Fatale Verwechslung

von squint
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
06.04.2019
09.04.2019
4
10.091
 
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06.04.2019 1.481
 
Disclaimer: Die Geschichte spielt ungefähr nach der Folge "Butter bei die Fische" (Staffel 26 Folge 2), in der Harry und Mads darüber sprechen, was zwischen ihnen läuft, Harry aber noch Zeit braucht, sich zu entscheiden.
Auf Youtube habe ich einen Zusammenschnitt von allen wichtigen und vorallem persönlichen Szenen von Harry und Mads aus 5 Staffeln. Hier ist der Link :)
https://www.youtube.com/watch?v=4JV7B1034TE&list=PLiAUbHv-_xrn3ao9Fi8b_b3xkT6BXyO9_&index=1

Und jetzt viel Spaß!

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Eine gemeinsame Nacht


*klick*  Die kleine Polizistin, wie sie das Haus verlässt.
*klick*  Wie sie die Straße überquert.
*klick*  Wie sie am Bäckertresen steht.
*klick klick*  Wie sie den Pappbecher annimmt und den Laden verlässt.
*klick*  Wie Sie in ihr Auto steigt.
*klick*  Das Nummernschild.
Er packt die Kamera ein, startet seinen Wagen und lenkt die dunkle Limousine in die entgegen gesetzte Richtung. Nun sollten sie genug Material haben.  

„Alles okay?“, fragte Mads Harry, während er dem Täter Handschellen anlegte. Sie hielt vorsichtig ihre linke Seite und versuchte ruhiger und flacher zu atmen. „Er hat mich ordentlich erwischt, aber geht schon.“ Kurz zuvor hatten sie den Verdächtigen in seiner Stammkneipe aufgegriffen und wollten ihn mitnehmen. Doch er hatte sich mit einem gezielten Ellenbogenhieb in Harrys Rippen aus ihrem Griff befreit. Nur Sekunden später hatte Mads ihn gepackt, gegen eine Wand gedrückt und ihm endgültig die Handschellen angelegt.
Mads führte den Mann zum Streifenwagen, in den Harry sich bereits setzte.
„Hat man dir nicht beigebracht, dass man vor der Polizei nicht weglaufen soll? Jetzt kommt zum Diebstahl auch noch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamten und Körperverletzung. Glückwunsch!“ Mads knallte die Tür zu. Er setzte sich ans Steuer, sah kurz zu Harry rüber, um zu sicher zu gehen, dass es ihr gut ging. Dann fuhr er in Richtung des PK 14.

„Feierabend!“ Harry streifte sich die Lederjacke über und schloss ihren Spint. Mads grinste sie an. „Oh ja. Und das schreit nach einem Feierabendbier bei Big Harry. Ich lad dich ein.“ „Danke, aber heute nicht.“ Mads versuchte nicht seine Enttäuschung zu verstecken. Er wusste, dass Harry für das zwischen ihnen noch Zeit brauchte. Aber er hoffte ihr bei der Entscheidung helfen zu können. Er kam ihr näher und legte seine Hand an ihre Taille. „Komm schon. Wir sehen uns nur noch bei der Arbeit. Ich vermisse dich.“, sagte er ehrlich, legte seine Hand an ihre Wange und versuchte sie zu küssen.
Fast hätte sie sich hinreißen lassen. Wollte seinen blauen Augen und diesem verdammten Charme für den Bruchteil einer Sekunde nachgeben. Doch sie schob seine Hand sanft zur Seite. „Mads...“ Es lag nichts Festes an ihrer Stimme. Er wusste, dass sie ihn innerlich anbettelte, es ihr nicht so schwer zu machen. „... Ich bin echt kaputt und die Küppers hat mich noch dazu verdonnert, zum Arzt zu gehen.“ „Okay, Angebot: Ich bring dich zum Arzt, springe währenddessen nebenan beim Supermarkt rein und koche uns dann etwas. Du solltest dir und deinen Rippen tatsächlich etwas Ruhe gönnen. Deal?“, er grinste. Diesem Lächeln kann sie nicht widerstehen. Das wusste er genauso gut wie sie selbst. Sie seufzte, lächelte ihn danach aber an. „Okay, klingt gut. Aber nur Essen.“, ermahnte Sie ihn. „Nur Essen.“, wiederholte er. Sie drückte ihm ihren Autoschlüssel in die Hand, ging an ihm vorbei, vielleicht etwas näher als nötig, und verließ mit breitem Grinsen aus dem Aufenthaltsraum. Mads schaute ihr hinterher bis sie verschwunden war, legte seinen Kopf in den Nacken und atmete tief aus. Diese Frau macht mich noch verrückt!

Knapp eine Stunde später hatte Mads den Wagen vor Harrys Haus geparkt und half ihr auszusteigen. „Toll, mit den Rippen, kann ich Sport morgen früh vergessen. Dabei habe ich es endlich mal geschafft regelmäßig hin zu gehen.“ „Was hat der Arzt denn gesagt?“, fragte Mads leicht besorgt. „Rippenprellung, aber nur leicht. Dafür ein ordentliches Hämatom. Warum musste der Typ für seine Flucht nicht nur seine Beine sondern auch seinen Ellenbogen benutzen?“, meckerte Harry vor sich hin und Mads konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Komm. Ich koche dir jetzt erst einmal original dänische Rødspætte. Nach dem Geheimrezept meiner Bedstemor. Danach kann es dir nur besser gehen. Als Kind habe ich es geliebt.“
Harry folgte Mads ins Haus und ließ sich von ihm auf das Sofa bugsieren. Eine halbe Stunde lang wirbelte Mads in ihrer Küche herum bis es Essen gab. Es sah wirklich gut aus und natürlich konnte Mads es sich nicht verkneifen auch einen Wein einzuschenken.

