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Teufelskreis

OneshotAngst, Familie / P12 Slash
Alex Standall Jessica Davis Justin Foley Zach Dempsey
01.04.2019
01.04.2019
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Er rannte sofort in eine Kabine. Er konnte das nicht. Er musste sich unbedingt was spritzen, um etwas lockerer zu werden. Denn momentan kam zu viel Druck. Er würde Vater werden. Seine Freundin liegt gerade in den Wehen und er erträgt es nicht dabei nicht zusehen. Er liebt Jessica über alles, aber er kann sie nicht leiden sehen. Dann kommt da noch hinzu, dass er sich nicht bereit fühlt, um sich um ein Kind zu kümmern. Finanziell wäre es kein Problem. Nach dem Ende der Highschool hat er angefangen professionell Basketball zu spielen. Jessica arbeitet als Sozialarbeiterin im Frauenhaus und kümmert sich um vergewaltigte Frauen. Beide verdienen echt gut. Das was Justin Sorgen bereitet ist der Gedanke, dass Menschen von ihm abhängig sein werden. Vor 5 Jahren hat er noch obdachlos auf der Straße gelebt und davor war er ein unreifer Teenager. Auch wenn er sich gut entwickelt hat, wie Jess und Zach ihm immer einreden wollen, kann er sich immer noch nicht zutrauen für ein Kind verantwortlich zu sein. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ist es nicht nur ein Kind sondern gleich zwei. Zwillinge. Jessica hat er seine Bedenken natürlich nicht gesagt. Wie sehr er Angst davor hat Vater zu werden. Er hat sich mit ihr gefreut und direkt, das was sie noch an Freunden und bekannten haben, angerufen. Mit Bryce und dem Rest des Teams hat er sich ewig nicht mehr verstanden, bis auf Zach. Clay, der für ihn ein Bruder wurde, wurde leider verhaftet, weil Tylers Waffe in seinen Händen war. Tyler und Tony wurden auch geschnappt und festgenommen. Alle drei wegen Verwicklung in geplante Schießerei verurteilt. Seit fünf Jahren sitzen sie nun ein. Den Jensens machte es besonders viel zu schaffen. Justin versuchte so gut es geht für sie da zu sein, aber er konnte ihren Sohn nunmal nicht ersetzen. Dennoch freuten sie sich von gamzem Herzen für ihren Adoptivsohn, der bald Vater werden würde.

Wegen ihnen hatte er das Heroin versucht aufzugeben. Es war am Anfang schwer aber in den letzten fümf Jahren griff er kaum mehr dazu. Erst seit neun Monaten fing er wieder an, um den Stress des Vaterwerdens zu verarbeiten. Da der eine Fuß von den Spritzen schon vollkommen verwundet war nahm er den anderen aus dem Schuh und wollte sich die Spritze geben. Plötzlich klopfte es wild an seiner Tür. Er zuckte zusammen.
"Justin, du Arsch komm raus" hörte er Zach rufen.
"Wie hast du mich erkannt?" fragte Justin von der Kabine aus.
"Wer nimmt denn bitte einen Fuß beim pissen hoch?" deutete Zach auf Justins Schuh und Socke, die man unter der Kabinentür noch sehen konnte.
"Fick dich" murrte Justin während er seine Fußbekleidung wieder anzog und die Tür aufmachte.
Zach nickte ihm zu und machte sich daran seine Hände zu waschen. Nebenbei sah er Justin im Badezimmerspiegel und fragte "wieso bist du nicht bei Jess?"
"Ich hab etwas Linderung gebraucht" zuckte Justin mit den Schultern.
"Du weißt doch, dass Heroin keine Lösung ist! Sei ein Mann und geh zu deiner Frau zurück" schimpfte der Asiate.
"Du hast dich doch auch aus dem Staub gemacht" verteidigte sich Justin.
"Ja weil ich meine Hände von Alex' Salbe waschen muss" erklärte Zach.
