Wer zuletzt lacht

GeschichteSci-Fi / P18
23.03.2019
20.12.2019
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-Für das höhere Wohl-

Leitsatz des Sternenreiches Tau

Shas´O Pech Kais stand auf der Gefechtsbrücke des brandneuen Kommandoträger´s ´Unity´. Er hatte einen wichtigen Auftrag von den Himmlischen persönlich erhalten, eine große Ehre. Die Wasserkaste hatte ein stabiles Bündnis mit den Eldar ausgehandelt das es den Tau ermöglichte Truppen durch ihre Portale zu verlegen. Zwar musste er zugeben das es ihm unangenehm war das die Erdkaste die Portale nicht untersuchen durfte, doch er hatte Vertrauen in die Kompetenz der Wasserkaste die ihm versichert hatte das die Eldar kein Interesse daran hatten dem Sternenreich Schaden zuzufügen indem man das Tor sabotieren würde.
Sein Auftrag war einfach, doch die Umsetzung desselben würde ihn alle seine Fertigkeiten als Commander abverlangen. Er hatte die ehrenvolle Aufgabe eine Horde von Fanatikern zu stellen die dem höheren Wohl im Weg waren, die Ultramarines. Er hatte bereits gegen diesen Space-Marine-Orden gekämpft und dies hatte ihn Respekt vor seinem Gegner gelehrt, doch so sehr der Feuerkrieger auch bedauern mochte das er gegen sie in den Krieg ziehen musste so war ihm auch klar das kein einziger Space-Marine die Wahrheit des höheren Wohl´s akzeptiert hatte. Sie gehörten leider zu denen die nicht gerettet werden konnten.
Seine Flotte bestand aus vier Schiffen, vollgepackt mit Dienern der Erd- Luft und Feuerkaste. Die Wasserkaste würde diese Mission nicht begleiten, es würde keine Verhandlung mit dem Feind geben und sämtliche logistische Aufgaben wurden von der Erdkaste erledigt. Man hatte sie zudem mit Panzern, einer beachtlichen Luftwaffe  und einigen Abteilungen Kroot ausgestattet. Die Himmlischen hatten ihm alles gegeben was er brauchte um das Universum zu einem besseren Ort zu machen. Nun war es an ihm das es auch geschah.
„Nähern uns dem Portal. Es ist genau dort wo die Wasserkaste gesagt hat.“ meldete der Steuermann. „Dieses Design, diese Technologie... was würde ich nicht geben für eine detaillierte Analyse.“ Fio´ Ui Vespid Jinan bestaunte das im Raum schwebende Eldar-Portal ehrfürchtig. Die relativ junge Wissenschaftlerin hätte es zu gern demontiert um zu sehen ob man es würde nachbauen können. „Wir respektieren den Vertrag der Wasserkaste.“ mahnte der Shas`O. „Natürlich, Commander. Ich wollte nichts Gegenteiliges implizieren.“ entschuldigte sie sich. „Aktivierungscodes übertragen.“ befahl er und kurz darauf erwachte das uralte kalte Eldar-Portal zum leben. „Der Energiefluss scheint stabil zu sein.“ bestätigte die Wissenschaftlerin nach kurzem Blick auf die Sensoren. „Steuer, halbe Kraft. Bringt uns rein.“ der Shas´O atmete einmal tief ein und hoffte das Beste.
Sofort setzte sich ein desorientierendes Gefühl ein als sie das Netzwerk der tausend Tore betraten. Die Systeme seines Anzugs waren kurz gestört, rekalibrierten sich jedoch rasch wieder. „Status der Systeme?“ fragte er. „Leichte Schäden, ein paar Spannungsspitzen. Nichts was wir nicht in ein paar Stunden reparieren können.“ meldete die Fio´ Ui. „Position?“ der Blick des Commander´s ging in Richtung des Luftkasten-Offizier´s. Er studierte wieder und wieder seine Instrumente. „Nicht feststellbar, Commander.“ die gesamten Anzeigen ergaben keinerlei Sinn. Die Tau waren nicht vertraut mit dem Konzept von Warp-Reisen und es war nur der Abschirmung des Netzwerks zu verdanken das sie nicht von Dämonen überlaufen wurden. Jetzt galt es zu warten. Laut Eldar würden sie einen ganzen Tag in diesem Transport-Kanal verbringen der jeglichen Naturgesetzen zu trotzen schien. Der Shas´O würde die Zeit nutzen um sich auf den unvermeidlichen Krieg vorzubereiten. Er würde dem höheren Wohl Geltung verschaffen, gleich was es auch kosten mochte.

