The One and Only

GeschichteRomanze / P16
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale OC (Own Character)
28.03.2019
13.05.2019
30
272312
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Ihr Lieben,

Diese Geschichte schrieb ich vor mehr als zehn Jahren, sie wurde genau hier, auf dieser Plattform, aber unter gänzlich anderem Titel und anderem Pseudonym veröffentlicht.

In der Zwischenzeit habe ich sie stark verändert, sie hat eine weite Reise hinter sich und ist in weiten Teilen nicht mehr mit dem Original vergleichbar – damals war sie eine reine Twilight-FF mit nahezu unveränderten Charakteren, heute sind bestimmte charakterisierende Bestandteile – die Forks High, beispielsweise – gestrichen worden, die Protas sind älter,  menschlicher, auch wenn Edward auf ewig jung ist.

Ihr merkt, auf das Übersinnliche müsst ihr nicht verzichten.



Ich dachte mir, ich poste sie noch einmal nach und nach. Vielleicht habt ihr Freude daran.

Sie wird:

- sehr lang,

- fantastisch,

- Edward und Bella beinhalten,

- auch den Rest des Cullen-Clans …

… und vielleicht sogar mich selbst ein wenig überraschen, weil ich bestimmte Teile wohl wieder umschreiben werde.

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Vergnügen.



Eure Lost in Snow

Prolog

»Du musst schon gehen?«

Bereits im Aufstehen befindlich sieht er flüchtig über die Schulter zu ihr zurück. »Ja.«

Damit verlässt er endgültig das weiche, warme Bett und macht sich daran, seine Hose überzustreifen. In seinem Rücken ertönt ein glockenhelles, leicht spöttisches Lachen. »Immer so eifrig, so beflissen. Ich dachte, du hättest es endlich hinter dir gelassen.«

Inzwischen ist er dabei, sein Hemd zuzuknöpfen und mustert sie wieder, diesmal etwas länger.

Ja, Lara ist eine Schönheit. Cremige, sehr weiche und einladende Haut. Volle, rosa Lippen, dazu diese dichte blonde Mähne, die nie den geringsten Makel offenbart. Nicht einmal jetzt, während der Geruch von heißem Sex noch den Raum schwängert.

»Ich habe Verantwortung«, erwidert er ebenso knapp und schließt die verbliebenen zwei Knöpfe. »Und im Gegensatz zu dir weiß ich das zu würdigen.«

Lachend legt sie sich auf den Rücken und gibt damit die laszive Haltung auf, mit der sie ihn bislang auch visuell zum Bleiben überreden wollte. In der neuen Pose wirken ihre Brüste nicht mehr ganz so voll, allerdings immer noch wunderschön. Wie die gesamte Frau. Sexy, schön und nichtssagend. Es kostet ihn keine großen Mühen, sie zu verlassen. Das tut es nie und genau das ist auch gut so.

»Der ewig bemühte Sohn«, summt sie und betrachtet ihn unter halb geschlossenen Lidern. »Immer so artig, so devot

Dafür hat er nur ein geringschätziges Lächeln übrig, bevor er sich die Schuhe überstreift, sich einmal durch das bronzefarbene Haar fährt und schließlich zu ihr tritt.

»Es ist symptomatisch für dich und den Grad deines Intellektes, dass du meine Ambitionen nicht nachvollziehen kannst«, erwidert er ohne besondere Note in der Tonlage. »Genau das macht dich für mich so interessant.« Er lässt einen sanften Finger an ihrem Gesicht entlanggleiten, küsst flüchtig ihre linke Brust und richtet sich auf. Das schmale Lächeln, das soeben noch seine Züge erhellt hat, verschwindet.

»Wir sehen uns.«

»Ja.«

Sie wirkt nicht im Mindesten verletzt, obwohl er sie tatsächlich sogar hochgradig beleidigt hat. Stattdessen dreht sie sich schwungvoll auf den Bauch und sieht ihm nach. »Lass nicht zu lange auf dich warten!«

Bereits im Türrahmen, der in die große Halle des gigantischen Anwesens führt, hebt er eine Hand, ohne sich noch einmal zu ihr umzudrehen.

»Das tue ich nie.«

Damit verlässt er zunächst den Raum, überwindet mit schnellen Schritten die Distanz bis zu der schweren Eingangstür und lässt auch diese kurz darauf hinter sich.

