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... weil das Leben ein Geschenk ist

von Mira93
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Markus Eisenbichler OC (Own Character)
27.03.2019
04.05.2021
36
52.776
14
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54 Reviews
Dieses Kapitel
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04.05.2021 1.290
 
Kapitel 35

„Danke dir, danke euch für das alles hier“, Greta strich Sofia kurz über den Arm und setzte sich neben sie. Die Runde hatte sich nach dem Essen etwas aufgelöst. Carlo und Martin waren kurz an ihre Arbeitsplätze zurück, während Paul seiner Cousine die kleine Hotelanlage gezeigt hatte.

Greta war aus dem Staunen fast nicht mehr herausgekommen. Es war alles so wunderschön und liebevoll wie sich die Gästezimmer auf die vielen kleinen weißen Häuschen verteilten. Immer wieder waren in der Mitte solcher Häuschen kleine Pools mit Liegestühlen oder Sitzgelegenheiten zu finden. Greta musste immer wieder an ihre Großmutter denken und sie war sich sicher, dass ihr das Hotel gefallen würde und noch besser natürlich, dass die ganze Familie dieses Projekt stemmte.

Sofia saß nun unterhalb der großen Veranda am Haupthaus unter einem Zypressenbaum auf einer kleinen weißen Bank und blickte auf das Meer, das in der Ferne im Sonnenlicht wunderschön glitzerte.

„Ach Greta“, Sofia seufzte auf und griff lächelnd nach der Hand ihrer Nichte. „Ich danke dir, dass du hergekommen bist“

Greta lächelte etwas und lehnte sich zurück. Sie schob sich ihre Sonnenbrille auf die Nase und atmete den Duft der warmen Luft genussvoll ein. „Schade, dass ich bald wieder zurück muss“

„Versprichst du mir, dass du uns wieder besuchen kommst?“, Sofia lächelte ihre Nichte liebevoll an und Greta antwortete sofort mit einem heftigen Nicken auf die Frage. „Natürlich!“, die junge Frau strich ihrer Tante sanft über die Schulter und lächelte dabei seelig. „Dann nehme ich mir mehr Zeit für euch alle“

„Und wir überlegen uns ein wunderschönes Programm und Maria kommt dann hoffentlich auch“, Sofia lächelte immer noch und schloss kurz die Augen. „Sie war ziemlich enttäuscht, dass sie sich nicht loseisen konnte“

„Dann muss sie mich einfach in Deutschland besuchen kommen“; erwiderte Greta lächelnd und überschlug ihre Knie. „Das wollte sie damals schon immer tun. Kannst du mir ihre aktuelle Handynummer geben, dann melde ich mich bei ihr?“

„Das würde sie sicher freuen“, ein großes Strahlen breitete sich auf dem Gesicht von Sofia aus und sie unterstrich ihre Aussage mit einem heftigen Nicken. „Ich gebe sie dir später. Mein Handy liegt am Empfang“

„Danke“, Greta drückte kurz die Hand ihrer Tante, ehe sie sich wieder gerade hinsetzte und ihren Blick auf das Meer richtete. Ganz leise konnte man das Rauschen der Wellen auf der Anhöhe hören und Greta malte sich in ihrer Gedankenwelt aus wie wunderschön wohl der Sonnenuntergang von der Veranda zu sehen sein musste.

„Darf ich dich was anderes fragen?“, Sofia brach nach einer Weile die Stille und nickend wandte Greta ihrer Tante einen Blick zu.

„Du und Markus, ist das was ernstes?“

„Was?“, überrascht über diese Frage kratzte sich Greta an der Stirn und schob sich hastig eine Strähne aus der Stirn.

„Markus und ich, wir sind kein Paar, falls du das meinst“; gab sie ruhig zurück und die Augen ihrer Tante wurden dabei etwas schmaler. Kopfschüttelnd wandte sie sich etwas ab. „Dann habe ich mich getäuscht. Ich war echt davon überzeugt, dass er dein Freund ist.“

„Nein, das ist er nicht“, Greta schüttelte den Kopf und wandte gedankenverloren ihren Blick wieder auf das Meer in der Ferne. „Aber er ist auch mehr als nur ein Patient.“

Vorsichtig griff Sofia nach der Hand ihrer Nichte und drückte sie etwas fester. „Gefühlschaos?“

Nickend senkte Greta ihren Blick wieder zu Boden und zeichnete mit ihrer Fußsohle kleine Kreise in den sandigen Boden.

„Weißt du, es gibt neben Markus auch noch einen zweiten Mann in meinem Leben – Lukas und momentan weiß ich einfach nicht wer der richtige ist“, flüsterte Greta leise und seufzte dabei auf.

