Pastways

von Fofinha
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Caroline Forbes Damon Salvatore Elena Gilbert Katherine Pierce OC (Own Character) Stefan Salvatore
31.03.2019
08.08.2020
51
113.906
25
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 2.802
 
Music: A great big World – Say something

"Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem die Träume sind und unser kurzes Leben ist eingebettet in einen langen Schlaf."
William Shakespeare

Die kalte Nachtluft schlug mir entgegen und schaffte es, dass ich tief durchatmete. Der Schock fiel von mir ab, sodass Platz gemacht wurde für etwas anderes. Kummer, Schwäche und Ratlosigkeit nahmen mich ein, sodass ich zitternd die Arme um meinen Oberkörper schlang und kurz stehen blieb. Alessa drückte sich an meinen Rücken und wickelte etwas um mich. Einen dunkelblauen Mantel, der mich zum einen wärmen sollte, zum anderen das Blut verdeckte, welches an mir klebte, wie die Schande, die Lysandros über unsereins brachte.
„Warte!“, murmelte Alessa behutsam, riss sich ein Stück Stoff von ihrem Ärmel und tunkte es in eine Pfütze. Es war wohl besser mit dreckigem Gossenwasser im Gesicht herum zu laufen, als mit dem frischen Blut des zukünftigen obersten Richters. Also ließ ich sie gewähren, rümpfte kurz die Nase und schloss dann unendlich müde meine Augen. Alessa sagte nichts, sie versuchte nur mich auf den Beinen zu halten, sowie ich sie gehalten hatte, als sie vor einigen Wochen mit ihrer traurigen Nachricht eingekehrt war.
Schlurfend wanderten wir durch die Straßen zurück zu unserer Kutsche. Natürlich waren wir darauf bedacht, nicht gesehen zu werden, sobald man uns genauer ansah, würde man das Blut sehen. Ich hatte nicht vor Lysandros gewinnen zu lassen, ein letzter Hoffnungsschimmer hielt mich davon ab, vollkommen die Beherrschung zu verlieren und womöglich etwas zu tun, was ich später bitter bereute. Ich würde nicht lange Zeit haben, um mein Unterfangen zu planen, deswegen musste ich notdürftig absehen, was passieren könnte.
Gerade hatten wir die Kutsche erreicht und wollten sie schnell besteigen, damit Timothy keine lästigen Fragen zu unserem Auftreten stellen konnte, da hielt mich ein Schatten davon ab die Klinke hinunterzudrücken.
„Penny!“, es war Jaron, der mit entsetztem Gesicht bemerkte, wie ich aussah. „Was ist geschehen?“
Mein Bruder hatte sein Pferd im Schlepptau, von Elisabeth war keine Spur.
„Langley Surrey ist in Wahrheit Lysandros.“, erklärte Alessa ihm mit einem unterdrückten Knurren in der Stimme.
„Lysandros, euer Bruder?“, ungläubig klappte sein Mund auf, sodass er vorerst zu vergessen schien, wieso er uns so gehetzt abgefangen hatte.
„Eben jener Bastard.“, ich ballte die Faust und lockerte sie dann wieder. „Durch seine Beeinflussung hält er alle in Schach und ich kann nichts dagegen tun.“
Der Mann, der nicht so alt war wie ich, noch dieselben Fähigkeiten besaß und den ich dennoch meinen Bruder nannte, schlang einen Arm um mich und drückte seine Nase gegen mein Ohr.
„Das heißt, es ist vorbei?“, flüsterte er atemlos. „Werden John und Mary sterben?“
Ich hatte ganz vergessen, dass Elisabeths gesamte verbliebene Familie angeklagt werden würde. Spätestens morgen, nachdem Booth erschossen worden war, würde der Prozess gegen die Verschwörer beginnen und schnell wieder enden, mit bekanntem Ergebnis.
„Ich kann sie nicht befreien.“
„Gibt es keine Möglichkeit?“, Jaron verstand, dass ich es wirklich nicht konnte, so sehr ich es mir wünschte. Er verurteilte mich nicht für meine Schwäche, auch wenn sie das einzige war, das ich gerade verspürte. Sollte es sich nicht auszahlen, dass ich Jahrhundertelang Menschenleben verschont hatte, um mich so spärlich wie möglich von ihnen zu ernähren?
