USS Bondsdell

GeschichteAllgemein / P16
Chakotay Kathryn Janeway
06.04.2019
26.06.2019
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Commander Janeway ging mit ihrem neuen vorgesetzten Offizier in den Bereitschaftsraum des Captains. Sie hatte bereits die Führungsoffiziere informiert, dass sie sich in einer Stunde im Besprechungsraum zusammenfinden sollen.
Als sie den Bereitschaftsraum durch den hinteren Eingang betrat, blieb Commander Kotay einen Moment stehen, bevor er sich hinter den Schreibtisch setzte.
Janeway blieb stehen und blickte ihn fragend an.
„Sie können wegtreten, Commander“, befahl er knapp und sah sie durchdringlich an.
„Aye, Sir.“
Bevor sich die Tür vor ihr öffnen konnte, sagte er: „Commander?“
Sie drehte sich noch einmal herum: „Ja, Sir?“
„Ich weiß, dass es keine leichte Situation ist.“ Er machte eine kurze Pause. „Ich hoffe trotzdem auf eine gute Zusammenarbeit.“
„Natürlich, Commander. Es ist meine Pflicht als Sternenflottenoffizier, die Befehle meines vorgesetzten Offiziers zu befolgen.“
„Wir haben den gleichen Rang inne.“
„Das stimmt. Wie Admiral Montgomery gesagt hat, sind Sie dienstälter als ich.“
Kotay nickte knapp. Dies war das Zeichen für sie, den Raum zu verlassen. Leicht verärgert über seine Frage durchquerte sie die Brücke und stieg in den Turbolift. Tuvok, der aufgestanden war, um ihr das Kommando zu überlassen, zog eine Augenbraue nach oben. Als sich der Lift hinter ihr geschlossen hatte, setzte er sich wieder.

Knapp eine Stunde später saßen alle Führungsoffiziere im Besprechungsraum und wartete auf den amtierenden Captain.
Janeway saß rechts von der Stirnseite des Tisches und Tuvok hatte ihr gegenüber Platz genommen.
Es dauerte noch einige weitere Momente, bis sich die Tür zischend öffnete, Commander Kotay eintrat und festen Schrittes zu seinem Stuhl ging und sich setzte. Er legte einige PADDs vor sich, bevor er einen Blick in die Runde warf.
Kurz atmete er durch, bevor er anfing zu sprechen: „Wie Sie alle bereits wissen, habe ich vorübergehend das Kommando über die USS Bondsdell erhalten. Die Admiralitäten, sind von Ihrer aller Leistung beeindruckt. Durch Sie hat die Sternenflotte Zeit, sich neu gegen die Borg zu formieren.“ Er machte eine kurze Pause. „Mir ist auch bewusst, dass Sie wahrscheinlich davon ausgegangen sind, das Commander Janeway das Kommando vorübergehend übernehmen wird. Für die Rettungsmission, die vor uns liegt, wird der Commander weiter mein Erster Offizier sein“, dabei blickte er zu Janeway.
„Natürlich, Sir.“
Er nickte knapp: „Wir haben nur spärliche Daten von dem Angriff im Dorvan-System. Wir wissen nicht, wieviel oder ob es Überlebende gibt. Wie Sie alle wissen, können die Cardassianer grausam sein. Ich möchte, dass wir auf gelben Alarm gehen, sobald wir das Dorvan-System erreichen.“
„Gibt es eine Möglichkeit, die Verletzten an einer Raumstation abzusetzen?“, wollte der Chefarzt wissen.
„Nein. Wie sieht es mit den Verwundeten aus?“, wollte Kotay wissen.
Er schüttelte kurz den Kopf: „Die Krankenstation ist voll. Leicht Verletzte sind weiterhin in den Frachträumen untergebracht.“
Kotay zupfte sich nachdenklich am Ohr: „Commander, bringen Sie alle Offiziere, die nicht in den Frachträumen bleiben müssen in Quartieren unter.“
„So viele Quartiere besitzt die Bondsdell nicht, wir sind eigentlich ein Forschungsschiff.“
Er blickte sie an: „Das ist mir bewusst. Notfalls belegen Sie die Quartiere doppelt. Für diese Mission müssen alle zusammenrücken. Sobald ein Schiff entbehrlich ist, bekommen wir Unterstützung.“
„Aye, Sir.“
Kotay blickte zu Tuvok: „Sie, als Sicherheitschef, sorgen dafür, dass die Bondsdell im Notfall kampffähig ist.“
„Selbstverständlich, Sir“, sagte er emotionslos.
