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Eine Psychocamp Liebe

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
05.04.2019
15.10.2021
155
271.498
10
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05.04.2019 1.750
 
Ankunft ( Tag 1 Montag Vormittag )

Einen Tag drauf fahre ich auch schon mit meiner Familie rauf aufs Land und das nicht zu kurz, ich weiß nicht genau wo das Ferienlager liegen soll aber bei der Entfernung könnte es gut in einem anderen Bundesland gelegen haben.

Wir fahlen über Acker, Felder und noch mehr Acker und Felder, bis wir schließlich an einem wohl Himmlischen Platz ankommen. Ein riesiges Camp auf einem Hügel taucht vor meinen Augen auf.

Wir stellen an der nächst besten Stelle unser Auto am und Ich bewundere erst mal die vielfältigen Anlagen. Er gibt Pferdekoppeln, Tennisplätze und bei einem etwas größeren Gebäude scheint es sich um eine fast schon luxuriöse riesige Sporthalle zu handeln mit Dachterrasse.

Wir beschließen im nächst besten Gebäude nach dem Weg zu fragen und bekommen einen Hochglanzprospekt in die Hand gedrückt auf dem eine freundliche Dame vorher unser Ziel mit Kugelschreiber markiert hat. Alle Orte und Attraktionen sind beschriftet und mit kleinen Bildchen geschmückt.

Wir folgen dem gekacheltem Weg. Ich sehe mich neben bei genauer um. Das Camp ist einfach nur riesig und liegt teilweise im Schatten von niedrigen Bäumen. Hier und da spielen Kinder herum oder Jugendliche sitzen zusammen an Tischen oder spielen verschiedenen Ballsport arten.

Schließlich kommen wir an einen hohen blickdichten Zaun, an welchem wir erst mal etwas planlos entlanggehen in der Erwartung irgendwo ein einen Eingang zu finden. Als ich einen genaueren Blick auf den Plan werfe, erkenne ich, dass unser Ziel auf dem Prospekt weder einen Namen noch ein Bildchen besitzt und sich auch nur so gerade eben noch auf der Karte befindet.

Plötzlich nach einigen Minuten finden wir einen Eingang, und was für einen, zwei schwere Metalltoren versperren uns den Weg. Wir überprüfen zusammen nochmal den Plan aber unser Ziel liegt eindeutig hinter diesem Bollwerk. Nach kurzem Umsehen drücken wir die unbeschriftete Klingel.

Erst nach ein paar Minuten bewegen sich die Tore und ein Mann im Kittel kommt uns entgegen, fragt etwas mürrisch was wir wollten und erst das überreichen des Zettels meiner Ärztin überzeugt ihn, dass wir wohl doch richtig sind.

Er bittet uns einzutreten. Auf der anderen Seite des Tores befindet sich jedoch kein Ferienlager, sondern ein breiter Raum auf dessen andere Seite sich ein weiteres, wenn auch weniger schweres Tor befindet. Auf der rechten Seite befinden sich Türen, eine von ihnen steht offen.

"Eigentlich hatten wir die ja schon gestern erwartet. Bitte folgen sie mir."

Der Arzt, wie sein Namensschild verrät, bittet uns in das Zimmer dessen Türe offen steht. Das Zimmer ist recht klein und bis an die Decke mit Büchern vollgestopft. Da das Zimmer kaum Platz bietet, sind die Stühle und ein Tisch recht merkwürdig angeordnet und so sitze ich meinen Eltern wie auch dem Arzt gegenüber und kann zudem aus dem Fenster gucken.

In einem elend langem Gespräch erzählen teilweise Ich und teilweise meine Eltern meine komplette Lebensgeschichte. An manchen Stellen wurde mir so langweilig, dass ich einfach nicht anders konnte als aus dem Fenster zu sehen.

Was zum, ich denke ich guck nicht richtig. Drücken sich da echt zwei Mädchen an der Scheibe die Nasen platt? Ja. Jedoch gucke ich noch mal genauer hin, nur um sicher zu gehen. Es stimmt zwei junge Mädchen drücken da ohne Witz ihre Nasen gegen die Scheibe, machen sich Schatten mit den Handflächen und gucken mich gespannt an.

