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Ghost

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
OC (Own Character) Walter O'Brien
03.04.2019
24.07.2020
16
19.010
7
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18.07.2019 935
 
„Wo habt ihr denn so lange gesteckt?! Ich bin schon halb verhungert!“ begrüßte Happy die Beiden und nahm Sari gleich eine der Tüten aus der Hand.
„Entschuldige, ich war so wütend, da hab ich mich glatt verfahren. Und ich wollte nicht auf Walter hören, das ich falsch fahre.“ log sie, als würde sie nie etwas anderes tun. Walter, dem die Lüge zwar nicht gefiel, der aber auch nicht sein Versprechen brechen wollte, gab einen zustimmenden Laut von sich und gesellte sich zu den anderen an den Tisch.
Sari setzte sich abseits der Anderen auf das Sofa, um dort zu essen. Es war schon ein trauriges Bild. Das Team lachte und scherzte miteinander, während Sarissara still und unscheinbar an dem Couchtisch aß und nicht einmal versuchte, Teil vom Team zu sein.
Schließlich war es Sly, der sich etwas unbeholfen und sichtlich nervös zu ihr setzte und sie anlächelte. „Hey, warum isst du nicht mit uns?“ fragte er ruhig und stellte sein Essen ebenfalls auf den kleinen Tisch.
Sari sah erstaunt zu ihm. „Ich... Ich bin hier nicht willkommen. Das weiß ich. Und das ist ein Zustand, den ich schon sehr lange kenne. Du musst dir also nicht die Mühe machen und so tun, als hättest du mich gern hier. Ist schon okay Silvester.“
Erst schien es, als hätte Sly das akzeptiert, doch dann rief er die Anderen. „Hey Leute, Sarissara sagt sie fühlt sich nicht willkommen. Ich find, es ist okay das sie hier ist. Wie ist es mit euch?“
„Ja, sie versteht unglaublich viel von Technik. Von mir aus kann sie bleiben, wenn sie die Finger von meinem Werkzeug lässt!“ rief Happy herüber und wischte sich etwas Soße aus dem Mundwinkel.
„Außerdem, wann hat man mal die Gelegenheit einen Auftragskiller zu analysieren?“ pflichtete Toby bei, während er mit seiner Gabel herum fuchtelte, weshalb Happy ihm den Hut runter schnipste. „Erstech mich nicht mit der Gabel, Doc!“ „Ah mein Hut!“
Gallo nickte nur in Saris Richtung und Walter betrachtete sie, als würde er versuchen, in ihren Kopf hinein zu kommen. „Ich glaube, das Sarissara zu einem guten Teammitglied für Scorpion werden kann.“
Sly schaute zu Sari, die sich ein sehr leichtes Lächeln nicht verkneifen konnte und grinste sie an. „Also?“
Sie nickte. „Okay. Ich schätze, das hat geholfen. Danke.“
So wie es aussah, hatte das Team miteinander über sie gesprochen, als sie und Walter nicht da waren. Wie sonst hätten sie allesamt so schnell ihre Meinung über sie geändert?
Nachdem das Mittagessen beendet und alles weggeräumt war, widmete sich wieder jeder seiner Arbeit.
Ebenso Sari, die noch immer im Oberen Geschoss an dem Schreibtisch arbeitete.
Unermüdlich zeichnete sie Pläne, von denen keiner so genau wusste, wofür sie waren, bastelte an ihren Waffen oder schrieb dinge auf Papier, das sie stets schnell in die Schublade stopfte, bevor es jemand lesen konnte.
Es war wirklich Autragsflaute, was Scorpion gar nicht gefiel. Sie langweilten sich halb zu Tode und als der Abend anbrach, verabschiedeten sich wieder alle, mit den glitzernden Augen von Menschen, die etwas vor hatten.
Alle, bis auf Walter. Wie so oft arbeiteten Sari und er still nebeneinander her, bis Sari auf das Dach verschwand. Walter war ihr nie wieder gefolgt. Er glaubte, das sie die Zeit allein dort oben genoss und wollte ihr diese Zeit nicht rauben.
Doch an diesem Abend war es anders. Für gewöhnlich, kam Sari wieder runter, wenn Walter gehen wollte, als spürte sie es, aber nicht an diesem Abend. Walter packte seine Sachen zusammen. Langsam, als wollte er ihr die Chance geben herunter zu kommen, doch als sie nicht kam, erklomm er die Stufen hinauf auf das Dach und Sari in dem Liegestuhl liegen.
Ein Bein angewinkelt, die Augen geschlossen, die Lippen zu einem wunderschönen, zarten Lächeln geformt und ein aufgeschlagenes, zerlesenes Märchenbuch auf der Brust.
Walter traute seinen Augen nicht und doch konnte er nichts anderes tun, als sie anzustarren.
Nach ein paar Minuten, öffnete sie langsam die Augen und auch Walter schien aus seiner Starre zu erwachen.
„Äh... Sari..ssara... Ich... ich wollte nur sagen, das ich jetzt gehe.“ stotterte er vor sich hin, wie er es manchmal tat, wenn er nervös wurde. Ja, ihr Blick machte ihn nervös.
Dieser Blick, den sie nur ihm zuwarf. Dieser Blick, der so intensiv war, das es schwer war, sich davon zu lösen, dieser Blick, der all seine Geheimnisse zu kennen schien.
„Was möchtest du mich Fragen, Walter?“ sprach sie leise, als wollte die Träume nicht verscheuchen, die ihr ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hatten.
„Äh... Nichts... Ich.. Habe mich nur gewundert, das du Märchen ließt, das... das ist alles.“ Schon wandte er sich zum Gehen, doch die leise Stimme in seinem Rücken hielt ihn zurück.
„Märchen, Geschichten über fremde Welten, sie waren schon immer meine einzige Möglichkeit, dieser Welt zu entkommen, wenn sie mich erdrücken wollte.“
„Aber... das ist nur Fiktion. Nichts davon ist real.“ Walter verstand nicht und Sari richtete sich auf.
„Ist es nicht real, wenn ich den Schmerz des Verrates fühle, den die Figuren in dem Buch fühlen? Ist es nicht real, wenn ich Tränen weine, weil meine Liebste Figur stirbt? Und ist es nicht real, wenn ich vor Glück Jubeln möchte, weil die Geschichte doch noch ein gutes Ende nimmt?“ Sari stand auf und schritt auf Walter zu, der eisern stehen blieb. „Ist es nicht real, wenn ich die Sehnsüchte der Figuren teile, deren Geschichte ich lese?“ Genau vor ihm blieb sie stehen und schaute zu Walter hinauf.
„Worte, erschaffen Realitäten. Vergiss das niemals.“ Mit diesen Worten schritt sie an ihm vorbei und drehte sich auf der Treppe zu ihm herum. „Wolltest du nicht heim?“
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