Auf einem andren Stern

GedichtPoesie, Tragödie / P6
28.03.2019
28.03.2019
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Mein Vater drehte sich um und er ergriff das Messer,
er dachte dieser Stich macht sein Leben endlich besser,
ich habe laut geschrien, bin schneller gerannt,
doch er schlug mir ins Gesicht mit seiner flachen Hand,
Er musste einfach gehen und  ich weiß, es klingt hart,
doch ich machte mir Mut für meine schlimmste Tat,
ich wurde selbst oft genug im Leben betrogen,
also hab ich gegen ihn meine Hand erhoben,
ich wusste ganz genau, mir fehlte die Zeit,
doch sogar ohne Plan war ich zu allem bereit,
ich werd mich nicht ergeben, auch wenn er mich zwingt,
nein, ICH werd es sein, die diesen Kampf gewinnt,
das ist was ich fühle, das was ich denke,
weil ich dir niemals mehr die Möglichkeit schenke.

Jetzt ist die Zeit, in der ich endlich verstehe,
was ich wirklich will und nach vorne sehe,
niemand konnte mich hindern, ich bin nun ganz oben,
auch wenn keine Menschen mich in den Himmel hoben,
ich bin jetzt hier und lasse mich nicht unterkriegen,
nur meinen älteren Bruder werde ich lieben,
wir sind füreinander da und haben uns gern,
egal wo ihr lebt, wir leben auf nem anderen Stern.

Daimon, sag mir, wie oft hat Papa dich geschlagen,
sag mir, wie oft konntest du dich nicht aus deinem Zimmer wagen,
sag mir, mein Bruder, wie oft bist du schreiend aufgewacht,
wie oft hast du deine Augen noch und nöcher aufgemacht,
das erste Mal Widerspruch: "Papa, das wird mir zu viel!"
wie schlimm war es, als Mama aus dem Fenster fiel,
der erste Prozess mit zu wenig Beweisen,
die erste Entführung- wir wollten „nur verreisen“,
wie oft sind wir ausgebrochen, aus diesem kalten Loch,
du hast aufgegeben, aber ich- ich kämpfte noch,
wir haben gebetet, dass Mama nun ein Engel ist,
haben nach Papas Tritten oft genug den Flur geküsst,
diesen Schmerz, diese Vergangenheit,
Daimon, sag es, jetzt kommt unsere Zeit!

Jetzt ist die Zeit, in der ich endlich verstehe,
was ich wirklich will und nach vorne sehe,
niemand konnte mich hindern, ich bin nun ganz oben,
auch wenn keine Menschen mich in den Himmel hoben,
ich bin jetzt hier und lasse mich nicht unterkriegen,
nur meinen älteren Bruder werde ich lieben,
wir sind füreinander da und haben uns gern,
egal wo ihr lebt, wir leben auf nem anderen Stern.

Ich habe nie geweint, habe mich bloß gewehrt,
habe an dem Grab meinen Vater nicht geehrt,
als mein Onkel starb, hab ich mich endlich getraut,
und an eine wertvolle Zukunft geglaubt,
bekam eine neue Familie, ein neues Leben,
wurde von einer Familie zur Nächsten gegeben,
habe den Replay-Button so häufig gedrückt,
trotzdem blieb ich wie ich war und wurde nicht verrückt,
habe was aus mir gemacht und mich nicht aufgegeben,
hab mich täglich erinnert, richtig zu leben,
stand über mir selbst und über dem Rest,
hatte keine Scham und führte manchen Protest,
habe schließlich gewonnen und bin stolz darauf,
auf mich, mein Leben und meinen Bruder auch.
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