-Das Spinnennetz beobachten-

Eldar-Ausdruck für „auf das Falsche achten“

Varro Tigurius, seines Zeichen´s Scriptor Magister der Ultramarines, war in Abwesenheit seines Ordensmeister´s allein für die Verteidigung des Forts verantwortlich. Der Ordensmeister war ausgezogen um einer gewaltigen Necron-Dynastie Einhalt zu gebieten und hatte einen Großteil der Flotte sowie mehrere Kompanien mit sich genommen. Doch selbst mit deutlich geringerer Besatzung war Macragge immer noch eine nahezu uneinnehmbare Festung.      
Die Bevölkerung von Macragge bestand nicht nur aus Space-Marines. Es gab eine gut organisierte und disziplinierte PVS. Es gab viele Kriegsakademien die potentielle Aspiranten schon in jungen Jahren aussortieren sollten was zu einer äußerst wehrhaften Bevölkerung führte. Tigurius war dennoch besorgt. Es hatte Hinweise auf eine Xeno-Verschwörung gegen das Fort gegeben, daher hatte er alle Brüder und die Kommandanten der PVS in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.
Ein Astropath betrat die große Halle und näherte sich ihm. „Scriptor Magister.“ er verneigte sich respektvoll. „Welche Nachrichten bringt ihr?“ fragte er sich vom Thron erhebend. „Schlechte, mein Lord. Die Iron Fists, die Novamarines und die Firehawk´s senden ihr Bedauern darüber das sie uns derzeit keine Truppen stellen können. Ihre eigenen Welten stehen gerade unter Feuer und es ist nicht damit zu rechnen das die Kämpfe demnächst abflauen. Sollte dies jedoch unerwartet geschehen werden sie uns gerne in der Not zur Seite stehen.“ berichtete der Astropath.
„Die Flotten der imperialen Navy, viele Welten die in unserer Schuld stehen, mehrere Schwesterorden... alle werden angegriffen?“ es war nicht die erste Absage die er in den letzten Wochen erhalten hatte. Die Gründe für die Absagen waren vielfältig, Gegner unterschiedlichste Couleur die alle gute und nachvollziehbare Gründe für ihre eigenen Konflikte hatten. Es war kein nachvollziehbares Muster, kein größerer Zusammenhang abgesehen vom Zeitpunkt. Es war fast so als würde jemand den ganzen Sektor fast zeitgleich in den Krieg stürzen. Das Imperium war natürlich ständig in Kriege verwickelt, es konnte ein bloßer Zufall sein. Doch zusammen mit der Warnung von Inquisitor Daniels schien es dem Scriptor Magister eher wie ein dunkles Omen.
Währenddessen untersuchte Kommissarin May Lin ein potentielles Verbrechen. Sie war zu einer relativ entlegenen Fischerhütte gerufen worden, Bewohner hatten einen furchtbaren Verwesungsgeruch aus einer an einem See gelegenen Fischerhütten gemeldet. Für gewöhnlich würden andere solchen Dingen nachgehen, doch durch die erhöhte Alarmbereitschaft hatte sie keine Männer mehr übrig und war selbst gegangen.
Sie parkte ihr Motorrad nahe der solide gebauten Holzhütte. Sie roch den Geruch bereits von hier. Womöglich war es vergammelter Fisch, womöglich war der Fischer aufgrund des Alarms in eine der Städte geflohen und hatte seinen letzten Fang verkommen lassen. „Terra, ich muss meine Uniform waschen wenn ich damit fertig bin.“ sie hielt sich ein Taschentuch vor die Nase und ging einmal die Hütte ab.
Die Fenster waren mit Vorhängen verdeckt, die Tür abgeschlossen. Sie hämmerte kräftig gegen die Tür. „PVS, sofort aufmachen!“ verlangte sie, doch es war unwahrscheinlich das noch jemand hier war. Doch dann hörte sie von drinnen ein Geräusch was sie sofort ihre Pistole ziehen lies. Sie wartete einen Moment, doch alles war wieder still. „Einheit vierzehn an Zentrale, benötige Verstärkung.“ flüsterte sie in ihr Vox, doch als sie das Geräusch wieder hörte folgte sie ihrem Soldateninstinkt und trat die Tür ein.