„Eine gibt es, aber die Entscheidung ist nicht meine.“, erklärte ich, was mir als einzige Chance erschien, Payne zu befreien. Er hatte versucht einen Menschen zu töten und wusste ich nicht, wie viel von Booths Plan Lysandros‘ Einfluss gewesen war und wie viel davon aus eigenem Willen passierte. Das würde ich erst genau sagen können, wenn ich Payne persönlich in die Augen sah.
„Was ist es…?“
„Kannst du dir das nicht denken?“, mit traurigen Augen sah ich ihn an und mein Bruder verstand sofort. Langsam nickte er.

Jaron hatte mit Elisabeth gesprochen, auf meine Anweisung hin, war er an diesem Plan nicht beteiligt. Die Stadt hatte bereits das Gästehaus der Surrats beschmiert und attackiert, dabei hatte der Prozess an diesem Tage begonnen. Elisabeth sollte nicht dabei sein und zusehen, wie ihre Mutter und ihr Bruder gleichermaßen der Verschwörung und der Mithilfe zum Mord des Präsidenten bezichtigt wurden. Elisabeth hatte schweren Herzens und mit einer Bedingung meinem Plan zugestimmt, sodass Jaron sie danach sofort aus der Stadt bringen konnte. Um den Prozess zu verzögern, hatte ich anonym einen der teuersten Anwälte der Stadt beauftragt, Payne und die anderen so vehement wie möglich zu verteidigen. Allerdings war ich mir sicher, dass Lysandros spätestens in der ersten verordneten Pause des Prozesses seine Macht einsetzen würde, um den Anwalt auszuschalten.
Ich hatte mich mental darauf vorbereitet, doch zufrieden war ich mit der Lösung nicht. Was wir vorhatten, bedeutete Verantwortung für Dinge zu übernehmen, für die ich womöglich nicht bereit war. Dennoch konnte ich Lysandros einfach nicht gewinnen lassen, ich musste zumindest versuchen seinen Plan zu durchkreuzen. Alles andere hätte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können.
„Bist du bereit?“, fragte mich Alessa, richtete sich ein letztes Mal ihre Kapuze und atmete tief durch. Nein, ich war nicht bereit, aber ich konnte nicht abwarten, bis ich es war. Ich umhüllte meine Hände mit weichen feinen Handschuhen und zog ebenfalls die Kapuze tief in mein Gesicht. Wir warteten nur noch darauf, dass die Sonne vollkommen versunken war und sich die Silhouette des Capitol Prisons mit der Schwärze der Nacht verband. Es würde so viele Augenpaare geben, auf die wir zu achten hatten, dennoch zählte im Grunde ein einziger Moment.
„Auf geht’s.“, seufzte ich leise und setzte mich in Bewegung. Der Kies zu unseren Füßen knirschte leise, aber beständig, es erschien mir das einzig hörbare Geräusch, als wäre alles andere in Watte getaucht. Wir gelangten an das Haupttor, an dem wir unser Anliegen wie abgesprochen vortrugen. Mit Zögern wurde uns die Tür geöffnet und einer der Wachmänner bot sich an, uns zum Gefängnisdirektor zu führen. Ich konnte selbst durch die dicken Steinwände hören, was sich in den unteren Etagen der Anstalt abspielte. Die Wärter waren offensichtlich nicht zimperlich, wenn es um Disziplinierungsmaßnahmen ging. Ich versuchte mich davon abzuhalten, mir vorzustellen, was sie Payne oder den anderen angetan haben könnten. Der Zorn einer gesamten Nation lastete auf diesen Schultern, keiner würde den Wächtern einen Vorwurf machen.
Der Gefängnisdirektor starrte uns verwirrt an, war aber ein zahmes Lamm, sobald der Wärter uns mit ihm alleine gelassen hatte. Wir brauchten seine Autorität, um ohne jeden Wärter in diesem Gefängnis zu beeinflussen, trotzdem zu den gewünschten Zellen zu gelangen. Niemand würde die Anordnung des Gefängnisdirektors hinterfragen und so war es auch, als dieser uns mit einem verklärten Blick durch die verschlungenen Gänge des Gefängnisses führte und vor jeder verschlossenen Gittertür eine vollkommen plausible Erklärung gab, wieso Alessa und ich ebenso passieren durften. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto aufgeregter wurde ich. Ich würde Payne in wenigen Augenblicken gegenüberstehen. Ich würde in seine Augen sehen und … und was würde ich dann tun? Eben jenes, wofür ich hergekommen war?
