Stroke of Luck

von Liany
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Kim Seokjin Suga V
01.04.2019
18.11.2019
34
50366
10
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Kapitel 1
Crush on you


Völlig in Gedanken versunken, lief ich langsam durch die langen lichtdurchfluteten Gänge und freute mich darauf, die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren. Meinen Blick auf meine Schuhe gesenkt, schlängelte ich mich an den anderen Studenten vorbei und achtete darauf, niemanden versehentlich zu berühren. Ich wollte keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen und zog es vor, ein unscheinbares Leben zu führen.
Es fiel mir schwer, Vertrauen zu Anderen aufzubauen und aus diesem Grund, nannte ich auch nur eine Person in meinem Leben, meinen Freund.
Jungkook war der Einzige, der mich wirklich verstand und immer ein offenes Ohr für mich hatte.
Er wusste, dass ich schüchtern war und drängte mich nie etwas zu tun, was ich mir nicht zutraute. Nur bei ihm, konnte ich so sein wie ich wollte und musste mich nicht verstellen.

Mittlerweile hatte ich das große Gebäude verlassen und sog die angenehme frische Luft ein, die schon ein wenig nach Frühling roch. Gut gelaunt, trat ich einen weiteren Schritt nach vorne und stolperte erschrocken zurück, als es mehrmals laut hupte.
Mit vor Schreck geweiteten Augen, starrte ich das Auto an, welches mit quietschenden Reifen an mir vorbeifuhr und mich fast überfahren hätte.
Meine Hand auf meine Brust gelegt, versuchte ich mein rasendes Herz zu beruhigen und schüttelte den Kopf. Wegen meiner Unachtsamkeit, wäre ich einfach gedankenlos auf die Straße getreten.

Beunruhigt, ließ ich meinen Blick schweifen und stellte erleichtert fest, dass sich niemand für mich oder den kleinen Zwischenfall interessierte.
Aufmerksamer als vorher, überquerte ich schließlich die Straße und machte mich auf den Weg nach Hause. Ich beeilte mich nicht besonders, als ich durch den kurzen Park lief, denn es wartete niemand auf mich. Meine Eltern bezahlten meine Wohnung, damit ich mich auf mein Studium konzentrieren konnte, aber sie arbeiteten viel und kamen mich eher selten besuchen.
Ich nahm es ihnen nicht übel und freute mich, dass ihre Firma so erfolgreich war.

Für einen Moment, blieb ich auf dem schmalen Kiesweg stehen und reckte mein Gesicht, der Sonne entgegen. Der Wind war noch ein wenig kühl und hinterließ eine Gänsehaut, als er über meinen Nacken strich. Trotzdem freute ich mich, dass der Frühling sich langsam ankündigte und damit auch den letzten Rest, des unangenehmen Winters verdrängte.
Zarte Blumenköpfe lugten zwischen dem Gras hervor und an einigen Bäumen, konnte man bereits die grünen Knospen der Blätter erkennen. Endlich war die Zeit vorbei, wo ich mich beinah jeden Tag, durch meterhohen Schnee gekämpft hatte oder auf verstecktem Eis ausgerutscht war.
Ich hatte nichts gegen den glitzernden weißen Schnee oder die Minusgrade, aber viel lieber trug ich leichte und lockere Kleidung. Dann fühlte ich mich nicht so eingeengt, sowie in vielen anderen Teilen, meines Lebens.

