The Darkness within

von sydenia19
GeschichteDrama, Romanze / P16
Emmett McCarty Cullen Jasper Whitlock Hale OC (Own Character) Rosalie Hale
02.04.2019
03.05.2019
16
29934
3
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14 Reviews
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Hey,
nach langer Zeit habe ich mich wieder ans Geschichten schreiben begeben.  Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir Feedback und Reviews geben könntet, wie es euch gefällt und ob ich irgendwas ändern beziehungsweise verbessern sollte. Ich habe so viele Ideen im Kopf und diese Geschichte ist  definitiv nichts für schwache Nerven :)
Viel Spaß!

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Texas, Houston, Juli 1861
~Jasper's Sicht~

Nervös sattelte ich mein Pferd. Wir musste bald aufbrechen, ansonsten wären wir morgen erst nach Sonnenuntergang im Lager. Und uns blieb keine Zeit. Der Bürgerkrieg  war in vollem Gange. Ich hatte den Befehl in meine Heimatstadt zurückzukehren, um mehr junge Männer zum Kriegsdienst zu rekrutieren. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass dieser Krieg ein solches Ausmaß erreichte. Soldaten waren nur  Kanonenfutter und wir hatten zu wenige. Die Gruppe junger Männer, die nun ihre Familien verlassen mussten, um im grausamen Krieg für ihr Land zu kämpfen, waren bereits dabei ihre Pferde zu satteln. Ich sah ihre angespannten Gesichtszüge und hatte ehrliches Mitleid. In meinen Augen waren einige noch Kinder, manche gerade erst 14 geworden. Der Befehl, auch die Jüngeren zum Kriegsdienst zu rekrutieren war beinahe unmenschlich, und dennoch musste ich gehorchen. Ich war der jüngste Major, den es je gab, da ich mich dank meiner Größe für 20 Jahre ausgeben konnte.
Es war ein leichtes gewesen, es in die höheren Ränge der Armee zu schaffen, da ich ein feines Gespür für andere Menschen und deren Gefühle hatte, und wusste, wie man sie beeindruckte und "manipulierte". Jedenfalls waren in den höheren Rängen die Chancen des Überlebens deutlich größer...
Ich merkte wie sehr ich in meine Gedanken versunken war und blickte abrupt auf, da ich eine Änderung um mich rum spürte. Nein, mit den jungen Soldaten war alles so weit in Ordnung. Sie warteten darauf, den Befehl zum Aufbruch zu erhalten.
Dann hörte ich eine von Verzweiflung geprägte Stimme: "Brandon! Brandon! Was machst du da?" Ich drehte mich verwirrt um, und bereitete mich darauf vor, ein weiteres Mal die derzeitige Kriegslage und unseren Mangel an Soldaten zu erklären.
Und dann sah ich sie. Sie eilte auf uns zu. Ihre langen dunklen Haare wurden vom Wind in alle Richtungen geweht. Sie trug ein langes, weißes Kleid, so in der Art wie es hier üblich war und so wie es sich für eine Southern Lady gehörte. Jedoch war ihr Kleid verdreckt, die Haare zerzaust und sie trug Cowboy-Stiefel. Sie war offensichtlich den ganzen Weg durch die vom Regen aufgeweichte Ebene gelaufen. Sie rannte nun schon und als sie näher kam, erkannte ich, dass ihr Tränen über die Wangen liefen. Ich betrachtete sie und bemerkte ihr außergewöhnlich schönes Gesicht. Um genau zu sein das schönste, welches ich jemals erblickt hatte. Ihre Gesichtszüge waren hart und weich zugleich. Sie hatte riesige, braune Augen, hohe Wangenknochen und volle Lippen. Ihr herzförmiges Gesicht wurde von langen, dunklen Haaren umrahmt, welche einen starken Kontrast zu ihrem blassen Teint bildeten. Ihre schönen Gesichtszüge waren vor Schmerz und Verzweiflung verzogen. "Brandon! BRANDON!", rief sie immer wieder. Ich konnte nicht klar denken. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Ich konnte einfach nur da stehen und sie ansehen. Glücklicherweise erinnerte ich mich an meine Pflicht als Offizier und löste meinen Blick von ihr. Ich löste mich aus meiner Starre und sah zu der Gruppe junger Soldaten hinüber. Einen kleinen, schwächlich und sehr jung wirkenden identifizierte ich als Brandon, da er die heran eilende junge Lady sehr verzweifelt betrachtete, und sie bei ihrem Namen, Savannah, rief. Der Junge sah der Lady sehr ähnlich und hatte die gleichen markanten Gesichtszüge, was mich darauf schließen ließ, dass es sich um Geschwister handelte.
