Obsessions

GeschichteDrama, Romanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
02.04.2019
28.09.2020
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Dieses Kapitel
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16.09.2020 1.958
 
Hey ihr Lieben :)

Sorry, ich weiß, ich bin ein wenig spät dran! Allerdings habe ich aktuell so viel zu tun, dass ich einfach zu nichts gekommen bin. Der Brand in Moria und viele neue Fernsehformate hatten mich bei der Arbeit so sehr im Griff, dass ich danach einfach nur noch tot ins Bett gefallen bin :D Ich hoffe, ihr verzeiht mir!

Ich danke euch für eure liebe Unterstützung und wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)

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Kapitel 39: I Follow Rivers

HELSINKI, 11. JUNI 2005


He a message, I'm the runner
He the rebel, I'm the daughter waiting for you
You're my river running high
Run deep, run wild


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„Wo bleiben die anderen eigentlich?“

Ginny blickte bereits zum wiederholten Male besorgt aus dem Fenster hinaus. Hermine folgte ihrem Blick, doch das Bild, das vor ihnen lag, hatte sich schon seit Stunden nicht geändert. Sie hatte keine Ahnung, wie lange Ginny und sie nun schon tatenlos in dem Wohnzimmer des Hauses, das sie vor ein paar Tagen in Helsinki angemietet hatten, saßen und darauf warteten, dass die anderen von ihren Rundgängen zurückkehrten.

Sie hatten beschlossen, dass nur ein Teil von ihnen immer in Helsinki unterwegs sein würden, um nach Draco zu suchen, und dass ein zwei immer im Haus bleiben mussten, um zum Beispiel die Nachrichten zu verfolgen. Heute hatte es Ginny und Hermine getroffen und Hermine spürte deutlich, dass Ginny diese Tatsache genauso wenig schmeckte wie ihr.

Sie hasste es einfach, hier sitzen zu müssen und auf die anderen zu warten. Lieber wäre sie mit den anderen draußen unterwegs und würde alles dafür tun, Draco so schnell wie möglich zu finden. Doch die Zweierteams für diesen Tag lauteten nun mal Harry und Ron und Dean und Luna. Neville konnte sich wegen des laufenden Schuljahres keinen Urlaub nehmen und Lavender hatte keine Vertretung für ihre Bäckerei gefunden. Außerdem hatte sie ihnen gesagt, dass es sowieso keine schlechte Idee wäre, jemanden in England zu haben, der die Augen offenhalten konnte.

Hermine musste unwillkürlich lächeln als sie an die entschlossenen Mienen ihrer Freunde dachte in dem Moment, in denen für sie klar gewesen war, dass sie nach Finnland reisen würden. Sie waren sich alle so sicher gewesen, dass sie ihn finden würden. Sie erinnerte sich noch genau, an dieses Gefühl in ihrer Brust, dieses Kribbeln, das Flattern ihres Herzens.

Doch ihr Hochgefühl hatte in den letzten Tagen immer wieder einen Stich ins Herz bekommen, sodass es sich mittlerweile beim besten Willen nicht mehr einstellen wollte. Hermine spürte deutlich, wie ihre Hoffnung am seidenen Faden hing und dass sie kurz davor war, ihn bereitwillig selbst zu zerschneiden.

Denn in den letzten Tage hatten sie nichts erreicht. Absolut gar nichts. Natürlich, Helsinki war eine große Stadt, aber sie war nicht London. Dazu war die Zauberergemeinschaft nicht gerade groß. Eigentlich sollte es nicht so schwer sein, Draco zu finden. Eigentlich. Doch in den letzten Tagen hatte sich herausgestellt, dass es doch nicht so leicht sein sollte. Draco schien wie vom Erdboden verschluckt.

Und Hermine musste auch zugeben, dass sie alle gar keine Ahnung hatten. Sie waren ohne großen Plan aufgebrochen, hatten sich von ihrer Euphorie treiben lassen, hatten geglaubt, dass sie das Rätsel schon gelöst hatten. Oh, wie falsch sie gelegen hatten.

„Ich weiß es nicht, aber ich denke nicht, dass ihre Verspätung bedeutet, dass sie etwas gefunden haben“, antwortete Hermine ehrlich und nahm mit nachdenklicher Miene einen Schluck von ihrem dampfenden Tee.

Es war nun mal die Wahrheit. Die letzten Tage hatten sie nichts gefunden, warum sollte es anders sein? Und wieder spürte sie es. Dieses Monster in ihrer Brust, dass sich mit jedem Tag weiter ausbreitete. Angst. Pure Angst, dass sie Draco verpasst hatten. Dass er weitergezogen war. Oder – noch schlimmer – dass er bemerkt hatte, dass sie nach Helsinki gereist waren und er das Weite gesucht hatte. Wäre das möglich? War er vielleicht auf der Flucht vor ihnen?

„Ach, Hermine, gib bitte die Hoffnung nicht auf, wir werden ihn finden“, antwortete Ginny mit fester Stimme und Hermine war ihr dankbar für ihre Worte. Auch wenn sie wusste, dass Ginny ähnliche Gedanken hegte, wie sie selbst. Hermine war ihr dankbar dafür, dass sie es nicht aussprach. Dass sie ihr beistand und wenigstens so tat, als würde sie noch fest daran glauben, ihn zu finden.

Dabei hatten sie schon so viel abgesucht. Sie hatten herausgefunden, wo er früher gewohnt hatte, waren bei seiner ehemaligen Arbeit gewesen. Sie hatten sogar vorsichtig nach ihm gefragt, auch wenn sie eigentlich keine Aufmerksamkeit auf sich hatten ziehen wollen.

Doch nichts. Sie hatten gar nichts.

Hermine spürte, wie sich wieder ein Kloß in ihrem Hals bildete, der ihr das Schlucken erschwerte. Ein drückender Schmerz breitete sich über ihre Stirn aus und ihre Sicht verschwamm. Verdammt, sie wollte nicht mehr weinen, dachte sie, als sie frustriert aufstand und ins Bad ging.

Dort ließ sie sich erschöpft auf dem Badewannenrand nieder, die Tränen liefen ihr mittlerweile geräuschlos über die Wangen. Sie machte sich nicht einmal die Mühe, sie wegzuwischen. Der Schmerz in ihrer Brust breitete sich nun über ihren ganzen Körper aus, schüttelte sie. Und da war dieses Ziehen, diese Sehnsucht nach ihm, das sich immer mit dem körperlichen Schmerz des Verlustes abwechselte.

Sie vermisste ihn. Sie vermisste ihn so sehr. Und sie konnte es sich selbst nicht erklären, warum sie sich so sehr nach ihm sehnte. Eigentlich müsste sie ihn hassen. Sie müsste ihn nie wiedersehen wollen, nachdem er sie erneut so verletzt hatte. Doch sie konnte nicht. Alles, woran sie denken konnte, war ihn endlich wieder in ihre Arme zu schließen und ihn zu fragen, warum er gegangen war.

Eine weitere Frage, ober die sie sich bereits den Kopf zerbrochen hatte. Warum war er gegangen? Warum nur? Hatte sie irgendetwas falsch gemacht? Oder hatte Draco sich wieder in seinen eigenen Gefühlen verstrickt? Hermine hatte oft an den Grund gedacht, aus dem er das letzte Mal gegangen war. Er hatte sich schuldig gefühlt, nicht gut genug, um bei ihnen zu bleiben. Hermine wusste, dass Draco immer noch daran zweifelte, ob er voll und ganz zur guten Seite gehört hatte. Sie wusste von seinen Gewissensbissen, von seinen Schuldgefühlen. Sie wusste, dass Draco auf der Suche war. Auf der Suche nach seiner Bestimmung. Und dann kam diese Prophezeiung. Sie musste ihm gezeigt haben, dass sie Zweifel immer Recht gehabt hatten. Dass er besser gehen sollte.

Aber warum hatte er es getan? Warum hatte er nicht mit ihr gesprochen? Und warum zum Teufel hatte sie es nicht bemerkt? Warum war sie so eingenommen von der Halle der Prophezeiungen gewesen, dass sie nicht bemerkt hatte, dass Draco etwas gefunden hatte? Wie hatte sie nur so blind sein können?

Das Gefühl der Schuld lastete schwer auf ihren Schulter, drückte sie tief hinab in den Strudel ihrer Gefühle, ihrer Vorwürfe und ihrem Schmerz. Verdammt, sie hatte alles falsch gemacht.

Wütend auf sich selbst sprang sie auf, griff nach dem Seifenspender und warf ihn mit voller Wucht gegen die Wand. Mit grimmiger Genugtuung sah sie zu, wie er zerschellte, den Boden des Badezimmers mit Scherben bedeckte.

Erschöpft von ihren Gedanken und ihrem plötzlichen Ausbruch sank sie wieder auf den Badewannenrand zusammen. Mit dem Handrücken wischte sie sich über die Wangen.

War es das nun? Würde sie langsam verrückt werden? War das ihr Leben? Aufgerissene Wunden, fest im Griff der Vergangenheit?

***
„Lass uns wieder zurück nach Hause, Harry, ich bin völlig fertig und kann mich nicht mehr konzentrieren“, sagte Ron erschöpft, als sie gerade in die nächste Straße einbogen.

