Wer Bin Ich.

von AvaTorres
GedichtPoesie, Romanze / P12 Slash
24.03.2019
11.09.2019
12
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Wer lacht zuletzt? Viel konnte ich noch nicht darüber lachen. Ich bin eher die Sorte Mensch, die bei so etwas weint, aber irgendwann lache ich, weil ich nicht mehr weinen kann und dann weine ich wieder und wieder und wieder … Ich versuche Gedankengänge zu umgehen, zu überspringen und aus zu radieren, nur um mal einen Abend in Bett liegen zu können, ohne gleich wieder zu weinen. Und egal wie ich mich auch hin und her wende, die Bilder ploppen auf, live und in Farbe, sie lassen mich erneut fühlen, sie lassen mich sehen und sie lassen mich nicht mehr los, bis in meine Träume, streuen sie sich. Dann kann ich Tage lang an nichts anderes mehr denken, ich höre die Musik, die ich eigentlich nicht hören sollte, ich lesen Bücher, die mir über meinen Kummer überhaupt nicht hinweg helfen. Bei jeder dritten oder vierten Frau, fängt mein Herz an zu rasen, weil ich glaube dich zu sehen! Und dabei weiß ich gar nicht ob ich dich wirklich sehen will oder bereit bin dir gegenüber zu stehen! So zerbrechlich das alles! Und damit meine ich mich …

Und egal wie oft ich mir sagen werde, hier geht es nicht um Richtig oder Falsch, aber genauso oft fühlt es sich danach an, nach Richtig oder Falsch. Wer stellt sich nicht diese dämlichen Fragen? Liegt es an mir? Falscher Zeitpunkt? Und am Ende hilft nichts von beidem weiter, weder sich diese Fragen zu stellen, noch es sein zu lassen … Denn kein Fragebogen auf der Welt, wir uns jemals über diesen Kummer hinweg helfen, oder uns sogar für immer davon befreien. Klar, ich könnte mich so lange darüber auskotzen und noch mehr heulen und noch mehr Gin trinken, bis diese Leere und behaftete Gefühl mich vorerst in Ruhe lässt. Oder ich kann mich einfach für die nächsten 365 Tage mit sehr viel Arbeit ablenken, ich könnte mir die Haare abschneiden, so wie es anscheinend viele Frauen machen, wenn sie frisch getrennt sind! Ach ups, schon passiert … Ich könnte auch mein Lebensstill über den Haufen werfen und einen neuen Weg einschlagen, aber dann müsste ich so viel von mir in die Tonne kicken, dass nichts außer der jetzt kurzen Haare übring bleiben würden … Das wäre ja auch nicht die Lösung.

Und wo soll ich mit all den Erinnerungen hin? Ich will ihnen nicht jede Nacht in meinen Träumen begegnen, als wäre ich in einer Geisterbahn … In Schuhkartons? In Marmeladengläser? Ins Feuer? Das sind alles Dinge, die in meinem Emotionssystem so stark verankert sind, dass sie sich nicht einfach verscheuchen lassen … Manchmal wünsche ich mir, jemand könnte in meine Zukunft sehen und mir das genaue Datum und die genaue Uhrzeit nennen, wann ich den Anker wieder lichten kann … Warum habe ich mich eigentlich in dich verliebt? Und hier geht es mehr um den Menschen, der ich selber zu dem Zeitpunkt war, denn damals war ich, wer ich sein wollte, so lange schon und dann kamst du dazu, wie aus dem Nichts. Emotional würde ich sehr gerne, dort wieder anknüpfen, bevor sich unsere Wege gekreuzt haben. Der Tag vor dem Tag, ich will dahin zurück spulen und von Aussehen sehen, was genau entstanden ist, in dem Augenblick, als wir uns das erste Mal sahen. Nicht um es zu verstehen, sondern diese eine Sekunde nochmal spüren und entdecken, was es ausmacht, sie auf den ersten Blick zu verlieben und es sehr viel später, als ein solches zu erkennen.

Und oft genug wird mir bewusst, wie viele Fragen in mir hoch kommen, auf die ich manchmal gerne eine Antwort hätte, um wenigstens ein paar Kapitel schließen zu können. Und manchmal wünsche ich mir du würdest einfach meine Texte lesen, dann müsste ich dir die ganzen Fragen nicht stellen. Oder du würdest endlich den Brief lesen, den ich dir geschrieben habe um mich für einen Vorfall zu entschuldigen, aber ich gehen stark davon, dass du es immer noch nicht getan hast. Reagiert, hast du immer noch nicht auf meine damaligen Worte, die jetzt wahrscheinlich eine ähnliche Bedeutung haben. Warum bist du nur so!?! Warum bin ich nur so?!? Ich sag ja, diese dämlichen Fragen … Und eine Frage speziell kommt in letzter Zeit in meinen Kopf vor, würden wir noch mal eine Runde einläuten? Dämliche Frage, oder!? Ganz ehrlich, ich habe nicht mal selber die Antwort auf diese Frage, ich schwankte hin und her, wie auf dem offenen Meer. Vermehrt stelle ich Pro und Kontra Listen in meinem Kopf und Herz auf, alles ist irgendwie dann doch immer schwarz und weiß … Was nicht zu vergessen ist, während dieser ganzen Zeit und dieser ganzen Gedanken, arbeite ich wie eine Irre, nur um mich  abzulenken … Klappt ja hervorragend, nicht wahr!?

Dieser verdammte Tag geht mir nicht aus dem Kopf, an dem du alleine entschieden hast, das zwischen uns zu beenden! Also nicht das du mich hättest fragen müssen, aber ja, es erwischte mich wirklich eiskalt, richtig eiskalt … Ich fühlte mich verraten. Denn so wie diesen Meeting, wie ich es nun fortan nennen werde, klangt so durchplant und auswendig gelernt, als ob es eine übliche Floskel von dir wäre, ungeliebte Menschen los werden zu wollen. Es klang nach einer öffentlichen Erklärung, die ein X-beliebiger Politiker abgeben würde. Es klang nach nichts mehr, als wenn das zwischen uns nichts mehr gewesen wäre, als eine Farce. Ein Spielchen, auf das du an dem Zeitpunkt, nach dieser Spieldauer, keine Lust mehr hattest und du einfach aufgestanden bist und gingst. Ich, die jenige, die anscheinenden daran gewöhnt ist verletzt und verlassen zu werden, schaltete einfach auf Autopilot und ging meinen einprogrammierten Weg nach Hause. Ich hatte gar nicht realisiert was passiert war, ich war sogar bereit dazu, dich am Abend auf der großen Bühne zu sehen und  dich damit noch zu unterstützen. Ich war so weit! Ich lies mir gar keine Zeit zum atmen.  Erst als ich mich kurz vor den Kopf gestoßen fühlte und plötzlich nachdachte, wie ich noch etwas organisieren könnte, für das ich nicht mal verantwortlich war, entschied ich auf den Absatz kehrt zu machen und nach Haus zu gehen. Alles brach zusammen, über mir, unter mir, alles!

Tja, seit diesem verdammten Tag sind drei Monate und sechs Tage vergangen. Jetzt kann ich einigermaßen, das in Worte fassen. Heute war der richtige Tag dafür.

Es ist nicht das Ende.

Cheers, auf die Farce! (Substantiv, feminin)


_11/09/19_
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