„Lieutenant Janson, ich weiß durch Ihre Dienstakte, dass Sie ein hervorragender Pilot sind. Für diese Mission werden Sie durch Fähnrich Tom Paris ersetzt. Ich habe einen Sonderauftrag für Sie“, erklärte er und reichte ihm eines der PADDs, die vor ihm lagen.
Er nahm das PADD entgegen und nickte knapp.
Kotay blickte kurz zu Janeway, die ihn böse anfunkelte. Ein kurzer Schauer glitt ihm über den Rücken. Es dauerte einen Moment, bevor er sich wieder an die Crew wendete.
„Wenn es nichts mehr gibt, wegtreten.“
Alle Anwesenden, bis auf Janeway standen auf und verließen den Raum.
Kotay blickte sie an: „Gibt es noch etwas, Commander?“
„Darf ich offen sprechen?“
Irgendwie gefiel ihm der Gedanke nicht, trotzdem nickte er.
„Mit allem Respekt Commander, Sie können doch nicht einfach den Steuermann ersetzten. Dies hier ist nicht Ihr Schiff, darum kennen Sie die Besatzung nicht so gut wie ich. Sie hätten vorher mit mir reden können“, beendete sie ihre Ansprache.
Kotay lehnte sich in seinem Sessel zurück: „Das waren ehrliche Wort, Commander Janeway. Solange ich das Kommando über das Schiff habe, muss und werde ich mich nicht vor Ihnen rechtfertigen. Sollten Sie mit der aktuellen Kommandostruktur ein Problem haben, können Sie gerne einige Tage Urlaub nehmen. Wobei ich Ihre Unterstützung brauchen könnte. Wie Sie gesagt haben, kennen Sie die Besatzung besser und wissen somit, wie sie in schwierigen Situationen agiert.“
Janeway stand auf: „Ich werde die Quartiere belegen. Darf ich wegtreten?“
Er stand ebenfalls auf: „Commander, ich würde ungern in das Quartier des Admirals ziehen, können Sie mir ein anderes zuweisen?“
„Selbstverständlich Sir. Darf ich Sie im Notfall auch doppelt belegen?“
„Natürlich.“
Sie nickte knapp: „Darf ich wegtreten?“
„Ja.“
Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich herum und verließ den Raum. Amal atmete kurz durch, so eine Frau hatte er noch nicht kennengelernt. Nicht nur, dass sie wunderschön war, sie war intelligent und wusste, was sie wollte. Irgendetwas an ihr hatte eine Anziehungskraft, die er nicht erklären konnte. Er wusste aber, dass er noch einige Schwierigkeiten, besser gesagt einige Diskussionen, auf ihn zu kamen.
Schwer atmete er auf, bevor er sich zum Fenster herumdrehte und die vorbeifliegenden Sterne beobachtete. Nachdem er den Auftrag zu dieser Mission erhalten hatte, hatte er versucht, seinen Vater und seine Schwester zu kontaktieren – ohne Erfolg.
Er war auf Trebus geboren und als Kind nach Dorvan V gezogen. Ganz tief in seinem Inneren hoffte er, dass es sich als Fehlermeldung entpuppte. Er schüttelte den Gedanken ab und griff nach seinen PADDs, bevor er den Besprechungsraum verließ und auf die Brücke ging. Janeway stand sofort auf, als sie ihn sah und machte den Platz für den Commander frei. Er nickte ihr kurz zu und setzte sich. Zu seiner Überraschung saß Paris bereits auf dem Pilotenstuhl.
„Wann erreichen wir das Dorvan-System?“, wollte Kotay wissen.
„In fünf Tagen“, antwortete der OPS-Offizier.
Er überlegte einen Moment: „Fähnrich Paris, erhöhen Sie auf Warp 7.“
„Aye, Sir“, antwortete der junge, blonde Pilot.
Janeway beugte sich etwas zu ihm herüber. Er kam ihr leicht entgegen.
„Wir können nur einige Stunden die Geschwindigkeit aufrechterhalten“, flüsterte sie.
„Das ist mir bewusst. Aber einige Stunden, die uns schneller ins Dorvan-System bringen“, antwortete er ebenfalls so leise.
Sie nickte knapp und widmete sich wieder ihrem PADDs.
Er musterte sie einen Moment: „Commander?“, sagte er leise.
