Enderal - Die zweite Chance

von Neferure
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
04.04.2019
05.04.2019
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Der junge Halb-Aeterna Demian verließ sein vom Krieg gebeuteltes Land Nehrim, um im Nachbarland Enderal einen Neuanfang zu wagen. Als blinde Passagiere eines Schiffes unterwegs, wurden er und sein Freund durch das Auftauchen einer mysteriösen, verschleierten Frau erwischt und über Bord geworfen. Demian erwachte an der Sonnenküste Enderals und hatte sich verändert. Plötzlich konnte er machtvolle Magie mit einer Schnelligkeit und Effektivität meistern, die normalerweise langes Training erforderte. Dazu kamen seltsame Visionen eines vergangen schrecklichen Ereignisses. Nachdem er bei einem Banditenüberfall auf das Lager, in dem er zuallererst Zuflucht fand, vom Söldner Jespar Dal´Varek gerettet wurde, brachte dieser ihn zum Sonnentempel der Hauptstadt Ark um ihm zu helfen, seine Fähigkeiten und das damit einhergehende Arkanistenfieber zu kontrollieren.

Er wurde zu Lishari Peghast geschickt, die ihm dabei helfen sollte und geriet damit in eine Geschichte, die sich seit Anbeginn der Zeit immer und immer wieder wiederholte. Vom Großmeister des Götterordens – der dem Volk den Tod ihrer Götter verschwieg um keinen Bürgerkrieg zu provozieren, wie es in den Nachbarländern passiert war die diese Tatsache preisgegeben hatten – Tealor Arantheal, erfuhr er, dass er der „Prophet“ war, der maßgeblich an der Rettung der gesamten Menschheit beteiligt sein sollte. Der sogenannte Zyklus, eine Art sich ständig wiederholender Zeitraum für alle Geschehnisse der Welt, stand kurz vor dem Ende und die „Läuterung“ sollte alles menschliche Leben auslöschen. Auf Geheiß von Tealor und zum Missfallen Vieler im Orden wurde Demian zusammen mit der Novizin Calia Sakaresh nach einer gefährlichen Prüfung zu einem Hüter des Ordens ernannt.

Durch intensive Studien des Zyklus am Beispiel der ebenfalls dadurch untergegangenen Zivilisation der Pyräer und weitere Visionen ergab sich langsam ein Bild über die Feinde, genannt „Die Hohen“. Vor allem durch die Hilfe des Halb-Aeternas gelang es, das Leuchtfeuer, eine Maschine, welche die Menschheit retten sollte, zu rekonstruieren. Dazu reiste Demian sogar in die Erinnerung eines toten Pyräers, wobei er Hilfe eines alten Mannes erhielt, der sich als einen „fleischlosen Beobachter“ bezeichnete und ebenso mysteriös war wie diese verschleierte Frau. Auch besorgte der Prophet drei schwarze Steine, die als Energiequelle dienten. Die Missionen erledigte er zum Teil zusammen mit Jespar oder Calia, wobei sich Demian und die Hüterin näher kamen und er sowohl über sie als auch über Jespar einige Geheimnisse aufdeckte. Währenddessen schickte Taranor Coarek, dem es gelungen war den Bürgerkrieg auf Nehrim zu beenden und dort zum Alleinherrscher aufzusteigen, seine Flotte gegen Enderal. Er war erklärter Feind jeder Religion, wusste von der bevorstehenden Läuterung und hielt sich für auserwählt, Diese geschehen zu lassen, da er sie als evolutionären Aufstieg betrachtete.

Demian, Jespar und Konstantin Funkenschlag, ein nehrimesischer Magier, der im Gefolge Arantheals nach Enderal gekommen war, wollten die feindliche Armee ausspionieren und nutzten dazu eine uralte pyräische Untergrundbahn, die sich in einem Tempel befand um unbemerkt zu deren Stützpunkt zu gelangen. Bei dieser Mission verlor Konstantin aus ungeklärter Ursache augenscheinlich den Verstand und wurde von seinen Begleitern in Notwehr getötet, die aber anschließend die Mission fortführten. Allerdings nicht ohne eine erschreckende Entdeckung zu machen, die sie aber für eine Illusion der Hohen hielten. Beim Versuch der Spionage wurden sie gefangen genommen und Coarek erklärte Tealor aufgrund dessen Weigerung, die Läuterung nicht weiter zu bekämpfen, den Krieg. Dazu überschattete der Mord an Lishari das weitere Vorgehen.

Trotzdem hielt der Großmeister unbeeindruckt an seinem Vorhaben fest, was jetzt noch fehlte war ein „Numinos“ und um herauszufinden was es genau damit auf sich hatte und wo er zu finden sei, brachen Demian, Calia und Jespar zusammen mit zwei Ordensmitgliedern in einem Luftschiff zu legendären Sternlingsstadt im Himmel auf. Dort fanden sie in alten Aufzeichnungen heraus, dass der Numinos die Essenz eines Hohen war, eine Energie, die im Leuchtfeuer konzentriert die körperlosen Feinde auf ewig verbannen konnte. Weiterhin wurde klar, dass die Menschheit nach der Läuterung in gewisser Weise tatsächlich weiter existierte, denn ihr kollektives Bewusstsein wurde stets zu einem neuen Hohen. Da der Sternling, der das Schiff gebaut und gesteuert hatte plötzlich ebenfalls den Verstand verlor und die Verteidigungsmaschinen der Sternlingsstadt aktivierte, durch welche sowohl er als auch die Ordensmitglieder ums Leben kamen und das Luftschiff verschwand, mussten der Prophet, die Hüterin und der Söldner übereilt mit Hilfe von Rettungskapseln fliehen, wobei Jespar verletzt wurde.

