Just Another Brick in the Wall

GeschichteDrama, Suspense / P18
Elijah Kamski Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
26.03.2019
06.12.2019
12
44904
11
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Just Another Brick in the Wall


Cover (einfach klicken ・ᴗ・)

Genres: Suspense, Mystery, Krimi, Drama, Romanze, Freundschaft & Familie

A/N:
Herzlich willkommen zu meiner ersten Geschichte hier im Fandom ・ᴗ・
Ich möchte nicht lange um den heißen Brei herumreden, weswegen hier kein ausschweifendes, erklärendes Vorwort folgen wird. Sollte dennoch (z.B. thematisch ) etwas unklar sein, zögert bitte nicht, mich zu fragen - ich bin da ganz offen :)
Am Anfang jedes Kapitels wird ein Musikvorschlag zu finden sein - dabei handelt es sich nicht um Lieder, die 1:1 eine Art Soundtrack sein sollen, sondern lediglich der Inspiration dienen. Sie bringen für mich eine gewisse, gewünschte Stimmung rüber und daher dachte ich, sie anzuführen.
Sie müssen aber nicht gehört werden, ihr könnt sie genauso gut ignorieren, ohne etwas zu verpassen :)

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und würde mich – wie natürlich jeder hier ^^ – herzlich über Reviews, Lob, Kritiken, Anregungen und Ähnliches freuen! ♥

- Celestinea
⋅✾⋅

Prolog – Aufbruchstimmung

›Pink Floyd – Us and Them‹


17. Januar 2039, 08:35 Uhr
J. Edgar Hoover Building
935 Pennsylvania Avenue – Washington, D.C.


Es herrschte eine unangenehme, fast schon bedrückende Stille in unserem Büro. Das sanfte Licht der Morgendämmerung schien durch die weißen, zugezogenen Vorhänge der großen Fensterfront zu meinem Rücken hinein und verpasste mir damit ein merkwürdiges Gefühl. Den gesamten Tag schon, seit ich heute Morgen aufgestanden war, verfolgte es mich … das Gefühl der Aufbruchstimmung.

Es schien, als würde es meinem Partner, Special Agent Nathan Williams, ähnlich wie mir ergehen. Ständig trafen sich unsere Blicke. Manchmal peilte er zu mir rüber und manchmal ich zu ihm, woraufhin wir beide blamabel wieder wegguckten und so taten, als hätten wir uns gar nicht angeguckt. Er saß schräg gegenüber vor mir an seinem Schreibtisch und durchstöberte die neuste, elektronische Tablet-Ausgabe der ›Washington Post‹, während mein Kopf über einer weiteren Fallakte hing.

In Verbindung mit dem, was in der letzten Silvesternacht passiert war, ergaben die sich anhäufenden Morde an Androiden im gesamten Land ein gruseliges Gesamtbild. Anhänger einer radikalen und von der Presse als ›gemeingefährlich‹ eingestuften Gruppe namens ›Liberation‹ hatten sich urplötzlich in der Nacht vom 31. Dezember 2038 auf den 01. Januar 2039 in mehreren Städten versammelt. Auf großen Gemeindeplätzen hatten sie mit Lautsprechern und Mikrofonen das ›Jahr der Befreiung‹ angekündigt, in dem die USA sich ›von der Tyrannei der Androiden lösen‹ würden in Form eines ›landesweiten Umschwungs‹. Die lokalen Polizeibehörden hatten viel zu spät auf diese Demonstrationen reagiert, weswegen eine regelrechte Massenpanik in den betroffenen Städten ausgebrochen war, gefolgt von tagelangen Ängsten. Manche Leute befürchteten das Schlimmste und gingen davon aus, dass ›Liberation‹ terroristische Anschläge plante, allerdings war bisher noch nichts geschehen und es war eindeutig, dass ihr Fadenkreuz nicht auf den Menschen, sondern auf Androiden lag. Also waren Terroranschläge relativ unwahrscheinlich, denn damit würden auch unschuldige Menschen auf ihr Konto gehen … aber alles andere befand sich im Rahmen des Möglichen.

Kaum hatte das neue Jahr begonnen, schon stapelten sich die Mordfälle an Androiden auf unseren Schreibtischen.
Nathan, ich und weitere Agents gehörten der neu gegründeten Androiden-Einheit des FBI an, die – wie der Name verriet – auf Fälle mit Androidenbeteiligung spezialisiert war. Aufgrund dessen, dass die Mordrate an Androiden so rapide zugenommen hatte, ging man von Hassverbrechen aus. Außerdem glaubten wir alle langsam daran, dass die unheilvolle Ankündigung von ›Liberation‹ irgendwie damit zusammenhing.