"Man du bist so ne Schwuchtel" witzelte Justin.
Bei jedem anderem Menschen wäre Zach ausgetickt. Aber nicht bei seinem langjährigem Kumpel Justin. Er wusste genau, dass Justin es nicht ernst meint. Er wünscht Zach nur das beste bei seiner Beziehung mit Alex. Alex hatte es endlich auch verdient glücklich zu sein. Als Jessica und Justin ihm damals in der Highschool standen, dass sie ihn betrogen haben, war er sehr traurig und wollte erstmal keinen von beiden sehen. Er ließ nur noch zu, dass Zach mit ihm sprechen darf und sonst schaltete er ab. Der symphatische Asiate vermittelte dann zwischen Justin, Jessica und dem enttäuschtem Alex. Er sagte, sie dürften sich nicht spalten und müssen zusammen halten, gerade wegen den Dingen, die passiert sind und denen, die auf sie zukommen konnten. So passierte es, dass die vier die besten Freunde wurden. Denn alle verstanden, dass Freundschaft wichtig ist. Der Verlust von Clay machte dies besonders deutlich. Zach und Alex, die sich seit Alex' Selbstmordversuch schon sehr nah waren, kamen sich immer näher als Zach sich um Alex' Gefühle kümmerte. So passierte es, dass die beiden sich ineinander verliebten. Seitdem kümmerte sich Zach bestens um Alex. Dieser war auch auf dem bestem Weg der Genesung. Er brauchte die Krücke nur bei langen Strecken und musste eine spezielle Salbe zur Muskelstärkung einnehmen, die Zach ihm liebend gerne einmassierte. Die beiden wohnen sogar zusammen. Zach hat sich seinen Wunsch erfüllt und studiert Meeresbiologie und Alex finanziert mit, indem er wieder mit Musik angefangen hat.

"Du schaffst das! Ich glaub an dich" flüsterte Zach Justin zu, während sie den Flur zu Jessicas Zimmer entlang gingen. Beruhigend legte er ihm seine kräftige Hand auf die Schulter.
Justin fühlte sich überhaupt nicht wohl. Es war so, als würde mit jedem Schritt sein Herz aussetzen. Er rückte immer weiter vor, obwohl in seinem Kopf alles schrieh er solle umkehren. Der Schweiß floss ihm von der Stirn über das Gesicht entlang während er hörbar schluckte. Da war die Tür. Justins Hand zitterte bei dem Gedanken, sie zu öffnen.
Zach wollte ihm einpaar beruhigende Worte zuschieben, als die Tür aufgerissen wurde.
"Mehr Zeit konntet ihr euch nicht lassen?!" polterte Alex. Seine Stimme klang aufgebracht, aber sein Gesichtsausdruck war voller Freude. Mit einer Kopfbewegung deutete er ihnen, dass sie reinkommen sollten.
Langsam ging Justin zu dem Bett. Ein Schritt nach dem anderem. Er konnte schon Jessica sehen, die zugedeckt und kraftlos da lag. Ihr dünner Arm war um zwei kleine eingewickelte Körper gedeckt.
"Justin" keuchte sie erleichtert und lächelte ihn an.
"Oh Jess" wimmerte er. Er konnte es kaum fassen. Seine geliebte Freundin hatte ihm Zwillinge geboren. Er war so in einem Gefühlschaos, dass er nicht wusste was zu tun ist. Er war sowohl glücklich als auch erschrocken. Langsam fasste er sich wieder und griff nach ihrer Hand. Sie umschloss seine. Er näherte sein Gesicht an ihres und wollte zu einem Kuss ansetzen, als sie den Kopf schüttelte.
"Ich bin gerade vollkommen kaputt" entschuldigte sich Jessica. "Sieh dir die Zwillinge an" schlug sie aufmunternd vor.
