Die Vergangenheit holt ein jeden ein...

GeschichteAllgemein / P16
Gakuho Asano Gakushu Asano Koro OC (Own Character) Tadaomi Karasuma
31.03.2019
12.06.2019
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Koro-Sensei packte mich an der Schulter, zog mich zu sich herum und schlug mich mit einem seiner Tentakel mitten ins Gesicht. Das hatte ich nicht erwartet. Verwirrt machte ich einen Schritt zurück und wischte mir mit dem Ärmel übers Gesicht. Blut. Wahrscheinlich hat er meine Nase erwischt. „Was sollte das?!“, zischte ich ihm wütend zu. Sofort richteten sich meine Tentakel auf ihn und meine Augen leuchteten rot auf. Bedacht schaute mich das gelbe Wesen an. „Hör auf dich hinter dieser Maske zu verstecken! Das bist doch gar nicht du!“ Leicht stutze ich, als seine Worte zu mir durchdrangen. Das bin nicht… ich?

Hör nicht auf seine Lügen! Töte ihn!! Töte sie alle!!! „Woher wollen sie das denn so genau wissen!?“ Wütend funkelte ich ihn an. Meine Tentakel fuchtelten wild in der Luft umher. Nicht mehr lange und ich würde sie auf den Oktopus loslassen. „All die Jahre habe ich so vielen Menschen etwas vorgespielt! Monster werden in der Gesellschaft nicht akzeptiert, das ist ein grundlegender Fakt. Deshalb habe ich mich bis jetzt zurückgehalten… aber da nun sowieso alles preisgegeben wurde…“ Für eine Sekunde richtete ich meinen Blick auf die Kamera. „…wieso sollte ich dann noch mein wahres Wesen verstecken?“ Auffordernd schaute ich Koro-Sensei an. Ich wollte eine Antwort haben. Und zwar nur von ihm.

„Da hört ihr es! Er gibt es zu ein Monster zu sein!“ Im Augenwinkel sah ich zu Kuro, der augenblicklich das Taschenmesser näher an die Kehle meines Sohnes drückte. „Eines, dass vielen Menschen ihre Leben gekostet hatte. Durch meine Informanten habe ich erfahren, dass er mindestens 5 Menschen umgebracht hat! Können wir wirklich zulassen, dass so jemand noch weiter existiert? Wir können von Glück reden, das er nicht mehr getötet hat!!“ Kuro sprach eindeutig zur Kamera im Himmel. Aber ich verstand nicht ganz was er damit bezweckte. Worauf wollte er hinaus?

Auf einem Mal schaute er mich mit einer bösartigen Grimasse an. Seine Augen funkelten dunkel auf. „Wieso sollte sein Sohn dann anders sein?“ Diese Frage ließ das Blut in meinen Adern erstarren. Mit geweiteten Augen schaute ich ihn an. „Ich sagte doch, dass ich dich brechen werde… Jikken.“, zischte er mir grinsend zu. Bevor ich auch nur reagieren konnte, zog er das Taschenmesser durch die Kehle meines Sohnes und ließ diesen dann zu Boden fallen. Röchelnd legte Gakushu sich beide Hände an die Kehle und versuchte so den Blutverlust zu stoppen. Tränen liefen ihm die Wangen hinunter.

Wie erstarrt schaute ich ihm dabei zu. Ich versuchte mir zu diesem Zeitpunkt einzureden, dass das nicht wirklich geschah. Mein Sohn starb gerade nicht wirklich vor meinen Augen. Im nächsten Moment traf mich irgendetwas in die Brust, was mich erneut zu Boden sinken ließ. Hustend hielt ich mir die Stelle mit meiner Hand zu. Ich konnte nicht mehr klar denken. Mir war auf einem Mal so unsagbar kalt. Schwere Schritte kamen auf mich zu und blieben direkt vor mir Stehen.

Langsam hob ich meinem Kopf hoch. Eine Person in schwarzer Ritterrüstung stand vor mir. Seine roten Augen leuchteten hell auf als er zu mir hinunterblickte. Ich kannte ihn nicht, wusste nicht wer er war. Ein Handlanger von Kuro? Ein Verbündeter? Überrascht keuchte ich auf, als er seine Hand auf meinen Kopf legte. Es fühlte sich so unsagbar vertraut an. Vertraue mir. Leicht weiteten sich meine Augen, als ich die Stimme der Tentakel in meinem Kopf widerhallen hören konnte. Erst viel später wurde mir klar, dass der Ritter eine Manifestion von ihnen war. Vertraue uns.