Die momentane Anspannung im Land manifestierte sich in unserem Büro: All unsere Schreibtische beherbergten mehrere Stapel – die Fallakten der Androiden-Morde, in ihre jeweiligen Städte eingeteilt. Von Houston bis Seattle war alles dabei. Doch der Stapel für Detroit war der höchste von allen, und allein daran erkannte man bereits, dass diese Stadt mal wieder im Fokus des Chaos lag.

Erst letzten November hatte Detroit als Schauplatz der Revolution dafür gesorgt, dass das Land sich mit nie zuvor gewesenen Konflikten konfrontiert gesehen und kurz vor einem Bürgerkrieg gestanden hatte. Die Nachwirkungen davon waren immer noch deutlich spürbar und aktuell, besonders für uns.

Es war noch nicht so lange her, dass einige Agents, darunter Perkins, nach Detroit hatten anrücken müssen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Und gerade, als wir gedacht hatten, dass es vorbei wäre, zog es uns wieder dorthin. Deswegen war heute mein letzter Tag in unserem Büro, das uns zwar erst seit Dezember zustand, aber trotzdem schon beinahe ein zweites Zuhause für mich war.
Obwohl ich seit einigen Jahren dem FBI angehörte, packte mich vor jeder neuen Aufgabe eine Art Heimweh – und das, ohne überhaupt ausgerückt zu sein. Manchmal konnte ich durchaus eine Schwäche für Dinge wie Nostalgie haben, was sich in solchen Momenten wieder verdeutlichte.
Ich fühlte mich wohl hier, hatte mich an dieses Büro gewöhnt, aber genauso gut würde ich mich an Detroit gewöhnen … dort würde ich die nächste, unbestimmte Zeit verbringen – so lange, wie es notwendig war, um die erwünschte Ruhe einkehren zu lassen und die grausame Mordreihe zu beenden. Denn dafür war ich hier; um die Sicherheit aller US-Bürgerinnen und -Bürger zu gewährleisten. Seit Neuestem gehörten auch Androiden dazu. Ich war zwar keiner dieser Enthusiasten, der behauptete, dass Androiden genauso seien wie wir Menschen, aber ich erkannte die ihnen gebührenden Rechte an, wozu das auf Unversehrtheit gehörte. Zugegebenermaßen hatte ich mich nie besonders eingehend mit einem von ihnen unterhalten – ich kannte nur die Theorie hinter dem Konflikt, hatte jedes bedeutende Ereignis miterlebt und jede Ansprache ihres Anführers, Markus, mitverfolgt.
Ich würde also behaupten, trotzdem ausreichend vorbereitet zu sein.

Plötzlich hörte ich das Klicken der Türklinke und horchte auf. Im Augenwinkel sah ich, dass Nathan genau dasselbe machte. Fast schon gebannt starrten wir die Bürotür an, die sich anschließend schwungvoll öffnete. Dahinter stand Francis Statham, der Assistant Director und damit unser direkter Vorgesetzter. In seinem eisernen Gesichtsausdruck lag die gewohnte Strenge, gemischt mit etwas Fürsorge, die ihn zu dem machte, was er war: Ein unglaublich ehrenwerter, loyaler und autoritärer Mann mit einer Ausstrahlung, die verdeutlichte, wie viel er bereits durchgestanden hatte. Wie so gut jeder von uns.

»Agent Williams, Agent Bennett«, grüßte er uns neutral sowie kurz angebunden – wie immer, wenn er unser Büro unangekündigt betrat.

»Guten Morgen, Sir«, erwiderte ich, straffte die Schultern und machte den Rücken gerade als Zeichen meines Respekts. Eine alte Angewohnheit aus der Akademie.

»Ich hatte gedacht, Sie mit gepackten Koffern vorzufinden. Was machen Sie hier? Sie sollten sich auf den Flieger vorbereiten und nicht die Akten studieren, dafür haben Sie auch dort noch Zeit!« Stathams bohrender Blick richtete sich auf Nathan, der bisher noch nichts gesagt hatte.

»Der Flieger geht erst in einer Stunde los, wir wollten uns davor noch ausreichend auf den kommenden Fall vorbereiten«, rechtfertigte mein Partner sich und legte dabei das Tablet mit der ›Washington Post‹ beiseite. Nathan hatte gerade dreist gelogen … wir hatten uns zwar tatsächlich auf die Lage in Detroit vorbereiten wollen, aber nur ich hatte es wirklich getan. Er hatte sich stattdessen die Zeit mit der Zeitung vertrieben.

»Nun, ich schätze Ihren Ehrgeiz.« Statham klang nicht sonderlich überzeugt, sondern eher skeptisch, während er unmissverständlich auf die Zeitung guckte. Er hatte ihn offensichtlich durchschaut. »Aber Sie sollten sich wirklich fertig machen, am besten sofort.« Gerade, als ich meinen Kopf wieder senkte, hängte er noch ein »Das gilt auch für Sie, Agent Bennett!« hinterher. Diesem Mann entging wirklich nichts.

