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Detroit Become Human - Dedication

von Blythe
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
08.04.2019
12.05.2020
7
12.327
14
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
08.04.2019 1.812
 
-Vorwort-
Fortsetzung zum 1. Teil "Faith". Kann eigenständig gelesen werden, das ist jedoch nicht empfehlenswert ;)
Der Titel "Dedication" bedeutet so viel wie Widmung oder Hingabe.

Viel Freude mit den nächsten Kapiteln und beachtet bitte die Hinweise am Ende!


// 22. Februar 2039 - Detroit, Innenstadt, Montag 10:15 Uhr

Connor stand regungslos neben seinem Partner und wartete geduldig, bis dieser sein ungesundes Frühstück in sich hinein geschlungen hatte. Ein Stapel Pancakes, ein Protein-Shake und eine Portion süßer Früchte mit Schokolade überzogen. Er hielt sich davon ab, zu seufzen. "Hank, du nimmst fast 990 Kalorien zu dir. Das ist schlecht für deinen Blutdruck und so früh am Morgen wird es deinen Blutzuckerspiegel um 70% in die Höhe treiben. Es wird dir heute Mittag mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gut gehen." Sein Partner - und mittlerweile auch guter Freund - brummte nur abweisend und aß nur mürrisch weiter.

Der Morgen war kühl, das Wetter war launisch und auch ihre Fälle häuften sich gerade immer mehr an. Die Gesetze für ein gemeinsames Miteinander von Androiden und Menschen, kamen nur schleppend in Gang und so gab es genügend Delikte, denen sie hinterher räumen mussten. Mord und Körperverletzung lagen schon bald an der Tagesordnung und es half nur wenig, dass die öffentliche Ordnung und eine zuverlässige Versorgung mit wichtigen Gütern, teilweise zusammengebrochen war.
Hank neben ihm warf seine Serviette in den Mülleimer und trat etwas näher zu ihm, um einem vorbei eilenden Geschäftsmann Platz zu machen. "Also los Partner, was steht heute an? Dieser Mord in der Dritten?"
Connor nickte zustimmend. "Korrekt. Doppelmord, keine Verdächtigen, ein menschliches und ein maschinelles Opfer. Wir werden nach der Forensik eintreffen. Sollen wir?" Sein Partner nickte und zusammen bahnten sie sich einen Weg zu Hank´s altem Wagen, der am Straßenrand geparkt war. Als Hank sich in den alten Sitz hiefte, seufzte er müde. Sein blauer Blick fiel auf den Eingang zur U-Bahn und ihm wurde schlecht.

"Oh Mann, es ist schon so lange her... und es beschäftigt mich heute noch. Was wäre gewesen, wenn ich euch gesagt hätte, dass ihr nicht die U-Bahn nehmen sollt. Dass ich euch gleich abhole, oder....", er verstummte müde. Dieser Gedankengang war schon  lange zu einer Schlange geworden, die sich selbst ständig in den Schwanz biss. Connor wirkte starr, als sein brauner Blick zu Hank hinüber glitt.
"Diese Schlussfolgerung ist irrelevant, Hank.  Besagtes Telefongespräch liegt mittlerweile 89 Tage, 13 Stunden und 45 Sekunden zurück. Du kannst es nicht mehr verändern und es hätte auch nichts am weiteren Verlauf dieses Tages geändert. Zu diesem Zeitpunkt, bestand dort keine Gefahr. Keiner von uns hätte... ahnen können, was passieren wird." Hank brummte erneut, legte den Gang ein und fuhr gemäßigt durch die Straßen der Innenstadt.
"Es ist nicht deine Schuld, mein Junge.  Du hättest an diesem Tag nicht mehr tun können. Niemand hätte das. Wir Menschen sind.... zerbrechlich. Für uns gibt es kein "für Immer" und auch nur selten ein "glücklich bis zum Lebensende". Es ist eine Schande, es ist ein dunkler Fleck in unseren Leben und dieser Tod wird uns auf ewig verfolgen. Aber Fabienne hätte nicht gewollt, dass wir uns hängen lassen. Sie hat immer gekämpft, das weißt du auch."

Connor nickte und sein dunkler Blick war starr nach draußen gerichtet. "Fabienne hat mir einmal gesagt, dass jeder Mensch nur eine gewisse Menge Sand in seiner Hand hält. Wie in einem Stundenglas, ist auch ihr Sand irgendwann verronnen, wie es das Leben an sich hat... aber ich hätte nie erwartet, dass es so wenig Sand ist, der ihr zugestanden hat." Connor verstummte und bemerkte nicht, wie gebrochen Hank neben ihm wirkte. Es war für sie beide schwer.


