Geburtstagsgrüße von Gary

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Timothy Tiberius "Timmy" Turner
07.04.2019
07.04.2019
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Mein süßer Tim-Tim,

heute ist ein ganz besonderer Tag. Denn heute vor genau neunzehn Jahren hat der aufregendste, mutigste und empathischste Mensch, den ich kenne, das Licht der Welt erblickt.
Zu diesem ganz besonderen Ehrentag, mein süßer Tim-Tim, wünsche ich Dir von Herzen alles nur erdenklich Gute und hoffe, dass auf diesen Tag noch viele weitere folgen werden, die wir gemeinsam verbringen können.

Als es damals vor zwei Jahren zwischen uns angefangen hat, hätte ich nie auch nur zu träumen gewagt, dass daraus eine so feste und innige Verbundenheit entstehen würde, die mich jeden Moment aufs Neue spüren lässt, dass Du der Richtige für mich bist.
Wie gut ich mich noch daran erinnern kann, an jenen heißen Sommertag im Juli, an dem wir zusammen im Park unterwegs waren – und sicherlich beide nicht damit gerechnet haben, dass dieser Tag, und vor allem diese Nacht unser Leben für immer verändern würde.
Ich weiß noch, wie wir uns zusammen ein Eis geholt haben und dann durch den ruhigen, beschaulichen Park geschlendert sind, beide noch nicht im Geringsten ahnend, was später noch passieren würde. Und wäre ich nicht tollpatschigerweise über diesen blöden Stein gestolpert und geradewegs im Gras gelandet, hätte es diesen einen, nahen Moment mit Dir vermutlich gar nicht gegeben.
Obwohl es wirklich urkomisch war und ich es Dir keinesfalls verübelt hätte, hast Du trotzdem nicht gelacht, noch nicht einmal geschmunzelt, sondern mir zuvorkommend Deine Hand gereicht und mich gefragt, ob alles in Ordnung wäre und ich mich verletzt hätte.
Und in genau dem Moment, als Du mir wieder auf die Beine geholfen hast, ist es schließlich passiert. Ich habe Dich angesehen – und auf einmal betrachtete ich Dich mit ganz anderen Augen.
Frag nicht, Tim-Tim, woran es lag oder was der Auslöser dafür war – ich kann es Dir beim besten Willen nicht sagen.
Ich weiß nur, dass da plötzlich etwas war – ein Gefühl, das ich so bislang noch nie zuvor erlebt habe. Ich schaute nur in Deine Augen – und mein Herz fing auf einmal an, ganz schnell und wild zu schlagen.
Die zarte Berührung von Dir auf meiner Hand jagte mir eine Gänsehaut über den Körper und Dein unsicheres, fast schon scheues Lächeln rief ganz neue, ungeahnte Gefühle in mir wach.
Genau das, Tim-Tim, war der Moment, in dem es einfach um mich geschehen war. Ich wusste plötzlich, dass Du viel mehr bist als einfach nur mein bester Freund, den ich seit vielen Jahren kenne. Und als Du meine Hand gehalten und mich gefragt hast, ob alles okay ist, da wusste ich, dass sich genau so Verliebtsein anfühlen muss.
Hättest Du in diesem Moment in meinen Kopf blicken können, wäre alles vielleicht ganz anders gekommen – aber so nahm ich einfach nur Deine Hand und ließ sie nicht mehr los, bis wir ein kleines, beschauliches Fleckchen in der Nähe des Sees erreichten, an dem wir schon des öfteren zusammen gewesen waren.
Ich gebe offen zu, dass es mir äußerst schwer fiel, mich zu konzentrierten, weil all meine Gedanken sich nur um das Gefühl drehten, das ich in mir spürte. Ich weiß noch, dass du irgendetwas gesagt hast, aber ich konnte Dir kaum folgen, weil jeder einzelne Blick in Deine Richtung mir klarmachte, dass es wirklich Wahrheit ist. Vergeblich war ich darum bemüht, es zu unterdrücken, aber es hatte einfach keinen Sinn.
Du warst nicht mehr einfach nur mein bester Freund – und hätte ich das behauptet, hätte ich mich wahrscheinlich nur selbst belogen. Und auch wenn ich ehrlich versuchte, es mir nicht anmerken zu lassen, hast Du trotzdem sofort gespürt, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Du kennst mich eben einfach viel zu gut, Tim-Tim.
Und wenn mir in dem Moment eine Sache klargeworden ist, dann, dass ab jetzt nichts mehr so sein würde wie es vorher war.
Auch wenn ich mehrmals versucht habe auszuweichen, als Du nachgefragt hast, hast Du mich dennoch durchschaut und wolltest wissen, was mit mir los ist.
Unter einem Vorwand habe ich schließlich versucht, Dich irgendwie an das Thema heranzuführen, ohne mich dabei selbst zu verraten. Ich wollte von Dir wissen, ob wir für alle Zeit beste Freunde bleiben würden, was Du natürlich sofort bejaht hast.
Daraufhin fragte ich, ob Freundschaft genug wäre oder Du Dir vorstellen kannst, dass eines Tages mehr daraus entstehen würde.
Ich habe gemerkt, dass Du nicht so recht wusstest, wie Du auf diese Anspielung reagieren sollst – und so beschloss ich, noch deutlicher zu werden. Ich nahm Dich an die Hand und streichelte sie, während ich versuchte, Dir irgendwie die Wahrheit näherzubringen, indem ich Dir erklärte, dass es da etwas gibt, was ich Dir sagen muss und nicht weiß, wie Du darauf reagieren wirst.
Und weil Du eben eine mehr als gute Intuition hast, fragtest Du mich schließlich, ob ich schwul sei – was ich mit einem einfachen „Ja“ beantwortete.