Erneut beugte sie sich zu ihm: „Ja, Sir?“
„Sollen wir gemeinsam Abendessen? Dann können Sie mir mehr über das Schiff und die Crew erzählen.“
„Sir?“, hakte sie nach.
„Das, was nicht in den offiziellen Berichten steht.“
Sie nickte knapp: „Selbstverständlich. wäre ihnen neunzehn Uhr recht?“
„Ja. Wenn Sie mir bis dahin ein Quartier zugewiesen haben, koche ich für uns“, lächelte er.
„Ich werde mein Bestes geben.“
„Davon gehe ich aus“, antwortete er und lehnte sich zurück.
Kathryn arbeitet weiter an ihrer Liste, um alle Offiziere einzuquartieren. Teilweise musste sie die Quartiere dreifach belegen, damit wirklich jeder einen Schlafplatz bekam. Nachdenklich rieb sie sich die Stirn, da sie für Commander Kotay noch kein geeignetes Quartier gefunden hatte. Es gab zwei Möglichkeiten, das Admirals-Quartier oder ihres. Sie selbst wollte ebenfalls nicht bei ihrem verstorbenen Vorgesetzten übernachten und musste in den sauren Apfel beißen.
Sie stand auf: „Tuvok, Sie haben die Brücke“, befahl sie und ging in Richtung des Bereitschaftsraums.
Es dauerte einige Augenblicke nach dem Betätigen des Türsummers, bis ein knappes: „Herein“, erklang.
Sie atmete kurz durch und betrat den Raum. Kotay saß hinter dem Schreibtisch und schien sehr beschäftigt zu sein.
Es dauerte einige Minuten, bis er nach oben blickte: „Commander“, sagte er und zeigte mit einer Handbewegung, dass sie sich setzten sollte.
Sie kam der Aufforderung nach.
„Darf ich Ihnen etwas anbieten?“
„Einen Kaffee, bitte.“
Er nickte und stand auf: „Wie möchten Sie Ihren Kaffee?“
„Mit Milch, ohne Zucker, bitte.“
Sekunden später erschien das gewünschte Getränk. Als sie es entgegennahm, legte sie ihr PADD auf den Schreibtisch.
Kotay setzte sich wieder auf seinen Stuhl und blickte zu ihr. Sie hielt die Tasse in beiden Händen, um den angenehmen Duft des Getränks in sich aufzunehmen. Einige Sekunden schloss sie die Augen und genoss das Aroma, bevor sie vorsichtig daran nippte.
Er konnte es nicht fassen, dass jemand einen Kaffee so genoss.
„Ist das Ihr erster Kaffee?“
Sie blickte auf und sah ihm direkt in seine wundervollen, braunen Augen: „Nein, Sir. Das ist heute schon meine vierte Tasse. Meine Freunde gaben mir den Spitznamen Kaffeejunkie.“
Er musste lachen. Es war das erste Mal, dass sie etwas lockerer war und das gefiel ihm.
„Wenn das so ist, mein Replikator steht jeder Zeit für Sie offen.“
Sie lächelte schief: „Danke Sir, aber das wird nicht nötig sein.“
„Das Angebot steht“, antwortete er. „was kann ich für Sie tun?“
Vorsichtig stellte sie die Tasse auf dem Schreibtisch ab und nahm das PADD wieder in die Hand: „Ich habe die Quartiere teilweise dreifach belegen müssen.“
Er nickte knapp und wartete bis sie weitersprach.
„Ich hatte nur ein Problem, Ihnen einen geeigneten Schlafplatz zuzuweisen“, gab sie zu. „Ich wollte Sie nicht bei einigen Fähnrichs unterbringen. Deshalb hatte ich im ersten Moment an Lieutenant Tuvok gedacht und den Gedanken dann wieder verworfen.“
„Commander“, unterbrach er sie, „ich gehe davon aus, dass Sie etwas Geeignetes gefunden haben, sonst wären Sie nicht hier.“
„Ja, Sir.“
„Dann reden Sie mit mir.“
„Es gab nur noch eine Möglichkeit, Sie müssten zu mir ziehen“, flüsterte sie fast.
