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In guten wie in schlechten Zeiten?

von eromanga
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Joe Early Dr. Kelly "Kel" Brackett Oberschwester Dixie McCall
05.04.2019
23.08.2019
76
59.138
1
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Dieses Kapitel
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19.05.2019 736
 
Kel lächelte seine Tochter kurz an. „Natürlich kann sie das. Ich warte solange hier an der Base, ok?“ Olivia sah lange zu ihrem Vater und umarmte ihn. Danach ging sie mit Mike und Dixie in den Behandlungsraum. Der Arzt ging sehr behutsam mit dem Mädchen um und Dixie wich ihr nicht von der Seite. Am Rücken hatte Olivia einige Prellungen und Abschürfungen erlitten und Mike entdeckte auch ein paar Stellen, die schon mehrere Tage alt sein mussten. Sorgfältig dokumentierte er die Verletzungen. Als er mit der Untersuchung fertig war, sagte Dixie zu ihr: „Wollen wir beide einen Kakao trinken, während Mike mit deinem Vater spricht?“ Mit großen traurigen Augen sah sie zu dem Arzt. „Müssen sie ihm denn alles sagen?“ - „Ja, das ist meine Pflicht, Olivia. Aber hab keine Angst. Du hast schließlich nichts falsch gemacht.“ Ihr Blick ging nur zu Boden und Dixe ging mit ihr in die Cafeteria, während Mike an die Base ging, wo Kel nervös wartete. Wortlos übergab er ihm Olivias Akte. Er beobachtete seinen Vorgesetzten, wie dieser aufmerksam alles durchlas. Schließlich schloss Kel die Akte und sah Mike an. „Wie geht es ihr?“ - „Körperlich ganz gut. Die Quetschungen solltest du die nächsten Tage noch beobachten, aber sie wird keine bleibenden Narben zurück behalten.“ Kel atmete erleichtert auf. Mike sah nun ernst zu Kel. „Bitte lass die Kleine nie wieder zu Sharon.“ - „Was?“, fragte Kel irritiert. „Sie wird nicht aufhören. Das weißt du selbst am besten, Kel... Ich habe zwar nie einen Blick in deine Krankenakte geworfen, aber ich kann Eins und Eins zusammenzählen... außerdem....“, er senkte kurz seinen Blick, „außerdem bin ich selbst so aufgewachsen. Mein Vater wurde von meiner Mutter geschlagen; mal mehr und mal weniger. Immer wieder hat er mich in mein Zimmer geschickt und gesagt, ich solle nicht rauskommen, egal was passiert. Die Geräusche, die ich dann gehört habe - die Schläge, das schmerzhafte Aufstöhnen von meinem Vater - werde ich nie wieder vergessen. Als ich kleiner war, habe ich mich mit meinen Lieblingsstofftieren unter dem Bett versteckt und als ich älter wurde, habe ich meinen Basketball immer und immer wieder an die Wand geworfen.“ Kel sah schockiert zu Mike. Es war das erste Mal, dass er etwas aus seiner Vergangenheit erzählte. „Mein Vater hatte dann einen Unfall auf der Arbeit und war an den Folgen gestorben. Er war weg und meine Mutter und ich alleine. Es dauerte nur ein paar Tage und sie fing an, mich zu schlagen. Als ich vierzehn war, bin ich von zu Hause weggelaufen und habe mich irgendwie durchgeschlagen, habe gejobbt, und später meinen Abschluss nachgeholt und meinen Traum erfüllt, Arzt zu werden. Was ich dir aber damit sagen will – Sharon wird nicht aufhören. Den Hass, den sie dir gegenüber empfindet, hat sie bereits auf Olivia übertragen. In dem Moment, in dem sie Olivia schlägt, sieht sie nur dich. Und es wird schlimmer werden, wenn die Kleine zurück geht.“ Kel war immer noch schockiert über Mikes Worte, war aber auch dankbar für seine Offenheit. „Darf ich dich etwas fragen, Mike?“ - „Sicher.“ - „Deine Vergangenheit. Hast du sie alleine verarbeiten können oder... oder...“ - „Ich habe mich während meines Studiums in Therapie begeben, Kel. Es ging nicht anders. Ich konnte Frauen gegenüber kein normales Verhältnis aufbauen. Aber dann hatte ich Denise kennengelernt und wollte sie nicht verlieren.“ Kel musste lächeln. Er wusste, dass Mike und Denise seit einigen Jahren glücklich verheiratet waren und sie gerade mit dem dritten gemeinsamen Kind schwanger war. „Danke Mike. Ich danke dir für deine Offenheit.“ - „Wenn irgendetwas sein sollte, weißt du, wo du mich findest. Deine beiden Frauen findest du übrigens in der Cafeteria.“ Kel lächelte kurz auf und verabschiedete sich. Anschließend ging er direkt zu Dixie und Olivia, die beide bei einem heißen Kakao saßen. Olivia wirkte sehr müde und erschöpft. Ängstlich sah sie nun zu ihrem Vater. Er lächelte sie an und nahm ihre Hand. „Wollen wir jetzt nach Hause?“ Sie nickte ihrem Vater zu. Die Drei fuhren in Kels Wohnung. Dort angekommen, sagte Olivia sofort: „Dad, ich würde gerne schlafen. Ich bin so müde.“ - „Natürlich mein Kleines. Du kannst in Max´  Bett schlafen. Er ist heute bei Chris.“ Sie lächelte kurz auf, nickte schließlich und ging in das Zimmer ihres Bruders. „Kommst du gleich nochmal zu mir?“ - „Ja natürlich.“ Kel wartete ein paar Minuten und ging dann zu seiner Tochter. Er setzte sich auf den Rand des Bettes und nahm ihre Hand. „Dad? Bist du mir sehr böse?“
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