Weil sie noch vollkommen ausgeleihert war, konnte sie ihm seine Kinder nicht reichen. Justin war immer noch wie erstart. Er blickte zu ihnen herab. Sie waren so klein und zart. Ein Lächeln huschte auf seine Lippen.
Da keiner der beiden sich rührte, kamen Alex und Zach ins Spiel. Sie nahmen jeweils jeder ein Kind und drückten es Justin in die Arme. Da waren sie nun. Seine Kinder. Sie hatten ihre Augen geschlossen und waren ganz gerötet. So schwach. Sie brauchten einen Beschützer. Ausgerechnet er durfte es sein. Er drückte sie fest an sich. Für diesen Moment gab es nur ihn und seine Kinder. Tränen flossen über seine Wangen, während er versuchte ihrem schwachem Atem zu horchen. "Danke Jess" schluchzte er in ihre Richtung, während sie seinen Arm streichelte. Sie hatten gemeinsam eine Familie gegründet.

"Ich bräuchte die Namen" flüsterte eine Hebamme mit Klemmbrett im Hintergrund.
Da die frischgebackenen Eltern voller Endorphinen waren und nicht antworten konnten, flüsterte Zach ihr die Namen zu.
"Jeff und Hannah Fowley"
Diese Namen hatten die beiden an Gedenken an ihre verstorbenen Freunde ausgesucht. Vorallem Clay freute es beosnders als er die Namen erfahren hat. Justin hatte ihm bei einem Besuch im Gefängnis von ihren Namensideen erzählt, daraufhin war sein Adoptivbruder in Tränen ausgebrochen. Sowohl Hannah als auch Jeff bedeuteten dem jungem Häftling so viel. Beide wurden viel zu früh aus seinem Leben gerissen. Justin wünschte sich momentan nur, dass Clay hier wäre, um das Familienbild zu vervollständigen. Er war so ein guter Mensch. Immer hilfsbereit, liebenswert, ein Nerd aber dennoch mutig und verdammt zielstrebig. Er liebte seinen Adoptivbruder. Er hätte auch gerne seine Adoptiveltern hier. Sie hatten ihn in den letzten fümf Jahren stets unterschützt. Leider konnten sie heute nicht im Krankenhaus sein. Sie haben ausgerechnet heute mit Clay, den Sozialarbeitern und Polizisten ein Gespräch über Clays weiteren Aufenthalt. Matt und Lainie hatten überlegt, ob wenigstens einer zum Termin geht und der andere Elternteil mit Justin und Jessica ins Krankenhaus. Aber Justin bestand darauf, dass sie beide zu Clay gingen. Er war immerhin ihr echter Sohn und hat deutlich mehr Anrecht auf die Unterstützung seiner Eltern. Er ist zu unrecht im Gefängnis, verdammt! Er braucht jede Hilfe, die er kriegen kann. Das wollte Justin ihm nicht nehmen.
Während Justin an der Bettkante an Jessica und seinen Babys gekuschelt war, dachte er über seine Familie nach. Die Jensens hatten ihm mehr Geborgenheit geboten als die ganzen ersten 17 Jahre seines Lebens.
Plötzlich wurde ihm eine Sache ruckartig bewusst. Seine Mutter hatte ihn immer vernachlässigt. Sie war ein verdammter feiger Junkie. Ihre Drogen machten sie impotent und hielten sie davon ab, sich richtig um ihren Sohn zu kümmern. Sie ließ alle möglichen Partner ins Haus die Justin misshandelten und verprügelten. Alles wegen ihrer Drogensucht. Das schlimmste daran waren nicht nur die Erinenrungen. Das Schlimmste ist, dass er gerade genau den gleichen Weg seiner Mutter geht. Er ist doch auch ein scheiß Junkie. Er spritzt sich seit mehr als einem Jahr diese Scheiße. Panisch schaute er zu den Kindern in seinen Armen. Würde er sie auch vernachlässigen? Würden sie ihm egal sein? Werden sie auch das verkorkste Leben kriegen, das er gelebt hat? Was ist, wenn er sie nicht so sehr lieben wird, wie sie es verdienen? Wird er ihnen alles geben können, was sie brauchen? Er will nicht, dass seine Kinder so leben müssen wie er. Dass sie beschissene Freunde kriegen, auf der Straße leben und Drogen nehmen.
