Roll for Initiative

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Bang Chan Han / Han Jisung Lee Felix Lee Know / Lee Minho Seo Changbin
08.04.2019
11.09.2019
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HeyHey

Ich glaube so langsam kriege ich das mit den wöchentlichen Uploads doch immer besser hin. Könnt ihr glauben, dass diese Geschichte jetzt schon bei der Halbzeit angekommen ist? Und die beiden Hauptcharaktere sind sich immer noch kaum näher gekommen. Das nenne ich mal nen slow burn xD Ich hoffe aber ihr habt trotzdem noch Geduld mit mir und vielleicht stellt dieses Kapitel ja auch sowas wie einen Wendepunkt dar ;)

~


Es gibt nicht viele Orte in dieser kleinen Stadt, die man als Treffpunkt benutzen kann. Natürlich gibt es alle möglichen öffentlichen Plätze, aber nur die wenigsten davon sind wirklich für Jugendliche gedacht. Wenn du jung bist und dich hier mit deinen Freunden treffen willst hast du eigentlich nur drei Optionen. Die erste, und wahrscheinlich gleichzeitig auch offensichtlichste, ist der Strand. Egal ob Tag oder Nacht, dort kann man eigentlich immer Gruppen von Jugendlichen antreffen die entweder am Strand Ball spielen oder in den flachen Wellen planschen, wenn die Sonne gerade hoch am Himmel steht. Und nachdem sie untergegangen ist versammeln sie sich um kleine Lagerfeuer und rösten Marshmellows. Im Sommer ist es natürlich meistens komplett überfüllt. Sogar auf seinen nächtlichen Spaziergängen trifft Chan öfters noch andere am Strand, solange es abends noch warm ist. Aber das der Strand nun mal ein Strand ist, macht es eigentlich nur bei gutem Wetter Sinn sich dort zu treffen. Und wenn das Wetter wirklich gut ist, ist der Strand meistens komplett überlaufen. Gelegentlich kommen sogar Touristen oder Leute aus den Umliegenden Städten um kurz ins Wasser zu tauchen und danach Eis oder andere Süßigkeiten bei den Straßenhändlern zu kaufen, die inzwischen mehr so ziemlich von dieser Kundschaft abhängig sind. Aber wenn der Strand dann doch ein bisschen zu voll ist, ist der Sportplatz der Schule wahrscheinlich die nächstbeste Option. Eigentlich dürfen die Schüler außerhalb der Schulzeiten überhaupt nicht auf das Gelände. Allerdings ist ein riesiges Loch mitten im Zaun, um das sich seit Jahren niemand kümmert. So hoch auf der Prioritätenliste kann es also nicht sein, die Schüler draußen zu halten. Ein paar besonders motivierte Kinder bringen ihre eigenen Bälle mit um Fußball oder Volleyball oder andere Spiele auf der Grünfläche zu spielen. Aber die meisten sitzen einfach nur auf der Tribüne herum. Da sie teilweise überdacht ist bietet sie sogar ein bisschen Schatten oder Schutz vor dem Wetter, wenn man ihn braucht. Aber es ist eben trotzdem noch draußen. Wenn es also kalt wird oder in Strömen regnet gibt es eigentlich nur einen Ort an dem man sich treffen kann – es sei denn man zieht es vor mit seinen Freunden den ganzen Tag im Keller zu sitzen – der sowohl ein anständiger Treffpunkt als auch drinnen ist. Das alte Shoppingcenter.
Allerdings ist es vielleicht auch schon ein bisschen übertrieben es überhaupt als solches zu bezeichnen. Es war einmal ein Krankenhaus, bevor es irgendwann in den fünfziger Jahren geschlossen wurde. Danach wurde es einfach ein paar Jahrzehnte lang sich selbst überlassen, bis ein Unternehmer es in den Achtzigern aufgekauft und komplett renoviert hat. Anscheinend war er damals unter der festen Überzeugung, dass aus dieser kleinen Hafenstadt mal eine größere Handelsstadt oder was auch immer werden könnte, wenn man den Anwohner ein bisschen unter die Arme greift. So gut hat das aber wohl doch nicht funktioniert. Aber wenigstens steht das Shoppingcenter jetzt immer noch. Die Hälfte der Läden stehen momentan leer, ein paar der Scheiben sind eingeschlagen und mit Werbepostern überklebt, auf denen die Nummer des Maklers steht, den man anrufen muss, wenn man hier Ladenfläche anmieten will. Gelegentlich denkt Chan darüber nach, ob wohl tatsächlich schonmal irgendjemand eine dieser Nummern gewählt hat und ernsthaft die Absicht hatte in diesem heruntergekommenen Shoppingcenter einen Laden zu eröffnen. Es gibt immer noch ein paar Läden hier. Ein paar Fashion Outlets, noch mehr lokale Unternehmen, die ums Überleben kämpfen und die üblichen, billigen Fast Food Restaurants. Und dann gibt es die alte Spielhalle. Die meisten der Spiel darin waren wahrscheinlich schon „retro“ also das Center offiziell eröffnet wurde und ein paar funktionieren inzwischen gar nicht mehr, aber die meisten sind eigentlich in einem spielbaren Zustand. Abgesehen von den Greifautomaten. Chan ist sich sicher, dass die entweder kaputt sind oder jemand sie manipuliert hat, weil er es einfach nei schafft einen Preis zu angeln. Und wenn man mal bedenkt, dass seit Jahren der selbe Teddybär in einem davon obenauf liegt, hat wohl auch sonst niemand wirklich Glück. Aber wahrscheinlich ist es insgesamt doch gar nicht so schlecht.
