Kiddiestable

GeschichteDrama, Familie / P16
Abigail Hobbs Dr. Bedelia Du Maurier Dr. Hannibal Lecter OC (Own Character)
07.04.2019
28.06.2019
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07.04.2019 2.261
 
Heyho, diese Geschichte widme ich meiner Lieben Mia, die schon immer mal eine Hauptrolle spielen wollte. <3
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte, die ich mir schon seit einiger Zeit ausgedacht hatte und nun endlich den Mut habe sie zu veröffentlichen. Ich freue mich über konstruktive Kritik, aber auch über Lob :D

Nun denn viel Spass beim Lesen.
LG Caesaria Borgia <3

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Lord Baltimore war eine der größten Grundschulen in Baltimore selbst. Über 350 Kinder waren dort registriert und für jeden dieser Kinder der Startschuss in das ernste Leben voller Erwartungen,, Aufgaben und dem ständigen Druck das Beste zu geben. Ein riesiges Gebäude, tausend Fenster und mindestens genauso viele Türen, bunt verziert, passend zum Frühling waren dort Papierblumen angeklebt, daneben Vögel, die durch die strahlende Sonne ihre Farbenpracht entfalten konnten. Sie schauten zum Pausenhof, hinten hinaus, ein weitläufiges Gebiet, viele Bäume, die anfingen ihre Blätter spriesen zu lassen, große, asphaltierte Flächen für das benutzen der Fahrzeuge und für die Jungs zum Fußballspielen. Es war sehr nahe der Straße gelegen, praktisch für die Eltern, damit sie ihre Schützlinge, quasi an der Haustüre abliefern und holen konnten. Und das waren einige, nur sehr sehr wenige Kinder liefen allein nach Hause, man nannte sie auch liebevoll „Schlüsselkinder“, da sie meist ihren Schlüssel um den Hals trugen und vollkommen selbstständig den nach Hause weg bestritten.
Darunter auch Mia, eine Zweitklässlerin, acht Jahre alt und war vor allem für eine Sache bekannt. Sie war immer das letzte Kind, welches nach Hause ging, die meisten wurden zwischen 15-16 Uhr abgeholt oder gingen nach Haus, doch nicht Mia sie musste stets bis 17 Uhr aushalten um dann, wenn die Tore der Einrichtung sich schlossen, nach Hause gehen. Sie hasste es, wenn alle sich bei der Erzieherin verabschiedeten, saß sie noch immer da. Sie spürte immer einen Hauch von Neid und Eifersucht, versuchte dies jedoch gut zu überspielen. Soweit sie es konnte versteht sich. Die Spiele die es hier gab waren öde, immer dasselbe und auf diese ewigen Kartenspiele wie Mau Mau und Schnauzer hatte sie keine große Lust, die Kinder spielten auch nicht gerne mit Mia, denn sie gewann immer, auch wenn sie versuchte zu verlieren und dachte sie würde es ihren Mitspielern leicht machen, lag sie wohl falsch.
Bedächtig schaute das Mädchen ihre Schulsachen an, sortierte die diversen Bücher von Mathe bis hin zu Englisch, nach Größe in ihren Ranzen hinten hinein, schließlich musste alles seine Ordnung haben, dies wurde ihr schon sehr früh weisgemacht. Danach folgten die bunten Hefter, da plötzlich fiel ihr ein Blatt aus dem Englischhefter, den einzigen hellen, nämlich in der Farbe Gelb. Schnell hob sie es wieder auf, denn sie erkannte rasch, durch die vielen roten Markierungen auf dem mit Tinte beschriebenen Blatt, das dies eine der vielen Leistungskontrollen sein musste, sogar eine schlechte, als sie dies noch einmal betrachtete, ganz unten zierte eine große Fünf das Blatt, eingerahmt von einem Kreis und der darunter liegenden Wörtern: „ dringendes Elterngespräch nötig!“
Was nun wirklich sehr ungewöhnlich war, denn sie war nie dermaßen schlecht gewesen, war eine gute Schülerin, vielleicht nicht so schlau in manchen Dingen, wie ihre beste Freundin, die als beste ihres Jahrgangs galt, aber so etwas? Ruckartig schaute sie nach links und rechts, um sicher zu gehen das diese schlechte Note auch keiner gesehen hat. Doch ihre Lehrerin suchte zurzeit mit vielen Eltern ein Gespräch und so langsam glaubte Mia das bei ihr diese schlechte Note einer dieser Vorwände sein musste, von denen ihr die Mitschüler erzählten. Mit einem Klack-Geräusch schloss sich der rosa Ranzen, auf dessen Stirnseite, ein fröhliches Einhorn ihr entgegen lächelte, daneben glitzernde Steine in Form von Sternen. Noch ein letztes Mal vergewisserte sich Mia das sie alles hatte, schaute noch einmal unter ihre Bank, in den metallenen Käfig, nickend richtete sie sich wieder auf, ließ einen letzten Blick in das Klassenzimmer schweifen, danach zur Uhr. 16 Uhr und das bedeutete für die Grundschülerin normalerweise noch eine weitere Stunde mit übrig gebliebenen Idioten anderer Klassen in einem Zimmer zusammen mit einer Erzieherin vergammeln, bis sie mal wieder die Letzte war und zur Schließungsuhrzeit, 17 Uhr, nach Hause laufen durfte.
Aber heute nicht, heute hatte sie beschlossen sich etwas eher als gedacht aus dem Staub zu machen, denn sie wollte auch endlich mal nicht die Letzte sein und mit jemanden zusammen nach Hause laufen! Also, nahm Mia sich von der großen Garderobe vor dem Klassenzimmer, all ihre Sachen, was nicht viel war, es war schließlich ein warmer Frühling, noch hell und warm draußen, sie nahm sich ihre schwarzen Schuhe, schlüpfte in diese Hinein, huckelte den Ranzen auf und schlich sich leise zur Hintertür hinaus, so einfach war das also, warum war sie nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen? Das hätte dem Mädchen so einiges an sinnlos, verschwendeter Wartezeit erspart.

