I won't back down

KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
Collins
25.03.2019
09.05.2019
4
2662
2
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Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Hier kommt nun die sechzehnte Kurzgeschichte in meiner kleinen, mehr oder weniger unzusammenhängenden Kurzgeschichten-und-Drabble-Reihe zu Christopher Nolans Film Dunkirk, gleichzeitig ist dies der vierte Teil der #pneumonia-Reihe.
Die fünfzehnte Kurzgeschichte findet ihr hier: At the gates of hell, sie ist gleichzeitig auch der dritte Teil der #pneumonia-Reihe.


Ihr wisst ja, Reviews und Sternchen sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!






I won’t back down



Part I


Er biss die Zähne zusammen, bemüht darum, seinen Weg durchs Foyer und auf den Ausgang zu so unauffällig wie möglich hinter sich zu bringen. Jetzt durfte er auf gar keinen Fall schwächeln! Niemand durfte merken, dass… das… Nicht denken, atmen! Einfach atmen und den Schmerz ignorieren. Der würde mit der Zeit schon von ganz allein vergehen. Das war schon einmal so gewesen, vor zig Jahren. Es war ja auch nicht seine erste Lungenentzündung gewesen. Als Kind hatte er schon einmal eine gehabt, Wochen im Bett verbracht und… Es war alles wieder gut geworden, so gut, dass es niemandem mehr aufgefallen war, als er sich für die Air Force hatte mustern lassen. Für eine Minute oder zwei hatte er sich zwar gefühlt, als würde er Blut und Wasser schwitzen, als der Arzt nach dem Stethoskop gegriffen hatte, um seine Brust abzuhören, doch dann… Nichts. Er hatte nichts Verdächtiges gehört. Diesmal würde es genauso verlaufen. In ein paar Tagen würden die Schmerzen nachlassen und nach ein paar Wochen würde er in einem stillem Moment plötzlich feststellen, dass sie ganz verschwunden waren und dann war alles wieder gut.

Mit der linken Hand stieß er die Tür auf, trat ins Freie und… Es war herrlich! Frische, klare, kühle Luft an einem Sommermorgen! Doch der erste tiefe Atemzug, der eigentlich erholsam sein sollte, war es nicht, nicht zur Gänze. Der Schmerz lokalisierte sich rechts in der Brust, ungefähr am unteren Ende des Lungenflügels, zumindest wenn das stimmte, was er irgendwann einmal in einem Buch über den menschlichen Körper gelesen hatte. Doch er würde ganz bestimmt niemanden danach fragen! Die Gefahr, dass man ihn im Nachhinein doch noch für untauglich erklärte, war einfach zu groß. Dies Risiko würde er nicht eingehen. Die Air Force war alles, was er hatte. Allerdings würde er mit einer Zigarette noch etwas warten, vielleicht bis er am Bahnsteig stand. In den letzten Wochen hatte er ohnehin nicht geraucht, also kam es auf ein paar Minuten, vielleicht auch Stunden schon gar nicht mehr an.

Er schob die Hände in die Taschen seiner Uniformjacke, spürte die Papiere, die ihn für wieder einsatzbereit erklärten, konnte sich des Lächelns nicht erwehren und machte sich langsam auf den Weg zum Bahnhof. Es war noch früh, vor dem Nachmittag würde er Kenley so oder so nicht erreichen, vielleicht auch erst gegen Abend, sodass der Tag so oder so ein verschenkter war. Vermutlich würde er erst übermorgen wieder in ein Jagdflugzeug steigen, wenn sich während seiner Abwesenheit nicht allzu viel verändert hatte.

Gehen und atmen. Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug, gerade immer so tief, dass der Schmerz nicht übermächtig wurde. Man konnte sich auch an Schmerzen gewöhnen, hatte sein Vater stets gesagt und wenn man das getan hatte, dann waren sie nicht mehr hinderlich – und er musste sich dringend daran gewöhnen. Andernfalls…

Nein!

Es würde kein Andernfalls geben. Niemals.

Er musste schließlich nur so lange aushalten, bis er feststellte, dass alles wieder in Ordnung gekommen war. Das war machbar, denn das Ende war ja gewissermaßen schon abzusehen.

[500 Wörter]




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