Lost in Love

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Aaliyah Mendes Karen Mendes Manuel Mendes OC (Own Character) Shawn Peter Raul Mendes
01.04.2019
04.05.2019
11
16.165
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02.04.2019 1.973
 
Langsam drehte ich mich zu ihm um und wusste nicht wirklich wie ich mich nun verhalten sollte.
„Ich habe den Rest des Tages nichts vor und würde vorschlagen wir bestellen uns jetzt erstmal was zum Essen, lernen uns ein bisschen besser kennen und können dann ein wenig die Stadt erkunden. Was hältst du davon?“, fragte Shawn und stellte seinen Koffer auf einem der Stühle ab. „Hört sich gut an“, stimmte ich zu.
Wir studierten die Speisekarte die in jedem Zimmer ausgelegt war und ich entschied mich für eine Ofenkartoffel mit Hühnchen und kleinem Salat. Während Shawn noch ein Telefonat zu führen hatte zog ich mich ins Badezimmer zurück.
Die Marie die mir aus dem Spiegel entgegen sah erschreckte mich ein wenig. Meine Augen waren mit dunklen Rändern untermalt, ich wirkte blasser als sonst, meine Haare waren strohig und allgemein machte ich keinen gesunden Eindruck. Ich wusch mir das Gesicht und kämmte meine Haare mit der Bürste, die ich noch in meinem Handgepäck gefunden hatte. Ebenfalls befand sich dort drin eine Hotpants die ich nun statt meiner Leggings anzog. Meine Sweatshirt Jacke war von der trockenen Luft und den veränderten Klimaverhältnissen etwas klamm geworden und ich hängte sie über einen Stuhl. In einer kleinen Schachtel neben dem Waschbecken fand ich Concealer und betupfte damit meine Augenränder. Nun sah ich schon deutlich wacher aus.
Als ich aus dem Badezimmer ging fühlte ich mich schon wieder etwas wohler in meiner Haut und lächelte Shawn entgegen. Das Essen war bereits angekommen und auf dem Tisch vor dem Fenster angerichtet worden.
„Guten Appetit“, wünschte Shawn mir, welches ich entgegnete und wir begannen zu Essen. Ich erzählte ihm wo ich herkam, was ich bisher so gemacht und auf meiner Reise erlebt hatte, was meine Träume waren und was ich unbedingt noch erreichen wollte. Seine Geschichte war natürlich um einiges spannender.

Zwei Stunden später machten wir uns auf den Weg aus dem Hotel hinaus in die Stadt. Shawn hatte sich seine Kapuze über- und eine Sonnenbrille angezogen. Es war ziemlich warm, da es hier Sommer war und schon bald beneidete er mich um meine kurze Hose und T-Shirt. Ich lachte und gut gelaunt schlenderten wir die George Street entlang. Ein edles Geschäft reihte sich neben dem anderen. Von Chanel über Burberry bis hin zu Prada war alles dabei.
Das Highlight erwartete uns im Hafen. Das berühmte Opera House tauchte vor uns auf und direkt daneben die Harbour Bridge. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und bat Shawn Fotos von mir vor den Sehenswürdigkeiten zu machen. Belustigt über meine Begeisterung ließ er alles über sich ergehen und stundenlang liefen wir einfach nur umher.
Gegen Abend packte uns erneut der Hunger und wir beschlossen uns Pizza zu holen.
Mit den heißen und lecker duftenden Schachteln ließen wir uns auf einer Bank am Hafen nieder, von dem man einen tollen Blick direkt auf das Opernhaus und die Brücke hatte.
Meine Pizza mit Salami schmeckte ausgesprochen gut. Als wir beide aufgegessen hatten nahm Shawn mir meine Schachtel ab und entsorgte sie in einem nahe stehenden Mülleimer.
Ich verschränkte die Arme und zog die Knie hoch auf die Bank. Sobald die Sonne verschwunden war, wurde es doch recht kühl. Meine Jacke hatte ich im Hotelzimmer gelassen. Shawn kam zurück, blieb einen Meter vor der Bank stehen und musterte mich. Kurzerhand zog er seine Sweatshirt Jacke aus und bedeutete mir sie anzuziehen. Ich zögerte erst, doch er ließ nicht locker. Mich geschlagen gebend ließ ich es zu, dass er mir beim Anziehen half und lächelte ihn dankbar an.
„So kann man dich doch aber schneller erkennen“, zweifelte ich. „Jetzt ist es sowieso dunkel. Und selbst wenn ist das doch keine schlechte Geste für die man mich verurteilen könnte“, winkte er ab und genoss die Aussicht.