Sollte ich es wagen? Unsicher schloss ich meine Augen und blickte beim Öffnen noch einmal in die Höhe. Der Ritter war verschwunden. Alles was ich zu Gesicht bekam war Kuro und sein Gefolge, wie Gakushu. Dieser blickte mich an. Ich konnte es ihm ansehen, dass er nicht sterben wollte. Nicht so und vor allem… nicht hier. Ich wollte meine Hand in seine Richtung ausstrecken. Ich hatte dieses plötzlich in mir aufkehrende Verlangen. Doch ich konnte sie nicht bewegen. Ich konnte meinen ganzen Körper nicht bewegen. Im Augenwinkel schaute ich zu Koro-Sensei, der von fünf Soldaten umzingelt war. Sie zielten alle mit ihren Gewehren auf ihn.

„Du bist wieder zu dir gekommen, wie schön.“ Kuro trat mit diesem abscheulichen Grinsen vor mich. „Ich wollte dir nämlich noch etwas sagen, bevor du rüber ins Jenseits gehst.“ Langsam kniete er sich zu mir hinunter. „Derjenige, der deinen Vater dazu brachte, diese Experimente mit dir und deiner Schwester zu machen, war niemand anderes als ich. Sein Bruder. Dein Vater war ein Dummkopf mit einer tollen Begabung. Ich war neidisch auf ihn. Wieso hatte er etwas, was mir nicht vergönnt war? Deshalb habe ich dafür gesorgt, dass er keine andere Möglichkeit hatte, als mit Schuften zu handeln und euch Kinder als Versuchskaninchen zu benutzen.“ Ich konnte nicht glauben, was er da gerade von sich gab. Mein Vater wurde so, wie ich ihn kannte, weil dieser Mann vor mir, sein eigener Bruder, neidisch auf ihn war?

Wegen Neid wurde mein Leben und das von meiner Familie zerstört? Lächelnd erhob sich Kuro und schaute mich von oben herab an. „Nimm diese Wahrheit mit in deinen Tod Jikken.“ Zusammen mit seinen Männern ging er auf die beiden Wagen zu. Sie wollten gehen? Er wollte mich einfach so zurücklassen, nachdem er mir diese Wahrheit zu Teil kamen ließ?

Töte ihn!

Bevor einer von ihnen auch nur einen der Wagen berühren konnte, ließ ich meine Tentakel auf sie los. Blitzschnell zerschnitten sie die Autos in mikrowinzig kleine Teile. Überrascht wichen die Männer zurück. Das hatten sie wohl nicht erwartet. Doch bevor sie einen Gegenangriff starten konnte, zerschmetterte ich ihre Waffen mit meinen Tentakeln.

„Hey…  wo willst du denn hin?“, fragte ich Kuro eisig. Mit meinem eiskalten Blick bedachte ich ihn. „Willst du etwa wirklich wie ein verdammter Feigling abhauen? Wie ein Maulwurf der zu lange der Sonne ausgesetzt war und nun zurück in sein Loch schlüpfen muss?“  Man konnte auf dem Gesicht des Schwarzhaarigen ganz klar eine Pulsader schlagen sehen. Er war wütend. „Was erlaubt du dir eigentlich?! Du verdammter Monster!“ Blinzelnd starrte ich ihn an. Monster…? Ja, ja das bin ich. Aber er ist nicht weniger eins. „Ich werde jetzt gehen und du… du-u…“ Seine Worte blieben in der Luft hängen. Mit geweiteten Augen schaute er auf seine linke Hand. Oder eher gesagt, da wo sie Mal gewesen war. Einer meiner schwarzen Tentakel hielt die abgetrennte Hand fest und begann langsam damit sie zu zerdrücken. „Ahhhh!!!“ Sein Schrei war laut und schmerzerfüllt.

Gut so. Erneut leuchteten meine Augen rot auf. „Ich lasse dich nicht mehr entkommen.“ Wütend und zugleich ängstlich schaute er mich an, während er mit der noch verbleibenden Hand versuchte, die Blutung zu stoppen. Sinnlos. Mehr. Töte ihn. Mehr. Die Tentakel versuchten erneut die Kontrolle zu übernehmen und es war äußerst schwierig ihnen zu wiederstehen. Immerhin wollten wir doch das gleiche, wie ich.