Der Witz daran war: Ich hatte keinen Schimmer, dass Du es auch bist, nicht einmal den Hauch einer Ahnung. Stattdessen malte ich mir aus, dass Du überfordert auf Abstand gehen würdest.
Doch das geschah nicht – Du hast mir stattdessen erklärt, dass es Dir genauso geht und Du froh bist, dass wir es offen aussprechen können.
Auf meine Frage hin, ob es denn da einen Mann gäbe, den Du toll findest, hast Du mir schließlich von jemandem erzählt – und es dauerte ziemlich lange, bis der Groschen bei mir fiel und ich kapierte, dass Du von mir redest.
Zunächst jedoch hatte ich keinen Schimmer und dachte, dass Du irgendwen anders meinst. Auch meine Enttäuschung darüber versuchte ich zu verbergen, erzählte auf Deine Bitte hin schließlich, dass es auch in meinem Leben einen Mann gibt, den ich sehr, sehr gern habe.

Wir redeten noch einige Zeit weiter, nicht ahnend, dass der jeweils andere damit gemeint war und fingen auf Deinen Vorschlag hin schließlich an, uns gegenseitig unseren „Schwarm“ zu beschreiben. Und erst da begann zumindest ich richtig zu realisieren, auf wen Du eigentlich anspielst.
Als Du sagtest, dass Du ihn schon lange kennst und gern Zeit mit ihm verbringst, da dachte ich mir noch nichts dabei. Aber als du schließlich erwähnt hast, dass er blaue Augen hat, gern Lederjacken trägt, einen Motorradführerschein besitzt und seine Haarfarbe schwarz ist, durchschaute ich es und der Groschen fiel.
Und ehrlich gesagt konnte ich es gar nicht richtig fassen. Du meintest mich – tatsächlich mich! Um auch ganz sicherzugehen und jeden Irrtum auszuschließen, fragte ich Dich schließlich nach seinem Namen – doch anstatt ihn mir einfach zu nennen meintest Du nur, dass ich den Burschen, von dem Du sprichst eigentlich mehr als nur gut kennen sollte.
Und als ich schließlich wissen wollte, ob tatsächlich ich es bin – da hast Du mich nur frech angegrinst und zustimmend genickt.
Wahnsinn, dachte ich für mich und konnte es gar nicht richtig glauben. Das war einfach nur Wahnsinn. Nicht nur, dass Du schon wesentlich länger in mich verliebt warst als ich in Dich – auch dass Du tatsächlich so fühlst wie ich, riss mir fast den Boden unter den Füßen weg.
Da entdecke ich auf einmal, wie aus dem Nichts, dass ich Dich liebe – und ausgerechnet Du empfindest dasselbe. Dass Liebe so überraschend einfach sein kann, das ist wirklich mehr als nur ein Glücksfall.

Ich glaube, Tim-Tim, Du kannst Dir in etwa vorstellen, wie mir in diesem Moment zumute war – und dass ich am liebsten aufgesprungen wäre und vor Freude geschrien hätte.
Doch dazu bekam ich überhaupt nicht die Gelegenheit, denn noch ehe ich wusste, wie mir geschah, hast Du mich auf die Wange geküsst – und nur wenige Momente später auf den Mund.
Mein erster, richtiger Kuss – und das ausgerechnet mit meinem (ehemaligen) besten Freund. Unglaublich. Einfach nur unglaublich.
Okay, für Dich war es nicht der erste, das weiß ich – aber ich glaube, es hat sich in diesem Moment trotzdem ganz genau so angefühlt. Und noch viel, viel schöner war die Nacht, die darauf folgte, in der wir es uns an unserem Plätzchen gemütlich gemacht und die Zeit zusammen genossen haben.
Der warme Nachtwind und die Sterne über uns haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass diese Nacht, dieses erste Mal mit Dir rundum perfekt war.
Tim-Tim, ich kann Dir gar nicht richtig beschreiben, wie ich mich dabei gefühlt habe, weil es einfach keine Worte gibt, die stark genug sind, um auszudrücken, was diese Nacht mir bedeutet hat. Auch wenn inzwischen schon viele darauf gefolgt sind, so war, ist und bleibt sie doch immer etwas ganz Besonderes.
Es war das erste Mal für uns beide – miteinander und überhaupt. Und das erste Mal vergisst man ja bekanntlich nicht.

Weißt du, Tim-Tim, ich hätte nie geglaubt, dass es möglich ist, für einen Menschen so tief zu empfinden. Und ich hoffe und wünsche mir sehr, dass auf die Tage und Nächte, die wir schon zusammen verbracht haben, noch ganz viele weitere folgen werden.

Noch einmal von ganzem Herzen alles erdenklich Gute zum Geburtstag! Mögen alle Träume und Wünsche, die Du hast, in Erfüllung gehen.

Ich liebe Dich, Tim-Tim. Mit jedem einzelnen Tag noch mehr.

Dein Gary
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