Eine Weile saßen wir schweigend nebeneinander. Es war kein peinliches Schweigen. Wir hingen einfach nur so unseren Gedanken hinterher und beobachteten die Menschen wie sie über die Promenade schlenderten, Fotos von der beleuchteten Brücke und dem Opernhaus machten oder sich ebenfalls mit etwas zum Essen niedergelassen hatten.
„Komm doch morgen mit zu meinem Konzert“, unterbrach Shawn die Stille. Ich ließ mir dieses Angebot eine Weile durch den Kopf gehen und nickte schließlich. „Jetzt wo ich deine Jacke anhabe, wir im selben Zimmer schlafen kann ich mich ruhig auch noch auf die Gästeliste deines Konzerts schreiben lassen, wieso nicht“, sagte ich und Shawn begann zu Lachen. Seines steckte mich an und so saßen wir auf der Bank und lachten einfach nur.
Nachdem anscheinend eine Vorstellung in der Oper vorbei war und eine Menschenmasse daraus hervor strömte, ergriffen wir die Flucht. Zum Hotel fanden wir relativ schnell zurück und fuhren hinauf zu seinem, beziehungsweise unserem, Zimmer. Dort waren einige Klamotten hinterlegt worden mit einer Nachricht drauf: „Ich hoffe, dass ich Ihren Geschmack getroffen habe.“ Erstaunt sah ich mir die Kleidungsstücke näher an. Eine Levis Blue Jeans, Levis Hotpants, drei Tommy Hilfiger Basic Shirts in weiß, zwei schwarze Spitzentops, schwarze Unterwäsche von Lascana, weinrote Vans sowie eine Gerry Weber Lederjacke.
Mit offenem Mund drehte ich mich zu Shawn um und sagte: „Ich werde das auf jeden Fall zurückzahlen, sobald ich mein Geld wieder habe!“ Er schüttelte nur den Kopf. „Es ehrt dich, dass du das möchtest, aber mach dir keine Sorgen darum.“
„Für die Nacht leihe ich dir aber trotzdem eins meiner Shirts“, sagte er und zog eins aus seinem Koffer. „Danke“, sagte ich leise und fing es auf, als er es mir zuwarf. „Ich werde mal schnell unter die Dusche gehen“, meinte Shawn und verließ das Schlafzimmer. Ich holte mein Handy hervor und rief meine Eltern an. Bisher hatte ich sie nicht erreichen können, aufgrund der Zeitverschiebung. Sie hoben nach dem vierten Klingeln ab und ich schilderte ihnen kurz meine Situation. Das ich mich im Hotelzimmer eines internationalen Stars befand, verschwieg ich allerdings. Für sie wäre es wahrscheinlich besser wenn ich irgendwo unter der Brücke schlafen würde, anstatt einen Promi zu belästigen. Schon wieder kroch ein ungutes Gefühl in mir hoch, wobei ich mich den ganzen Tag schon sehr wohl in seiner Nähe gefühlt hatte.
Mein Blick fiel auf das Bett und wanderte dann zu dem Sofa. Darüber wo ich hier in diesem Zimmer schlafen würde hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Ich konnte ja nicht nach all dem was er schon für mich getan hatte auch noch das Bett für mich beanspruchen. Kissen gab es auf dem Sofa genug und als ich mich gerade im Wandschrank nach einer weiteren Decke umsah und meiner Mutter versicherte, dass ich bald wieder nach Hause kommen würde, trat Shawn mit einem Bademantel des Hotels bekleidet aus dem Badezimmer. „Ja Mama ich hab dich auch lieb und vermisse dich. Tschüss“, beendete ich das Telefonat und Shawn sah mich durch den Raum hindurch an. „Was machst du da?“, fragte er mich. „Ich hab mit meinen Eltern telefoniert“, sagte ich und steckte das Handy zurück in meine Hosentasche. „Das meinte ich nicht, sondern was du da am Schank machst.“ „Achso. Ich habe nach einer zweiten Decke gesucht, damit ich auf dem Sofa schlafen kann“, erklärte ich und öffnete eine zweite Tür des Schranks. „Du kannst aufhören zu suchen und selbst wenn du eine zweite Decke finden solltest würde ich natürlich auf dem Sofa übernachten“, sagte Shawn und trat neben mich. Seine Haare waren noch ein wenig nass und eine Locke fiel ihm in die Stirn. Er roch verführerisch nach seinem Duschgel und einen Moment hatte ich komplett vergessen worüber wir gerade diskutierten. „Nein, das würdest du nicht. Ich bin dir so schon dankbar, dass ich nicht draußen irgendwo unter einer Brücke schlafen muss also ist es das Mindeste, dass ich auf der Couch schlafen werde. Du teilst dein Zimmer schon mit mir, da kann ich doch nicht verlangen, dass ich auch noch im Bett schlafe“, machte ich meinen Standpunkt klar und Shawn schüttelte lächelnd den Kopf. „Es kostet mich doch nichts, dass du das Zimmer mit mir teilst. Ganz im Gegenteil. Sonst bin ich immer alleine und so habe ich endlich mal jemanden um mich rum mit dem ich mich über andere Dinge als nur über die Musik und das ganze Business unterhalten kann.“
„Ich fühle mich aber nicht wohl, dass du so viel für mich tust und ich dir nichts zurück geben kann“, sagte ich und senkte den Blick. „Du leistest mir Gesellschaft, bringst mich zum Lachen und zeigst mir Seiten vom Leben die ich bisher gar nicht kannte. Das ist so viel mehr als ein paar Klamotten, Essen und ein Schlafplatz“, entgegnete er und legte eine Hand auf meine Schulter.