Der gesamte Trakt war leer, bis auf zwei Zellen am Ende des Ganges. Tageslicht gab es hier keines, nicht einmal welches, dass durch Gitterstäbe gespalten wurde.
„Miss Pierce und Bennett haben eine Genehmigung sich mit den Verschwörern privat zu unterhalten.“, erklärte der Gefängnisdirektor den verdutzten Wachen, die zuerst mich anstarrten, dann Alessa. Wir hatten natürlich nicht unsere wahren Namen gebraucht, sondern eben jene, die uns am geeignetsten erschienen waren.
„Meine Herren, ich bitte Sie also, den Damen das Recht zu gewähren.“, forderte der Direktor die zögerlichen Wachen noch einmal auf und deutete mit dem Arm den Gang entlang.
„Sehr wohl, Sir.“, räusperte sich einer der Wachmänner und nickte seinen drei Kollegen auffordernd zu.
„Meine Damen, bitte verstehen Sie, dass die Gefangenen unter keinen Umständen von ihren Ketten gelassen werden dürfen, es besteht die Gefahr eines Massenselbstmordes.“, erklärte uns der Direktor, als würde er ein Ausstellungsstück einer Galerie vorstellen und klimperte mit dem Schlüsselbund in seiner Hand solange herum, bis ich und Alessa zustimmend genickt hatten. Die Tür zur Zelle wies nur ein kleines vergittertes Fenster auf. Das einzige, was ich sehen konnte, waren Hände. Hände die an einem Eisenring an der Wand befestigt waren. Die Tür öffnete sich und ich sah in drei verwunderte Gesichter. Herold saß am rechten Rand, während Surrat mir direkt gegenüber war und links erblickte ich Payne. Ihre linken Hände waren an der Wand befestigt, die Rechte war frei um sich notdürftig „versorgen“ zu können. Bevor einer von ihnen das erstaunte Schweigen durchbrechen konnte, legte ich den Zeigefinger auf meine Lippen. Alessa wurde zur zweiten Zelle geführt, in der sich Mrs Surrat befand. Immerhin war sie von den Männern getrennt untergebracht, auch wenn jene Männer, denen ich gegenüberstand wohl zu nichts üblem mehr fähig waren. Der Gefängnisdirektor hatte Alessa auf ihre nachdrückliche Anweisung hin den Schlüssel in die Hand gedrückt und verließ fröhlich summend den Zelltrakt. Er würde direkt hinter der Tür eifrig warten, bis wir ihm sagten, dass er etwas anderes tun sollte. Manchmal war es schon fast zu einfach…
Die Tür des Traktes schloss sich, dann nahm ich den Zeigefinger von meinen Lippen. Ich wusste nicht, wie ich diesen Männern erklären sollte, was geschehen war und was geschehen würde.
„Penelope?“, flüsterte Payne ungläubig und ich konnte mich nicht davon abhalten ihn direkt anzusehen. Seine Augen waren betrübt, als würde ihn das lange Warten in der Zelle so langweilen, dass er sich den Tod wünschte.
„Miss Rhea, wie können Sie so einfach…?“, unterbrach Herold den intensiven Blickkontakt zwischen mir und Lewis, ehe er jedoch zu Ende gesprochen hatte, hob ich die Hand.
„Ihr wisst was geschehen ist?“, es war eine rhetorische Frage, denn ich wusste, dass sie seit der Verhandlung am heutigen Tag an nichts anderes mehr gedacht hatten.
„Booth ist erschossen worden und Atzerodt hat sich selbst erhängt. Morgen wird das Urteil gefällt und ihr wisst wie es ausfallen wird?“
„Was ist mit meiner Mutter…“, flüsterte John Surrat entsetzt, als ich ihnen mitteilte, dass ihnen nur noch ein Tag blieb. Woran dachte man, wenn man erfahren hatte, dass man nur noch einen Tag zu leben hatte? Die prägenden Erlebnisse? War es eine Abfolge der eigenen Taten, ob gut oder schlecht?