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und musterte sie einen Moment: „Wenn es Ihnen unangenehm ist, kann ich auch hier im Bereitschaftsraum schlafen, das Sofa wird mir reichen.“
Erschrocken blickte sie ihn an: „Sir, mit allem nötigen Respekt. Sie sind der kommandierende Offizier, es ist wichtig, dass Sie ausgeruht sind. Wenn, dann würde ich im Bereitschaftsraum schlafen.“
„Commander, Sie machen es einem nicht leicht. Wir sind Offiziere der Sternenflotte und haben in unserer Ausbildung wahrscheinlich in engeren Räumen geschlafen. Wir werden es schon hinbekommen. Sie schlafen in Ihrem Bett und ich auf Ihrem Sofa.“
Sie nickte zustimmend, bevor sie aufstand: „Sie können jeder Zeit in mein Quartier gehen, der Zugangscode lautet 2358.“
„Danke, Commander, Sie können wegtreten.“
Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich herum und verließ den Bereitschaftsraum.
Kotay lehnte sich zurück und blickte auf die geschlossene Tür. Etwas in ihm weckte einen Beschützerinstinkt für diese Frau, den er nicht unterdrücken konnte.

Kathryn hatte sich in ihr Büro zurückgezogen. Sie wollte nicht mehr Zeit mit Kotay verbringen, als nötig. Er hatte etwas an sich, was auf sie mehr als anziehend war. Normalerweise war er gar nicht ihr Typ, er hatte etwas Faszinierendes an sich.
Nachdem sie erfahren hatte, dass er ihr vor die Nase gesetzt wird, hatte sie seine Akte studiert: Er wurde nahe der cardassianischen Grenze geboren worden, seine Familie lebt auf Dorvan V, was auch die Aussage von Owen Paris Gewicht gab, das er sich im Dorvan-System auskannte.
Bereits mit 15 Jahren wurde er von Captain Hiromi Sulu, dem Enkelsohn des berühmten Captains Hikaru Sulu empfohlen, was sie sehr beeindruckte. Sie kannte Captain Sulu von einem Praktikum, er war wie Admiral Paris – er duldete nur die besten unter sich.
Dies zeigte auch seine Akte. Er hatte durchgehend gute Referenzen. Sie wunderte es nur, dass er noch nicht zum Captain befördert wurde. Ihr Gefühl sagte ihr, dass er nach dieser Mission bestimmt seine Beförderung bekam.
Ein Blick auf den Chronometer zeigte ihr, dass es bereits achtzehn Uhr war. Sie schloss einen Moment die Augen und fuhr ihren Tischcomputer herunter, bevor sie aufstand.
„Janeway an Brücke.“
„Tuvok hier“, kam die emotionslose Antwort des Vulkaniers.
„Ist alles in Ordnung?“
„Ja, Sir. Es gibt keine Vorkommnisse.“
Kathryn hatte bei dem Wort Sir genervt die Augen verdreht, sie hatte noch keine Chance gehabt, allein mit dem Vulkanier zu sprechen, „In Ordnung, Janeway ende.“
Zufrieden das alles lief, verließ sie ihr Büro und betrat Minuten später ihr Quartier. Ein angenehmer Duft von Essen lag in der Luft. Jetzt erst bemerkte sie, dass sie den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte.
„Commander“, ertönte Kotays Stimme.
Erschrocken blickte sie in Richtung ihres Schlafraums. „Commander?“
Er hob beschwichtigend die Hände: „Ich musste leider durch Ihren Schlafraum, um das Badezimmer zu betreten.“
Leicht nickte sie, während ihre Augen funkelten.
„Das Essen dauert noch eine Weile“, sagte er und ging einige Schritte auf sie zu.
„Dann werde ich mich frisch machen. Müssen Sie die nächste halbe Stunde noch einmal ins Bad?“
„Nein.“
Ohne etwas zu sagen, lief sie an ihm vorbei, durchquerte ihren Schlafbereich und ging ins Badezimmer. Ihr erster Blick fiel auf die Schalldusche und der zweite auf die große Badewanne. Sie liebte es, zu baden, da konnte sie sich immer entspannen. Ohne weiter darüber nachzudenken, schaltete sie das Wasser ein. Als Erstes griff sie nach dem Fläschen mit Lavendelduft und nahm das Aroma in sich auf. Sie schüttelte den Kopf, stellte die Flasche zurück und nahm den Rosenduft von dem kleinen Regal und roch daran. Dies war genau das, was sie gerade brauchte. Einige Tropfen reichten, um einen angenehmen Duft im Badezimmer zu verteilen.
Sie schloss die Tür ab und zog sich erst einmal die Schuhe und Socken aus. Sofort spürte sie ihre schmerzenden Füße, die sie vorsichtig massierte, bevor sie sich komplett entkleidete. Langsam ließ sie ihren nackten Körper in das angenehm temperierte Wasser sinken. Kathryn stöhnte leise auf, als sie merkte, wie ihre Muskeln sich entspannten. Was würde sie jetzt nur für eine ausgiebige Massage geben, dachte sie und schloss die Augen.
