Wie ein Adler in der Luft

GeschichteDrama, Romanze / P18
Andreas Wellinger Markus Eisenbichler
27.03.2019
05.11.2019
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Lieben Dank an Leseratte für die Review.
Es geht endlich weiter :)



Markus streckte seine Arme und bog den Rücken durch, als er in Klingental aus dem Bus stieg. Da hier schon in drei Tagen der nächste Wettkampf anstand, waren sie dieses Mal direkt von Hinzenbach zusammen angereist. Er stopfte seine Sachen in den Rucksack stieg aus und sprang mit einem Satz aus dem Teambus.

„Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige der Hummeln im Hintern hat.“ lachte Karl und schulterte seine Taschen.

Markus grinste ihn an: „Es kann für mich ja nur besser werden.“ Nach seinem Gespräch mit Werner hatte er das letzte Springen abgehackt und auch Lenis aufmunternde Worte am Telefon hatten ihn wieder vollkommen motiviert.

„Ich denke bei euch scheint immer die Sonne, Richi?“ lachte Constantin, der sich gerade einen der ersten Regentropfen von der Stirn wischte.

Richard drehte sich um und rief lachend über seine Schulter hinweg: „Nein, da musst du etwas verwechseln. Bei uns garantiert nicht.“

„Stimmt. Deine gesunde Hautfarbe namens Käsebleich kommt ja nicht von irgendwo her.“ grinste Constantin fies und fing sich natürlich sofort einen Rüffel von Richard ein.

„Für dein Alter hast du ein ziemlich loses Mundwerk.“ grummelte er vor sich hin. Fügte dann aber noch grinsend hinzu: „Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ und verschwand im Hotel.

„Du bist heute aber auch wieder besonders nett zu deinen Mitmenschen.“ rief Karl zu Constantin herüber, der den Schlagabtausch beobachtet hatte.

„Der hat anscheinend zu viel überschüssige Energie.“ konnte sich Andi den Spruch nicht verkneifen und stapfte Richtung Hotel.


*


Das letzte Springen des Sommer-Grand-Prixe entwickelte sich jedoch anders als gedacht. Die Quali konnte gerade noch so mit Mühe und Not durchgeführt werden, aber an einen fairen Wettkampf war nicht zu denken, da das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung machte. Der einzige der sich von ihnen darüber insgeheim freute war Andi, da er nun endlich nach Hause konnte.

Er wollte so schnell wie möglich das Gespräch mit Susi in Anlauf nehmen, denn er hielt die Funkstille zwischen ihnen nicht mehr aus. Ständig dachte er an sie und fragte sich, was sie gerade so machte.

Über Markus wusste er, dass Susi zu Hause war und er hatte sich vorgenommen, direkt morgens zu ihr zu fahren und endlich mit ihr zu sprechen.

*

Die Nacht hatte Andi so unglaublich schlecht geschlafen, dass er nochmal zu Kaffeebecher griff, bevor er auf den Hof fuhr. Seine Stimmung hatte alles durchlaufen. Von Wut auf sich selber bis völlige Enttäuschung.

Halb verschlafen fuhr er auf den Hof, doch als er gerade den Motor abstellen wollte, musste er grinsen. Er beobachtete wie Leni aus dem Haus gelaufen kam und Markus um den Hals viel.

Etwas wehmütig stieg er aus dem Auto und ging auf die beiden zu: „Hallo ihr zwei! Wie ich sehe, bin ich nicht der erste Gast hier.“

Markus und Leni sahen zu Andi herüber und Leni kam sofort auf ihn zu und umarmte ihn: „Schön dich zu sehen, Andi. Ich hoffe wirklich, ihr zwei bekommt das wieder hin.“

Lenis herzliche Wort ließen ihn hoffen, dass sich doch alles zum guten wenden würde.

„Ist Susi oben? Meinst du ich kann zu ihr hoch gehen?“ Andi sah sie mit fragendem Blick an und kratzte sich am Hinterkopf.

„Ja Susi ist oben in der Wohnung und wartet schon auf dich.“ Kaum hatte Leni das ausgesprochen, sah sie, wie Andi einen Kloß im Hals hinunterschluckte.

„Okay dann werde ich mich mal auf den Weg machen. Wünscht mir Glück.“ sagte Andi und ging noch schnell zum Auto um den Blumenstrauß zu holen, den er Susi mitgebracht hatte.

Wenn er sonst auch nicht immer auf die Worte seiner Mutter hörte, er wusste, dass er jetzt nichts dem Zufall überlassen durfte.
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