Wenig später sitzt er in seinem Volvo und startet den Motor. Noch immer beschreibt sein Gesicht diese emotionslose Maske, die er meistenteils zum Besten gibt. Er hat einen Termin abgehandelt, so wie schon viele davor. Als er den Wagen von dem weiträumigen Gelände in die Morgendämmerung lenkt, sind seine Gedanken bereits bei dem bevorstehenden Tag. Mit all seinen Verpflichtungen und Belanglosigkeiten. Denn ja, er HAT Verpflichtungen, und er nimmt sie wahr. Ohne zu zögern und ohne sie jemals infrage zu stellen – das zeichnet ihn aus.

* * *

Seattle ist eine graue Stadt, deren vermeintliches Grün von nichts weiter herrührt, als der umliegenden, möglicherweise früher einmal malerischen Landschaft. Heute ist sie manipuliert von schwerer Industrie, die ihre schadhaften Emissionen ungeniert in die Atmosphäre, den Boden und die zahlreichen Flüsse entlässt. Seismografen warten mit angehaltenem Atem auf den Ausbruch des Mount Rainier, welcher der einhelligen Ansicht nach bereits viel zu lange nicht mehr seine glühende Lava auf die Umgebung verteilt hat. Die Evakuierungspläne stehen seit Jahren, auch wenn jeder weiß, dass im Zweifelsfall ohnehin kein Mensch überleben würde. Übrigens auch kein Tier, nicht mal ein Insekt. Einzig die Küchenschaben haben eine reelle Chance, weil diese Kreaturen nahezu unkaputtbar sind. Kurzum, das vermeintliche Idyll ist ebenso abgehalftert wie der Rest der Welt, nur dass der Untergang in dieser Gegend eben sehr grün und größtenteils unbeachtet vonstattengeht.

Als es ihn vor ungefähr einem Jahr hierher verschlug, nahm er es hin, wie er üblicherweise alles in seinem Leben mehr oder weniger widerstandslos hinnimmt. Ohne große Überlegungen, ohne den Hauch einer Kritik oder großartigen eigenen Vorschlägen.

Der Tag verläuft mit den üblichen Terminen, den Meetings – den mehr oder weniger ungeliebten Stationen eines Lebens, wie er es führt. Als er am Abend endlich sein Apartment betritt, atmet er exakt einmal tief durch, bevor er mit raschen Schritten den Raum durchquert und in sein Bad geht. Wenig später lässt er unter der Dusche das heiße Wasser auf seinen Körper prasseln, hält sein Gesicht mit geschlossenen Augen genau in den Strahl und überlegt währenddessen, wie er den Tag beschließen wird. Lara? Kein Bedarf. Es empfiehlt sich, ihr nicht zu häufig seine Aufwartung zu machen, sonst zieht sie womöglich noch die falschen Schlüsse.

Der Sex mit ihr ist befriedigend, aber nichts Außergewöhnliches.

... die Aufwartung machen.

Nach wie vor mit geschlossenen Augen rekapituliert er im Geiste diesen Satz und lacht amüsiert auf. »Was für ein Fuck!«

Dann stellt er das Wasser aus, trocknet sich kurz darauf ab und strebt weiter in sein Schlafzimmer. Dort entnimmt er dem riesigen Schrank eine der wenigen Jogginghosen, neben dem etwas verblichenen Kapuzenshirt, was so gar nicht zu den ansonsten hier vertretenen Sachen passen will.

Bevor er in die Tiefgarage fuhr, sah er, dass der Himmel sich bereits bezogen hat und das Einsetzen des Regens unvermeidlich war. Ein Blick zum Fenster bestätigt ihm seine Vermutung. Inzwischen perlen dicke Wassertropfen an der Scheibe hinab, die unablässig dagegen geworfen werden. Seiner Ansicht nach beste Voraussetzungen, um ein paar Runden zu joggen. Es ist schon spät, es regnet und der aufkommende Wind erzählte seine eigene, schaurige Geschichte über die Pläne, die er für den Abend noch hat. Was bedeutet: Keiner wird ihn stören und niemand wird sich ihm in den Weg stellen. Es gibt nur ihn, seine Beine und seine Gedanken. Nachdem er wie üblich mit beiden Händen durch sein Haar gefahren ist, nickt er seinem Spiegelbild zu, das ihm einen sportlichen, attraktiven Mann unbestimmten Alters offenbart, und verlässt das Apartment.