Im Inneren bot sich ihr ein Bild des Grauens. Zwei Menschen waren niedergestochen wurden. Ein Mann, von den Schwielen an den Händen nach zu urteilen der Fischer, saß noch im Stuhl am gedeckten doch verwüsteten tisch. Das Blut war teilweise schon geronnen, sein entsetzter Gesichtsausdruck lies darauf schließen das er den Angriff nicht hatte kommen sehen. Eine Frau, vermutlich seine Ehefrau, lag mit dem Bauch auf dem Boden. Eine große Blutlache hatte sich unter ihr gebildet. Auch auf sie war mehrfach eingestochen worden.
Geschirr war auf dem Boden verteilt. Sie zählte drei Bestecke, doch hier waren nur zwei Leichen. Laut Administratum waren auch nur zwei Personen für diese Hütte gemeldet. Ein Gast, womöglich der Mörder? Doch woher war das Geräusch gekommen? Sie versuchte langsam die Hütte abzusuchen, doch die Dielen knarzten bei jedem ihrer Schritte. Die teilweise von der Decke hängenden dichten Fischernetze unterbrachen manchmal ihre Sichtlinie während sie vorsichtig zu einer der beiden noch geschlossenen Innentüren schlich. Sie öffnete eine der Türen, es war vermutlich das Quartier der Frau. Das Bett war gemacht, es war aufgeräumt und sauber.
Da war wieder ein Geräusch. Es kam vom Kleiderschrank. Sie näherte sich seitlich an, die Waffe am Anschlag, und riss den Schrank auf. Ein junges Mädchen , vielleicht fünfzehn Jahre, viel heraus. Sie war über und über mit Blut beschmiert. Man sah kaum die Tränen in ihrem blutverschmierten Gesicht. Sie musste sich vor den Angreifern versteckt haben und hatte vermutlich das Blut abbekommen als der Angreifer ihre Eltern getötet hatte. Die Kommissarin machte sich nicht einmal Gedanken darum wieso man sie verschont hatte, so viel Mitleid erregte das Kind bei ihr.
„Ist der der das getan hat noch hier?“ fragte sie. Das Mädchen schüttelte den Kopf, zitterte am ganzen Leib. Die Kommissarin holsterte ihre Waffe, holte wieder ihr Taschentuch hervor und begann der armen Kleinen das Blut aus dem Gesicht zu wischen. „Sind Mama und Papa...?“ fragte das Mädchen mit zittriger Stimme. „Ich bringe dich erst einmal zur Basis, Kleines.“ die Kommissarin griff nach der Hand des Mädchens und wollte sie hinter sich her ziehen, doch sie bewegte sich keinen Millimeter.
Natürlich, im nächsten Raum lagen ihre grausam zugerichteten Eltern. „Imperator, hab Gnade. Komm her, ich nehme dich hoch. Mach die Augen ganz fest zu.“ sie nahm das Mädchen huckepack, sie klammerte sich an ihre Uniform. May Lin ging an den Leichen vorbei nach draußen. Sie wollte das Mädchen wieder absetzten, doch sie klammerte sich immer noch an ihr fest. „Bist du etwas allein?“ fragte das Mädchen überraschend. „Ja, aber ich bringe dich zu einem Doktor. Du bist in Sicherheit.“ die Kommissarin wollte beruhigend auf sie einwirken und sie später eingehender im Stützpunkt befragen.
„Gut.“ flüsterte das Mädchen. Die Kommissarin machte noch ein paar Schritte zu ihrem Motorrad als das Mädchen unerwartet ein Küchenmesser zog und ihr ohne jegliche Vorwarnung die Kehle durchschnitt. Claudia sprang vom Rücken ihrer Trägern ab als diese zu Boden ging. May Lin versuchte den Schnitt zuzuhalten während sie gurgelnde Geräusche von sich gab. „Ich dachte schon ich müsste mehr von euch töten bevor ich ein Funkgerät bekomme. Mein Freund kommt nämlich und er wird eure geliebtes Fort in Schutt und Asche legen. Tod allen Space-Marines!“ Claudia schrie manisch und stach wieder und wieder auf die Kommissarin ein.