„Euer aller Schicksal ist an dem Tag entschieden worden, an dem ihr euch verschworen habt, die Union zu stürzen.“, murmelte ich ernst, so ernst, dass John den Kopf senkte und leise wimmerte. Ich wusste, dass er am meisten Angst hatte. Er war so jung und Lysandros hatte womöglich am wenigsten Einfluss auf ihn ausüben müssen.
„Penelope…“, wie Payne meinen Namen sagte, erschien mir, als würde er ihn ein letztes Mal aussprechen. Ich trat ein wenig auf ihn zu und betrachtete ihn mit trauriger Miene.
„Ich weiß, dass ihr manipuliert wurdet. Ich weiß, dass ihr nicht wisst, was überhaupt genau mit euch geschehen ist und es bleibt keine Zeit euch dies nun in aller Ausführlichkeit zu erklären.“, mit einer Hand umklammerte ich Paynes gefesselte Hand und riss dann mit einem kräftigen Ruck am Metallring. Seine Hand war frei, seine Fußfesseln hielten ihn zwar davon ab aufzustehen, jedoch umklammerte er mit beiden Händen meinen Arm, als wäre er das kostbarste, was er besitzen konnte. Keiner von ihnen fragte mich, wie ich es angestellt hatte, einen tiefen Metallbolzen mühelos aus der Wand zu reißen. Ich sah nur verwunderte Blicke.
„Ihr werdet am morgigen Abend mit dem Sonnenuntergang am Galgen stehen und eure letzten Atemzüge tun und weil ihr nicht Schuld an dem seid, was ihr getan habt, gibt es nur eine Möglichkeit, dass ihr das überlebt.“, Herold legte den Kopf neugierig schief. Seine Züge wiesen keine Spuren mehr von seiner einstigen Unterhaltsamkeit auf.
„Wenn ihr am morgigen Tag aus diesen Fläschchen trinkt, dann werdet ihr am Galgen sterben und bald darauf wieder erwachen.“, ich entzog Payne meinen Arm, um die drei Fläschchen mit meinem Blut hervorzuholen.
„Hexerei?“, wunderte sich Herold und blickte zu seinen Kameraden, die mir kein Wort zu glauben schienen. Paynes Augenbrauen waren zu einem misstrauischen Strich zusammengezogen.
„Das sagt ihr jetzt, nachdem ihr nicht einmal genau wisst, wie ihr in dieser Zelle gelandet seid?“, antwortete ich vorwurfsvoll.
„Lieber würde ich euch freilassen…aber es geht nicht anders. Wenn ihr diese Flüssigkeit trinkt, dann könnt ihr nicht mehr sterben.“
„Unsterblichkeit?“, murmelte Payne ungläubig und umfasste meine Finger. „Für immer leben?“
Ich nickte und konnte dem Blick in seinen Augen nicht widerstehen. Langsam ließ ich mich nach unten sinken und hockte mich vor ihn.
„Es ist ein anderes Leben und ihr werdet Amerika hinter euch lassen müssen...“, erklärte ich, alles andere würde ich ihnen schonend beibringen, wenn wir es geschafft hatten, alle zu verwandeln. Jaron hatte meinem Plan nur zugestimmt, weil Elisabeth ihn angefleht hatte, ihren Bruder und ihre Mutter zu retten, egal wie…sie hatte sogar diesen Weg akzeptiert.
„Es gibt eine Bedingung.“, ich drückte zuerst John, dann David Herold und schließlich Lewis einen Flakon in die Hand und sah dann ernst in die Runde. „Ihr haltet die Ewigkeit in euren Händen, ich selbst weiß, wie es ist, lange zu leben.“
„Wie lange?“
„Länger, als ihr euch vorstellen könntet.“, antwortete ich langsam und bedächtig auf Paynes Frage. Herold hatte bereits ein Grinsen auf den Lippen und drehte das Fläschchen bewundernd in seiner Hand.
„Ihr seid zu Unrecht in diese Lage gerutscht, dennoch waren nicht alle eure Handlungen fremd gesteuert, das wisst ihr so gut wie ich. Deswegen werde ich euch nicht die Ewigkeit schenken, denn diese verdient ihr nicht.“, Lewis senkte seinen Blick, als ich das sagte, denn damit machte ich ihm unmittelbar klar, dass es keine gemeinsame Ewigkeit geben würde. Zwar waren nicht all seine Gefühle mir gegenüber Lysandros‘ Werk, jedoch würde ich niemals vergessen können, was passiert war und wie benutzt ich mich fühlte, selbst in diesem Moment noch.
