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Ghost

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
OC (Own Character) Walter O'Brien
03.04.2019
24.07.2020
16
19.010
7
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9 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.06.2019 1.184
 
Und da bin ich wieder ^-^
Viel Spaß





Es dauerte nicht lange und Walter stieg ins Auto. „Sie meinen es nicht böse.“ meinte er, wenig couragiert.
„Hat Gallo gesagt du sollst das sagen?“ Sie startete den Motor und fuhr los.
Walter schwieg eine Weile, doch dann siegte die Neugierde.
„Du beschützt uns vor anderen Killern?“
„Vergiss es einfach.“
„Fotografisches Gedächtnis.“
„Dann tu so als ob du es vergisst.“
„Wo fährst du eigentlich hin?“
Erst jetzt achtete Sari wieder darauf, wo sie hinfuhr. Sie schätzte die Situation ab, ehe sie wieder sprach. „Glaubst du die Anderen können noch etwas länger auf ihr Essen warten?“ Walter sah sie verwirrt an, nickte dann jedoch. „Ich denke schon, warum?“ Sari lächelte kurz und kaum sichtbar. „Du wolltest doch etwas über mich erfahren.“ Sie bog auf ein Privatgrundstück ein und fuhr vor, bis zu einem kleinen, alten Haus, das von Efeu bewachsen war. Auf den ersten Blick, würde niemand sehen, das dort schon lange niemand mehr wohnte. Der Vorgarten war ordentlich gepflegt und die bunten Blumen zeigten stolz ihre vielen Farben, der Rasen leuchtete in einem saftigen Grün und selbst der Kiesweg, vor dem Sari hielt, schien frisch gehakt zu sein.
Walter sah zu ihr rüber. „Na komm, steig aus.“ forderte Sari und löste selbst ihren Gurt. Walt folgte der Forderung, wenn auch etwas unsicher, was nun passieren würde.
Auf dem Weg zur Haustür, knirschte der Kies unter ihren Schuhen und je näher Sarissara dem Häuschen kam, desto ruhiger schien sie zu werden.
„Wo sind wir hier?“ fragte Walt schlussendlich, als sie vor der schweren Eichentür angekommen waren.
„Das hier, ist mein Rückzugsort. Wann immer ich Ruhe brauchte oder Rat suchte, kam ich hier her.“ Sie holte einen alten Schlüssel aus ihrer Jackentasche und öffnete die Tür mit einem leichten Stoß.
„Willkommen, in meinem Zuhause.“ Eine einladende Handbewegung forderte zum Eintreten auf und auch diesmal, folgte Walt der Einladung.
Das Innere des Hauses war mindestens genauso gepflegt, wie der Vorgarten.
Die Einrichtung war altmodisch, die Möbel aus dunklem Holz gefertigt, mit reichlichen Verzierungen und Beschlägen, der Teppich, hielt sich in einem unaufdringlichem Beige.
An den Wänden hingen Fotos, doch keines davon zeigte Menschen.
Walter hörte, wie die Tür hinter ihm ins Schloss fiel und spürte den leichten Windhauch, als Sari an ihm vorbei ging. „Margret? Margret ich bin zuhause!“ rief sie ins Haus hinein und plötzlich hörte man Schritte. Kleine, trippelnde Schritte und eine tadelnde, alte Stimme, die eine solche Wärme ausstrahlte, dass es das Haus noch etwas gemütlicher werden ließ.
„Sarissara, Kind! Du kannst eine alte Dame doch nicht so erschrecken! Ruf doch an, bevor du kommst. Ich hab doch nicht einmal Kuchen gebacken und... Oh.“ Die leicht untersetzte Dame, die gerade um die Ecke gebogen kam, sah Walter und blieb erstaunt stehen. Eilig richtete sie ihr geblümtes Kleid und strich sich durch die weiße Dauerwelle. „Kind, wenn ich gewusst hätte, das du Besuch mitbringst, dann hätte ich doch was vorbereitet.“ Sari lachte leise und Walt stand im Flur wie ein begossener Pudel. Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit.
„Margret, das ist Walter. Wir arbeiten im Moment zusammen. Walter, das ist Margret. Sie ist... Naja...“ Offensichtlich, wusste Sari nicht so recht, wie sie Margret erklären sollte, also übernahm sie das kurzerhand selbst. „Ich bin sowas wie ihre Zieh Oma. Und jetzt kommt endlich rein Kinder, wir müssen hier doch nicht stehen wie die Kühe.“ Aufgeregt trippelte Margret ins Wohnzimmer und ließ sich auf dem alten Ledersofa nieder.