Um nun diesen Numinos zu bekommen, musste der Prophet an den Ort der letzten Läuterung: Die alte Hauptstadt der Pyräer, deren Ruinen direkt unter Ark lagen. Doch die nehrimesische Armee konnte unterdessen durch Verräter im Orden selbst die Stadt stürmen und es gab unzählige Verluste. Demian und Calia, die nun als Liebespaar vorher noch einen gemeinsamen Abend und eine Nacht miteinander verbracht hatten, Tealor und Yuslan Sha´Rim, ein Magier aus Qyra, der sich dem Orden angeschlossen hatte, stiegen durch ein unterirdisches Tunnelsystem hinunter in die alten Ruinen, wo sich ihnen die Hohen offenbarten und ihr Weiterkommen behindern wollten. Getrennt von Calia und im Glauben, sie wäre umgekommen, gelang es Demian und den Anderen tatsächlich, ins Bewusstsein eines Hohen zu kommen. Doch Yuslan hatte die ganze Zeit ein falsches Spiel getrieben, aus Rache, weil Tealor vor Jahren sein Dorf zerstören ließ, wobei seine Familie umkam. Er gab auch den internen Mord zu und vernichtete den Numinos, so dass alles verloren schien und Tealor ließ Demian zurück, nachdem er beschlossen hatte, das Leuchtfeuer trotzdem zu entzünden. Wieder begegnete Demian die verschleierte Frau, die ihm ermöglichte, den „Schwarzen Wächter“ – eine Legendengestalt des Landes – zu finden. Dieser entpuppte sich als ein Mensch, der sich vor einer lange vergangenen Läuterung retten wollte, indem er sich mit einer selbst erschaffenen Maschine verband und darin gefangen seitdem jeden Zyklus miterlebt hatte. Er offenbarte ihm die ganze Wahrheit.
Die Hohen waren nichts ohne die Menschen, die an sie glaubten und konnten die Läuterung nicht selbst herbei führen, sie manipulierten aber die Beteiligten zu ihren Gunsten. Tealor selbst leitete den Untergang der Menschheit ein, indem er die Maschine ohne Numinos entzündete und damit die eigentliche Läuterung auslöste. Auch erfuhr Demian die Wahrheit über Tealor und sich selbst. Beide waren bereits tot und die Hohen hatten von ihnen „Fleischlose“ geschaffen, für echt gehaltene und idealisierte Projektionen ihrer selbst, als Werkzeuge für ihre Manipulationen und wieder mal waren sie erfolgreich. Tealor war noch auf Nehrim nach der Flucht aus seinem Gefängnis in den Bergen umgekommen und Demian – entgegen seiner eigenen Annahme – ertrank im Roten Meer, in welches er und sein Freund von der Schiffsmannschaft geworfen worden waren. Das erklärte auch den Fund im Lebenden Tempel, nämlich den der Leichen von Demian und seinem Freund. Dadurch, dass der Halb-Aeterna der erste Fleischlose wurde, der über seinen eigenen Zustand Bescheid wusste, ergaben sich laut dem Schwarzen Wächter ganz neue Perspektiven. Er drängte den Propheten, in die Sternenstadt zu fliehen, das Ende der Läuterung abzuwarten und dann wie eine Gottheit eine neue Menschheit zu erschaffen, die Demian ganz nach seinen Vorstellungen formen konnte. Eine Menschheit ohne Schwächen, so dass die Hohen gar keine Basis mehr für ihr Handeln hätten und somit nie wieder eine Läuterung geschehen sollte. Die andere Möglichkeit war, das schon aktivierte Leuchtfeuer zu zerstören, um dem Rest – Enderal konnte nicht mehr gerettet werden – der Menschheit eine zweite Chance zu geben, allerdings bedeutete das Demians endgültigen Tod. Hierauf versuchte der Schwarze Wächter mit einer List mit ihm den Platz zu tauschen und ihn in die Maschine zu sperren, um selbst zu dieser Gottheit zu werden.
Die totgeglaubte, von Tealor und Yuslan zurück gelassene Calia konnte das im letzten Moment verhindern und nach einem harten Kampf besiegten beide die Mensch-Maschine. Entgegen dem eindringlichen Rat des Schwarzen Wächters entschied sich Demian aber anschließend für die zweite Möglichkeit und verabschiedete sich von seiner Geliebten, die nun versuchen wollte, nach Qyra zu fliehen um dort von den Geschehnissen zu erzählen, damit den anderen Ländern das Schicksal Enderals erspart blieb. Vorher bat er sie noch, wenn möglich auch den durch seine Verletzung im Tempel zurück gebliebenen Jespar mitzunehmen. Daraufhin kam er wieder im Sonnentempel an, wo er Zeuge der Läuterung wurde, deren heißes Licht alle qualvoll verbrannte, auch Coarek mitsamt seinen Soldaten, denen es gelungen war den Tempel zu stürmen und Tealor selbst, der noch immer glaubte, die Menschheit gerettet zu haben. Demian zerschlug die schwarzen Steine und zerstörte so die Maschine, wodurch er sich selbst opferte. Calia floh zusammen mit Jespar nach Qyra und hörte dort Gerüchte über ein zweites Leuchtfeuer im Land Arazeal.

Und hier beginnt diese Geschichte...
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