Als der Arzt meine Verwunderung bemerkt, dreht er sich kurz um, worauf die Mädchen plötzlich in Deckung gehen. Als meine Lebensgeschichte soweit durch ist, kommen meine Symptome zur Sprache. Ich klage ihm mein Leid, bin aber nicht ganz bei der Sache, da ich immer wieder meine doch noch Bewegung am Fenster ausmachen zu können.

Noch während mir der Arzt zuhört kommt eine weitere Person ins Zimmer, ein etwas lässiger gekleideter junger schlaksiger Mann, welcher dem Arzt einen Packen zusammengehefteter Blätter überreicht, welche dieser schnell ausfüllt und sie mir zu meiner Überraschung übergibt mit der Ermahnung, gut drauf zupassen.

Danach klingt sich der Arzt höflich aus und überlässt dem schlaksigen Mann das Feld, welcher uns in das zweite Zimmer bittet. Dieses ist weitaus weniger zugestellt und bietet, durch ein riesiges hohen Fenster, einen ersten guten Blick auf das Camp hinter dem Zaun. Welches nicht groß anders aussieht als jenes, außerhalb des Zaunes, lediglich die Bäume sind größer.

Peter begrüßt mich nochmal gesondert und fragt mich, ob ich wirklich ins Camp will. Jedoch werde ich in diesem Moment plötzlich von einer schnellen Bewegung am Fenster abgelenkt. Zwei Mädchen, wahrscheinlich die von vorhin, laufen irgendwas rufend durchs Camp und genau Fenster vorbei.

Ich war nicht schnell genug aber es kann sein, dass sie irgendwas besonderes an hatten. Meine Mutter war jedoch scheinbar schneller als ich und sagt besorgt:

"Das wirkt doch eher abschreckend auf dich oder?"

"Nö, warum?"

Antworte ich platt, erinnere mich an das gegebene Versprechen und wende mich wieder Peter zu.

"Dann Willkommen im Camp."

Begrüßt mich Peter ein drittes Mal und scheint über meine Entscheidung sehr erfreut zu sein.

"In der Regel regeln wir ab hier alles mit dem Patienten alleine."

Sagt Peter mit ernsten Blick auf meine Eltern gerichtet. Worauf hin ich sie noch die paar Schritte bis zur Türe begleite und ihnen zum Abschied zuwinke, während sich die schweren Stahltüren hinter ihnen oder eher hinter mir schließen.

Anschließend gehe ich einfach wieder zurück, wo Peter schon mit einem ganzen Stapel Blätter auf mich wartet.

"Das ist unser kleines Regelwerk, eigentlich bin ich mir sicher, dass du es dir nicht direkt durchlesen musst. Das meiste sind entweder Selbstverständlichkeiten oder treffen auf dich nicht unbedingt zu."

Kleines Regelwerk ist gut, das Stapel könnte fast als kleines Buch durchgehen.

"Trotzdem muss ich dich um eine Unterschrift bitten, womit du dich mit den Regeln einverstanden erklärst."

"Dann möchte ich die Regeln aber doch bitte vorher lesen ok?"

Bitte ich, denn ich unterschreibe höchst ungern Sachen, die ich nicht gelesen habe. Und auch wenn ich keinen Wahl habe und eh nicht mehr zurück kann, bei meinem Glück verstoße ich binnen Minuten versehentlich gegen irgend einen Mist.

"Gerne, las dir Zeit."

Willigt Peter ein und Ich beginne Seite um Seite so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.

Das Regelwerk mit der Versionsnummer 12.03b entschuldigt sich selbst nochmal für seinen ausufernden Umfang und regelt erstmal einen halbe Seite lang den Umgang mit einem gewissen offenen Telefon.

Nach dem das Werk freundlich und mit ausführlicher Begründung den gegenseitigen Besuch in Zimmern, wo auch immer diese sein sollen, untersagt verbietet es weiter hin – absolut alles. Radios, CD Spieler, Geräte mit Kopfhörern.

Drogen- oder Gewaltverherrlichende Kleidung und Symbole. Ok das ist irgendwo verständlich. uniformähnliche Kleidung, hm ich sollte wegen meinen Pixeltarn Shirts mal besser nachfragen, das zur Schau stellen von Extremistischen Gesinnungen, wo bei Satanismus nochmal extra erwähnt wird, dass kann ja heiter werden.