Nach dem Essen räumte er das Geschirr in die Spielmaschine. Harry hatte helfen wollen, doch als sie sich beim Bücken wieder schützend an die Seite fasste, hatte Mads es ihr verboten. Und so stand sie mit ihrem Rotwein in der Hand am Küchentresen und schaute ihm zu.
„Ich wusste gar nicht, dass du so gut kochen kannst. Danke für das Essen und den schönen Abend.“, sagte Harry sanft und lächelte. Mads hielt kurz inne, sagte aber nichts. Dann überwand er die Distanz zwischen ihnen, nahm ihr das Glas aus der Hand und ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie. Und so sehr sie es wollte, so sehr sie sich geborgen fühlte in seinen Armen, in seiner Nähe, unterbrach sie vorsichtig den Kuss. Kurz ließ sie ihre Stirn noch an seiner ruhen, löste sich dann aber von ihm.
„Mads. Ich weiß nicht, ob ich das kann - die Nächte miteinander verbringen und morgens wieder nur Kollegen sein. Ich mag dich, sehr sogar, aber ich weiß nicht, ob das reicht.“ „Du wirst es nie herausfinden, wenn du es nicht versuchst, wenn du nicht einmal deinen Kopf ausschaltest. Und ich habe dir gesagt, dass ich dir alle Zeit der Welt gebe, und das meine ich auch so. Aber da ist was zwischen uns, das weißt du genauso gut wie ich. Gib mir die Chance dir zu zeigen, dass das manchmal alles ist, was man braucht.“
Mads wollte sie zu sich ziehen, ihr beweisen wie ernst er es mit ihr meint, doch fasste dabei versehentlich an ihre verletzte Seite.
„Ah! Shit.“ Harry zog scharf die Luft ein. „Scheiße, sorry! Das wollte ich nicht.“, entschuldigte sich Mads sofort. „Schon okay. Geht gleich wieder.“, stieß Harry zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Mads gab ihr ein paar Augenblicke bis dir Schmerzen aufhörten. Besorgt nahm er den Saum ihren Shirts und zog es vorsichtig hoch. „Lass mich mal sehen.“ Er verzog sein Gesicht. Kurz unter dem BH an ihrer linken Seite erstreckte sich ein großer Bluterguss über ihre Haut. Er war dunkelrot, an den Rändern schon dunkellila. „Scheiße. Du hast vorhin echt nicht übertrieben.“ Harry brummte nur zustimmend.
Wortlos ging Mads zu der kleinen Tüte aus der Apotheke, die auf dem Tresen lag und nahm die Salbe heraus, die Harry verschrieben wurde. Er ging zurück zu Harry, öffnete die Tube und drückte etwas Salbe auf seine Finger. Dieses Mal hob Harry ihr Shirt hoch. Vorsichtig verteilte er die Creme auf der verfärben Stelle. So behutsam er konnte, um sie nicht wieder zu verletzen, fuhren seine Finger über ihre weiche Haut. Dort wo der Bluterguss war, war sie ungewöhnlich warm. Er hatte es so vermisst sie zu berühren.
Er schaute zu ihr hoch, sah ihr in die Augen, um sofort sehen zu können, ob er aufhören soll. Doch in ihren Augen lag keine Spur von Schmerz oder Unwohlsein - alles was er sah war eine gewisse Art von Ruhe und Geborgenheit.
Als er mit der anderen Hand über ihre unverletzte Seite strich, schloss sie die Augen. Seine Finger hinterließen eine Gänsehaut.
Er wusste sie wollte es auch. Er spürte es. Also zog er das Shirt das letzte Stück über ihren Kopf, schmiss es in irgendeine Ecke und küsste sie. Dieses Mal mal versuchte sie nicht dagegen anzukämpfen.

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Küssend lagen sie im Bett. Es gab kein schöneres Gefühl für ihn, als ihre Haut an seiner. Zärtlich streichelte er ihren Arm, nahm ihre Hand in seine und küsste sie. Harry grinste bis sie bemerkte, dass er sie ansah. Irgendwie ernst und dennoch so liebevoll. „Was ist?“, fragte sie.
Er wollte es ihr sagen, hatte das Gefühl, es schon viel zu lange nicht getan zu haben. Doch er wusste, dass sie noch nicht so weit war. Sie tat immer so, als wäre er der junge Aufreißer-Typ, der sich nicht binden konnte, dabei war sie diejenige, die sich nicht entscheiden konnte. Er hatte seine Entscheidung längst getroffen. Seit dem Kuss am Flipper würde er immer sie wählen. Und er konnte nur hoffen, dass sie die gleiche Entscheidung treffen würde. „Nichts.“ Er streichelte ihre Wange. „Du bist wunderschön.“, flüsterte er nur und küsste sie noch einmal.
So gut es ihre Verletzung zu ließ kuschelte sie sich an ihn und schloss die Augen. „Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“, antwortete er und gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn.


Der Mann auf der Straßenseite gegenüber sah noch wie das Licht in ihrem Fenster erlosch bevor er sich an ihrem Auto zu schaffen machte.

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