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F a r b e n

OneshotMystery, Angst / P18 / Gen
Lu Shae
06.04.2019
06.04.2019
1
510
 
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In Englisch haben wir kürzlich eine Kurzgeschichte zu einem psychotischen Soziopathen durchgenommen und so entsetzt ich über die auch war, ich dachte mir, sowas muss es in ein wenig sinnvoller auch für “Girls Against Boys“ geben.
Zu Anfang möchte ich erst mal eine deutliche Trigger-Warnung aussprechen. Dieser Oneshot handelt von einer dissoziativen Soziopathin, die an einer Psychose leidet. Seid gewarnt, denn ich habe einen Schreibstil genutzt, der leicht in Manie führen kann.
Wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist, gerne weiterlesen. :P

Liebe Grüße,
Merope
___


Ein Zittern hatte ihren Körper ergriffen, dabei war es eigentlich ein recht warmer Sommerabend. Es war die Kälte in ihrer Seele, die sie frösteln ließ.
Pochender Schmerz in den Schläfen. Irgendwo in ihr hörte sie ein Schreien. Und es hörte nicht, hörte einfach nicht auf.
Die Straßenlaternen tauchten die Stadt in ein oranges Licht. Blutorange. Blut. Blut, das aus einer tiefen Fleischwunde quoll. Terry leblos auf dem Waldboden. Simons Kopf, der aufplatzte.
Die Bilder zerrissen sie.
Aber Shae ging weiter, die Arme um den bibbernden Körper geschlungen. Ihr Blickfeld wurde an den Rändern dunkler, pulsierte, flackerte. Sie taumelte, stolperte durch das Orange. Fiel ins Blau der Schatten. Der Schmerz in ihren Handflächen verwirrte sie. Sie wollte schreien, lachen, sich auf den Boden legen, tanzen. Sie entschied sich dafür, sich auf den Boden zu legen.
Ihr Kleid fühlte sich am Rock komisch an. Sie berührte die Stelle und sah Blut. Lus Blut? Sie ließ den Arm sinken und streckte ihn so weit wie möglich von sich weg.
Tränen rannen ihre Wangen hinunter. Tyler – tot. Lus Schuld. Nein. Shaes Schuld. Sie war gegangen. Lu hatte nur getan, was sie immer tat. Töten.
Das Blau beruhigte sie ein wenig. Aber die Gedanken drehte sich weiter, so schnell, so schnell, dass sie nicht aufstehen konnte, weil ihr so schwindelig war.
Die Tränen verschmierten ihr Makeup. Geschminkte Schnurrhaare verliefen zu dicken breiten Schlieren. Maus. Graue Maus. Sie war nicht mehr die graue Maus. Die Welt war auch nicht mehr so grau wie vor Lus Tod. Die Welt war bunt. Und die Farben zogen Shae mit sich, in einen Strudel aus manischer Freude, gemischt mit Reue und Angst. Sie fühlte sich wie betäubt und doch so lebendig. Die Umrisse ihrer Umgebung waren gestochen scharf. Sie hörte jedes Geräusch. Jedes einzelne. Auch die, die nicht da waren. Ein Schuss. Das Geräusch eines Körpers, der auf den Boden prallte.
„Steh auf“, flüsterte sie. „Geh nach Hause.“ Doch sie regte sich nicht. Mit leeren Augen sah sie zum Orange hinüber.
Die Farben verblassten langsam, verschwanden aber nicht. Sie waren da, aber nicht so grell, wie eben noch. Der Schwindel wich. Das Bild vor ihren Augen hörte auf zu pulsieren. Das Einzige, was sie jetzt noch hörte, waren die Geräusche von Automotoren und vereinzelte Stimmen von der Disco ein paar Straßen weiter.
Shae richtete sich auf, saß nun. Dann erhob sie sich auf wackligen Beinen und machte sich auf den Weg zu ihrer Wohnung.
Lautlos folgte ihr ein Schatten.
Sie glaubte, es überstanden zu haben. Aber das war noch lange nicht der Fall.
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