Augen sagen mehr als Worte

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Christoph "Doom" Schneider OC (Own Character) Richard Kruspe Till Lindemann
08.04.2019
13.09.2020
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08.04.2019 2.467
 
Hallo, hallo! :)
Diese Geschichte, nur ganz anders habe ich schonmal 2014 hochgeladen. Mein Schreibprogramm hat aber irgendwann angefangen Probleme zu machen und ich konnte nicht mehr auf mein Geschriebenes zugreifen! :/
Jetzt bin ich älter und habe sie neu geschrieben, was der Idee zu dieser Geschichte echt gut getan hat!

...Nur so zur Info, falls das hier irgendjemanden bekannt vorkommen sollte! :D



~*~




Ich sah mich um und lächelte zufrieden, ich hatte es tatsächlich durchgezogen und war hier. Ein wenig plagte mich das schlechte Gewissen, vielleicht hätte ich Anna doch mitnehmen sollen, die Villa war ein Traum. Andererseits war es Fakt das ich gar nicht hier sein durfte und ich hatte ein Problem wenn mein Vater herausfinden würde wo ich war. Ich wäre eine schlechte Freundin hätte ich das in Kauf genommen. Aber darum würde ich mir später nochmal Gedanken machen.
Das wichtigste war, hier würde ich runter kommen, mich einzig und allein um mich selbst kümmern, es genießen sich um nichts Gedanken machen zu müssen. Eine mediale Auszeit haben. Ich würde tun und lassen was ich wollte. Natürlich würde ich mich zwischenzeitlich bei Anna melden und bei meinem Vater, aber das konnte warten.
Ich schaltete den Bildschirm meines Smartphones aus und schmiss es links von mir auf das Sofa.
Am Fenster rieselten Schneeflocken vorbei. Ich lächelte. Wundervoll. Hier oben in den Bergen gab es richtigen Schnee und so viel davon, in Hamburg suchte man vergeblich nach Schnee.
Ich sah mich im Wohnzimmer um und wollte gerne wissen wie viele tausende Euros hier drinnen stecken. Schon allein die weißen Ledersofa hatten wahrscheinlich ein halbes Vermögen gekostet... Obwohl es interessierte mich eigentlich nicht. Materielle Dinge waren mir nicht wichtig, genauso wenig wie Geld. Ich hätte auch in einer Jugendherberge gehaust, doch die Schlüssel zu diesem Feriendomizil hingen schon das ganze Jahr so verführerisch in dem Schlüsselkasten meines Vaters. Und im Winter lohnte es sich einfach hierher zu kommen um zum Beispiel Ski zu fahren.
Ich hatte schon eingekauft für die nächsten Tage. Ich wusste nur nicht in welchen von den vielen Zimmern ich schlafen sollte.
Ich beschloss mich frisch zu machen um es mir anschließend vor dem Kamin gemütlich zu machen. Gerade als ich unter die Dusche gegangen war klingelte es an der Haustür. Trotzdem wusch ich mir erstmal die Haare und seifte mich gründlich ab.
Als ich aus der Dusche stieg, überlegte ich mir, wie ich die nächsten Tage gestalten würde. Morgen würde ich mich erstmal hier in der Gegend umsehen. Ich wusste noch nicht wie weit der Skiort entfernt lag. Hoffentlich nicht so weit der nächste Lebensmittelladen. Ich zuckte leicht zusammen als die Türklingel erneut leutete. Langsam wurde ich nervös.
Dennoch versuchte ich mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich cremte mich sorgfältig ein und zog mir eine bequeme Jogginghose und ein schwarzes Top an.
Dann föhnte ich meine Haare was ungewohnt schnell ging und band sie zu einem Zopf zusammen , sie waren noch gerade lang genug dafür.
Mit einem Abschminktuch wischte ich mir die restliche schminke von den Augen was sie nun noch kälter wirken ließ.
Ich fühlte mich frisch und erholt als ich fertig war. Auf dem Weg ins Wohnzimmer ertönte wieder die Hausklingel.
“Scheiße”, murmelte ich, zog mir schnell eine Jeans an, eine Strickjacke über und stieg die Treppe hinab in den großzügigen Eingangsbereich.