Seufzend, schob ich meine Hände in die Ärmel meiner Jacke und schlenderte langsam weiter. Jungkook hatte heute leider keine Zeit, um sich mit mir zu treffen und somit würde ich den Abend alleine verbringen müssen. Es kam ziemlich selten vor und jedes Mal, sah ich ein paar Folgen meiner Lieblingsserie oder lag nachdenklich in meinem Bett.
Ein weiteres Mal an diesem Tag, achtete ich nicht wirklich auf meine Umgebung und erschrak, als ich unsanft zur Seite gestoßen wurde.
Ich stolperte ein wenig und schlug hart mit den Knien und den Händen, auf dem steinigen Untergrund auf. Nur am Rande bekam ich mit, wie sich jemand mehrmals entschuldigte und ich realisierte nur langsam, was passiert war.
„Es tut mir so Leid“, murmelte der junge Mann vor mir ein weiteres Mal und hob sein Fahrrad auf, mit welchen ich wohl zusammen gestoßen war. Fahrig fuhr sich mein Gegenüber mit den Finger durch seine hellbraunen Haare und kam dann auf mich zu.
„Ich hätte besser aufpassen müssen, ich hoffe du hast dich nicht verletzt.“
Sorgenvoll wanderten seine schokoladenbraunen Augen über mein Gesicht und weiteten sich erschrocken.
„Das sieht nicht gut aus, ich bringe dich besser zu einem Arzt.“ Verständnislos folgte ich seinem Blick und bemerkte erst jetzt, dass meine Handinnenflächen stark bluteten. Abrupt setzte der Schmerz ein und ich biss mir zischend auf die Lippe. „Du musst mir nicht helfen, es ist alles in Ordnung“, versuchte ich mich herauszureden und zuckte leicht zusammen, als der Fremde plötzlich seine Hand auf meine Schulter legte.

„Dass ist das mindeste was ich machen kann, wegen mir bist du immerhin verletzt“, sagte er nur und zog mich an den Armen, vorsichtig auf die Beine.
„Ich möchte keine Umstände machen“, erwiderte ich zurückhaltend und versteckte meine Hände hinter meinem Rücken. Es war mir wirklich unangenehm, dass er mir helfen wollte und am liebsten wäre ich einfach nach Hause gegangen. Doch seine Augen ließen keine Widerworte zu und so ergab ich mich schließlich meinem Schicksal.
„Tust du nicht, keine Sorgen“, lächelte der Fremde nur und zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche, welches er mir hinhielt. Nur widerwillig, nahm ich es entgegen und drückte es auf meine Wunden.

Unauffällig musterte ich ihn, während wir auf dem Weg in die Innenstadt waren und er sein Fahrrad schob. Selbst im Seitenprofil, sah er unglaublich gut aus und ich fühlte, wie mein Herz einen verräterischen Satz machte.
Meine Lippen zu einem Strich zusammen gepresst, wendete ich meinen Blick ab und wagte nicht, ihn ein weiteres Mal anzusehen.
„Entschuldige, ich sollte mich wohl erstmal vorstellen“, sagte er plötzlich und im Augenwinkel konnte ich erkennen, dass er eine kleine Verbeugung andeutete. „Kim Seokjin.“
Überrascht sah ich ihn doch wieder an, ehe ich errötete und meinen Kopf zur Seite drehte.
„Kim Taehyung“, murmelte ich und vernahm ein leises Lachen.

Obwohl ich ihm mehrmals versicherte, dass es mir gut ging und ich auch allein zum Arzt gehen konnte, blieb er bei mir.
Auch im Wartezimmer, welches zu unserem Leidwesen völlig überfüllt war, wartete er mit mir zusammen und blätterte interessiert, durch eine der vielen Zeitschriften.
Mittlerweile pochten meine Hände schmerzhaft und ich war froh, dass es nicht mehr blutete.
„Hast du Schmerzen?“, fragte er mich unvermittelt und ich schüttelte sofort den Kopf, als er mich besorgt musterte. „Geht schon.“ Siedend heiß fiel mir ein, dass er ebenfalls gestürzt war und sich mit Sicherheit auch verletzt hatte.
„Was ist mir dir? Geht es dir gut?“, fragte ich hastig und er lachte wieder nur leise.
„Mein Bein schmerzt ein wenig, aber das geht schon“, antwortete er und konzentrierte sich wieder auf seine Zeitschrift. „Aber.“
„Taehyung, mach dir keine Sorgen. Kümmer dich bitte erst um dich selbst“, unterbrach er mich sanft und schenkte mir ein kleines Lächeln. Obwohl ich ein schlechtes Gewissen hatte, war mir klar, dass es nichts bringen würde, mit ihm zu diskutieren und somit schwieg ich einfach.