Mia tat dies aber nicht zum Ersten Mal, denn niemand würde nachprüfen wann sie nach Hause ging solange sie zu Hause den Anruf der besorgten Erzieherin entgegen nahm und ihn danach im Verlauf löschte, sie musste nur nach 17 Uhr spätestens zuhause sein. Die Sonne schien ihr auf das Gesicht, sie zog die Augen zusammen. Hielt sich die Hand darüber um auf den blendend heißen Asphalt überhaupt etwas sehen zu können. Ihren Busausweis hatte sie bereits herausgesucht, baumelte der doch zusammen mit ihrer Kette um ihren Hals. Die silbern aufleuchtende Kette war Mias ganzer Stolz, dies war ein Geschenk ihrer Mutter gewesen, selbst beim Sport nahm sie sie nicht ab, sondern versteckte sie in ihrem Sportshirt. Sie vermisste sie, Papa sagte ihr immer das sie eine sehr kranke Frau gewesen ist und nun an einem besseren Ort weilt. Das Quietschen der Räder, des gelben Schulbusses, holte sie aus den Erinnerungen. Mit einem Schwung öffneten sich die Türen und sie stieg empor, zeigte ihren Ausweis der netten Busfahrerin, die sie bereits kannte. „Hallo Mia, heute schon so früh? Wo geht es denn hin?“ Lächelte die Fahrerin freundlich während Mia sich neben ihr auf den beiden Plätzen setzte, den Ranzen auf den anderen Sitz. Ohne eine Mimik zu verziehen schaute sie aus dem Fenster. „Ich besuche jemanden.“ „Eine Freundin also?“ „Ich weiß nicht ob sie meine Freundin ist oder werden möchte.“ Eine Stille trat ein, der Bus bog um mehrere Kurven durch Baltimore hindurch. Mia besuchte diese Person nicht zum ersten Mal, denn als sie von ihr hörte war sie gespannt was für eine Person dies wohl sein würde, wie sie sich verhält, wie sie mit der ganzen Geschichte umgeht. Zwei Kinder, von Gott im Stich gelassen, doch Mia hatte es noch etwas besser getroffen, ihr Vater war kein Mörder und war für sie da. Als sie die vielen Bäume mit ihrer prächtigen, grünen Laubkrone, vorbei fliegen sah, drückte die Grundschülerin den roten Knopf neben der Sitzhalterung. Ein piepsen ertönte bei der Fahrerin. „Hier magst du also aussteigen?“ „Ja bitte.“ Packte Mia die pinken Riemen des Ranzens über die Schultern. „Ich mache dir hier vorne auf. Mach´s gut und pass auf dich auf, ja?“ Unten angekommen drehte sie sich zu ihrer Fahrerin noch einmal um, nickte lächelnd. Wartete noch bis der Bus um die nächste Ecke bog und ging den kleinen gepflasterten Weg, durch einen kleinen Waldabschnitt hindurch, bis sie auch schon das kleine Haus mit seinem durch die Sonne schillernden Wintergarten sah. Dies war die psychiatrische Einrichtung Port Haven.
„Entschuldigung?“ versuchte die kleine Grundschülerin über den Tresen der Rezeption zu lunsen. Sie hörte die Schwester am Computer tippen, dann das rollen des Drehstuhls. Sie kam um den Tresen herum, um auf Mia zu schauen. „Ah!“ Grinste die farbige Schwester, hockte sich auf gleiche Augenhöhe. „Mia du willst bestimmt zu Abigail, oder? Aber sie hat bereits Besuch und ich weiß nicht ob du mit hinein darfst, frag am besten mal. Du kennst den Weg ja.“
An der Tür mit dem undurchsichtigen Glas angekommen, lauschte Mia erst, sie hörte vorwiegend eine ihr unbekannte Frauenstimme. Klopfte dann an den hölzernen Rahmen, wartete ein paar Sekunden bis sie von Abigail hereingebeten wurde. Die fremde Frau hatte ein markantes Aussehen, schon allein ihre lockigen, roten Haare, das spitze Gesicht und diese durchbohrenden Augen, die auf sie herabfunkelten. „Ist das deine kleine Freundin Abigail?“ Schnell gab Abigail zurück: „Wer sie ist sollte ihnen egal sein. Sie sind doch sowieso nur hier wegen mir. Setz dich ruhig Mia.“ Mia ließ die Frau nicht aus den Augen, stellte ihren Ranzen in die übliche Ecke. Diese Frau hatte noch nicht viel gesagt, aber Mia empfand ihre Präsenz schon sehr unsympathisch, so etwas war komplett neu für sie. Nach einigem Hin und Her verließ sie den Raum, ließ Abigail eine Karte da, die sie unter ihr Kopfkissen wühlte und sich dann Mia zuwandte, die gerade ihr Arbeitsheft herausnahm, dazu den Füller aus dem Federkästchen. „Hast du heute Hausaufgaben aufbekommen?“ „Ja, aber nur Englisch das ist einfach.“ Abigail grinste leicht, auch wenn sie das Mädchen kaum kannte, freute sie sich über ihren Besuch, auch wenn sie dies so nicht immer zeigen konnte. Mia gab ihr etwas Normalität zurück, etwas Halt, beide fühlten sich füreinander verantwortlich wie Schwestern.
Alles war normal wie immer. Die beiden saßen draußen, genossen die Sonnenstrahlen des anfangenden Frühlings. Abigail traute niemanden so schnell, schließlich musste Mia auch erst einmal sich beweisen das wusste sie noch genau, doch Mia war nicht ganz anders und verriet nur das Nötigste über ihre Wenigkeit, was Abigail wohl reichte. „Weißt du Mia….Ich bin am Überlegen nicht wieder in das Haus meiner Eltern zurückzugehen, noch einmal an den Ort und dann verkauf ich das alles. Mache dann mein Studium…“ Mia lauschte dem Rauschen des anliegenden Bachs, denn sie musste sich etwas ablenken, nicht das sie Abigail nicht zuhören wollte, sondern eher der Tatsache das sie zu Hause wegen der Note und dem Elterngespräch wohl richtig was zu hören bekommen würde. Abigail akzeptierte die Stille und stieg mit ihrem Schweigen ein. Setzte sich im Schneidersitz auf die Decke. „Du bekommst viel Besuch, oder?“ Entfuhr es Mia blitzschnell. „Ja, zurzeit schon, vor allem von einer Psychologin. Sie ist eigentlich ganz nett…“ „Aber?“ „Sie bevormundet mich andauernd.“ Schaute sie zu ihrer kleinen Freundin. Die mit einem gelangweilten Blick ihr entgegenbrachte: „Ist es Dr. Bloom?“ Gespannt schaute das brünette Mädchen. „Woher weißt du von ihr?“. Ohne ein Wort zu sagen deutete die Grundschulschülerin hinter sich. „Sie steht da.“ Sie kannte diese Frau und wusste nicht so recht wie sie sie einschätzen, beziehungsweise einordnen sollte.

