Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

In guten wie in schlechten Zeiten?

von eromanga
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Joe Early Dr. Kelly "Kel" Brackett Oberschwester Dixie McCall
05.04.2019
23.08.2019
76
59.138
1
Alle Kapitel
50 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.06.2019 889
 
Dixie blieb noch einige Minuten bei Kel, ehe sie zu Joe an die Base ging. "Ruf mich bitte an, wenn sich etwas ändern sollte, ja?" - "Das mache ich. Aber ruh du dich auch etwas aus. Du siehst müde aus." Sie lächelte ihn an. "Ich werde jetzt erstmal die Kinder bei Roy abholen und ihnen etwas zu Essen kochen." Joe lächelte. "Mach das. Ich bleibe heute Nacht nochmal hier bei Kel. Wenn er aber weiter so stabil bleiben sollte, würde ich dann morgen..." Dixie sah ihn an. "Ich richte das Gästezimmer schon her. Dann kannst du jederzeit vorbeikommen. Einen Schlüssel hatte Kel dir ja mal gegeben, oder?" Joe nickte. "Ist es auch wirklich in Ordnung für dich, wenn ich im Gästezimmer schlafe?" - "Ja natürlich. Du bist Kels bester Freund und zur Zeit der Vormund seiner Kinder. Du bist immer willkommen bei uns."

Zwanzig Minuten später holte Dixie Max und Olivia bei Roy und seiner Frau Joanne ab. "Wie geht es Dad?" - "Er war vorhin wieder wach. Er ist noch schwach, aber er wird kämpfen. Für euch." Beide Kinder sahen traurig zu Boden. Als sie später zu Hause waren, kochte Dixie etwas zu Essen. Max und Olivia aßen etwas, doch Dixie sah ihnen nur zu. Sie bekam keinen Bissen hinunter, war ihre Angst um Kel einfach zu groß. Die Drei saßen noch eine Weile zusammen im Wohnzimmer, doch sprachen sie kaum ein Wort. "So, es ist Zeit ins Bett zu gehen", sagte Dixie schließlich. Die Kinder nickten stumm und machten sich fertig. Auch Dixie putzte ihre Zähne, zog sich ein Shirt von Kel an, doch schlafen konnte sie nicht. Die Gedanken ließen sie einfach nicht los - die Gedanken um Kel, die Angst um ihn. Immer wieder versuchte sie zu überlegen, wie sich Kel gefühlt haben musste, als Sharon auf ihn einschlug. Diese Gedanken machten sie vollkommen fertig, so dass sie im Bett jetzt bitterliche Tränen weinte. Irgendwann schlief Dixie vor Erschöpfung ein, wachte jedoch eine halbe Stunde später schon wieder auf. Sie konnte einfach nicht schlafen und setzte sich auf den Balkon, der an ihrem Schlafzimmer angrenzte. Sie musste kurz lächeln, als sie den Vollmond sah und die Blätter im leichten Wind rauschen hörte. Kel hätte jetzt wahrscheinlich etwas zu Trinken geholt und dann hätten sie beide lange hier gesessen und über Gott und die Welt geredet. Dabei liefen ihr wieder die Tränen über das Gesicht. Traurig stand sie wieder auf. Kel fehlte ihr einfach so sehr. Leise ging sie vom Schlafzimmer in den Flur, als sie etwas hörte. Ein ganz leises Schluchzen aus Olivias Zimmer. Vorsichtig öffnete Dixie die Tür. Das Mädchen lag eingewickelt in ihrer Bettdecke und weinte. Dixie setzte sich auf den Bettrand und streichelte ihr über den Rücken. "Hey, euer Dad wird wieder gesund. Du musst da ganz fest dran glauben." Doch Olivia weinte immer noch herzzerreißend. "Es ist meine Schuld, Dixie. Es ist alles meine Schuld." Dixie sah verwirrt auf das Mädchen. "Wie kommst du denn darauf, Kleines?" - "Weil Dad nur wegen mir nochmal hingefahren ist. Nur weil ich unbedingt mein Kuscheltier haben wollte." Dixie nahm Olivia fest in den Arm. "Schlag dir diesen Gedanken sofort aus dem Kopf. Du hast da keine Schuld dran." - "Doch, wenn ich es nicht gewollt hätte, wäre er nicht hingefahren. Dann würde er jetzt im Bett liegen und schlafen." Dixie hielt Olivia fest im Arm und versuchte, sie zu berhigen, bis diese irgendwann unter Tränen eingeschlafen war.

Joe hingegen stand immer wieder bei Kel im Zimmer, doch er schlief die Nacht durch. Am nächsten Morgen wurde dieser wach. Er war etwas kräftiger als am Tag zuvor. "Hallo Kel." - "Joe, wo ist Dixie?" - "Noch zu Hause. Sie kommt bestimmt am späten Vormittag vorbei." Er sah, wie ein leichtes Lächeln über Kels Gesicht huschte. "Kel?" - "Hm?" - "Fühlst du dich stark genug um deine Aussage bei der Polizei zu machen?" Er schloss nun seine Augen und nickte schließlich. Joe rief bei Vince an, so dass dieser einige Minuten später bei Kel war. Dieser machte seine Aussage. Vince sah Kel ernst an. "Bist du sicher, dass es Sharon war?" - "Ja, hundertprozentig. Warum?" - "Weil es Zeugenaussagen gibt, die bestätigen, dass sie zu diesem Zeitpunkt auf der Arbeit war." Kel schloss seine Augen. "Vielleicht ist sie in ihrer Pause kurz weggefahren oder so." Vince merkte, dass es Kel unglaublich anstrengte. "Mach dir keine Sorgen. Wenn sie es war, dann finden wir auch Beweise dafür. Auf alle Fälle werde ich sie nochmal eindringlich befragen." Kel nickte traurig. Vince verließ das Zimmer und Joe, der die ganze Zeit dabei war, kam nun näher zu Kel. "Was ist los?" - "Was bin ich bloß für ein Vater, Joe? Olivia hängt so sehr an ihrer Mutter und hat immer noch die Hoffnung, dass sie wieder Kontakt zu ihr haben könnte, und jetzt bringe ich sie vielleicht ins Gefängnis." Joe sah ihn eindringlich an. "Kel, sie hat dich fast totgeschlagen. Ich bin kein Anwalt, aber meiner Meinung nach kann das schon fast als Mordversuch gelten, was sie mit dir gemacht hat."
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast