Eine neue Familie

von nicki19
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Derek Morgan Dr. Spencer Reid OC (Own Character)
02.04.2019
04.01.2020
3
6.411
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02.04.2019 2.263
 
Es war 8.30 morgens und Alli unterhielt sich jetzt schon 30 Minuten mit Chief Strauss. „Miss Jones, wie ich sehe haben sie einen Doktor in Verhaltenspsychologie und haben die Akademie mit Bestnote abgeschlossen und das bereits mit 24 Jahren. Auf Befehl meiner Vorgesetzten hin, habe ich sie herbeordert. Sie haben meine Vorgesetzten überzeugt und nun liegt es an mir, ihnen ihr neues Arbeitsumfeld zu zeigen, wenn sie dazu bereit sind.“ „Chief Strauss, es wäre mir eine Ehre in ihrer Abteilung zu arbeiten.“ „In Ordnung. Sie müssten noch einige Formulare ausfüllen, bevor ich sie ihrem neuen Team vorstellen werde.“ Sie überreichte ihr einen kleinen Stapel bestehend aus Formularen.

Währenddessen hatte sich der Großteil des Teams um einen der vielen Schreibtische versammelt und beobachtete das Geschehen von außen, welches in Hotch’s  Büro stattfand. „Wer ist sie?“, fragte Emily in die Runde. „Ich habe sie noch nie zuvor hier gesehen, aber es heißt sie sei erst 24 und wurde von Strauss‘  Vorgesetzten angefordert.“, kam es von Penelope. Derek lachte sie an: „Na meine Sonne, wie geht es dir heute?“  „Oh jetzt wo ich dich sehe schon viel besser als vorher.“ In diesem Moment trat Reid dazu. „Guten Morgen Leute! Was gibt es denn dort oben zu sehen?“ „Da steht jemand sehr junges in Hotch’s Büro und redet seit einer halben Stunde mit Strauss und Hotch. Obwohl ich denke, dass Hotch noch nicht ein Wort bis jetzt von sich gegeben hat. Außer natürlich eine Begrüßung.“, kam es von Garcia.

In diesem Moment öffnete sich die Tür und alle 3 Gesprächsteilnehmer traten auf den Gang. Alli bedankte sich bei Strauss und Hotch und wurde von ihnen die Treppe hinunter begleitet. Jetzt war auch Agent Rossi zu den anderen gestoßen, doch bevor er etwas fragen konnte, platzte es aus Reid heraus: „Ich kenne sie!“ „Was ehrlich?“, fragte Emily. Alle sahen ihn fragend an. „Ja. Sie ist eine alte Freundin von mir. Wir haben zusammen studiert. Sie ist extrem intelligent…“ „Und hatte ihren Doktor bevor du ihn hattest.“, wurde er lachend von der unbekannten blonden Frau unterbrochen. Strauss, Hotch und die blonde Frau standen vor dem Rest des Teams. „Hi Spence.“ sagte die blonde Frau und umarmte ihn. Als sie sich aus der Umarmung lösten sagte er überrascht: „Hi Alli. Es ist schon eine Weile her.“ Doch da mischte sich Chief Strauss bereits wieder ein. „Agent Jones, darf ich vorstellen. Das sind die Agents Morgan, Prentiss und Rossi, Dr. Reid, unsere technische Analystin Penelope Garcia und Agent Jareau, unsere Kommunikationskoordinatorin. Ihr neues Team.“ Alli schüttelte einem nach dem anderen die Hand. „Die Formulare werden überprüft. Sollte es Unstimmigkeiten geben, werde ich nochmal auf Sie zurückkommen. Ich wünsche ihnen allen noch einen schönen und angenehmen Tag.“ Mit diesen Worten nickte sie Agent Hotchner zu, drehte sich auf dem Absatz um und verließ das Team.

JJ’s Telefon klingelte. „Jareau?“ Sie entfernte sich einige Meter vom Rest des Teams. Ihre Miene verfinsterte sich und das hieß sichtlich, dass es da draußen jemanden gab, um den sich das Team kümmern musste. „Sieht nicht so aus, als hättest du Zeit um dich einzuleben Alli.“, sagte Spencer. „Ich hatte gerade ein Gespräch mit Chief Strauss. Selbst wenn, würde ich es jetzt vorziehen mich die nächsten Stunden in einer Bar aufzuhalten. Diese Frau hat eine so unglaublich nette Art an sich, dass man denkt, einem würde das eigene Blut in den Adern gefrieren, wenn sie einen nur ansieht.“  Rossi konnte sich ein leises Auflachen nicht verkneifen. „Und schon bist du uns direkt sympathisch geworden.“, sagte er. „Wieso? Sagt mir nicht, dass die Frau immer so ist.“ „Oh, naja ich würde sagen, heute hatte sie tatsächlich einen guten Tag.“, kam es von Morgan. Er gab dabei ein Lächeln von sich. Dieses Lächeln gab Alli ein Gefühl von Wärme und sie war etwas verwirrt über diesen neuen Gemütszustand. „Ja, ich glaube ich habe sie sogar fast Lächeln sehen.“, mischte sich jetzt auch Prentiss mit eine. Dieser Kommentar half Alli sich von Morgans Lächeln zu lösen.

„Mancos, Colorado. Es wurden in den letzten 14 Tagen 8 Leichen gefunden und immer paarweise. Den Rest gleich im Konferenzraum.“ Sie machten sich auf zum Konferenzraum, als eine bunt gekleidete Frau in Alli‘s Blickfeld erschien -- die technische Analystin. „Hey ich bin Penelope Garcia, willkommen im Team.“ Sie umarmte Alli schnell und verschwand dann in die Richtung, in welcher ihr Büro lag. „Sie scheint sehr freundlich zu fremden Menschen zu sein.“, sagte sie zu Morgan. „Ja sie ist ein kleiner Sonnenschein, aber sie umarmt normalerweise keine Fremden. Du scheinst sie also irgendwie zu faszinieren.“ Dabei lachte Morgan.

Im Konferenzraum angekommen präsentierte JJ ihnen die Opfer und die Vorgehensweise des Täters. „Die Opfer wurden paarweise gefunden. Sie lagen jedes Mal mit ineinander verschlungenen Händen nebeneinander und die Köpfe waren immer ihrem "Partner" zugewandt. Die Paare waren immer gleichgeschlechtlich, jedoch wurden sie nur in dieser Konstellation gefunden. Der Täter entführt immer erst zwei Paare, tötet dann erst die Männer und legt diese ab. Es wird vermutet, dass er erst danach die Frauen tötet und diese dann mit genau der gleichen Vorgehensweise an einem anderen Ort ablegt. Die Opfer werden vorher gefoltert und die Innereien von einigen lagen neben ihnen und wild herausgerissen auf dem Boden, während er die anderen damit verschont hat. Die Frauen werden immer erwürgt und die Männer durch zahlreiche Stiche erstochen." Emily verzerrte angewidert das Gesicht, während die anderen bereits über das Profil nachgrübelten. „Die gefundenen Paare sind also in Wahrheit gar keine Paare, sondern der Täter inszeniert es nur.“, sagte Rossi. „Damit lebt er seine sexuellen Fantasien aus, die ihm wahrscheinlich früher untersagt waren und er scheint einen Groll gegen heterosexuelle Paare zu hegen. Er entführt sie nacheinander und entzweit sie dann.“, gab Morgan dazu.
,,Vielleicht wurde der Täter in seiner Kindheit für seine Neigungen bestraft oder sah sich gezwungen sich den Frauen zuzuwenden. Das würde erklären, wieso er auch die Frauen entführt und tötet.", sagte Alli.
,,Ja vielleicht sieht er es als eine Art Befreiung für die Opfer an. Sie sollen aus ihrer "gezwungenen" Partnerschaft erlöst und mit dem "richtigen" Partner zusammengebracht werden. So wie der Täter es sich vermutlich damals für sich gewünscht hat." fügte Reid hinzu.
„Der Täter folgt also immer dem gleichen Muster und hat somit sein eigenes Ritual zum Töten. Ich denke wir sollten uns auf den Weg machen. Alles weitere besprechen wir im Flugzeug.“, kam es von Hotch. Damit war die Konferenz fürs erste beendet.

Eine halbe Stunde später saßen bereits alle im Flieger auf dem Weg nach Mancos, einer Kleinstadt in Colorado. Reid gesellte sich zu Alli, die alleine an einem Fenster saß und die Fallakte studierte. „Woher konntest du eigentlich wissen, dass du dir eine Notfalltasche packen musst?“ „Spence, ich bin nicht dumm. Ich weiß, dass ihr mehr Zeit in diesem Flieger verbringt als zu Hause. Ich habe mich informiert, bevor ich diese Stelle hier angenommen habe.“ „Anders kenne ich dich auch nicht. Wie geht es dir eigentlich? Wir haben uns lange nicht gesehen.“ Alli legte die Akte vor sich auf den Tisch. „Du hast es gehört nehme ich an?“ Jetzt fühlte sich Spencer sichtlich unwohl. „Ja ich habe es in der Zeitung gelesen.“ Alli hatte bemerkt, dass ihr Gespräch sowohl von Emily als auch von Derek heimlich belauscht wurde und senkte deshalb ihre Stimme. „Ja.“, seufzte sie, „Sie waren die einzigen, die mein Schweigegeld nicht komplett annehmen wollten.“ „Nicht komplett?“ „Ja sie haben die Story zwar gedruckt, jedoch haben sie auf die Einzelheiten verzichtet.“ „Ja richtig! In dem Bericht wurde weder die Todesursache genannt, noch wo und wann sie gestorben ist.“ „Diese Details sollten auch nicht in einer Zeitung stehen. Meine Mom war ein guter Mensch. Sie hatte so etwas nicht verdient. Es ist schon so lange her und trotzdem haben sie ihren Nutzen aus dem Leid anderer gezogen, um daraus Profit zu schlagen.“ ,,Alli, es tut mir wirkl -." ,,Spencer, ist gut. Ich hatte 5 Jahre Zeit, um das zu verarbeiten. Wir sollten uns auf den Fall konzentrieren und den Mann am weitermorden hinder."
„Wir landen gleich!“, rief JJ durch den Flieger.

Die anderen hatten während des Fluges durch Garcia alle Einzelheiten über die Opfer erfahren. So waren sie bestens vorbereitet, als sie in Mancos eintrafen. Sie richteten sich zuerst in der örtlichen Polizeidienststelle ein und wurden dann von Hotch in einzelne Teams aufgeteilt. „Prentiss, Reid, Rossi und ich werden uns mit den Familien der Opfer beschäftigen, um vielleicht noch weitere Zusammenhänge zu finden. Garcia, du suchst bitte alle Kreditkartenabrechnungen der letzten 3 Wochen raus und überprüfst jede einzelne Bewegung und jede Telefonverbindung der Opfer. Morgan und Jones, ihr werdet euch den letzten Tatort ansehen. Vielleicht hat der Täter etwas zurückgelassen oder etwas übersehen. Inspiziert den Ort so genau ihr könnt. Ach und Jones?“ Alli und Derek waren schon halb zur Tür hinaus, da drehte sie sich noch einmal um. „Hm?“ „Willkommen im Team.“ „Dankeschön“, sagte sie mit einem Lächeln.

Derek wollte sich als erster die Autoschlüssel schnappen, doch Alli war schneller. Also fuhr sie den schwarzen SUV. „Alli also hm?“, sprach Derek sie an. „Ist das eine Abkürzung?“ „Ja es steht für Alison.“ „Ein schöner Name.“ „Dankeschön.“  Es herrschte kurze Stille zwischen den beiden, doch dann setzte Alli wieder zu einem Gespräch an. „Ich denke nicht, dass wir am Tatort etwas finden werden.“ „Nein? Wieso bist du dir da so sicher?“ „Überleg Mal. Ein Mann der 4 Menschen innerhalb kürzester Zeit entführt, sie foltert und sie an einem nicht sehr abgelegenen Orten ablegt und sie auch noch in diese Position bringt, der riskiert es nicht dabei auch noch einen Fehler zu machen. Dieses positionieren deutet auf ein sehr ausgeprägtes und zwanghaftes Verhalten hin, dass wahrscheinlich mit psychotischen Schüben verbunden ist. Dieser Mann hat einigen Opfern ihren Bauch aufgeschlitzt und alles aus ihnen herausgeholt und andere Opfer hat er nicht einmal angerührt, abgesehen von den zahlreichen Messerstichen. Dieser psychotische Schub, der durch Stress ausgelöst wird, verhindert den perfekten Mord, den er bis ins Detail geplant hat. Die Entführungen, die Folter und das Positionieren. Doch jedes Mal ist er so großem Stress ausgesetzt, dass er die Beherrschung verliert und er seinen perfekten Mord sabotiert. So muss er also immer wieder von vorn anfangen und wird mit jedem Mal brutaler, weil er es jedes Mal für sich selbst versaut. Vermutlich wird er beim Anblick des "Pärchens“ so aggressiv, weil er das nie haben konnte und zerstört im letzten Moment alles, was er so mühevoll hergerichtet hat. Es könnte aber auch sein, dass ihn die Frauen daran erinnern, zu was er gezwungen wurde bzw. zu was er sich immer noch gezwungen sieht. Er gibt in einem wahnsinnigen Moment den Frauen die Schuld und lässt seiner Wut auf sie freien Lauf."