Harry hörte deutlich die Müdigkeit in seiner Stimme und auch seine Augen brannten bereits vor Anstrengung. Doch er wollte beim besten Willen nicht anhalten. Er konnte nicht. Und wenn es ihn die ganze Nacht kosten würde. Um keinen Preis wollte er heute Abend erneut mit leeren Händen in das Haus, das sie gemietet hatten, kommen. Er wollte nicht wieder ihren enttäuschten Blick sehen, bemerken, wie sie kurz darauf in ihrem Zimmer verschwand, nicht wieder an ihrer Tür lehnen und ihren Tränen lauschen und dann trotzdem nicht zu ihr gehen, weil er sich selbst die Schuld gab.

Nein, sie mussten heute etwas finden. Und wenn es nur der kleinste Hinweis war. Sie hatten nicht mehr lange Zeit, da sie sich nicht unbegrenzt hatten Urlaub nehmen können. Entweder fanden sie in den nächsten zwei Tagen Draco selbst oder zumindest weitere Hinweise auf seinen Verbleib, oder sie mussten völlig enttäuscht zurück nach London kehren.

Der Gedanke an dieses Szenario tat Harry beinahe körperlich weh. Er konnte es nicht zulassen, dass dies passieren würde.

Und deshalb trieb er sich und Ron weiter an.

„Lass uns nur nochmal in die Straße mit den ganzen Pubs gehen“, schlug er vor und sah gerade noch, wie sein bester Freund die Augen verdrehte.

„Da waren wie heute doch schon zwei Mal“, murrte er daraufhin.

„Ja, aber da hatten die meisten Pubs noch geschlossen. Jetzt ist es später, da wird dann bestimmt mehr los sein. Wir können ja auch einfach ein paar Leute nach ihm fragen, wenn sie alle schon angetrunken sind, sind die Zungen ja lockerer“, beharrte der Schwarzhaarige auf seinem Standpunkt.

Irgendwie hatte er es im Gefühl, dass sie heute etwas Wichtiges finden würden. Und dieses Gefühl wollte er einfach nicht loslassen.

„Na gut, aber dann lasst uns dort irgendwo auch etwas essen, ich sterbe gleich vor Hunger.“

Stumm stimmte Harry ihm zu und so machten die beiden sich auf den Weg zurück in die Straße, die links und rechts gesäumt war von kleineren Pubs und Bars. Harry und Ron blickten sich dort einmal grob um und der Schwarzhaarige stellte zufrieden fest, dass es dort nun voller war und er Recht behalten hatte. Kurz darauf entschlossen sich die beiden jungen Magier, sich an einen der Tische, die draußen vor einem der Lokale standen, zu setzen.

Von dort aus hatten sie einen guten Überblick über die Straße. Sie bestellten ihr Essen und blickten aufmerksam die Straße hinauf und hinab, ohne sich dabei zu auffällig zu verhalten. Es hatte einen Vorteil, zur Sommerzeit in Finnland zu sein, denn auch wenn es bereits spät war, war es noch lange nicht völlig dunkel. Das bereitete ihnen eine gute Sicht auf die Dinge, die sich hier abspielten.

Nur waren dies nicht unbedingt aufschlussreiche Dinge.

Harry beobachtete die verschiedenen Muggel, die hier ein und aus gingen, offensichtlich Freunde trafen und mit jeder Stunde alkoholisierter wurden. Neben ihm brummte Ron erneut und Harry war sich sicher, dass er ihm gleich wieder vorschlagen würde, dass sie beiden nach Hause gehen sollten.

Doch bevor er etwas sagen konnte, ließ Harry noch einmal seinen Blick durch die Straße wandern. Neben den Gruppen von Freunden entdeckte er eine Person, die allein durch die Straße schritt. Der Mann – zumindest vermutete Harry es – trug einen Hoodie, die Kapute war über seinen Kopf gezogen. Harry beobachtete den Mann einen Moment lang – dann sah er aber wieder weg. Er schien ihm nicht gefährlich oder besonders auffällig.

„Ich glaub, du hast Recht, lass uns nach Hause gehen“, stimmte er Ron zu und die beiden erhoben sich, um zu bezahlen.

Plötzlich jagte eine der starken Böen, die für Helsinki nicht ungewöhnlich waren, schließlich lag die Stadt am Meer, durch die Straße. Harry sah es nur aus dem Augenwinkel und nahm es dennoch deutlich war: Dem Mann mit dem Hoodie, der gerade an ihnen vorbeigegangen war, wurde durch den Wind die Kapuze vom Kopf geweht.

Ohne sie erkannte Harry deutlich einen Schopf, den er unter Tausenden hätte ausmachen können.
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Bäääm. Na, wer könnte unter dem Hoodie stecken? Wer hat eine solch markante Haarfarbe, dass Harry ihn immer wieder erkennen würde? Wer weiß das schon, hihi :D

Ich freue mich sehr auf euer Feedback :) Heute werde ich es leider nicht schaffen, auf all eure Reviews zu antworten, das hole ich aber so schnell wie möglich nach!

Liebe Grüße
Koko
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