Die Tür hatte natürlich keinen Türspion, und die Kamera fiel mir erst ein als ich schon dabei war die Tür zu öffnen.
Vor mir standen zwei Männer. Der eine war ziemlich groß und schlaksig, der andere war ein halben Kopf kleiner und hatte schwarze Haare die in alle richtungen standen.
Ich sah vom größeren zum kleineren. Er hatte blaue Augen, genau wie ich, nur das seine Dunkler waren... irgendwie Geheimnisvoll, ganz im Gegensatz zu meinen. Ich meinte eine Regung in ihnen zu erkennen als unsere Blicke sich trafen. Ich wartete darauf das die Männer mir ihr Anliegen mitteilen würden, aber sie sahen mich nur an und keiner sagte etwas.
Der Schwarzhaarige hielt meinen Blick stand, bis ich meinen abwand um seinen Kollegen anzusehen.
“Wie kann ich helfen?”, war meine zögerliche frage.
“Entschuldige die Störung…  Wir sind liegen geblieben...”
“Und?”
“Naja, wir brauchen eine Toilette, ein paar Steckdosen und eine gutes Wlan-netzwerk”, sagte der größere mit ernster Miene.
Er sah mich erwartungsvoll an. Auch meiner Erleichterung geschuldet konnte ich nicht anders und lachte los.
Als ich mich eingekriegt hatte wurde ich immer noch erwartungsvoll gemustert.
“Klingelt Mal ein paar Häuser weiter", war meine knappe Antwort.
Ich schloss die Tür wieder und wollte wieder die Treppe hinauf, aber die Männer bleiben hartnäckig und klopften jetzt an der Tür.
Ich seufzte und öffnete sie wieder.
“Wir kommen hier nicht vom Fleck und die wenigen anderen Häuser scheinen unbewohnt zu sein”, sagte der andere. Er strahlte eine große Selbstsicherheit aus und bildete ich mir das nur ein oder sollte das eine Drohung sein?
“Warum sollte mich das interessieren?”, fragte ich ohne ihn direkt anzuschauen. Ich würde mich von dem doch nicht beeindrucken lassen. Der Schwarzhaarige sah mich ungläubig an. Ich hatte die Tür schon wieder fast geschlossen, da merkte ich einen Widerstand.
Ich konnte jetzt in Panik verfallen und versuchen sie mit Gewalt wieder zu zudrücken, oder ruhig bleiben und sie wieder weiter öffnen.
Ich entschied mich für letzteres und sah das der Schwarzhaarige seinen Arm ausgestreckt hielt und damit für den Widerstand sorgte.
“Wir hätten hier nicht geklingelt wenn wir eine andere Wahl gehabt hätten”, er sah angespannt aus. Langsam wurden seine Gesichtszüge wieder weicher. “Bitte hilf uns.”
Ich sah rüber zu dem VW-Bus, die Männer scheinen wirklich Probleme zu haben. Zwei standen an der Motorhaube, ein dritter schien im Auto zu sitzen. Aber was sollte ich deren Probleme zu meinem Eigenen machen? Vielleicht war das ganze auch nur eine ganz billige Masche...
“Wie viele seid ihr?”, fragte ich, warum war mir auch noch nicht so klar.
“Sechs”, sagten beide Männer gleichzeitig.
Mir entglitt ein unwillkürliches lachen. “Tut mir leid, aber ich bin doch nicht blöd.”
Jetzt lachten die Männer, wie es schien aus Belustigung.
“Wie heißt du?”, fragte der Schwarzhaarige und lächelte sanft.
Ich zögerte. “Jessica.”
“Jessica, ich bin Richard und das ist Flake”, er deutete auf den Typ neben sich. “Wir haben entgegen deiner Vermutung keine schlechten Absichten. Alles war wir wollen hat Flake dir bereits gesagt”, er redete mit mir als sei ich ein Kind. Aber das war jetzt nebensächlich. Keine schlechten Absichten, das würde ich natürlich auch behaupten. Beide sahen mich freundlich an und machten theoretisch einen netten Eindruck, doch ich wusste nicht woher es kam, aber ich hatte einen ungutes Gefühl. Ich konnte nicht sagen warum, aber irgendetwas warnte mich. Es wäre besser die Tür zu schließen und sich nicht auf das hier einzulassen… Aber die würden auch nicht wieder verschwinden wenn ich sie hier stehen lassen würde. Ich wurde immer noch erwartungsvoll gemustert.
Ich stöhnte leise auf. “Okay, ich lass euch rein.” Das würde ich bestimmt noch bereuen… Ich wusste noch nicht wann, warum und wie sehr, aber die Reue würde kommen ganz sicher. Es gab einen Haken, den gab es immer!
Die beiden sahen erleichtert aus.
“Aber nur euch zwei! Wenn jemand aufs Klo muss bitte, aber ich lasse nicht mehr als zwei zur Zeit hier rein”, sagte ich bestimmend.
Die beiden nickten. “Dankeschön. Ich sag gleich den anderen bescheid”, sagte der Dunkelhaarige, drehte sich gleich um und ging schnellen Schrittes zu den anderen Männern.
“Das ist wirklich nett”, bemerkte Flake. Flake was war das überhaupt für ein komischer Name? Ich verzog den Mund kurz zu einem Lächeln.