Sarissara setzte sich in ihren Sessel und Walter nahm ihr gegenüber Platz.
„Ach Kind, ich hatte gedacht ich sehe dich nie wieder. Wo du dich gestellt hast, meine ich.“ sprudelte es aus Margret heraus, die zur Beruhigung einen Keks nahm, die auf dem Tisch standen, als hätte sie Besuch erwartet.
Walt sah entgeistert zwischen den beiden Frauen hin und her. „Sie, Sie wissen, was Sarissara tut?“
Margret nickte und Sari schnappte sich einen Keks. „Aber natürlich Jungchen. Ich weiß was sie getan hat. Aber ich weiß auch warum und ich weiß, das sie das Herz am rechten Fleck hat.“ beteuerte die alte Frau.
Nun mischte Sari sich ein. „Walter, Margret kennt mich, seit ich...“ Sie stockte kurz und sah zu Margret. „Geboren wurde. Sie war meine Nanny. Sie hat alles miterlebt und ist mir nie von der Seite gewichen. Ich verdanke ihr sehr viel.“
Margret lachte herzlich. „Vor allem Saubere Wäsche und ein gepflegtes Haus.“
Walter schien das alles zu überfordern.
„Ich muss mich bei Margret nicht verstellen. Nicht verstecken und nicht verbergen was ich tue oder wer ich bin. Sie hat mich akzeptiert. Mit all meinen Ecken und Kanten und all meinen Macken und Fehlern.“ Walter nickte. „Ich verstehe.“
„Und wenn du das jemandem sagst,“ begann Sari, als Margret sie unterbrach.
„Dann wird sie dich nicht umbringen, aber sie wird alles abstreiten. Wenn nötig sogar deine Existenz.“
„Margret.“ zischte Sari und stand auf.
„Willst du schon wieder gehen Kind?“
„Wir müssen. Wir wollten gerade Essen für das Team holen, als mein Auto von ganz allein her gefahren ist.“ Sari hob die Hände, als hätte sie nichts gegen den Willen des Autos tun können.
Margret lachte wieder und drückte Sari fest an sich. „Du weißt mein Kind, das Herz will, was das Herz will und deinem Herzen musst du folgen.“ „Ich weiß Nan.“ Sari schloss die Arme noch enger um die alte Dame und vergrub ihr Gesicht. „Pass auf dich auf Nan. Und lass niemanden rein, egal was er sagt. Er wird kommen und mich suchen. Aber du darfst nicht die Tür öffnen. Versprich mir das.“
Margret strich behutsam über den Rücken der jungen Frau. „Versprochen mein Kind. Ich lasse niemanden rein. Egal was er sagt.“
„Und das du mir ja nicht die Therapie vergisst. Und nimm deine Medikamente.“
„Versprochen.“ Walter verstand nicht, was gerade passierte, doch plötzlich, wurden die Stimmen der beiden Frauen brüchig und er sah, wie Margrets blaue Augen feucht wurden.
„Ich muss das tun.“ Saris Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
„Ich weiß mein Kind.“
„Ich hab dich, Nan.“
„Ich hab dich auch lieb, Rissa.“
Niemand hatte es gesagt, doch die Frauen wussten, das dies ein Abschied für immer sein würde. Sari versuchte alles um ihre Tränen zurück zu halten und auch Margret kämpfte mit den Tränen, als Sari Walters Hand nahm und ihn zum Ausgang zog.
„Wir gehen.“ Walter folgte perplex, doch wagte nicht, etwas zu sagen.
„Leb wohl Rissa.“ Und mit diesen Worten, schloss Margret die Tür.
„Leb wohl.“ hauchte Sarissara, ehe sie in den Wagen stieg und sich über die Augen wischte.
Erst nachdem sie etwas zu Essen besorgt hatten und wieder auf dem Weg in die Werkstatt waren, ergriff Walter wieder das Wort. „Was war das vorhin?“
„Ein Abschied.“ war die knappe Antwort.
„Der klang endgültig. Als würdet ihr euch nie wieder sehen.“ stellte er fest und hielt das Essen auf seinem Schoß fest, als Sari scharf in eine Kurve einbog.
„Das war es auch. Versprich mir, keinem der Anderen davon zu erzählen.“
Walter verstand es zwar nicht, doch er nickte und gab einen zustimmenden Laut von sich.
„Danke.“ Flüsterte sie und parkte das Auto vor der Werkstatt.
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