Alana erkannte die beiden noch von weitem als sie aus dem Auto stieg, sie hatte damit gerechnet das sich Abigail nicht dauerhaft in ihrem Zimmer aufhalten würde, aber zu mindestens hielt sie sich noch in der Einrichtung auf, denn sie traute ihr sehr gut zu, diese zu verlassen und auf eigene Faust ihre geplanten Aktivitäten umzusetzen, verwundert aber war sie als sie Mia sah, aber auch nicht sonderlich überrascht, dieses Mädchen war eine ruhige Persönlichkeit, aber ihre Gedankengänge, ihr Handeln und  wie sie die Menschen um sie herum gekonnt dazu bekehren konnte sich ihr zu öffnen machte Mia wieder zu einem interessanten Individuum. „Hallo Abigail, Mia, wenn du mir die Frage gestattest, was machst du hier?“ Hockte die brünette Frau mit ihrer sanften Stimme sich neben Mia, um mit ihr auf Augenhöhe zu sein. Ihre Augen trafen sich, die blauen Seelenspiegel der Psychologin, trafen die braunen des Mädchens. Heute hatte sich die Frau etwas in der Farbe Rot verirrt, roter Bleistiftrock und eine schwarz, rot getupfte Bluse. „Ich muss mich nicht rechtfertigen.“ Drehte sie sich beiseite. Abigail, schaute nach hinten aus der Richtung woher Dr. Bloom gekommen war. Die Sonne schien auf die Karosserie des schwarzen BMWs, doch Abigail erinnerte sich nicht an diesen Wagen, es war nicht von Dr. Bloom, sie fuhr keinen Offroad, noch einen BMW, noch einen schwarzen. „Mir musst du keine Rechenschaft ablegen Mia, aber ich glaube deinem Papa würde es brennend interessieren warum du dich hier aufhälst.“ Mias Augen wurden größer, diese Hexe hatte es ihm gesagt, obwohl Mia schon immer den Gedanken hatte das er es wusste, natürlich wusste er es. Sie bekam plötzlich Bauchschmerzen, sie spürte regelrecht wie sich ihr Magen verkrampfte, als hätte sie tagelang nichts mehr gegessen, aber das geschah oft, wenn sie etwas Unangenehmes vor sich hatte. Abigail sah einen Mann aus dem Wagen steigen, sie erkannte ihn, dieser Mann hatte sie gerettet. Heute trug er einen blaufarbigen Anzug, dazu ein hellblaues Hemd und eine ebenfalls blaue Krawatte, nur wies diese ein paar mehr Muster auf.