Als die Helferin mich aufrief, nickte ich Seokjin noch einmal zu und folgte ihr dann zum Doktor. Während der gesamten Behandlung, biss ich mir auf die Lippe und beobachtete den Arzt dabei, wie er unzählige kleine Steine aus der Wunde entfernte.  Beim Desinfizieren konnte ich einen Schmerzenslaut nicht mehr unterdrücken und war froh, als er einen leichten Verband um meine Hände wickelte.
„Mehr kann ich nicht für Sie tun. Es wird die ersten paar Tage noch wehtun, wenn Sie ihre Hände bewegen. Wechseln Sie den Verband morgen nochmal und dann sollte es von allein verheilen“, erklärte er mir und schrieb etwas in seine Akte.
„Danke“, nuschelte ich und atmete erleichtert auf, als ich endlich wieder auf dem Flur der Arztpraxis stand.

Suchend, ließ ich meinen Blick, durch das offene Wartezimmer schweifen und ließ enttäuscht die Schulter hängen. Seokjin war nirgends zu sehen und auch wenn ich es nicht zugeben wollte, machte es mich traurig.
„Kim Taehyung?“
Fragend sah ich die Helferin an, die an der Anmeldung saß und mich freundlich anlächelte. „Ja?“
„Ich soll Ihnen diese Nachricht geben“, teilte sie mir lediglich mit und überreichte mir einen kleinen gefalteten Zettel.
Umständlich, weil ich meine Finger so wenig wie möglich bewegen wollte, faltete ich ihn auseinander und las die wenigen Worte.

Ich konnte leider nicht bleiben. Ich hoffe du genießt den Tag noch.
Es tut mir wirklich Leid.
K.S.



Es waren keine besonders persönlichen Worte und doch hatten sie eine aufbauende Wirkung. Ich fühlte mich ein wenig befreiter und schob den Zettel in meine Hosentasche.
Erst am späten Nachmittag, kam ich bei mir zuhause an und seufzte gedehnt. Die Euphorie Seokjin getroffen zu haben, war verflogen, als ich mir aufgefallen war, dass ich überhaupt keine Nummer von ihm hatte.
Zugegebenermaßen hätte ich mich sowieso nicht getraut ihn danach zu fragen und trotzdem stimmte es mich traurig, dass ich ihn womöglich nicht mehr wiedersehen würde.

Nach einer kleinen Mahlzeit, ließ ich mich rücklings auf mein Bett fallen und sah an die Decke. Glücklicherweise musste ich erst in zwei Tagen wieder zur Uni und vielleicht waren meine Hände bis dahin wieder einigermaßen verheilt. Auch wenn ich mich vorhin davon abgehalten hatte, Seokjin nur anzusehen oder an ihn zu denken, konnte ich mich nicht dagegen wehren.
In der Einsamkeit meiner Wohnung, ließ ich meine Gedanken schweifen und immer wieder tauchten seine wunderschönen braunen Augen vor mir auf.

Es war falsch, dass ich mir Hoffnungen machte. Trotzdem fragte ich mich unaufhörlich, ob ich die Chance bekam, ihn ein weiteres Mal zu treffen.


~♥~

Hallo ^.^

und willkommen zu einer neuen Story von mir.
Sie wird sich relativ langsam entwickeln und ist aus der Sicht von Taehyung geschrieben.

Inspiration: Love by Chance Thailand Drama (Klare Empfehlung, wenn ihr Boylove Dramen mögt)

Upload: 1x wöchentlich Montag

Ich wünsche ganz viel Spaß beim Lesen.
Reviews sind natürlich gerne gesehen.

Liebe Grüße
Liany ♥
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