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Erschütterung

von Mary194
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Tragödie / P16 / MaleSlash
Aberforth Dumbledore Albus Dumbledore Ariana Dumbledore Gellert Grindelwald
27.03.2019
01.09.2019
19
48.909
24
Alle Kapitel
78 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
27.03.2019 926
 
Hallo ihr Lieben,

das hier ist als kleines Intermezzo geplant (wer meine anderen beiden Geschichten über Albus & Gellert kennt, weiß wie das bisher ausgegangen ist). Aber diesmal habe ich wirklich den Plan, dass es nicht über 10 Kapitel hinausgeht. Wünscht mir Glück.













* 1899 *


Albus Dumbledore rannte fast aus der Haustür heraus und über den schotternden Weg. Der letzte Sommer des Jahrhunderts zeigte sich von seiner schönsten Seite und die warme Luft strömte über die bunten Blumenfelder rundum Godrics Hollow. Schmetterlinge, Zikaden und Hummeln flogen umher und ein Summen erfüllt den leisen Wind. Doch der rennende Junge bemerkte all das nicht; nicht weil er sich nicht für die Schönheit der Natur interessiert hätte... Nein, Albus war einfach blind für all den Zauber geworden, der nicht von diesem einen Menschen ausging.

Er riss, mit klopfendem Herzen, das Scheunentor auf und blieb augenblicklich stehen.

Gellert Grindelwald saß im Schneidersitz im Stroh, auf seinem Schoß ein Buch und die hohe Stirn in nachdenkliche Falten gelegte, doch als er Albus bemerkte, sah er auf und lächelte breit.

„Mein Herz.“ Flüsterte er in seiner Muttersprache und stand schließlich auf. Auch Albus setzte sich wieder in Bewegung und ging auf ihn zu. „Es tut mir leid, dass ich mich verspätete habe, Aberfor-“ Der Satz erstarb in dem sehnsüchtigen Kuss und er spürte wie sein Herz in einem unrhythmischen Takt stolperte. Gellerts Finger wanderten in die kurzen, dunklen Locken und zogen ihn enger. Ihre Körper berührten sich der Länge nach und Albus konnte nicht genug davon bekommen. Sie kannten sich erst seit ein paar Tagen und trotzdem kam es ihm so vor, als wäre er schon sein ganzes Leben mit Gellert verbunden.

„Du schmeckst nach deinen Zitronendrops.“ Flüsterte Gellert gegen die warmen Lippen und lächelte hinreißend.

„Ich schmecke nur dich.“ Gab Albus zurück und strich mit den Fingern über das Gesicht des Jüngeren. „Du bist so wunderschön.“

Gellert lachte laut und es hallte in dem Herzen des jungen Dumbledore wieder. „Anscheinend bist du blind vor Liebe, Albus.“

„Vielleicht ist das so.“ Gab der Ältere lachend zurück, als ihm etwas einfiel: „Sag mal... was hast du gestern mit Enid gemacht?“ Fragte er als er an den gestrigen Abend zurück dachte. Gellerts Tante, Bathilda – gleichzeitig Albus’ Nachbarin-  hatte zu einem kleinen Gartenfest eingeladen und nach dem sich ein Junge aus dem Dorf - der immer wieder versuchte in den Angelegenheiten von Albus’ Familie herumzuschnüffeln- ihn ständig belagert hatte, nahm Gellert ihn zur Seite...

„Gar nichts... ich habe...“ Der Blonde biss sich auf die Lippen um ein Grinsen zu unterdrücken. „... mit ihm gesprochen.“

„Gesprochen?“ Albus zieht die Augenbrauchen hoch und tritt einen Schritt zurück. „Du hast ihn mit in die Küche genommen... und nach ein paar Minuten...“

„Albus...“

„...rannte er weinend aus dem Haus.“ Albus lachte bei der Erinnerung.

„Ich habe nichts Schreckliches getan. Ich habe wirklich nur geredet.“

„Ich kenne dein reden, Gellert.“ Bemerkte Albus amüsiert und verschränkt seine Finger mit denen des Jungen. Der körperliche Kontakt zu Gellert war eine Lebensnotwenigkeit für ihn geworden. Seit Bathilda ihm ihren Neffen vorgestellt hatte, verbrachten sie jede mögliche Sekunde zusammen. Sie verehrten einander für ihren Verstand und ihre Kraft. Respekt. Ebenbürtigkeit. Liebe.

Bereits wenige Sekunden nach ihrem Kennenlernen, hatte Albus den rasenden Puls unter seiner Haut gespürt und hatte versucht das Gefühl einzuordnen. Doch ehe er sich Klarheit darüber verschaffen, in Scham und Selbstzweifel versinken und sich verstecken konnte, hatte Gellert ihn in dem kleinen Bücherzimmer seiner Tante gegen die Wand gedrückt und ihn geküsst.

Sein erster Kuss.

Von einem Jungen.

Nichts war je besser und kostbarer gewesen.

Albus’ Hände hatte gezittert als er sie an die Wangen des Jüngeren gelegt hatte und er fühlte sich als hielte er die ganze Welt in seinen Armen. Er hatte vor ein paar Wochen  seine Mutter verloren und war zornig und verbittert in sein Dorf zurückgekehrt. Die Verantwortung für seinen Bruder und seine versehrte Schwester lagen auf seinen Schultern. Sein Talent vergeudet und weggeworfen. Er hatte es gehasst. Bis –

„Hallo. Ich bin Gellert Grindelwald.“


„Ich bin –“


Und plötzlich war ihm sein Name entfallen... die Augen von Bathildas Neffen weiteten sich einen Moment, ehe er auflachte und Albus miteinstimmte.


„Albus. Mein Name ist Albus.“


Brachte er schließlich hervor und ihm fiel zum ersten Mal auf dass er noch lachen konnte.


„Willst du das wirklich tun, Albus?“ Gellerts Stimmte riss ihn aus seinen Gedanken.

„Hast du etwa Zweifel?“ Fragte Albus und sah ihn prüfend an.

„Nein.“ Der Jüngere schüttelt den Kopf. „Es ist ein großer Zauber. Ich habe so etwas noch nie gemacht.“

„Das hoffe ich.“ Erklärt der junge Dumbledore und zieht seinen Zauberstab hervor; er sieht ihn einen Moment an, blickt kurz auf den Boden und geht wieder einen Schritt auf ihn zu. Er streckt seine linke Hand aus und spürt das sanfte Kribbeln in den Fingerspitzen. Der Schnitt mit dem Stab brennt etwas, doch die Aufregung spült das Gefühl fort.

Mit zitterndem Atem presste er seine Handfläche gegen die des blonden Jungen. Das Gefühl war so überwältigend und allumfassend, dass seine Augenlider flatternd zufielen und er seine Finger langsam mit denen von Gellert Grindelwald verschränkt, um den Halt in der Wirklichkeit nicht zu verlieren.

Er hatte keinerlei Ahnung von der dunklen Magie um Blutzauber. Doch was sollte schiefgehen... sie waren beide jung und brillant. Talentiert und... verliebt.



* 1927 *




Als er das nächste Mal blinzelte war Gellert verschwunden und Albus allein in den Gängen eines... Schlosses?

Verwirrt blickte er sich um und zuckte zusammen als er majestätische Gebirgszüge durch die hohen Fenster erkannte. Ehe er etwas sagen konnte, ehe er reagieren konnte, setzte ihn ein Zauberspruch außer Gefecht...
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