Als Chan vor dem Shoppingcenter ankommt steht Woojin bereits vor dem Haupteingang. Er schaut auf sein Handy, daher entdeckt Chan ihn, bevor er Chan entdecken kann, was ihm einen Moment erlaubt, in dem er Woojin genauer anschauen kann, bevor er zu ihm geht. Er hat sich nicht verändert und gleichzeitig sieht er komplett anders aus. Er hat immer noch den genau gleichen Haarschnitt. Trägt immer noch den gleichen Rucksack mit nur einem Träger über seine Schulter geschwungen mit sich herum. Und obwohl Chan es aus der Entfernung natürlich nicht sehen kann ist er sich sicher, dass da immer noch die gleichen Sticker auf seiner Handyhülle kleben, die er in der Mittelschule dort angebracht hat. Aber um diese paar gleichgebliebenen Gegenstände herum hat sich alles an seinem Stil geändert. Er kleidet sich jetzt modernen. Mehr stylisch und im Trend. Und die Art, auf die er steht vermittelt auch einen ganz anderen Eindruck. Chat hat Woojin immer als eher sanften Typen wahrgenommen. Nicht unbedingt schüchtern, aber einfach ein bisschen zurückhaltender. Derjenige, der den Streit lieber beendet, als darüber zu diskutieren, wer angefangen hat. Aber selbst die Art, auf die er jetzt steht, lässt ihn irgendwie ein bisschen eigenwilliger wirken. Aber was sich am meisten verändert hat, ist das Gefühl, dass er in Chan auslöst. Früher hat er in Woojins Nähe immer komplett neben sich gestanden. Das volle Programm mit zittrigen Knien, rasendem Herz und Gedanken die den ganzen Tag in seinem Kopf herumkreisen. Jetzt ist von diesem Gefühl nichts mehr übrig. Er ist nur ein bisschen nervös. Aber das liegt wahrscheinlich einfach nur daran, dass sie sich schon gut ein Jahr nicht mehr gesehen haben und Chan sowieso nie gut darin war, ein ordentliches Gespräch mit Woojin zu führen. Selbst damals, als sie noch regelmäßig Zeit miteinander verbracht haben. Aber jetzt ist er schon hier, also holt er tief Luft und geht auf Woojin zu.
„Hey, musstest du lange warten?“
Woojin senkt sein Handy und gibt Chan ein warmes Lächeln. Vor einem Jahr hätte das bisschen ausgereicht um ihn in ein stotterndes, rot werdendes Etwas zu verwandeln. Aber jetzt löst es überhaupt keine Reaktion aus. Und in genau diesem Moment wird ihm bewusst, warum er hier ist. Er musste bestätigen, was er wirklich fühlt. Und anscheinend ist es das. Überhaupt nicht. Naja, mal abgesehen von rein freundschaftlichen Gefühlen für einen Jungen, mit dem er vor einem Jahr zur Schule gegangen ist.
„Ich bin selber gerade erst gekommen, also keine Sorge“, sagt Woojin. Er steckt sein Handy in seine Tasche und ein unangenehmer Moment entsteht, in dem sie beide nicht sicher sind, ob sie sich jetzt umarmen sollen oder doch lieber nur Hände schütteln. Oder vielleicht können sie auch einfach nur regungslos voreinander stehen. Aber dann macht Woojin den ersten Schritt und zieht Chan in eine schnelle aber feste Umarmung. Er riecht sauber. Seife und eine Spur von dem Parfüm, das er benutzt. Chan hat kaum Zeit um sich zu wundern, ob er jetzt diese merkwürdige Sache tun muss, bei der er Woojin auf den Rücken klopft, während sie sich umarmen, da hat Woojin schon wieder losgelassen. „Willst du reingehen?“
„Ja, klar.“

Chan folgt Woojin ins Innere. Sobald die automatischen Türen sich öffnen wird ihm ein Windhauch ins Gesicht gepustet der nach Staub und den Überresten der immer sauberen, desinfizierten Krankenhausluft riecht. Obwohl das Gebäude komplett renoviert wurde liegt der Geruch von Krankenhaus noch immer in der Luft, als würden die Geister früherer Patienten sie mit jedem Atemzug ausstoßen. Chan fröstelt es in der plötzlichen Kälte der klimatisierten Luft und die merkwürdige Atmosphäre jagt ihm einen Schauer den Rücken herunter. Der Boden hier ist das einzige, was nicht komplett ersetzt wurde. In einem Großteil des Einkaufzentrums ist der Boden immer noch mit grünem PVC ausgelegt, das scheinbar bei jedem Schritt unter seinen abgetragenen Sneakern quietscht. Chan hat Krankenhäuser noch nie wirklich gemocht und dieser Ort fühlt sich einfach nach wie vor immer noch zu sehr nach einem an.
