Wie ein Adler in der Luft

GeschichteDrama, Romanze / P18
Andreas Wellinger Markus Eisenbichler
27.03.2019
05.11.2019
37
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Die Handlung ist frei erfunden und enspringt nur meiner Fantasie



„Na kommt schon, wie findet ihr die Idee?“ fragte Markus die anderen Jungs.
„Mh ich weiß nicht… das ist unser einziges freies Wochenende im September!“ rief Richard von der anderen Seite des Volleyballfelds herüber und kickte den Ball über das Netz.

Die Sonne stand hoch am Himmel und es war warm. Wenn es nach den Springern gegangen wäre, wären sie jetzt lieber im Eibsee eine Runde schwimmen. Es war Ende August und Werner hatte sein Team zu einem letzten gemeinsamen Trainingslager in Garmisch versammelt.

„Ich bin dabei. So etwas wollte ich schon lange mal wieder machen.“
„Ich bin auch mit von der Partie!“ stimmte Karl Andi zu.
„Leider bin ich raus. Meine Frau und ich wollen an dem Wochenende einen Kurztrip machen, bevor die Saison wieder los geht“ warf Severin in die Runde.
„Uuuhhh Pärchen-Zeit" neckte Andi Severin.

Werner hatte seine Jungs die letzten Tage auf die Springen der kommenden Saison eingeschworen.
Gerade spielten sie eine Runde Beachfußball und kickten den Ball locker über das Netz. Es würde seine letzte Saison als Bundestrainer werden und als er sie alle vom Spielfeldrand aus beobachtet, fragte er sich, ob es die richtige Entscheidung war.
Bisher hatte er noch nicht mit dem Team gesprochen. Es hatte sich noch nicht die passende Situation ergeben. Sie waren in der letzten Saison und vor allem während der Olympischen Spiele zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Um so mehr freute er sich, dass sie auch außerhalb von Trainingseinheiten und Manschaftssitzungen etwas zusammen unternahmen.
Das konnte ein interessanter Winter werden, aber das war noch Zukunftsmusik.

„Ich schaue nachher mal in meinen Terminkalender, aber ich denke, dass ich auch dabei bin “ sagte Stephan und guckte Pius und Constantin an: „Wie sieht es denn mit euch zweien aus?“
Kurz wechselten die zwei einen Blick. „Klar! Für sowas bin ich immer zu haben. Wir sind dabei!“ warf Pius ein.

„Sehr gut!“ sagte Markus, der den Ball gerade ins Aus gespielt hatte. „Dann kann ich nachher auf der Rückreise mit der Planung beginnen. Hat einer von euch bestimmte Wünsche?“
„Ja, bitte keine exorbitanten Höhenwanderungen, für die du ja so bekannt bist!“ grinste Stephan.
„Keine Sorge, die Preißen unter uns plane ich schon mit ein“ zwinkerte Markus Andi und Karl zu.
Und schon hatte Markus einen Ball von Stephan am Kopf, der sich vor Lachen krümmte und sagte: „Dafür können wir Preißen besser Fußballspielen als ihr Bazis!“
„Das nimmst du sofort zurück!“ schaltete sich Andi ein: „die Bayern sind letzte Saison schon wieder Meister geworden und bestimmt werden sie auch in der kommenden Saison Meister.“

Bevor sich die ganze Sache weiter aufschaukeln konnte ertönte ein Pfiff und Werner rief: „Jetzt ist es aber gut! Habt ihr unsere oberste Regel vergessen? Keine Fußballgespräche beim Fußball. Ihr wisst warum… geht erst mal etwas trinken. Es ist schon wieder viel zu heiß.“

Das ganze Team zuckte zusammen und wurde sofort ruhig. Alle griffen zu ihren Flaschen und wischten sich erstmal den Schweiß von der Stirn. So ein Spiel im Sand war doch ganz schön anstrengend. Dazu kam noch dieser heftige Sommer, der kein Ende nehmen wollte.

Darauf ergriff Markus das Wort: „Okay dann starte ich mit der Planung! Ihr könnt den Freitag gerne zu mir kommen und dann fahren wir alle zusammen zum Startpunkt.
Bestimmt leiht uns das Serviceteam den kleinen Sprinter, da passen wir alle rein.
Severin und Richard, wenn ihr euch doch noch entscheidet mitzukommen, sagt mir einfach Bescheid. Und denkt daran, es wird eine Hüttentour. Also keine 10 kg Gepäck wie beim letzten Mal!“

„Ist ja schon gut, es wird nicht mehr vorkommen. Versprochen!“ gab Karl kleinlaut zurück.
Er erinnerte sich noch gut an die letzte Tour im Sommer. Er hatte wohl etwas übertrieben und den großen Wanderrucksack für eine Tagestour gepackt.
Er konnte ja nicht wissen, was Werner sich ausgedacht hatte und er wollte für alles vorbereitet sein. Im Nachhinein war er auch schlauer und wusste, dass alle nur mit minimaler Ausstattung unterwegs waren, da Werner schnell und gerne viele Höhenmeter machte.

Nachdem sie das Spiel zu Ende gespielt hatten, rief Werner sie nochmal alle zusammen. Die Sonne stand jetzt schon etwas tiefer am Himmel, doch es war immer noch unerträglich warm. Sie setzten sich unter den nächst gelegenem Baum, um doch noch etwas Schatten zu erhaschen.

„Ich bin mit euch echt zufrieden. Ihr habt alle die Tage hart gearbeitet und eure Trainingsmethoden noch mal angepasst. Ich habe mit Jedem von euch gesprochen und ich möchte, dass ihr genauso in euren Trainingseinheiten weiter macht, bis wir uns alle wiedersehen.
Hin und wieder werde ich mal bei euch einzeln vorbeischauen, aber das bespreche ich noch mit euren Heimtrainern.
Wir sehen uns dann im Oktober, um uns auf Wisla vorzubereiten.
Wenn irgendwas ist, meldet euch bei mir. Ihr wisst, spätestens am nächsten Morgen melde ich mich bei euch“ fügte er zwinkernd hinzu.
„So jetzt seid ihr alle entlassen. Genießt noch etwas diesen nicht enden wollenden Sommer und verliert nicht eure Ziele aus dem Auge!"

Als alle aufgestanden waren, klatschten sie sich ab und verabschiedeten sich voneinander.

„Wie ich dich kenne hast du die Tage wahrscheinlich wieder nur aus dem Koffer gelebt und brauchst nicht zu packen, oder Eisei?“ fragte Andi Markus der gerade auf ihn zu kam.

„Man könnte meinen du kennst mich doch schon etwas länger" grinste Markus: „Aber du brauchst wahrscheinlich wieder eine halbe Ewigkeit, oder?“

„Ob du es glaubst oder nicht, tatsächlich habe ich das heute Morgen schon gepackt.“ So gingen die zwei, nachdem sie sich verabschiedet hatten, zum Hotel zurück, um die Taschen zu holen und machten sich dann auf den Rückweg.
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