»Natürlich!«, entfuhr es mir hastig und mein Blick schnellte wieder nach oben zu Statham. »Wir werden uns sofort bereitmachen, Sir.«

»Das will ich hoffen.« Er nickte mir zu. »Alles andere haben wir ja bereits besprochen … und denken Sie daran: Wenn Sie irgendwelche Probleme in Detroit haben sollten, egal welcher Art, zögern Sie bitte nicht, mich unverzüglich zu kontaktieren.«

»Verstanden, Sir«, antwortete diesmal Nathan, woraufhin Statham sich noch knapp von uns verabschiedete und das Büro wieder verließ.

Die Tür wurde leise in das Schloss gezogen und als sie geschlossen war, hörte ich Nathan aufatmen.

»Alles in Ordnung?« Mit dieser Frage schloss ich nun auch die Fallakte und legte sie auf ihren Stapel zurück. Es würde ein Heidenspaß werden, die alle einzupacken.

»Ja … es ist nur …« Er pausierte in einer merkwürdig aufgesetzt-dramatischen Art, die ich an ihm so gar nicht kannte. »Ich weiß noch nicht, was ich von alldem halten soll. Detroit … wenn ich daran denke, was sich dort letzten November alles zugetragen hat, und jetzt diese Mordserien … wie kannst du nur so entspannt sein?«

»Oh ich bin nur so entspannt, wie ich dich glauben lassen will«, lachte ich ehrlich auf, erhob mich vom Bürostuhl und streckte mich ausgiebig. Mein linker Arm knackste dabei. »Du warst noch nie so nachdenklich wie jetzt gerade.«

»Wir hatten auch noch nie einen solchen Fall. Versteh mich nicht falsch, Morde sind nicht das Problem … es ist die Gesamtsituation, die mir Sorgen macht.«

Ich beschloss, seine Aussage nicht zu kommentieren. Ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen, also beließ ich es bei einem verstehenden Nicken.

Wenig später packte mein Partner seine wichtigsten Sachen zusammen und machte sich auf den Weg, woraufhin ich alleine im Büro zurückblieb.
Die restlichen Agents unserer Einheit waren bereits abgereist in alle möglichen Städte, allesamt in Zweierteams, genauso wie Nathan und ich demnächst.

Ein letztes Mal sah ich mich um. Ich vermisste dieses Büro jetzt schon. Letzten Monat, als unsere Einheit gegründet worden war, hatten die Agents anderer Einheiten uns für verrückt erklärt, vor allem Perkins (der definitiv voreingenommen war).
»Wer will denn bitte freiwillig an dieser Scheiße arbeiten?!« hatte man uns gefragt.
Ich, für meinen Teil, bereute jedoch gar nichts. Androiden waren ein unverkennbarer Bestandteil unserer Gesellschaft geworden und man konnte von ihnen halten, was man wollte – aber sie waren nicht mehr wegzudenken und es wäre dumm, sie und die mit ihnen zusammenhängenden Fälle zu ignorieren.
Gerade deshalb war ich dankbar für diese Möglichkeit und dankbar dafür, überhaupt in die Androiden-Einheit eingeteilt worden zu sein. Doch als Statham bekanntgegeben hatte, dass wir bald in die von den Mordfällen betroffenen Städte ausrücken müssten, hatte ich noch nicht damit gerechnet, ausgerechnet nach Detroit geschickt zu werden. Ich war von etwas mit kleinerem Kaliber ausgegangen – von meiner Heimatstadt Boston oder meinetwegen auch Montpelier – aber nicht von dem Epizentrum des großen Ganzen.
Ich musste mir schon eingestehen, dass ich einen ziemlich großen Respekt vor Detroit hatte. Immerhin hatte da alles angefangen und es war klar, dass sich dort das Grausamste des Grausamen abspielte … aber es gab keine Herausforderung, vor der ich mich scheute. Ansonsten wäre ich beim FBI völlig fehl am Platz.

Mit dieser Einstellung schaute ich in die Zukunft, die schon in wenigen Stunden beginnen würde, während ich nicht umhin kam, mir einige Szenarien im Kopf auszumalen. Langsam machte ich mich selbst lächerlich, denn so aufgeregt war ich seit der Verkündung unserer Prüfungsergebnisse in der Akademie nicht mehr gewesen. Normalerweise war ich nicht so nervös, sondern ruhig und konzentriert.
Was war nur mit Detroit, das mich so dermaßen unruhig machte? Vielleicht war es meine Intuition, oder vielleicht verlor ich auch langsam den Verstand.
Ich wusste es nicht und wenn ich mir den Rest der Bevölkerung so anguckte, wäre ich sicherlich nicht die Einzige.
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