„Lukas kenne ich schon ewig. Seine Familie hat mich nach Mamas tot aufgefangen und er kennt mich so gut wie kein anderer Mensch auf dieser Welt. Mit ihm ist alles so schön, sicher geborgen und ich fühl mich ihm jedes Mal wie in einem Hafen, indem ich angekommen bin“

„Und was fühlst du bei Markus?“, hakte Sofia nach, als Greta eine Weile lang nichts mehr sagte und nur gedankenverloren ihre Finger knetete.

Ein sanftes Lächeln schlich sich auf die Lippen von Greta und sie seufzte auf. „Mit Markus bin ich in eine Welt eingetaucht, die ich vorher nicht gekannt habe. Es ist alles so aufregend, spannend, neu und ich fühle ein Prickeln und Gefühle in mir, die ich zuvor noch nie gespürt habe. Jeder Tag ist ein Tag ins Ungewisse und ins Neue“, Greta lächelte leicht und verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Aber Markus ist in aller erster Linie Skispringer und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung ob unsere Gefühle für eine Zukunft reichen“

„Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht“, Sofia drückte nachdenklich Gretas Hand und lächelte sie liebevoll an. „Aber das hier“, sie legte sanft eine Hand auf Gretas Brustkorb, an der Stelle oberhalb des Herzens. „Das hier weiß was richtig ist und weiß wer deine große Liebe ist“, sie griff nach beiden Händen von Greta und hob sie etwas in die Höhe, um sie aufmunternd zu drücken.

„Ist es Lukas, dann ist doch alles ganz einfach. Du kehrst nach Hause zurück und wenn es Markus ist, dann musst du den Mut haben aus deiner Gewohnheit auszubrechen und dich auf eben genau das spannende und unbekannte Leben wie du es beschrieben hast, einlassen“, Sofia legte etwas den Kopf schief und sah Greta gedankenverloren an. „Wichtig ist nur, dass du niemals vergisst, dass es die große, wirklich wahre Liebe nur einmal im Leben gibt und man muss diese festhalten wo man nur kann.“

„Und woher soll ich wissen wer von den beiden meine stärkere Liebe ist?“, Greta sah Sofia mit großen Augen an und eine leichte Verzweiflung spiegelte sich darin wieder.

„Das kannst und musst nur du für dich alleine herausfinden, Greta“, Sofia presste die Lippen etwas zusammen und strich ihr sanft über die Wange. „Wichtig ist nur, dass du am Ende glücklich mit dir und mit deiner Entscheidung bist“

Greta schluckte und lehnte sich erneut an der Lehne der Bank zurück. Ihr Blick fiel kurz auf die Tiefen des Ozeans und der laue Wind blies ihr mit einer Brise die Haarsträhnen in die Stirn. Sofia hatte Recht, nur sie konnte es herausfinden und sie musste mit ihrer Entscheidung glücklich werden. Aber wer war es den sie wirklich liebte und wenn, konnte diese Liebe dann genug sein?

Greta seufzte und sie dachte an Lukas, eine wohlige Wärme machte sich in ihr breit. Sein Lächeln, seine Art, ihre gemeinsamen Stunden und der Blick mit dem er sie nur ansehen musste, um zu wissen wie es ihr ging. Er kannte sie wie ein Buch, das man schon oft gelesen hatte. Es war vertraut und harmonisch.

Und Markus?

Greta dachte an ihn und sie spürte sofort wieder das Kribbeln in ihr. Seine Art die sie am Anfang fast verdammt hätte, seine Verletzlichkeit und seine bedingungslose Liebe gegenüber seinem Sport. Greta bewunderte ihn dafür, wie er mit aller Kraft immer mehr als hundert Prozent geben wollte und wie seine Augen bei den Erzählungen funkelnden. Er war auch wie ein Buch, doch man wusste nie was auf der nächsten Seite stehen würde. Er schaffte es, sie immer wieder aufs Neue zu überraschen und wenn sie an ihre gemeinsame Nacht dachte und wie zärtlich und liebevoll er sein konnte, dann wurde es ihr ganz warm er hatte zwei Seiten, die ihn so besonders machten und für, die ihn Greta so sehr mochte.

War ihre Entscheidung vielleicht schon insgeheim gefallen? Hatten ihre Gefühle ihr schon eine Richtung vorgesagt und nur sie hatte diese noch nicht erkannt?
„Und wenn dir alles zu viel wird“, Sofia legte einen Arm um ihre Nichte und holte die junge Frau somit aus ihrer Gedankenwelt wieder zurück in die Realität. „Dann steigst du einfach in das nächste Flugzeug und kommst zu uns“
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