Ein paar andere Teenager haben sich zu kleinen Gruppen zusammengefunden und quer durch das Shoppingcenter verteilt. Die meisten lungern auf den paar Sitzmöglichkeiten herum, die in der Eingangshalle geboten werden. Andere wandern ziellos herum und betrachten die Auslage in den Schaufenstern, die in den meisten Läden seit Jahren nicht verändert wurde.
Chan und Woojin steigen eine Treppe hinauf und gehen dann einen Gang entlang, der nach Sesamöl und gebratenen Nudeln riecht bevor sie die schwach beleuchtete Spielhalle betreten. Direkt über den offenen Glastüren hängt ein Schild auf dem die Buchstaben aus einzelnen kleinen Glühbirnen flickern. Nur die Hälfte davon funktioniert wirklich und ein paar fehlen komplett. Aber solange das Schild nicht als Brandgefahr eingestuft wird oder so aussieht, als würde es demnächst explodieren, wird sich wahrscheinlich niemand darum kümmern.
Der Boden in der Spielhalle ist mit einem dunkelbraunen Teppich ausgelegt der hier und da ein paar dunklere Flecken hat, aber Chan findet das immer noch deutlich angenehmer als den Krankenhausboden im Rest des Gebäudes. Der Geruch hier ist auch deutlich angenehmer. Eine Mischung aus klebrig süßer Limonade – die wahrscheinlich einen großen Teil der Flecken erklärt – und abgestandener Luft. Das Gefühl, das dieser Raum ihm gibt, erinnert Chan an den Keller.
„Also, was willst du als erstes machen?“, fragt Woojin. Chan schaut sich in dem Raum um, auf der Suche nach einem Spiel für zwei, das sich gemeinsam spielen können, um die Konversation etwas einfacher zu machen. Seine Blicke bleiben an einem bestimmten Automaten weiter hinten im Raum hängen.
„Glaubst du ich kann dich immer noch in diesem Autorennspiel fertig machen, das wir früher gespielt haben?“, fragt er, während er zu dem Spiel gestikuliert, das seine Aufmerksamkeit erregt hat. Woojin folgt mit den Augen, bevor er sich mit einem Schmunzeln auf den Lippen wieder zu Chan dreht.
„Ich bitte dich, ich habe dich nur gewinnen lassen, weil du immer so beleidigt warst, dass du in den Shootern verloren hast, also dachte ich, ich lasse dich wenigstens das haben.“
„Ach, ist das so? Dann versuchs doch alter Mann.“
„Wen nennst du hier alt? Du bist gerade mal sechs Monate jünger als ich. Ich kann und werde dich fertig machen.“ Woojin lacht, aber er klingt nicht so, als würde er sich durch Chans Worte wirklich angegriffen fühlen. Sie grinsen sich gegenseitig an, ein herausfordernder Blick in ihren Augen. Früher sind sie ab und zu zusammen hier her gekommen. Und jedes Mal haben sie sich gegenseitig herausgefordert oder Wetten abgeschlossen. Der Verlierer muss Snacks kaufen und so. Vielleicht hat Woojin Chan ja wirklich gewinnen lassen, um ihn einladen zu können. Woojins Eltern gehört einer der kleinen Läden in der Innenstadt und er hat offiziell angefangen dort in seiner Freizeit mitzuarbeiten seit er sechzehn geworden ist. Dadurch war er immer einer derjenigen, die tatsächlich mehr als nur das bisschen Taschengeld hatten. Aber jetzt hat keiner von ihnen einen Grund sich zurückzuhalten.
„Also, wie wäre es mit einer Wette?“, schlägt Chan vor. Genau wie in den alten Zeiten. Abgesehen davon, dass es nicht mehr so ist. Chan folgt nicht mehr einfach nur noch einem Jungen, in den er verknallt ist, wie ein Hund seinem Herrchen. Er verbringt einfach nur Zeit mit einem alten Schuldfreund. Und das macht die ganze Situation viel angenehmer für ihn.
„Die Wette gilt!“

Sie spielen jetzt wahrscheinlich schon eine halbe Stunde oder so. Inzwischen sind sie fertig mit dem Rennspiel, haben einen Shooter versucht und bekämpfen sich momentan gegenseitig in einem billigen Street Fighter Abklatsch. Keiner der beiden zählt wirklich mit, wer von ihnen gerade in Führung liegt oder die Wette gewinnt, bei der keiner von ihnen so wirklich weiß, worum es wirklich geht. Aber nur um das klarzustellen, Chan hat das Rennen tatsächlich gewonnen. Jedenfalls einmal. Zwischen den Spielen unterhalten sie sich problemlos. Die meiste Zeit drehen sich ihre Gespräche um Dinge wie ihr Studium und so. Sie bringen sich gegenseitig wieder auf den neusten Stand und tauschen sich darüber aus, was sie das letzte Jahr lang gemacht haben. Aber ab und zu wechselt das Thema auch zu Erinnerungen aus ihrer Schulzeit oder der Frage, was ihre Klassenkameraden wohl gerade machen. Anscheinend folgt Woojin noch ein paar von ihnen auf Instagram oder ähnlichen Netzwerken. Oder, wie er es formuliert hat, er stalkt sie dort regelmäßig. Er erzählt Chan, dass eines der Mädchen, die früher in seiner Klasse war jetzt drei Monate schwanger ist und regelmäßig Bilder und andere Updates dazu postet. Bei dem bloßen Gedanken, dass Leute in seinem Alter bereits Kinder kriegen läuft Chan ein kalter Schauer den Rücken herunter und sie wechseln das Thema um zu spekulieren, ob der alte Mann, der ihnen Mathe beigebracht hat wohl demnächst in den Ruhestand gehen wird.
Sie sind in der zweiten von insgesamt drei Runden – oder zwei, falls Chan diese auch gewinnt – als ein lautes Geräusch aus der Richtung des Eingangs ihn gerade lange genug ablenkt, dass Woojin mit einer schnellen Kombo Chans Charakter überwältigen und die Runde gewinnen kann. Er will sich gerade darüber beschweren, dass das quasi schummeln ist, als ein zweites, noch lauteres Geräusch seine Aufmerksamkeit fordert. Ein sehr nerviges Geräusch, das er sofort als Han Jisungs Stimme erkennt.
„Hey, was für ein Zufall, dich hier zu sehen“, ruft er laut, quer durch den Raum. Ein paar Leute heben kurz den Kopf um nach der Quelle der Störung zu schauen, aber die meisten behalten die Augen auf den Bildschirmen direkt vor sich. Chan dreht sich langsam um. Als könnte er das unvermeidbare dadurch herauszögern. Jisung steht breit grinsen im Eingang. Felix direkt neben ihm, die beiden halten sich an den Händen, als wären sie einfach nur auf einem Date gewesen und zufällig hier vorbei gekommen. Aber Chan ist sich ziemlich sicher, dass nichts davon ein Zufall ist. Er hat selber den Fehler gemacht ihnen Bescheid zu sagen, dass er sich heute mit Woojin trifft und jetzt muss er mit den Konsequenzen leben. Changbin haben sie auch mitgebracht, was eigentlich nicht ungewöhnliches ist. Wahrscheinlich hatte er einfach nichts besseres zu tun. Außerdem mag er die Spielhalle. Aber da ist noch eine vierte Person in der Gruppe, die Chan nicht erwartet hat. Minho schaut sich mit neugierigen Augen in der Spielhalle um, seine Augen funklen um die Wette mit all den blinkenden Lichtern und Maschinen. Chan kann einfach nicht glauben, dass ihm das immer wieder passiert. Woojin, der natürlich nicht weiß, in was für einer Katastrophe er gerade steckt, winkt den anderen fröhlich zu.
„Hey, wie geht’s euch? Tut mir Leid, dass ich euren Geburtstag verpasst habe, aber ich glaube Seungmin war da, um euch in meinem Namen alles Gute zu wünschen?“
„Ja, dein Bruder war da, aber du hast die beste Party des Jahrhunderts verpasst“, meint Jisung mit einem Grinsen. Chan kann sich ehrlich gar nicht mehr so genau an die Party erinnern. Abgesehen von seinen langen, emotionalen Gesprächen mit seinen Freunden zu vielleicht etwas unpassenden Zeiten ist ihm nicht viel im Gedächtnis geblieben. Abgesehen davon, dass er mit Minho getanzt hat. Und wenn man vom Teufel spricht, da ist er. Woojin hat den Fremden in ihrer Gruppe inzwischen wohl auch bemerkt.
„Ähm, bist du neu hier oder so? Ich kann dich irgendwie nicht zuordnen, dabei müsste ich dich kennen, wenn du auch auf unserer Schule warst“, sagt er. Minho lächelt ihn zuckersüß an. Das selbe Lächeln, das er auch aufsetzt, wenn er den Kunden im Café ihre Getränke serviert. Irgendwie kommt es Chan gestellt vor.
