, wenn du erwachst - aber nicht mehr so bist, wie zuvor? Wir konnten nicht abschätzen, welchen Erfolg wir erzielen würden. Es lag zum Großteil an deinem Willen, überleben zu wollen. Und wie so oft, hast du mich  nicht enttäuscht." Sie lächelte mild. Natürlich konnte sie seine Entscheidung irgendwie nachvollziehen - besonders da sie so gar nichts dabei mitzureden hatte - aber dennoch passte es ihr nicht.
Das Haus war mit Sonnenlicht geflutet, es herrschte reges Treiben und an jeder Ecke sah sie ein bekanntes Gesicht. "Ist das nun so etwas wie deine Zentrale geworden?", fragte sie neugierig und winkte North zu, die in der Küche stand und mit einigen Gläsern hantierte. Markus nickte.
"Carl war begeistert über so viel Leben im Haus und er steht mir oft mit Ratschlägen zur Seite. Meine engsten Freude leben hier und wir halten auch einige Verhandlungen hier ab. Der Premierminister ist ein häufiger Gast", schloss er mit einer Spur Ironie. "Das Grundstück mussten wir allerdings abschotten lassen, es sind Wachhunde im Garten und Drohnen auf dem Dach. Das Medieninteresse an mir ist... gelinde gesagt sehr groß." North schlenderte zu ihnen und verdrehte die Augen.
"Das ist eine Untertreibung, wie ich sie noch nie gehört habe. Reporter haben noch vor einigen Wochen auf der Straße draußen gezeltet. Hey, Kleine", begrüßte sie Fabienne warm und drückte sie kurz. Fabienne spürte ein freudiges Hüpfen im Magen - sie hatte sie schon immer sofort gemocht. Die kühle, stoische Art war angenehm, da sich dahinter ein großes Herz verbarg. "Hi, North. Du wohnst auch hier?", fragte sie neugierig und die Rothaarige nickte, bevor ein Ruf aus einem anderen Zimmer sie davoneilen lies. Markus sah ihr kurz hinterher und winkte sie weiter.

Fabienne gähnte müde und folgte Markus durch das Wohnzimmer, wobei sie mit einem Gedanken spielte - und auf seinen fragenden Blick antwortete. "Sorry. Darf ich neugierig sein? Du und North seid nicht....", er lächelte mild und sie zog unbewusst den Kopf ein. "Du musst nicht verlegen sein, ich nehme dir keine Frage übel. Und nein, wir sind nicht mehr zusammen." Sie nickte und sponn den Gedankengang weiter, ohne ihrem moralischen Kompass zu folgen. "Und das ist so, weil du mit Simon zusammen bist?", fragte sie ins Blaue und er stolperte tatsächlich bei seinem nächsten Schritt. Seine ungleichen Augen fixierten sie überrascht. "Du bist erst 2 Tage wach, wer hat dir...?", sie winkte ab, öffnete die Terrassentür und trat in die frische Frühlingsluft. "Niemand. Ich habe seine Blicke gesehen. Und du hast seine Hand gehalten." Markus nickte und sah ihr dabei zu, wie sie durch das gepflegte Gras schlenderte. "Ja, du hast gut aufgepasst. Es hat sich... so ergeben." Sie lächelte ihm offen zu. Wie immer, war er offen und ehrlich. Das war etwas, dass sie so an ihm mochte. Auch wenn es offenbar im Bezug auf sie, in den letzten Monaten nicht ganz so gewesen war.
Ihre Sinne konzentrierten sich auf die saubere Luft, das noch nasse Gras und den kaum hörbaren Straßenlärm. Ihre Beine fühlten sich zittrig an, wogegen ihr Kopf klar war und sie sich gut fühlte. Lebendig.

// einige Stunden später

Der Ausflug in den Garten hatte eine Menge ihrer Kraft gebraucht. Offenbar forderte es trotz modernster Medizin noch seinen Tribut, lag man gute 3 Monate im Koma. Wieder lag sie in ihrem Bett im oberen Stockwerk und stierte müde aus dem Fenster. Simon saß ebenfalls wieder bei ihr, tief in seinen Roman versunken.
Sie hörte Stimmen von der Treppe unten und fragte sich, ob Keith sie nun wieder mit ein Paar Nadeln plagen würde. Gerade als sie Simon danach fragen wollte, hörte sie eine bekannte Stimme. Und erstarrte.

Markus deutete nach oben und während Hank von North in Beschlag genommen wurde, folgte Connor ihm nach oben. Seine ungleichen Augen musterten den anderen Androiden eingehend. Er trug mittlerweile keine Krawatte mehr, hatte sonst jedoch nichts an seinem Äußeren verändert. Wie so viele andere Modelle auch, die sich mit Veränderungen schwer taten. Markus sah jedoch sofort die unterschwellige Erschöpfung in ihm, die sich über all die Wochen eingenistet hatte. Und die er heute endgültig beseitigen wollte. Connor war ein guter Freund geworden, dem er sehr viel schuldig war.
"Ich würde dir gerne etwas zeigen, Connor. Und ich hoffe, dass du nicht noch einen nachtragenden Zug entwickelst - denn mit dieser Entscheidung, werde ich dich verärgert haben." Connor wirkte nicht beunruhigt, als er ihm nach oben folgte. "Ich bin mir sehr sicher, dass ich meine Persönlichkeit so weit entwickelt habe, wie es möglich ist. Ein nachtragender Aspekt wäre mir hier nie aufgefallen, Markus." Der andere Androide lächelte schief. "Nun, sehen wir ob es auch so bleibt. Bitte, nach dir."

Connor betrat ein helles, offenes Schlafzimmer und wusste nicht wirklich, was Markus ihm hier oben zeigen wollte. Simon saß auf einem alten Ledersessel und starrte ihn an, seine Haltung war vorsichtig und angespannt. Das weiße Krankenbett war von einer jungen Frau belegt, die ihn ebenfalls anstarrte. Und seine Prozessoren hielten tatsächlich mit einem imaginären Kreischen inne, als er diese einmaligen Augen erkannte. Und im selben Moment glitt heiße Wut in seinen Magen.

Fabienne hatte die Stimmen sofort erkannt und war erstarrt, als ihr Herzschlag sich in neue Höhen geschraubt hatte. Connor war in den Raum getreten - dicht gefolgt von Markus - und seine braunen Augen waren flüchtig über Simon und sie hinweg geglitten. Innerhalb von Sekunden hatte seine LED wild rot zu blinken begonnen und sein Mund hatte sich leicht geöffnet. Dann war er in einer blitzschnellen Bewegung herumgefahren und hatte Markus am Hals gepackt.
"Wie kannst du es wagen, mir das zu verschweigen?!", donnerte er der anderen Maschine entgegen und sie hatte ihn bis heute tatsächlich noch nie schreien gehört. Simon war bereits auf den Beinen, als sie die Bettdecke zur Seite warf und sich mühsam aus dem Bett quälte. "Connor!", rief Simon aufgebracht, als er ihn von einem völlig bewegungslosen Markus zog - er hatte nicht einmal versucht, sich zu wehren.
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