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In guten wie in schlechten Zeiten?

von eromanga
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Joe Early Dr. Kelly "Kel" Brackett Oberschwester Dixie McCall
05.04.2019
23.08.2019
76
59.138
1
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Dieses Kapitel
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20.05.2019 789
 
Kel sah fassunglos zu seiner Tochter. "Warum soll ich dir denn böse sein?" - "Weil ich dich angelogen habe - nicht gesagt habe, dass Mum mich haut." Ihre Augen schwammen erneut in Tränen. Kel zog Olivia in seine Arme und hielt sie so fest er konnte. "Ich bin dir nicht böse, mein Kleines. Ich bin nur auf einen einzigen Menschen böse und das ist deine Mum. Wie sie dir so etwas antun konnte." Das Mädchen weinte lange in Kels Armen, bis sie eingeschlafen war. Vorsichtig legte er sie auf das Kissen zurück. Sanft streichelte er über die Wange seiner Tochter und deckte sie schließlich zu. Still und nachdenklich betrat er nun das Wohnzimmer, wo Dixie ruhig auf dem Sofa saß. Kel stand jetzt neben ihr und sah sie lange an. "Am liebsten würde ich direkt zu Sharon gehen und sie fragen, was mit ihr los ist. Wie kann sie bloß Olivia schlagen? Sie ist doch noch ein Kind!" - "Geh nicht zu ihr, Kel. Wer weiß, was sie dann macht." Dixie bekam Angst und stand jetzt auf. Kel merkte das und legte seine Hände auf ihre Schultern. "Keine Sorge, ich gehe nicht. Aber morgen früh gehe ich gleich zur Polizei und zeig sie an. Und meinen Anwalt wie auch das Jugendamt werde ich auch morgen früh informieren. Olivia wird nie wieder bei Sharon wohnen müssen - dafür werde ich sorgen." - "Das ist richtig so." Kel setzte sich mit Dixie auf das Sofa und erzählte ihr, was ihm Mike Morton im Krankenhaus von sich selbst erzählt hat. "Olivia hat Angst vor Sharon und das wird sich sicherlich niemals wieder ändern." Kel sagte dies sehr traurig, wusste er doch auch, wie sehr seine Tochter an ihrer Mutter eigentlich hing. Er ließ den Kopf hängen und stützte den Kopf auf seinen Händen ab. "Ich habe das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben... erst Max´ Zusammenbruch und jetzt auch noch Olivia. Hätte ich mich damals gleich von ihr getrennt, wäre den Kindern das vielleicht alles erspart geblieben." Dixie streichelte mit ihrer Hand über Kels Rücken. "Und wenn nicht? Hättest du sie damals gleich verlassen, wäre Olivia gar nicht auf der Welt und Max hätte bestimmt bei seiner Mutter gelebt. Vielleicht hätte sie ihn dann geschlagen... vielleicht hätte er niemals etwas zu dir gesagt, sondern alles still ertragen. Kel, niemand weiß, wie es gewesen wäre, wenn du gleich gegangen wärst." Er sah nun auf. "Vielleicht hast du Recht." Er stand auf und ging zum Fenster. "Wie kann man nur sein eigenes Kind so schlagen?", fragte er sich selbst. "Sie ist doch erst zwölf." Mit der Faust schlug er gegen den Fenstersims, so dass Dixie zusammenschrak. Schließlich nahm Kel sein Handy aus der Hosentasche. "Es ist jetzt nach Mitternacht und sie hat noch nicht gefragt, ob die Kleine bei uns ist." - "Was hast du vor?" - "Ich ruf sie an", doch das Handy von Sharon war ausgestellt. Kel schrieb ihr nur eine knappe Nachricht: "Olivia ist bei mir."

Spät in der Nacht gingen Kel und Dixie zu Bett, doch an Schlaf war für ihn nicht zu denken. Seine Wut auf Sharon stieg immer mehr. Immer wieder sah er auf sein Handy, ob sie seine Nachricht gelesen hatte, doch dem war nicht so. Am frühen Morgen stand er leise auf und backte ein paar Brötchen auf. Mit Joe hatte er bereits besprochen, dass er den Rest der Woche Urlaub nehmen würde, damit er alles Notwendige erledigen konnte. Dixie stand eine halbe Stunde nach ihm auf. Sie ging in die Küche und nahm ihm seinen Kaffeebecher aus der Hand, um einen Schluck daraus zu trinken. "Hast du etwas schlafen können?" Kel schüttelte nur den Kopf. Sein Handy klingelte nun. "Das ist Sharon", sagte er, drehte sich nun zum Fenster und nahm ab, während Dixie sich an den Tisch setzte und gebannt zu Kel sah. "Ja? .... ja, sie ist hier bei mir.... warum? Ist das dein Ernst, Sharon? Hast du sie dir angesehen, als du gegangen bist? Verdammt, du bist doch Ärztin.... gar nicht mehr, oder glaubst du, ich lass sie noch einmal zu dir?" Kel lachte nun einmal auf und wurde schließlich richtig sauer: "Ach so, das heißt, ich habe mir meine Verletzungen die ganzen Jahre auch selbst zugefügt, Sharon bitte.... ja, tu das." Er legte nun auf und ließ den Kopf hängen. "Sie geht noch heute früh zu einem Anwalt. Schließlich kann ich nicht beweisen, dass die Verletzungen von ihr wären." Kel drehte sich nun zu Dixie um und sah, wie Olivia in der Tür stand.
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