„Ja, ich bin Minho, bin neulich hergezogen. Und du musst Woojin sein, ich habe von dir gehört.“
„Nur Gutes, wie ich hoffe.“
„Ja klar. Hey, sorry, ich würde echt gerne mehr mit dir reden, aber da gibt es dieses Spiel, dass ich immer schon probieren wollte“, Minho deutet auf etwas, irgendwo schräg hinter Woojin. Sie alle drehen sich, um seiner Bewegung mit den Augen zu folgen. Als wären sie fünf Puppen, die mit einem Seil verbunden sind. Das Spiel, das Minho wohl schon immer ausprobieren wollte, ist eines der modernsten in diesem Raum. Dance Dance Revolution. An guten Tagen, wenn die Arkaden überfüllt sind mit Schülern, die gerade Unterrichtsschluss hatten und den Nachmittag mit ihren Freunden verbringen wollen, stehen manchmal so viele für dieses Spiel an, dass die Schlange bis hinaus in den Gang reicht. Im Moment steht allerdings niemand an. Sie alle drehen sich wieder um. Aus irgendeinem Grund ist Woojin wohl immer noch versucht ein Gespräch mit Minho anzufangen. Vielleicht ist das auch einfach nur sein Charakter.
„Oh, hast du schon mal gespielt?“, fragt er. Minho zuckt mit den Schultern. Er ist bereits auf dem Weg zu dem Automaten, alle Augen auf ihm.
„Nur ein paar Mal“, murmelt er. Er dreht sich dabei nicht einmal um, sondern konzentriert sich voll darauf die Musik durchzugehen, bis er ein Lied findet, dass ihm gefällt. Chan kann den Titel von seinem Standort aus nicht lesen, aber Jisung hat anscheinend freie Sicht. Er pfeift anerkennend.
„Oh, das ist ziemlich schwer.“
Dieses Mal dreht Minho sich doch um, aber nur um der Gruppe die jede seiner Bewegungen gebannt verfolgen ein Grinsen zuzuwerfen. „Ach, das ist nur zum Aufwärmen.“
Der Countdown blinkt auf dem Bildschirm und Minho positioniert sich. Er steht mit den Händen auf der roten Stange hinter sich abgestützt, den Oberkörper zurückgelehnt, damit sein Schwerpunkt sich verlagert und sein Körpergewicht nicht komplett auf seinen Füßen liegt. Chan hat einige der Kinder, die an diesen Maschinen schier unmenschliches leisten so stehen sehen. Und die, die versuchen jemanden zu beeindrucken, indem sie auf cool machen. Innerhalb von ein paar Sekunden wird klar, zu welcher dieser beiden Gruppen Minho gehört.
Chan war schon immer bewusst, dass Minho ein Tänzer ist. Er hat es in der Art gesehen, wie er sich bewegt. Wie er mit einem Fuß den Rhythmus klopft während er leise die Worte mitsingt, die über die Lautsprecher im Café spielen. Chan war schon immer bewusst, dass Minho ein Tänzer ist, aber ihm war bisher nicht klar, wie gut er wirklich tanzen kann. Wenn Chan sonst die Gelegenheit bekommt einen der talentierten DDR Spieler beobachten zu können, haben sie eigentlich nichts zu bieten außer Geschwindigkeit. Geschwindigkeit und Präzision. Sie stampfen mit den Füßen herum und treffen dabei jede Note perfekt. Und das in einer Geschwindigkeit, die schier nicht menschenmöglich erscheint. Aber es ist nicht schön anzusehen. Es ist beeindruckend, das lässt sich nicht bestreiten. Aber nicht die Art von beeindruckend, bei der dir die Kinnlade herunterklappt. Aber wie Minho sich bewegt ist ganz anders als alles, was Chan jemals in dieser Arkade gesehen hat. Seine Bewegungen scheinen besser geeignet für die große Bühne einer Tanzaufführung als diesen schwach ausgeleuchteten Raum voller schwitzender Teenager und ungefilterter Luft. Wenn jemand DDR spielt hört man normalerweise nur das laute Trommeln der Füße, gemischt mit der Musik und ab und zu ein paar Kommentare des Spiels, das Kombos ausruft während sie passieren. Aber Minho bewegt sich nahezu geräuschlos. Als ob er die Pfeile nur mit den Zehenspitzen streift, wenn sie aufleuchten. Er scheint darüber zu schweben. Und er trifft jedes Mal. Auf dem Bildschirm taucht ein aggressiv blinkendes perfect nach dem anderen aus und das Spiel kündigt so oft Kombos an, dass es beinahe schon von der Musik ablenkt. Are you an alien? fragt die Computerstimme zwischendurch und ehrlich gesagt ist das eine Frage, die Chan sich auch stellt.
Das ganze dauert nur etwas länger als eine Minute in der sie alle in erstauntem Schweigen Minho anstarren. Als das Lied endet leuchtet der Bildschirm hellblau auf mit dem Wort cleared quer darüber geschrieben. Minho dreht sich um ohne seine Punktzahl abzuwarten. Sie schauen alle verblüfft zu ihm auf während er einfach nur grinst.
„Nur ein bisschen am Arsch, du hast das auf jeden Fall geübt“, beschwert Jisung sich lautstark als erster. Minho zuckt nur mit den Schultern.