„Computer – Musik abspielen. Mozart, die 25. Sinfonie“, befahl sie.
Sofort erklangen die angenehmen Töne, die sie noch mehr entspannten.
Ein Klopfen ließ sie aufschrecken.
Erneut klopfte es an der Tür: „Commander, ist alles in Ordnung bei Ihnen?“
„Ja, ja“, sagte sie mit fester Stimme.
„Das Essen ist fertig.“
„Essen“, murmelte sie und blickte auf den Chronometer, es war bereits zehn nach sieben. „Ich bin gleich da.“
Sie hörte Schritte, die sich entfernten. Hetzen lassen wollte sie sich jetzt auch nicht, darum machte sie langsam. Es dauerte eine weitere viertel Stunde, bis sie endlich in legerer Kleidung den Wohnbereich betrat. Erstaunt blieb sie stehen, als ihr Blick auf den Tisch fiel, der bereits eingedeckt war.
Zwei Teller – auf beiden befand sich jeweils zwei Semmelknödel mit Pilzragout.
Ihr Blick streifte eine einzelne Friedensrose in der Mitte des Tischs.
„Die ist ja wunderschön“, lächelte sie und trat näher.
„Ich hoffe, Sie mögen Friedensrosen. Es ist eine meiner Lieblingsblumen“, gab er zu.
Sie nickte knapp und setzte sich auf einen der Stühle.
„Möchten Sie ein Glas Weißwein zu dem Essen oder doch lieber eine Tasse Kaffee?“, scherzte er.
Kathryn musste schmunzeln: „Jetzt ein Glas Wein und nach dem Essen den Kaffee.“
Er nickte ihr knapp zu und füllte ihr Glas.
Während des Essens schwiegen beiden. Jeder für sich genoss die Mahlzeit und die Zeit, um sich etwas zu entspannen.
Als sie fertig gegessen hatten, räumten sie gemeinsam den Tisch ab. Danach nahm Kathryn die Weingläser, während Kotay zwei Tassen Kaffee replizierte. Während sie sich auf das Sofa setzte, nahm er auf einem der Sessel Platz.
„Das Essen war sehr gut“, lobte sie ehrlich.
„Das freut mich. Ich hoffe, Sie sind satt geworden.“
„Ja“, lachte sie. „So viel habe ich schon lange nicht mehr gegessen.“
„Kennen Sie eigentlich Fähnrich Paris?“, wechselte er das Thema.
Überrascht blickte sie ihn an: „Ja, unsere Väter waren befreundet.“
Er musterte sie: „Waren befreundet?“, hakte er vorsichtig nach.
Traurig sah sie ihn an: „Mein Vater ist bei einem Testflug für ein neues Shuttle ums Leben gekommen.“
„Meine Mutter ist bei der Geburt meiner Schwester gestorben“, erzählte er.
Erleichtert musterte sie ihn. Sie war froh, dass er auch etwas Privates von sich preisgab.
Beide wussten nicht, wie lange sie gemeinsam dasaßen und sich über alles Mögliche unterhielten.
Als Kotay einen Blick auf den Chronometer warf: „Es ist schon spät.“
Kathryn sah ebenfalls nach der Uhrzeit, es war bereits kurz nach ein Uhr in der Nacht: „Ich denke, wir sollten uns etwas hinlegen.“
Er nickte und stand auf.
Kathryn erhob sich ebenfalls: „Möchten Sie das Bett oder das Sofa?“
Es dauerte einen Moment, in dem er zu überlegen schien: „Ich bevorzuge das Sofa.“
Lächelnd schüttete sie den Kopf: „Ich werde Ihnen ein Kopfkissen und ein Deckbett bringen.“
„Danke.“
Augenblicklich später warf sie das Bettzeug auf den Sessel und lächelte. „Gute Nacht, Commander.“
„Schlafen Sie gut.“
Sie lächelte leicht und betrat ihren Schlafbereich. Als sie sich hingelegt hatte, blickte sie auf das Bild auf dem Nachttisch. Mark, ihr Verlobter, und ihre Hündin Molly waren dort zu sehen. Sanft streichelte sie über das Bild, bevor sie sich auf die Seite drehte. Ihr Gefühl sagte ihr, dass sie einen neuen Freund gewonnen hatte, mit dem sie gut zusammenarbeiten würde.
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