// Ort unbekannt. Zeit unbekannt. Tag unbekannt.

Es war dunkel. Der Schmerz war drückend, es biss und stach immer wieder. Ihr Rücken brannte, ihre Arme waren schwer und ihr Kopf war so schwammig, als hätte man einen Nebel darin ausgesetzt. Sie konnte ihre Beine nicht bewegen und es roch nach Rauch. Schon seit Minuten versuchte sie richtig wach zu werden und doch schaffte sie es kaum, aus der Benommenheit aufzutauchen.
Ein feiner Stich in ihrem Arm, dann rauschte flüssige Wärme durch ihre Adern. Tief einatmend spürte sie, wie ihre Sinne wacher wurden und das Leben in ihren Körper zurück kehrte. Dann keuchte sie auf und spürte wie ihr Herzschlag neue Höhen erklomm. Panisch riss sie die Augen auf, als zwei starke Hände sie an den Schultern fest hielten und so weiter in die liegende Position zwangen.

„Ruhig, ganz ruhig. Du bist in Sicherheit, es ist alles in Ordnung.“ Sie kannte die Stimme. Den warmen, sanften Tonfall hatte sie schon oft gehört. Sie vertraute der Stimme. Blinzelnd kam die Welt mit einem Rauschen zurück und das helle Licht stach in ihre Augen. Dann fokussierte sich ihr Blick auf ein anderes Gesicht und zumindest ein Auge davon, hatte die gleiche Iris, wie ihre Augen. Die attraktiven Gesichtszüge und die gebräunte Haut kannte sie ebenfalls. „Markus...“, murmelte sie träge und ein Lächeln huschte über das andere Gesicht über ihr. „Richtig. Hallo, Fabienne. Willkommen zurück unter den Lebenden.“

Es stellte sich nur eine halbe Stunde später heraus, dass es für sie ein Glück war, genau diesen einen Androiden so gut zu kennen. Mit einer Wärmedecke, einer Tasse warmer Suppe und der Hilfe von stützenden Händen, saß sie auf einem modernen Krankenbett, war an eine Infusion angeschlossen und war von drei fremden Androiden umgeben.
Sie hatte schnell realisiert, dass sie hier im Haus von Carl Manfred saß – allein die vielen Gemälde in diesem Raum hätten es ihr schon verraten – und ihr war auch klar, dass eine ganze Menge Zeit vergangen sein musste. Draußen schien die Sonne und es wirkte wie Frühling, wenn nicht sogar schon mehr: die Bäume waren voller Blätter, blühten teilweise stark und die Vögel zwitscherten fröhlich. In ihrer Erinnerung war es jedoch  gerade noch Winter gewesen.

Markus saß neben ihrem Bett in einem alten roten Fernsehsessel und neben ihm auf der Armlehne saß ein blonder Android der PL-Reihe. In der Ecke lehnte ein schwarzhaariges Model der MK-Reihe für medizinische Zwecke. Fabienne fühlte sich träge, müde und völlig kaputt – sie brannte aber auf Neuigkeiten.
„Also?“, fragte sie erneut. „Ich brauche ein... Update.“ Sie wusste nicht, ob ihr schlechter Humor hier ankommen würde. Markus tauschte einen Blick mit dem Androiden neben ihm und lächelte breit.
„Fabienne, das hier ist Simon. Mein... Stellvertreter, wenn du so möchtest. Und das hier ist Keith, dein behandelnder Facharzt. Du hast 99 Tage in einem künstlichen Koma verbracht.“ Die Information benötigte doch eine Weile, um in ihren trägen Gehirnwindungen anzukommen. Als Antwort starrte sie ihn lediglich an. Er lächelte nachsichtig.