Sie waren mittlerweile am Tatort angelangt und Alli hielt den Wagen an. Sie band ihre langen blonden Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. Derek sah sie einfach nur ungläubig an. „Was?“, fragte Alli verwundert. „Du bist seit 2 h in diesem Team und hast gerade ein psychologisches Gutachten eines Mörders erstellt, dessen “Arbeit“ du dir im Flieger 30 Minuten angesehen hast. Wer zu Hölle bist du?“ Alli lachte. „Ich habe zusammen mit Reid studiert. Vielleicht erklärt das ein wenig dieses Schräge an mir.“ Immer noch lachend schwang sie die Fahrertür auf und stieg aus dem Auto. Die Sonne schien ihr grell ins Gesicht, weshalb sie sich schnell ihre Sonnenbrille aufsetzte.
Sie und Morgan wurden direkt von einem der Polizisten empfangen, die noch am Tatort herumwuselten.

„Sie müssen vom FBI sein.“, begrüßte er die beiden. „Ich bin Agent Morgan und das ist Agent Jones.“ Er schüttelte beiden die Hände, während er sich selbst vorstellte: „Chief Decker. Ich würde ja gerne sagen, dass ich erfreut bin, sie kennenzulernen, jedoch sind die Umstände unter denen wir uns hier begegnen alles andere als erfreulich.“ Er führte sie an den abgesperrten Tatort und unter dem Absperrband hindurch. „Wir haben die Leichen noch nicht abholen lassen. Ihre Kollegin Agent Jareau sagte, dass sie nicht lange brauchen würden, deshalb haben wir für sie alles so gelassen, wie wir sie heute Morgen aufgefunden haben. Alli zog sich sofort ihre Handschuhe an und hockte sich neben eine der Leichen. „Er hat ein Messer benutzt. Wahrscheinlich ein großes Küchenmesser. Der Schnitt ist nicht chirurgisch, aber er musste nicht sehr viel Kraft aufwenden. Das Messer scheint also extrem scharf gewesen zu sein.“ Morgan beugte sich über die 2. Leiche. „Die beiden Frauen wurden erwürgt und weisen soweit auch Verteidigungswunden auf. Sie haben sich gewehrt.“, stellte er fest.„Morgan!!!“, rief Alli angespannt, „Es fehlen Leber und Milz. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass bei den vorherigen Opfern Organe entnommen wurden. Ein weiteres Indiz dafür, dass er mit jedem Mal brutaler und skrupelloser wird. Jetzt ist nur die Frage, ob er die Organe als Trophäen behält oder ob er sie isst. Beides ist sehr widerlich.“ Alli stand auf. „Chief Decker? Sie können jetzt den Leichentransport anfordern. Ich denke wir haben soweit alles gesehen, was uns weiterhilft. Diese Menschen sollten nicht weiterhin hier so liegen.“ Er nickte ihr zu, während sie ihre Handschuhe abstreifte und zum Wagen ging, dicht gefolgt von Morgan. Im Wagen atmete sie noch einmal entspannt ein und aus und startete dann den Motor. „Hast du schon mal eine Leiche gesehen?“, fragte Morgan. „Ja habe ich, aber nur in einer Leichenhalle und schon gar nicht so, bis auf …, ist eigentlich auch nicht wichtig.“ Derek beobachtete sie eine Weile, während sie fuhr. Er wollte nicht weiter nachfragen, denn in ihren Augen konnte er Schmerz und Verlust erkennen. Da wollte er es nicht noch schlimmer machen.