„Vielleicht“, gibt er zu. Die Art, auf die er sich abstützt, einen Ellenbogen auf der Stange, die Hand unter seinem Kinn und ein beinahe herausforderndes Grinsen auf den Lippen lässt ihn ein bisschen einschüchternd aussehen. Als ob er nur darauf wartet, dass jemand sich traut zu versuchen, ihn zu besiegen. Aber natürlich rührt sich niemand und nachdem er lange genug gewartet hat steigt er einfach wieder herunter.
„Naja, das hat Spaß gemacht“, meint er. Woojin beäugt ihn irgendwie argwöhnisch, als wollte er etwas dazu sagen, es sich aber verkneift. Zum Glück springt Felix ein, bevor die Situation noch angespannter werden kann.
„Jisung, hast du nicht gemeint, dass du Changbin in Air Hockey fertig machen willst?“, fragt er. Jisungs Gesichtsausdruck schlägt sofort um und er greift Changbin um ihn durch den Raum zu schleifen.
„Aber sowas von, ich werde ich zerstören“, kündigt er an, während er den wehrlosen Changbin in Richtung der Air Hockey Tische zieht. Changbin folgt gezwungenermaßen. Er zieht ein leidendes Gesicht, allerdings wehrt er sich überhaupt nicht.
„Also das will ich auf keinen Fall verpassen. Es war nett dich kennenzulernen Woojin“, sagt Minho. Die selbe Stimme, die er für Kunden benutzt, höfliches Lächeln. Er nickt sowohl Chan als auch Woojin einmal kurz zu, bevor er kehrt macht um den anderen zu folgen. Felix winkt Woojin kurz zu, bevor er ebenfalls anfängt zu sprinten, um die anderen wieder einzuholen. Sobald sie alle außer Hörweite sind wendet Chan sich Woojin zu, eine Entschuldigung bereits auf den Lippen, die er allerdings nicht herausbekommt, bevor Woojin ihn bereits unterbricht.
„Vielleicht solltest du dich ihnen anschließen.“
„Aber was ist mit-“, fängt Chan an, aber Woojin schneidet ihm das Wort ab.
„Es ist okay, ich habe eh noch zu tun und sollte demnächst mal nach Hause gehen. Aber es war schön, dich wiederzusehen“, er lächelt und hat sich beim Sprechen schon halb umgedreht. Eine plötzliche Welle von Mut überkommt Chan und er greift Woojin am Ellenbogen, um ihn aufzuhalten. Es gibt einen Grund, warum sie sich heute getroffen haben. Und er wird Woojin nicht so einfach davonkommen lassen.“
„Hey, warte, da gibt es etwas, das ich dich fragen wollte.“
„Was denn?“, fragt Woojin. Er hat in der Mitte seiner Bewegung innegehalten um Chan mit einem neugierigen Blick zu mustern. Der Mut, den er vor einer Sekunde noch gefühlt hat beginnt bereits wieder sich aufzulösen. Das wae wahrscheinlich keine gute Idee. Aber er versucht trotzdem die Frage, die er stellen wollte, irgendwie herauszubringen.“
„Damals als wir... also letzten Sommer... hast du wirklich... du weißt schon...“
„Versucht einen anderen Jungen unter der Sporttribüne zu ficken?“, beendet Woojin den Satz für ihn in einem ziemlich schnippischen Ton. Ganz so harsch hätte Chan das jetzt wahrscheinlich nicht formuliert, aber das war so etwa, worauf er hinauswollte. Er kriegt nur ein kleines Nicken zustande. Woojin seufzt. „Würde es irgendetwas ändern, wenn ich ja sage? Ich meine mir ist klar, dass ich damals alles ziemlich vermasselt habe. Aber ich dachte eigentlich, ich hätte es klar gemacht, dass du der einzige warst, für den ich mich damals interessiert haben. Ich habe es vielleicht nie richtig gesagt. Und ich habe dich auch nicht offiziell gefragt, ob du mein Freund sein willst. Aber ich dachte trotzdem, dass dir bewusst war, dass wir exklusiv waren. Ich hatte damals einfach nur Angst. Verdammt, die hatten wir beide. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht sicher war, mit dir zusammen zu sein. Und dann ist dieses ganze Drama passiert und die Leute haben angefangen zu reden und du bist mir aus dem Weg gegangen und... macht das jetzt überhaupt noch einen Unterschied? Ändert es überhaupt irgendwas?“
