Die Löwin im Wolfspelz

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Jacob Black Leah Clearwater OC (Own Character) Renesmee "Nessie" Carlie Cullen Seth Clearwater
05.04.2019
24.08.2019
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Disclaimer: Alle Rechte an den Charakteren gehören Stephanie Meyer, nur meine OCs gehören mir. Ich verdiene kein Geld mit dieser Fanfiction.

Diese Geschichte ist entstanden, weil ich begeistert von den Gestaltwandlern in den Büchern war und diese kleine Story hilft mir immer bei Schreibblockaden weiter, wieder besser ins schreiben zu kommen. Ich hoffe, sie gefällt ^^



Es kann nur schlimmer werden

Diese dummen, ewig verregneten Wälder in Washington! Seit einem Monat streifte ich durch die dichten Wälder, setzte eine Pfote vor die andere und ließ mit jedem Schritt, jeden Atemzug mein menschliches Leben hinter mir. Ursprünglich kam ich aus der Nähe von New York, war mit meiner Familie nach Kalifornien gezogen und dort hatte sich für mich alles geändert.
Stammeslegenden, die für mich nicht mehr als nette Geschichten am Lagerfeuer gewesen waren, hatten sich als wahr entpuppt. Vampire hatten sich in der Nähe unseres kleinen Ortes nieder gelassen und einen Monat später war ich wütend über meine überbesorgte Mutter in den Wald gerannt. Mein Kopf hatte vor Fieber gebrannt, ich konnte kaum laufen. Und dann schienen meine Glieder plötzlich zu zerreißen und mit einem Schrei war ich zu Boden gefallen…. und als Löwin wieder aufgestanden.
Von diesem Moment an war mir bewusst geworden, dass es alles gab, alles wahr war - und ich ein Leben als Gestaltwandler vor mir hatte.
Zwei Wochen hatte ich als Löwin gelebt, bevor ich es geschafft hatte, mich zurück zu verwandeln. Ohne Kleidung war ich daheim aufgeschlagen und hatte meiner Familie einen gehörigen Schrecken eingejagt. Mein Bruder John war mir im Erbe unserer Gabe nur wenig später gefolgt. Auch er war ein Löwe und wir wurden ein Rudel. Ein Jahr später zog John aus, in seine eigene, kleine Wohnung. Meine Mutter verbat mir, ihm zu folgen, und nun, sieben Monate später, war ich von daheim geflohen. Der Boden hier war nass, feine Tropfen fielen von den Blättern der Bäume zu Boden, trafen hier und da auf mein goldbraunes Fell. Kurz vor mir ragte ein Felsen aus dem Boden, ein einziger Sonnenstrahl erhellte das graue Gestein. Mein Fell juckte danach, mich dort hin zu legen und ein wenig Sonne zu tanken. Gesagt, getan. Ein Anspannen der Muskeln, ein kurzer Sprung und ich landete mit samtenen Pfoten auf dem Felsen. Meine Krallen scharbten leicht über den Stein, bevor ich mich hinlegte, ausstreckte und mit einem leisen Grunzen die wärmende Sonne genoss.
Als Löwin lebte es sich einfach. Ich fraß, ich trank, ich schlief. Rannte, wenn mir danach war und ruhte, wenn ich es wollte. Frei von allen Zwängen und weit weg von meiner Familie. Natürlich vermisste ich John, aber er hatte mir auch nicht helfen können.
Niemand konnte das.
Hinter mir knackte plötzlich ein Zweig und ich öffnete ruckartig die Augen. Ein brennender, schon beinahe chemischer Gestank breitete sich wie ein tödliches Gas auf der Lichtung aus und ich sprang alarmiert auf. Wie Ammoniak schien er meine Schleimhäute zu verätzen und ich wirbelte herum, die Zähne wütend gebleckt. Vampire!
Ich sah ihn für einen Moment an. Bleiche Haut, Haare mit einem leichten Kupferstich, schwarze Augen. Ich kannte nur Vampire mit roten Augen, aber alles in mir schrie, dass der Kerl mich fressen wollte. Warnend fauchte ich, hob eine Pranke mit ausgefahrenen, schwarzen Krallen und hieb damit einmal in die Luft. Eine Warnung. Ich könnte es locker mit einem Vampir aufnehmen. Der Kerl überging meine Warnung einfach und sprintete los. Mir blieb wohl keine andere Wahl. Knurrend spannte ich die Muskeln, schnellte vor und streckte die Pfoten nach ihm aus, dass Maul weit aufgerissen. Auch er sprang hoch, zielte auf meine Brust, doch da trafen meine Pfoten schon seine Schultern und ich drückte ihn mit meinem Gewicht in den Boden hinein. Es knackte einmal unschön unter mir und ich flog von meinem Schwung getrieben über seinen Kopf hinweg. Dumpf überschlug ich mich am Boden, kam aber sofort wieder auf die Pfoten. Auch der Vampir stand bereits wieder. In seinem unbewegten Gesicht stand so etwas wie Überraschung geschrieben und ich hechtete erneut nach vorne. Unbarmherzig schlossen sich meine Zähne um seinen Unterarm, ich biss fest zu und seine Marmorhaut splitterte unter meinen Fangzähnen. Wütend brüllte er auf und der Hieb in meine Schulter brachte mich dazu, ihn los zu lassen. Unsanft fiel ich zu Boden, ein brennender Schmerz machte sich in meiner Schulter breit und ich konnte mein eigenes Blut riechen. Warm lief es in mein Fell und wurde mit jeden Herzschlag weiter aus meinem Körper gepumpt. Bestimmt hatte er mir die Knochen gebrochen. Na toll, so würde ich also sterben. Gefressen von einem dieser seltsamen Statuen.