„Danke“, sagte ich und sah ihn an.
„Außerdem gibt es hier keine zweite Decke, damit hat sich die Frage wohl eh geklärt“, fügte er noch hinzu, schloss die Schranktüren und schaltete den Fernseher an. Ich musste mich wohl oder übel geschlagen geben und nahm mir meine neue frische Unterwäsche und das T-Shirt von Shawn. Damit verschwand ich im Badezimmer, entledigte mich schweren Herzens seiner Jacke und stellte mich unter die Dusche. Das Wasser tat unglaublich gut und ich ließ den Tag in meinem Kopf Revue passieren. Sowas passierte doch sonst nur im Film. Man stieß zufällig mit einer fremden Person zusammen, die sich dann als absoluter Superstar entpuppte, besagte Person lädt einen dann noch mit ins Hotel, zum Essen und Shoppen ein, ist super nett, der perfekte Gentleman und man würde den nächsten Tag auch noch zusammen verbringen. Das sowas dann auch noch mir passierte war die absolute Krönung. Ich konnte nicht wirklich fassen, dass es sich dabei um meine Realität handelte.
Als ich aus der Dusche trat fiel mein Blick wieder in den Spiegel. Der Anblick von heute Morgen hatte sich verändert. Meine Augen strahlten wieder wie gewohnt, meine Haut hatte ihren üblichen gebräunten Schimmer und meine Haare wirkten trotz der Dusche voluminös. Ich föhnte sie mir etwas an, zog mir das Shirt über, welches meinen Hintern gerade so bedeckte und trat aus dem Badezimmer.
Dort saß Shawn im Bett, hatte den Bademantel gegen Boxershorts und ein T-Shirt gewechselt und lenkte dem Blick vom Fernseher zu mir. „Steht dir“, grinste er und ich sah an mir herunter. Es war ein einfaches schwarzes Shirt ohne besondere Prints oder Logos. An mir war es natürlich oversized, doch der Schnitt passte sogar zu mir.
„Danke“, antwortete ich und setzte mich auf die linke Seite des Bettes. Shawn hatte bereits etwas Platz für mich gelassen. Ich zog meine Perlenohrringe aus und legte sie auf den beistehenden Nachttisch. Dann zog ich die Beine an, deckte mich zu und streckte mich gerade aus. Es tat unheimlich gut in einem richtigen Bett zu liegen. Ich mochte Hostels und deren Flair wirklich sehr, aber mal ein, fast, eigenes Zimmer zu haben, ohne weitere sieben fremde Menschen, war auch mal ganz nett. Bequem waren die Hostelbetten auch nicht immer besonders. In den meisten Fällen waren die Matratzen schon sehr durchgelegen. Ich schloss die Augen und lächelte. Als ich sie wieder öffnete schaute Shawn auf mich hinunter.
„Liegt sich gut?“, fragte er und grinste. „Sehr! Definitiv besser als die Bank am Flughafen letzte Nacht“, sagte ich und fing an zu Lachen. „Du hast die letzte Nacht am Flughafen verbracht?“, fragte der Sänger verdutzt nach. Ich nickte. „Hätte ich nicht gedacht. Heute Morgen als du in mich reingelaufen bist sahst du zwar ein wenig fertig mit der Welt aus, aber auf jeden Fall zu gut, um die Nacht auf einer Bank in einem Flughafen verbracht zu haben!“ „Danke“, lachte ich.
Verwundert schüttelte Shawn erneut den Kopf und wandte sich wieder dem Fernseher zu.
Man sollte denken, wenn man die Nacht in einem Bett zusammen mit einem Star verbrachte, dass etwas mehr laufen würde, als bloß nebeneinander zu liegen und TV zu sehen. Doch die Strapazen und das Auf und Ab der Gefühle von diesem Tag hatten mich sehr ermüdet und es dauerte keine wenige Minuten, bis ich ins Traumland abdriftete.
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