„Wahrscheinlich nicht.“ Chan weiß, dass es nichts ändert. Zwischen ihm und Woojin ist es aus. Endgültig. Er ist nicht hier, um eine alte Beziehung zu reparieren. Er hat überhaupt nicht die Absicht, wieder mit Woojin zusammen zu kommen. Und er hegt auch keinen Groll oder irgendetwas in der Art. Es ist nicht mehr wirklich wichtig, was damals passiert ist. Er hat das bereits in dem Moment bemerkt, als er Woojin vorher gesehen hat. Er hat keine Gefühle mehr für ihn. Eigentlich ist es sogar beinahe überraschend, wie eine Emotion, die einmal so überwältigend war, so ganz verschwinden kann ohn Spuren zurückzulassen. Aber trotzdem... „Ich will es einfach wissen. Das ist alles. Ich glaube wir sollten richtig darüber reden, das haben wir nie wirklich gemacht.“
„I hab es nicht gemacht. Ich glaube nicht, dass überhaupt irgendjemand jemals versucht hat irgendwas unter dieser Tribüne zu machen. Eigentlich habe ich sogar Beweise dafür. Du kennst doch den Laden von meinen Eltern? Naja, der Typ, der die Gerüchte verbreitet hat, hat das Kondom wahrscheinlich selber da gekauft. Ein paar Tage bevor die ganze Sache passiert ist hat meine Mutter sich beim Abendessen über einen Schüler beschwert, der bei ihr Kondome gekauft hat und sie war richtig aufgebracht, dass die Kinder jetzt wohl schon so früh anfangen. Und dann hat mein Vater gemeint, dass es ja okay ist, solange sie verhüten und die beiden haben einen riesen Krach beim Essen gemacht. Auch egal. Das ist jedenfalls was wahrscheinlich wirklich passiert ist. Damals habe ich die Verbindung zwischen den beiden Sachen noch nicht direkt gemacht. Und selbst nachdem ich darauf gekommen bin, wollte ich ihn nicht damit konfrontieren. Ich wollte nicht noch mehr Drama. Und vielleicht war es ja auch ein bisschen egoistisch von mir. Du hast dich eh von mir distanziert und ich dachte, ich könnte die ganze Situation ausnutzen, um den Kontakt zu dir abzubrechen. Ich weiß, es klingt wahrscheinlich dumm. Aber ich hatte einfach solche Angst, dass das irgendwie auf dich zurückfallen würde. Und dass du mich dafür hassen würdest. Ich hatte Angst vor den Gerüchten. Davor, dass andere uns verurteilen würden. Und ich dachte ich könnte den Märtyrer spielen und dich vor dem ganzen bewahren, wenn ich einfach die Schuld auf mich nehme und... ja, es tut mir leid.“
Sie bleiben beide einen Moment lang still. Chan bemerkt jetzt erst, dass er immer noch Woojins Ellenbogen festhält und er lockert seinen Griff sofort um direkt danach seine Hand in seiner Hosentasche zu verstecken, als wüsste er plötzlich nicht mehr wohin damit.
„Mir tut es auch wirklich leid“, meint er letztendlich. Und er meint es auch so. Aber ihm ist auch bewusst, dass Entschuldigungen an diesem Punkt mehr eine Art Formalität sind. Keiner von ihnen nimmt dem anderen wirklich etwas übel. Es ist alles vorbei. Vergeben und vergessen. „Ich hätte dich nach deiner Seite fragen sollen anstatt auf die Gerüchte zu hören. Alles was ich wusste, war, dass du angeblich mit einem anderen Jungen rumgemacht hast und dass ich es garantiert nicht war. Und ich habe mich so unglaublich verraten gefühlt. Ich weiß, ich hätte wahrscheinlich mit dir reden sollen aber wahrscheinlich war es einfacher, den Gerüchten zu glauben. Ich hatte damals auch Angst.“ Er wartet einen Moment lang ab, ob Woojin irgendetwas dazu sagen möchte. Dabei ist er sich nicht einmal sicher, ob es überhaupt etwas dazu zu sagen gibt. Woojin bleibt leise. Vielleicht ist es ja auch besser so. „Also denke ich, dass du recht hast. Ich glaube nicht, dass es jetzt noch etwas ändert. Aber ich denke es war gut, dass wir endlich darüber reden konnten.“
„Ja, ich auch“, antwortet Woojin. Er verlagert sein Gewicht auf seinen Füßen vor und zurück und Chan ist sich sicher, dass er ihn wahrscheinlich nicht länger aufhalten sollte. Es ist offensichtlich, dass er gehen will. Er räuspert sich, es hört sich ein bisschen gezwungen an. „Ich glaube ich sollte langsam wirklich mal nach Hause. Ich habe noch was zu tun. Und ich glaube deine Freunde warten auf dich.“
„Sie sind Idioten“, grummelt Chan. Woojin lacht.
„Sind wir das nicht alle? Naja, auch egal. Ich denke mal, wir sehen uns? Ist es okay für dich, wenn wir in Kontakt bleiben?“
„Natürlich, total, überhaupt kein Problem. Es ist immer nett mit alten Freunden zu reden.“
„Gut, ich mach dann mal los. Achja und Chan, viel Glück mit ihm.“
„W-was meinst du?“ Woher weißt du davon?!