Es tut mir leid, John.

Mein letzter Gedanke galt damit meinem Bruder. Ergeben schloss ich die Augen, um den Tod nicht kommen sehen zu müssen. Doch es passierte…. nichts.
Erstmal.
Dann begann der Vampir zu reden, seine Stimme schien in meinen feinen Ohren zu klingeln.
„Du kannst denken!”, sagte er und ich konnte einfach nicht anders, als meine Augen zu öffnen und ihn anzusehen, als hätte er nicht mehr alle Latten am Zaun.

Natürlich kann ich denken! Jeder Gestaltwandler kann denken. Warum liest du meine Gedanken? Raus aus meinem Kopf, aber sofort!

Wütend starrte ich den Vampir an und erhob mich ziemlich wackelig auf drei Beine. Mein rechtes Vorderbein hing nutzlos herab und meine Pfote ruhte einfach auf dem Boden. Toll. Wirklich toll.
„Entschuldige. Ich kann mir nicht aussuchen, wessen Gedanken ich höre. Ich bin Edward Cullen.”
Erst brach er mir die Schulter, dann war er in meinen Gedanken am stöbern und nun stand ich blutend vor ihm und ihm fiel nichts besseres ein, als mir seinen Namen zu nennen?!
Schon beinahe am Ende mit meinen Nerven schüttelte ich energisch den Kopf.

Ich bin Ziio.

Eine Antwort blieb ich ihm damit nicht schuldig und als es erneut im Geäst des Waldes knackte, drehte ich mich zur Seite und wollte nach vorn hüpfen. Schlechte Idee. Meine nutzlose Pfote, die ich nicht Mal bewegen konnte, blieb an Ort und Stelle und mein verletztes Bein zog sich zur Seite. Ein Schmerz wie von einem glühenden Eisen fuhr mir in die Schulter und ich sank mit einem dumpfen Jaulen zu Boden. Ich war am Ende, dass war es. Mit Pech wuchs auch noch meine Schulter schief zusammen und ich hatte momentan kein Geld, keine Krankenkarte und keinen Ausweis. Aufgeschmissen war ich, jawohl!
„Lass mich dir helfen.”
Einerseits klang der Blutsauger… Edward, wie auch immer, zwar nett, aber da war etwas an seiner Art… als würde er dringend woanders hin müssen. Seine Augen zuckten immer wieder in Richtung Norden und ich hob warnend die Leftzen, als er einen Schritt auf mich zu kam. Er war überhaupt an allem Schuld!
Arsch, dachte ich vernehmlich und sah zufrieden, wie er schuldbewusst zusammen zuckte.
Aber mein Leben wäre nicht das meine, wenn es nicht noch schlimmer kommen würde. Aus dem dunklen der Baumstämme schälte sich ein riesiger, überdimensionaler rotbrauner Wolf heraus. Seine dunklen Augen hefteten sich auf mich, dann sah er zu Edward. Der Wolf war ein Gestaltwandler, wie ich! Nur hatte er eine andere Tierform. Neugierig hob ich den Kopf und starrte ihn an. Auch der Vampir sah ihn an und zuckte mit den Schultern.
„Ich habe sie für ein Tier gehalten und wir haben uns ein wenig bekämpft. Ihre Schulter ist gebrochen, sie sollte zu Carlisle, nur wird sie sicher nicht auf mich hören, Jacob. Ihr Name ist Ziio.”
Aha, der Wolf hieß also Jacob und war ein Freund des Vampirs. Schöne Sache. Misstrauisch beobachtete ich die Beiden und stemmte mich erneut auf drei Pfoten hoch, als hinter dem Wolf noch zwei andere erschienen. Eine graue Wölfin, sichtlich schmaler gebaut, die mich offen anknurrte. Ich erwiderte die Geste mit einem gereizten Fauchen und hinter mir pfiff mein Schwanz durch die Luft.
Der andere Wolf hatte eine hübsche, sandfarbene Färbung, seine Pfoten waren riesig im Vergleich zu seinem Körper, er war sicher noch jung. Seine dunklen Augen hoben sich und fingen meinen Blick auf. Mit einem Schlag erstarrte sein gesamter Körper, ich konnte hören, wie er die Luft anhielt. Seine braunen Augen schienen plötzlich von der Pupille verschluckt zu werden und ich legte gereizt die Ohren an.
Auch die anderen Wölfe und selbst der Vampir standen für einen Moment so angewurzelt da und ich hatte keine Ahnung, was hier eigentlich vor sich ging.
„Das macht die Sache jetzt um einiges komplizierter”, murmelte Edward und ich und die graue Wölfin warfen ihm beide zeitgleich einen wütenden Blick zu. Ach, was. Was hatte der kleine Wolf denn nur? Noch nie eine Löwin gesehen?
Etwas sagte mir, dass die ganze Sache noch wirklich haarig werden würde.
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