„Ich sage es offen heraus Mia.“ Sprach der Psychiater in seinem üblich ruhigem Ton. Mia aber hörte überall aus jedem Satz den er in so einer Situation sagte, einen gewissen Unterton, der sie erschaudern ließ, oftmals ertappte Mia sich dabei sich einen Vater zu wünschen der sie einfach nur anbrüllen würde und nicht so auf seelisch-moralischer Ebene sprach, sodass sie sich noch wochenlang schuldig fühlte. „Ich bin überaus enttäuscht von dir. Ich dachte ich könnte dir vertrauen, doch da lag ich wohl gänzlich daneben. Bist du dir der Gefahren bewusst in die du dich begibst?“ Mia konnte ihre Papa nicht ansehen, sie schämte sich mehr als he zuvor, aber irgendwie akzeptierte sie diese Situation, denn sie wusste das dies wohl irgendwann ans Tageslicht kommen würde. „Schau mich an Mia.“ Legte Hannibal seinen Zeigefinger unter ihr Kinn und hielt dieses hoch. „Man schaut seinem Gesprächspartner immer in die Augen, dies zeugt von Respekt und ist ein Akt der Höflichkeit, aber du scheinst beides vergessen zu haben. Ich brauche nicht weiter reden, du kennst die Konsequenzen genau.“ „Ja Papa.“ War das Einzige was das Mädchen noch hervorbrachte, leise und traurig. „Wenn ich mich nicht benehmen kann, sitze ich am Kindertisch.“
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