Richard kam mit zwei Männern die sich als Paul und Olli vorstellten zurück.
“Schicke Hütte hast de da”, sagte der neben Olli wirklich sehr klein wirkende Paul und lachte. Er schien trotz der Umstände ganz im Gegensatz zu den anderen wirklich gut gelaunt zu sein. Er hatte ein Rucksack um die eine Schulter hängen und lächelte mich freundlich an.
“Ick würd’ jerne een paar Steckdosen in Beschlag nehmen und dit stille Örtchen.”
Wie selbstverständlich ging er an mir vorbei gefolgt von Richard. Ich sah die anderen Beiden entschuldigend an und schloss die Tür hinter mir. Ich sollte eigentlich kein schlechtes Gewissen haben.
Ich beschloss die Männer alles hier unten abwickeln zu lassen. Hier würde ich sie gut im Blick haben. Hinter der Bank, die dazu diente um sich zu setzen wenn man sich die Schuhe an- und auszog, gab es eine Leiste mit Steckdosen, die ich den beiden zeigte. Paul setzte den Rucksack ab und kämpfte mit mehreren Ladekabeln die sich verknotet hatten. Richard half ihm Ordnung in den Kabelsalat zu bekommen.
Ich heilt etwas Abstand und beobachtete aus sicherer Entfernung beide Männer.
“Rufst du gleich an?”, fragte der kleinere. Richard nickte.
Paul erhob sich. “Wo kann ick müsch erleichtern?”, fragte er.
Ich deutete mir den Finger nach links. Als er die Tür zum WC öffnete hörte ich wie er pfeifte.
“Wir haben eine Panne”, hörte ich nun Richard sagen der damit meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Auch nach längerem zuhören wurde ich nicht so ganz schlau aus dem Gespräch welches er gerade führte. Mein Blick schweifte kurz zu ihm und ich sah wie er mit ernsten Blick an mir vorbei guckte.
“Sach Mal ist das deine Hütte? Wie kannst du dir dit leisten?”, hörte ich plötzlich Pauls Stimme hinter mir. Warum musste er mich unbedingt jetzt, oder überhaupt in ein Gespräch verwickeln? Aber unwillkürlich musste ich schmunzeln über seine Direktheit.
“Eigentlich sollte ich euch befragen.”
“Ick habe aber zuerst jefragt”, sagte Paul und zwinkerte mir zu.
Ich kniff die Augen zusammen und musterte ihn. “Vielleicht kann ich mir das auch nicht leisten”, sagte ich und zwinkerte nun ihm zu. “Also, wo wollt ihr hin?”
“Wir sind auf dem Weg... zu einer... Autogrammstunde”, war seine zögerliche Antwort.
“Seid ihr nicht etwas zu alt für sowas?”, ich sah ihn fragend an, er mich komischerweise ebenfalls. “Entschuldigung… Ich will euch ja nicht zu nahe treten… Ich meine einfach… wenn sich 12 Jährige Mädchen ein Autogramm irgendwo abholen verstehe ich das ja… Aber Mal ehrlich... was habt ihr denn von den Autogrammen?”
Paul sah mich an als wenn ich Chinesisch sprechen würde. Dann lachte er. “Wie kommst du denn…” Bevor er den Satz zu Ende gesprochen hatte, wurde er unterbrochen.
“Paul trödel nicht, Olli wollte auch aufs Klo”, kam es von Richard.
Er wand sich von mir ab und ging in Richtung Hauseingang.
Dann drehte er sich nochmal zu mir. “Warum duzt du uns eigentlich?” Er sah mich aufmerksam an.
“Weil ihr mich auch geduzt habt”, ich zuckte die Schulter. Der erwartete doch nicht Respekt von mir. Er lächelte und trat dann vor die Haustür. “Dann is ja allet jut.”
Die Männer waren mir echt ein wenig suspekt. Mir war aufgefallen dass Paul zögerlich geantwortet hatte, vielleicht weil dies eine Ausrede war… aber für was… hatten die Männer doch irgend ein krummes Ding vor?