Sie waren doch noch so gebrechlich und unschuldig. Er wollte nicht, dass sie verletzt werden. Aber in seinem Kopf breitete sich gerade überall der Gedanke aus, dass sie mit ihm als Vater verletzt werden. Wenn er die gleichen Fehler seiner Mutter machte, dann war es mit ihrem Leben vorbei. Dabei hatte es gerade begonnen. Er ist einfach der Falsche um Kinder groß zuziehen. Wieso müssen diese unschuldigen Kinder leiden, weil er zu unfähig ist dafür zu sorgen, dass sie glücklich werden?

"Justin? Ist alles okay?" fragt Jessica vorsichtig nach. Er muss wohl geweint haben. Seine Augen füllen sich erneut mit Tränen und er bringt keinen Laut raus. Er schüttelt nur leise den Kopf.
Jessica lehnt ihren Kopf an seinen.
"Was ist los?" fragt sie vorsichtig.
"Jeff und Hannah sind wundervoll. Sie haben so einen Vater wie mich nicht verdient" schluchzt Justin.
"Sag das nicht. Du bist großartig" flüstert Jessica ihm zu.
"Jessica! Ich habe wieder angefangen Heroin zu nehmen. Es tut mir so leid" platzt es nun aus ihm heraus, während sein Weinen lauter wird.
Seine Freundin schaut ihn überrascht an, aber dann fasst sie sich wieder und meint " Du kannst trotzdem ein toller Vater sein. Justin, sie werden dich lieben"
"Nein, meine Mutter war auch ein Junkie und sie war nicht für mich da. Jessica, ich will nicht das es sich wiederholt! Sie haben jemand besseren verdient!" spricht er mit brüchiger Stimme. Die Tränen vermehren sich.
Jessica deutet mit einer Kopfbewegung auf ihre Kinder in Richtung der beiden verliebten Männer. Zach und Alex reagieren sofort und nehmen Jeff und Hannah an sich, damit Jessica Justin umarmen kann. Sie hält ihn so fest es geht und streichelt ihm über den Rücken. Sein Weinen wird lauter. Sie wartet bis er sich beruhigt, dann wischt sie ihm die Tränen weg und schaut ihm tief in die Augen.
"Justin, ich liebe dich. Ich kann mir keinen besseren Mann als Vater meiner Kinder vorstellen. Dass du rückfällig bist, gefällt mir natürlich nicht, aber das kriegen wir hin. Du glaubst nicht, wie sehr Selbsthilfegruppen helfen. Wir sollten uns auch einen Psychologen suchen. Aber du wirst ein toller Vater. Du hast Angst, deine Kinder hängen zu lassen. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Glaub mir, wenn du dich die ganze Zeit um sie kümmerst wirst du keine Zeit mehr für Heroin haben" sprach Jessica selbstbewusst.
"Und wenn du mal eine Pause vom Windeln wechseln brauchst, dann nehmen wir dich in Gewahrsam" trat Zach zu ihm.
"Wir werden schon aufpassen, dass du dir keinen Scheiß spritzst" versprach Alex, der auch zu ihnen kam.
"Danke, Leute" murmelte Justin, während Zach ihm Hannah und Alex Jessica Jeff gab. Gemeinsam würden sie das schaffen. Er war so dankbar, dass sie für ihn da waren. Dennoch ließ ihn nicht der Gedanke los, wo seine Mutter gerade ist. Ob sie sich über ihre Enkel freut? Freut sie sich, dass er nicht ihren Weg einschlagen wird?
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