Die Lady war nun bei dem jungen Soldaten angekommen, welcher bereits von seinem Pferd gestiegen war und die beiden fielen sich in die Arme. "Brandon... Was machst du hier? Warum....?", schluchzte die Frau. Ich unterbrach sie: "Es tut mir leid, Ma'am. Ich habe den Befehl bekommen mehr Soldaten zu rekrutieren.  Niemand hätte gedacht, dass der Krieg ein solches Ausmaß annimmt.", sagte ich ruhig, während ich mich den beiden Geschwistern langsam näherte, ganz darauf bedacht keine weitere Hektik zu erzeugen. "Aber er ist doch noch viel zu jung! Nicht einmal 15 Jahre alt! Er ist noch ein Kind!", die Frau schrie nun und sah mich direkt an. Wut brannte in ihren Augen und ihr Kiefer war angespannt. Ich war ihr nun so nahe, dass ich leise, ohne dass es einer der anderen Soldaten hörte, sagen konnte: "Ich weiß, es ist unmenschlich. Aber wenn ich den Befehl verweigere, so wird jemand anderes kommen und die Jungen rekrutieren." Ich meinte es ernst und man hörte deutlich Bedauern in meiner Stimme. Sie nickte langsam und sah mir direkt in die Augen. Ich stockte einen Moment und hätte ihr am liebsten eine halbe Ewigkeit in die Augen geschaut. Ich nickte ihr noch aufmunternd zu und lächelte höflich. Dann drehte ich mich um und ging auf mein Pferd zu, was etwas weiter abseits von der Gruppe junger Männer stand. Ich ließ mir etwas Zeit, auch wenn uns eigentlich keine blieb, tat so als würde ich die Gurte des Sattels überprüfen, damit der jungen Lady genug Zeit zum Verabschieden blieb und hing meinen Gedanken an den furchtbaren Krieg etwas nach. Am Anfang war ich wirklich stolz gewesen, meinem Land zu dienen, aber mittlerweile sah ich, wie das Elend der Bevölkerung immer größer wurde. Ich hoffte inständig, dass dieser Krieg schnell ein Ende nahm, und ich konnte wenigstens an einem schnellen Ende mitwirken. Wir mussten aufbrechen. Ich hatte mir schon genug Zeit gelassen und drehte mich um, um den Befehl zum Aufbruch zu geben. Da sah ich Savannah. Sie stand direkt hinter mir und sah mich mit einem Blick an, den ich nicht gänzlich zuordnen konnte. Die Traurigkeit darin erkannte ich, aber da war noch etwas anderes... Sie kam mir plötzlich so nahe, bis ihr Gesicht beinahe direkt vor meinem war. Nah genug, um mich komplett aus der Fassung zu bringen und mir den Atem zu rauben...
"Bitte bringen sie mir meinen kleinen Bruder Brandon heil nach Hause, Major. Passen sie besonders gut auf ihn auf. Wie ist ihr Name?", sagte sie leise. "Major Jasper Whithlock Ma'am.", erwiderte ich. "Ok, Major Whithlock. Mein Name ist Savannah Martinez. Merken sie sich den Namen gut. Versprechen sie mir, dass sie mir meinen kleinen Bruder gesund nach Hause bringen?", antwortete sie, während ihre Stimme brach. Ich überlegte eine Sekunde. "Ich versprechen ihnen, Lady Savannah, das ich alles tun werde, um ihn heil nach Hause zu bringen und ein besonderes Auge auf ihn haben werde.",sagte ich ruhig. Mehr konnte ich nicht versprechen. Wir sahen uns kurz an. Komisch, dass ich, wenn ich in ihre Augen blickte, das Gefühl hatte sie schon ewig zu kennen...
"Versprechen sie mir, Sir, dass sie auch auf sich gut aufpassen und wieder zurückkommen?" Sie schlug die Augen nieder und senkte den Kopf. Ich legte eine Hand an ihr Kinn und hob ihren Kopf an, so dass sie mich ansehen musste. "Ich verspreche, dass ich mein Bestes gebe. Ich verspreche, dass ich alles tue, um das Überleben von Brandon und mir zu sichern."
"Vielen Dank."
Ich nahm ihre Hand und küsste sie. "Savannah, passen sie auch gut auf sich auf. Das müssen sie mir auch versprechen." Sie nickte, " Ich verspreche es." Eine Träne rann ihre Wange hinunter, welche ich zart wegstrich. Dann wandte ich mich meinem Pferd zu, es blieb keine Zeit. Wir mussten los, sonst würde es zu spät werden. Ich setzte mich schnell und geschickt auf mein Pferd und gab den Befehl zum Aufbruch. Beim Abreiten drehte ich mich noch einmal um, nur um mir ihr Aussehen ganz genau einzuprägen, ihr Gesicht, ihre schmale Silhouette... Nur für den Fall, dass ich sie nie wieder sah. Im weiteren Verlauf des Krieges gab es keinen Tag, an dem ich nicht an sie dachte.
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