Feuerzeuge, ok verständlich, Kerzen, ok warum das? Scharfe und spitze Gegenstände, gut, Sachen aus Glas? Cola, langsam scheint es los zu gehen, Eistee, au Backe. Mit was rechnen die hier bitte? Und warum ist Eistee verboten?

Danach regelt das Werk erst mal das Recht mit 16 eingeschränkt Rauchen zu dürfen, welches in den ersten paar Zeilen schon derart kompliziert klingt, dass ich es als Nichtraucher einfach komplett überspringe.

"Wenn du eh noch mit Lesen beschäftigt bist, dann hast du doch sicher nicht dagegen, dass wir in der Zwischenzeit deinen Koffer durchsuchen."

Unterbricht mich Peter.

"Ist das nötig?" Frage ich.

Peter: "Ja, steht aber auch in den Regeln."

Ich: "Ok."

Peter öffnet meinen Koffer und fängt an langsam alles heraus zu nehmen und auf den Tisch zu legen.

Ich: "Da müsste ein Pixel Camo Shirt dabei sein, ist das Uniform ähnlich?"

Peter: "Ach das hier? Das ist ja eher witzig."

Der Campleiter oder was auch immer er eigentlich jetzt genau ist, hebt das Pixelcamo Shirt kurz hoch, findet aber nichts weiter dabei. Ich wende mich wieder den Campregeln zu.

Das Haare scheiden ist im Camp nicht erlaubt? Ok hatte ich jetzt eh nicht vor. Rasieren ist nicht erlaubt? Das könnte zum Problem werden. Geräte mit Kabeln? Handy, Gameboys und Laptops auch? Ok, ich habe meines eh nicht mitgenommen.

Plötzlich kommt ein weiterer Mann ins Zimmer, ein etwas breiterer schwarz haariger fragt nach dem rechen und stellt sich mir als Mario vor. Ich begrüße ihn höflich und lese weiter.

"Kein Handy?" fragt Peter.

Ich: "Nein, ist Kaputt ich habe aktuell keines."

Mario: "Auch nicht in der Hosentasche".

"Nein." Ich klopfe dabei meine Taschen ab.

Die beiden Betreuer, so beschließe ich sie vorerst zu nennen, werden plötzlich misstrauisch und durchsuchen meinen Koffer jetzt bis in die hintersten Ecken. Da ich mir keiner Schuld bewusst bin, lese ich einfach weiter.

Lautes Toben und Raum laufen sind verboten? Nun da habe ich eben was anderen gesehen. Sexuelle Kontakte, ok kann man nachvollziehen? Enge Berührungen? Was soll das denn sein. Sich verlieben? Was? Wie wollen die dass denn verbieten? Langsam wird albern.

Etwas erfreulicher ist die Tatsache, dass man hier am Wochen Ende nach Hause darf. Etwas weniger, die Regeln für das in Ordnung halten der Zimmer inklusive bettmachen, etwas altmodisch für ein Schriftstück mit einer Versionsnummer.

Noch bevor ich den nächsten Abschnitt über den Tagesablauf beginnen kann, werde ich von Peter angesprochen.

"So"

Beide haben meinen Koffer zum Großteil wieder eingeräumt jedoch meinen MP3 Player und meinen Rasierer in einen Schuhkarton gelegt.

Mario - "Ich weiß nicht, wie weit du gekommen bist."

Ich - "Fast durch, also den MP3 Player darf ich nur in irgendeiner Pause haben und den Rasiere gar nicht."

Mario: "Korrekt."

Peter: "Schon mal sehr löblich, dass du den Text überhaupt liest aber den Rest kannst du auch später noch lesen, geht da hauptsächlich ums Benehmen am Tisch und um dein Logbuch."

Er deutet auf den zusammen gehefteten Stapel neben mir.

Peter: "Dein Zimmer ist die B6, du hast einen sehr sehr netten Zimmergenossen. Geh am besten direkt dorthin, beziehe dein Bett und wenn du schnell genug bist, kannst du sogar mit zum Ausflug, heute ist Dienstag."

Mario: "Perfekt um die anderen Jungendlichen im Camp kennen zu lernen."

Ich verlasse also mit meinem frisch gefilztem Koffer in der einen und dem Stapel Blätter in der anderen Hand das Zimmer und auf Knopfdruck öffnet sich die hintere Türe der Schleuse und vor mir taucht das erste mal das innere Camp auf.
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