„Es ist sehr viel passiert. Du wirst dich vielleicht noch an den Unfall in der U-Bahn erinnern? Du bist auf die Gleise gestürzt?“ Sie nickte nach wie vor stumm, vor Schock und Benommenheit konnte sie kein Wort sagen. „Nun, es scheint, dass wir Kamski noch ein „Danke“ schuldig sind. Neben dir ist ein Android auf die Gleise gestürzt, der einer meiner engeren Verbündeten ist. Er hat bereits auf dem Bahnsteig deine Augen bemerkt und sie sofort mit dem meinem verbliebenen Auge abgeglichen. Ihm war klar, wer du bist. Er war es, der dich auch von den Gleisen gezogen hat. Die U-Bahn ist nur Sekunden später entgleist und in Flammen aufgegangen. Es gab viele Verletzte und 49 Todesopfer.“ Sie nickte und ihr Verstand hatte Mühe, diese Erklärung zu erfassen.
„Okay. Wo ist Connor? Geht es ihm gut? Wo ist mein Dad?“ Markus tauschte einen Blick mit Simon und hob beschwichtigend eine Hand. „Connor lebt, das kann ich dir versichern. Deinem Vater geht es ebenfalls gut. In den letzten Wochen ist sehr viel geschehen, mit dem ich dich im Moment noch nicht überfordern möchte. Wir haben dich so lange im Koma gehalten, da es nicht sicher war ob du... nun, überleben würdest. Du hattest sehr schwere Verletzungen und wir mussten leider für einige Ersatzteile sorgen." Er verstummte zögernd und sie spürte, wie ihr alle Farbe aus dem Gesicht wich. Simon neigte sich vor und lächelte freundlich.
"Reden wir nicht lange drum herum - wir mussten das Innere deines rechten Arms ersetzen. Deine Schädeldecke haben wir mit Carbon verstärkt und ein Implantat hat den leichten Hirnschaden reguliert. Ein weiteres Implantat regelt deinen Herzschlag, ähnlich wie ein Herzschrittmacher. Weder der Sturz auf die Gleise, noch der Stromschlag haben dir sonderlich gut getan.“
Die Fassungslosigkeit nahm zu und ihre weiten Pupillen glitten zu ihrer rechten Hand hinab. Ihre helle Haut wirkte wie immer, die Fingernägel waren unlackiert und in Form gefeilt und die feine Narbe auf ihrem kleinen Finger war ebenfalls noch da. Sie hatte sich mit 17 dort an einer Rasierklinge geschnitten. „Du lügst“, fügte sie vorwurfsvoll hinzu, bevor sie die Hand hob. „Das ist absolut meine Hand!“

Simon lächelte nachsichtig. Der blonde Android kam zu ihr und drückte ihre rechte Hand. Fest.
Mit leichter Panik zog sie ihre Hand zurück und wusste damit sofort, dass Markus nicht log – mit diesem Kraftaufwand, hätte Simon eine menschliche Hand einfach zerquetscht. Und sie hätte auch nie eine Chance gehabt, sich aus seinem Griff zu lösen. Simon lächelte freundlich zu ihr hinab.
„Ich bin tatsächlich sehr begabt mit authentischen Nachbildungen. Das Innere der Hand, des Ellenbogens und das Schultergelenk habe ich so gestaltet und ersetzt, wie es vorher war. Die Haut habe ich dabei nicht angerührt, es ist deine. Du wirst somit keinen Unterschied bemerken - außer in der Kraft, die du nun anwenden kannst.“
Fabienne wirkte erschlagen vor Informationen. Sie war blass, ihre Lippen wirkten blutleer und ihre verbliebene menschliche Hand zitterte sichtbar. Markus trat zu ihr, küsste sie sanft auf die Stirn und lächelte beruhigend. "Es wird alles klarer werden. Und es kommt alles wieder in Ordnung. Ich verspreche es dir."
//


-Hinweis d. Autorin-

Bitte habt Verständnis, dass diese (und andere) Geschichten eine Menge Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen, für die ich weder Geld, noch sonst etwas bekomme.
Mein Leben und meinen Job muss ich nebenher auch stemmen - ich kann nicht unzählige Fragen und Vorschläge beantworten und mich rechtfertigen, warum ich dies so und jenes so mache... da werde ich ja nicht mehr fertig. Und verzeiht mir die dreiste Anmerkung: es ist meine Fantasie, ich werde also auch so weiter schreiben, wie ich es mir vorstelle ;)

Daher der ehrliche Aufruf: solltet ihr wirklich brennende Fragend und Wünsche haben, schreibt mir gern eine private Nachricht. Die sehe ich eher und antworte gern. Aber täglich zig Reviews zu lesen und darauf zu antworten - teils ja von diversen Genres und Geschichten - sorry, da komme ich einfach nicht mehr zum schreiben ;)
Und das ist eben mein Hobby und die Geschichten sollten ja auch weiter gehen.

Dennoch freue ich mich natürlich über jede Rückmeldung und bitte Euch, jegliche wichtige Fragen, einfach per PN zu schicken.

Danke! <3
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