„Asano-Sensei, ich bitte sie. Lassen Sie sich nicht von ihrer Wut leiten! Das wird sie nur in die Irre führen!“ Überrascht schaute ich zu dem gelben Oktopus. Da er nicht länger von den Männern bedroht wurde, konnte er sich wieder frei bewegen. Meinen Augen wurden nochmals um eins größer, als ich meinen Sohn in seinen Tentakeln erkennen konnte… und dass seine Wunde, fast wiedervollständig verschlossen war. Als wäre nichts passiert. Gakushu selbst war im Moment ohnmächtig, vermutlich durch den Blutverlust. Er hat ihn gerettet?

„Wie haben sie…?“, „Ich bin ein übernatürliches Lebewesen, welches schon viele Tragödien miterlebt hat. Deshalb habe ich mich darauf vorbereitet, dass, sollte jemals wieder eine Person, die mir nahesteht dem Tode verfallen sein, ich sie retten könnte.“ Erstaunt blickte ich Koro-Sensei an. Wieso konnte er das? Ein Geschöpf der Zerstörung. Er war genauso wie ich und doch konnte er anderen helfen. Sie heilen. „Verstehen sie es nun? Wir sind keine Monster, die nur zerstören können! Wir können auch anderen helfen! Ich und genau auch so Sie.“

Ich sollte anderen helfen können? Wusste er überhaupt was er da sagte? So etwas war schlicht ergreifend unmöglich für mich. „Koro-Sensei, wir gleichen uns sehr. Doch in diesem Punkt ist dies nicht der Fall. Es verdeutlicht mir nur, dass ich mich doch grundlegend von Ihnen unterscheide.“ Ruckartig drehte ich mich zurück zu Kuro. Ein paar seiner Männer standen um ihn herum und versorgten seine Wunde so gut es ging. Zwei weitere hielten ihre Messer in der Hand und sahen mich feindselig an. Kalt entgegnete ich ihren Blicken. Das ist meine Chance. Sie sind geschwächt.

Wenn ich, dass ausnutzen und sie alle umbringe…

„Jikken, du bist wirklich stark geworden…“ Überrascht schaute ich zu Kuro. Dieser starrte mich geradeheraus an. Jedoch waren seine Augen milchig. Wahrscheinlich sah er mich auch nur verschwommen, wenn überhaupt. „Doch noch hast du nicht gewonnen…“ Unter Schmerzen erhob er sich und starrte dann kurz hoch zur Kamera. Ich folgte seinem Blick und schaute so direkt in das Aufnahmegerät, bevor mein Blick zurück zu Kuro kehrte. Dieser war ein ganzes Stückchen vorangekommen. Anscheinend wollte er immer noch entkommen.

Langsam richtete ich meine Tentakel auf ihn aus. Meine Augen begannen erneut rot zu funkeln. Töte ihn! Tu es! „Stirb.“ Es dauerte nicht einmal eine Sekunde, da hatten meine Tentakel die Brust von Kuro durchbohrt. Und zwei Sekunden später waren die Köpfe seiner Vasalen sauber abgetrennt gewesen. Ihre Köpfe machten dumpfe Geräusche als sie zu Boden fielen. Kuro selbst ließ ich etwas entfernt im Wald verschwinden. Ich wollte seine tote Visage nicht direkt vor mir zu Gesicht bekommen. In meinen Augen hatte keiner mehr von ihnen das recht, am Leben zu sein. Und in Anbetracht der Tatsachen, was sie zu verantworten hatten, war das nur gerecht. Erschrocken konnte ich Koro-Sensei hinter mich aufkeuchen hören. Im Augenwinkel sah ich zu ich zu ihm hoch.

„Sie hatten es nicht anders verdient.“

Meine Wunden am ganzen Körper hatten sich unterdessen auch wieder geschlossen und ich hatte meine normale Form wieder angenommen. Man sah es mir Tatsache nicht einmal mehr an, dass ich einen Kampf ausgetragen hatte, der mein Leben hätte fordern können. Ganz langsam kehrten meine Tentakel auch zurück in meinen Körper. Der Kampf war vorbei. Jetzt ging es nur noch darum, einen Weg aus diesen Käfig zu finden.

„Koro-Sensei!“
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