„Ich schenke euch ein erfülltes langes Leben bis zum 70. Jahr, ihr werdet nicht altern und euer Leben ohne Krankheit verbringen. Glaubt nicht, dass ihr euch vor mir verstecken könnt, denn ich werde genau wissen, wo ihr euch aufhaltet. Die Entscheidung liegt bei euch, ich werde euch nicht zwingen können…“, ich hatte nicht einmal zu Ende gesprochen, da passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte und Alessa nebenan offenbar ebenso wenig. Ihr leiser Aufschrei kam in etwa zeitgleich mit der Reaktion der drei Männer vor mir. Sie warfen das kleine Fläschchen vor ihre Füße und zertraten das dünne Glas, sodass es leise knirschte.
„Was tut ihr…?“, murmelte ich zuerst verwirrt, dann verstehend, dass auch diese letzte Option an Lysandros gescheitert war.
„Wir werden unsterblich, indem wir morgen Abend sterben, Miss Rhea. Unsere Namen werden für immer in die Geschichte dieses Landes eingehen…“, sagte Herold mit stolz geschwollener Brust und zwinkerte mir zu. Es war sein Wille, der aus ihm sprach, nicht Lysandros‘, ich erkannte inzwischen den Unterschied. Die Unterhaltung, die ich eben mit den drei Männern geführt hatte, spielte sich noch einmal in meinem Kopf ab und ich verstand, dass diese Männer niemals auf meinen Plan eingegangen wären, egal, was ich ihnen für Bedingungen gestellt hätte. Ihre Taten sahen sie nicht als Verbrechen an, als Verschwörung gegen das eigene Land, sondern als Heldentat.
„Es tut mir Leid, Penelope. Aber zu sterben bedeutet für immer zu Leben, in den Köpfen der Menschen…nicht wie du, versteckt in den Schatten.“, diese Worte, die Lewis mir mit ruhiger Miene an den Kopf warf, trafen mich zutiefst. Sie verletzten mich, brachten mich zum Nachdenken, zum Weinen.
„Ihr könnt das doch nicht wollen?“, rief ich in die Runde, nahm dann Lewis‘ Hände in meine und sah ihn von unten herauf an.
„Du kannst das nicht ernst meinen!“, ich drückte mein Gesicht an seine Handflächen und weinte leise, denn was ich hörte, wühlte mich auf.
„Du wirst es nicht verstehen, aber wir haben unsere Entscheidung bereits getroffen, vor einiger Zeit. Es war uns immer klar, dass wir diese Taten nicht überleben würden.“, er drückte seine Nase gegen meinen Kopf und küsste meinen Scheitel.
„Es war schön, noch einmal dein hübsches Gesicht zu sehen, die Perfektion…wäre ich dir nur früher begegnet.“, ich hob meinen Kopf und blickte direkt in seine zuversichtlichen Augen, die mir einen warmen Blick schenkten, in dem Bedauern lag. Bedauern, dass dies alles so gekommen war, aber dennoch alles seine Richtigkeit hatte. Zumindest in seinem verdrehten Verständnis von Richtig.
„Du musst mich gehen lassen.“, lächelte er und ich erinnerte mich an diesen Satz. Ich hatte dasselbe zu Ragnar gesagt, damit er den Rest des Weges ohne mich weiterging. Ich verstand, dass Lewis Payne gerade nichts anderes von mir verlangte. Dass ich meinen Weg ohne ihn weiterging, ohne mir Sorgen um seinen Verbleib zu machen, sondern zu akzeptieren, dass dies seine Wahl war, ob sie mir gefiel oder nicht.
„Ich lasse dich gehen.“, schluchzte ich nickend und atmete tief ein. Mit einer sanften Handbewegung wischte er mir die Tränen von der Wange und küsste mich, ein letztes Mal. Ich konnte das Salz meiner Tränen schmecken und seine Sehnsucht nach einem anderen Verlauf der Dinge spüren. Es hatte nicht sein sollen. Ich würde ihn verlieren, für immer…
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