„Ich kenne diesen Blick bei dir. Sag den anderen, dass es schön war sie mal wieder zu sehen.“ Und dieses Mal kommt Woojin wirklich weg, bevor Chan die Chance hat irgendetwas zu antworten. Einen Moment lang steht er einfach nur perplex an Ort und Stelle, komplett sprachlos. Dann dreht er sich um und geht zu seinen Freunden herüber, die sich um den Air Hockey Tisch gruppiert haben.
Jisung schlägt so aggressiv gegen den Puck, dass er vermutlich jeden Moment vom Tisch segeln und jemandem ins Gesicht schießen könnte. Was wahrscheinlich erklärt, warum die paar neugierigen Beobachter, die sich versammelt haben, alle mit ein paar Schritten Sicherheitsabstand zum Tisch stehen. Changbin, der normalerweise immer so ruhig, beinahe schon schläfrig wirkt, ist auch mit vollem Elan dabei. Das Spiel ist schnell und aggressiv und hauptsächlich ein kleines bisschen beängstigend. Die beiden sehen aus, als würden sich gleich auf den Tisch springen um sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. Minho ist damit beschäftigt auf seinem Handy mitzufilmen und zwischendurch hinter vorgehaltener Hand zu lachen oder die beiden lautstark anzufeuern. Felix steht halb hinter Jisung und schaut mit eher mildem Interesse zu, weswegen er auch der erste ist, der es bemerkt, als Chan sich zu ihnen gesellt. Sofort greift er ihn am Arm und zieht ihn ein Stück zur Seite.
„Hast du das gerade gesehen?“ fragt er sehr eindringlich. Chan schaut herüber zum Air Hockey Tisch, um zu überprüfen, ob einer der beiden gerade ein Tor geschossen hat, dass er irgendwie verpasst hat. Felix schüttelt den Kopf. „Nicht das. Ich rede von Minho.“
„Was ist mit ihm?“, fragt Chan. Er senkt instinktiv ein bisschen die Stimme, immerhin ist Minho nur ein paar Schritte von ihnen entfernt und könnte sonst jedes Wort überhören. Ein bisschen lächerlich kommt er sich schon dabei vor, dass er jedes mal gleich so in die Defensive geht, wenn das Thema aufkommt. Allerdings ist er inzwischen einfach zu sehr daran gewöhnt sich verteidigen zu müssen. Denn anscheinend ist es für alle andere ja so offensichtlich, dass er auf Minho steht. So offensichtlich, dass es sogar jemand sofort bemerkt, der Chan seit gut einem Jahr nicht gesehen hat.
„Stell dich nicht dumm. Sogar du musst zugeben, dass er total bereit war Woojin herauszufordern um dich zu beeindrucken. Ich meine, hast du gesehen, was er an dieser DDR Maschine gemacht hat? Das war eine Kriegserklärung. Er war bereit Woojin und alle anderen von deinen sieben bösartigen Ex-Liebhabern jetzt und hier zu bekämpfen.“
„Sieben bösartige wie bitte? Felix was zur Hölle soll das überhaupt heißen?“
„Ugh, komm schon“, Felix verdreht die Augen, als wäre Chan in dieser Situation der Trottel, nur weil er mal wieder irgendeine Anspielung auf einen Anime oder Comic oder was auch immer nicht versteht von dem er noch nie gehört hat. „Alles was ich sage ist, dass er dich beeindrucken wollte. Du weißt schon, sein Gebiet markieren. So wie T-Posen. Um die anderen Typen abzuwimmeln, die auf dich aus sind. Sein Revier verteidigen. Du weißt schon.“
„Nein, ich weiß nicht was du meinst? Tee was? Felix kannst du bitte einfach Koreanisch mit mir reden? Oder meinetwegen Englisch. Aber bitte benutz einfach ausnahmsweise Wörter, die ich verstehe, ich flehe dich an.“
„Er steht auf dich, meine Güte. Wie kannst du so schwer von Begriff sein? Er mag dich. Minho. Mag. Dich. Hör mir zu, ich weiß, du wirst das eh wieder abstreiten, aber ich habe das alles selber schon durchgemacht und alles was ich von die verlange ist, dass du ehrlich auf ihn zugehst und mit ihm redest weil ich wirklich glaube, dass du eine Chance bei ihm hast.“
Chan öffnet seinen Mund um etwas zu erwidern wird aber sofort von dem lauten Schreien und Jubeln hinter ihm unterbrochen. Anscheinend hat entweder Jisung oder Changbin gerade einen Punkt gemacht. Der Lautstärke seines Jubelns zu urteilen nach war es wohl eher Jisung. Felix linst kurz zum Tisch herüber, bevor er sich wieder Chan zuwendet.
„Schau mal, denk bitte einfach darüber nach, was ich gesagt habe, okay?“, murmelt er, bevor er sich umdreht um seinem Freund auf den Rücken zu springen und ihn zu dem großartigen Spielzug zu beglückwünschen. Und schon wieder bleibt Chan sprachlos zurück.
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