Ein Dunkelhaariger Mann mit einer markanten Nase, der mir noch völlig unbekannt war, tauchte im Eingangsbereich auf. Paul lehnte im Türrahmen und schien über irgendwas nachzudenken. Ich nahm stark an das es nicht die Heizkosten oder die scheiß Kälte war um die sich seine Gedanken drehten.
Der Fremde Mann wollte gerade auf Richard zugehen, als dieser aber mit dem Kopf in meine Richtung deutete, kam der Fremde jedoch erst auf mich zu.
“Hallo, ich bin Schristoph”, er hüstelte. “Christoph Schneider”, er reichte mir die Hand. Links von mir hörte ich ein unterdrücktes Lachen, welches zu Richard gehören musste. Ich konnte nicht weiter drauf achten da Christoph weiter redete.
“Danke für die Hilfe. Ich hoffe wir machen nicht als zu große Umstände.”
“Ist schon in Ordnung. Ich hoffe nur euch schnell wieder los zu sein”, entgegnete ich.
Alle drei Männer lachten und hinter mir sagte einer: “Sympathisch.” Ich drehte mich um, das war Olli wenn ich mich nicht irrte. Ich fing an zu grübeln, die Männer schienen einen wirklich trockenen Humor zu haben, denn es hörte sich in keinster Weise ironisch an.
Oder… und das wäre wahrscheinlicher, sie waren high… halt auf irgendwelchen Drogen. Ich schluckte.
“Ich muss Mal mit Richard reden”, sagte Christoph und nickte in richtung Ausgang, wo er sich jetzt hin bewegte. Richard folgte Schristoph dem Drogenopfer und die Männer entfernten sich ein Stück vom Haus.
Paul ging zu den Handys und ich nahm seinen alten Platz ein.
“Konntest du jemanden erreichen?”, fragte Christoph.
Richard stöhnte auf. “Ja, aber meinst du da kommt sowas wie Empathie? Nein, nur Vorwürfe.”
“Mach dir nichts draus. Wenn… jemand kommt, schaffen wir es, mit Verspätung aber immerhin kommen wir erstmal von hier weg.”
Richard erwiderte etwas, was ich nicht verstand und sah mich plötzlich an. Ich wand den Blick schnell ab. Ich hoffte das er nicht bemerkt hatte dass ich ihn und seinen Kumpel belauscht hatte.
Ich drehte mich um und mir wurde jetzt erst bewusst das ich unachtsam geworden war, denn Paul, Olli und Flake waren im Haus und ich stand hier an der Tür und starrte die Falschen an. Ich wand mich ganz von den Männern ab und lehnte die Tür an, es war langsam echt kalt.
Die drei Männer waren über die Handys gebeugt. “Ich dachte du hast den den Abschleppdienst gerufen?!”, sagte einer.
“Ich hab doch gesagt das ich kein Netz habe. Außerdem dachte ich Scholle macht das?”
“Nein der hat woanders angerufen. Ruf doch jetzt an.”
“Ich habe immernoch kein Netz?!”
“Und warum Richard dann?”
Von draußen hörte ich wieder Christoph und Richard, dazu aber auch eine fremde Stimme die ich noch nicht zuordnen konnte. Ich drückte die Tür ein Stück auf um die Männer sehen zu können.
“Warum weckt ihr mich nicht?!”, sagte ein großer und bedrohlich wirkender Mann mit einer wirklich tiefen und verärgerten Stimme. Den hätte ich auch so lange wie es nur geht versteckt, kam mir der Gedanke.
Als er mich sah, verschwand der Zorn aus seinem Gesicht, er sah überrascht aus. Er bemühte sich freundlich zu gucken, so interpretierte ich seine Grimasse jedenfalls.
“Till Lindemann”, er reichte mir die Hand.
“Jessica”, entgegnete ich und wunderte mich wie sanft sein Händedruck war. Er wandt sich um. “Schneider?”, dann sah er wieder mich an. “Der muss mir Mal erklären was hier vor sich geht”, Beide entfernten sich und schienen eine Diskussion zu beginnen.
Ich sah mich um und hätte am liebsten die Hände über den Kopf zusammen geschlagen.
Drei von denen turnten in der Villa umher und zwei von denen diskutierten irgendwas aus. Das Auto schneite gerade ein und es schien nichts vorwärts zu gehen. Und wo war überhaupt der Schwarzkopf?
“Wir sind bald wieder weg”, sagte dieser wie aufs Stichwort, er lehnte an der Hauswand genau in meinem Blickfeld und rauchte.
Ich presste die Lippen aufeinander. Er schenkte mir ein schiefes Lächeln. Und ich bekämpfte den Drang die Augen zu verdrehen.


~*~



Ihr dürft mir gerne Kritik da lassen wenn ihr möchtet!
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