-Denken erzeugt Ketzerei. Ketzerei erzeugt Vergeltung-

Gedanke des Tages

Daniels saß alleine in der großen Kantine. Er hatte jede Menge Akten, Geheimberichte und Abschriften über den metallenen Tisch verteilt die er immer wieder durchblätterte während er abwesend seine Suppe aß. Er suchte immer noch nach fehlenden Verbindungen, Gemeinsamkeiten in den Eldar-Aktivitäten die er in den vergangenen Jahren untersucht hatte. Er wollte eigentlich nur irgendetwas tun, sicherstellen das er wirklich das Richtige tat. Die viele Zeit die er übrig hatte bis sie Macragge endlich erreichten tat ihm nicht gut.
Es ließ ihm Zeit nachzudenken.
Macragge zu retten hatte natürlich oberste Priorität, doch was kam danach? Wie sollte er seinen mystischen Gegner der immer noch nicht aus den Schatten getreten war aufspüren? Und selbst wenn er den lachenden Gott irgendwie durch eine Fügung des Imperator´s fand, wie sollte er ihn schließlich ausschalten? Er würde eine Armee brauchen, womöglich sogar mehrere Armeen, doch wo sollte er die her bekommen? Würden imperiale Truppen ihm überhaupt noch folgen?
„Meister.“ Call betrat die Kantine. Natürlich war sie immer da, doch sie wusste das Daniels es bevorzugte ein Gesicht zu ihrer Stimme zu haben. „Ich esse doch schon, also hör auf zu nerven.“ er streckte sich ein wenig, er hatte eindeutig zu lange über den Akten gesessen. „Das ist gut, ich hoffe du bist mit meinen Kochkünsten zufrieden.“ sie wollte sich neben ihn setzten, doch er deutete ihr mit missbilligendem Blick das sie sich gegenüber setzen sollte. Sie hoffte auf ein Lob, ein Zeichen der Anerkennung ihrer Liebe, doch er aß weiter und nahm schon wieder die nächste Akte. Sie beschloss seinen Verzehr als indirektes Lob zu betrachten bevor sie fortfuhr. „Meister, wir haben das Caldiovi-System passiert. Im Subsektor wird gerade ein astropatisches Transcript der Konklave über das Vox übertragen. Du solltest es hören.“ empfahl sie. Er atmete einmal durch, er wusste das es eine Reaktion des Erzinquisitors geben würde. Lyta hatte vermutlich alles berichtet. Hoffentlich hatte man die Maschinenseherin nicht als seinen Komplizen gesehen. Er nickte schließlich worauf Call die Übertragung einspielte.
„An alle imperialen Autoritäten, Adepta und treue Diener Terra´s, im Namen der heiligen Inquisition und mit dem Segen Terra´s wird auf Geheiß der Konklave Inquisitor Daniels vom Ordo Häreticus zum Abtrünnigen erklärt. Seine Rechte und Privilegien sind widerrufen und er handelt nicht mehr mit der Autorität eines Inquisitor´s. Er ist bei Sichtkontakt umgehend festzusetzen und die Konklave ist zu verständigen. Sollte er sich dessen verweigern ist tödliche Gewalt autorisiert und angeordnet. Eine Beschreibung seiner Person folgt in Kürze. Der Imperator beschützt!“ war in der Übertragung zu hören.
Daniels hatte damit gerechnet und trotzdem traf es ihn wie ein Schlag. Er ließ seine Schultern sinken und den Löffel fallen. „Sie sind Idioten, Meister. Du tust das Richtige.“ versuchte Call ihn aufzumuntern. „Sie tun auch was sie für richtig halten.“ er machte seinen Kollegen keinen Vorwurf, wie sonst hätten sie darauf reagieren sollen? Dennoch war es niederschmetternd. Es war nicht nur so das er keine Hilfe mehr zu erwarten hatte, sondern es war auch ein psychologischer Schlag. Das Imperium für das er sein Leben so oft riskiert hatte, das er verteidigt hatte vor zahllosen Ketzern, Verrätern und Dämonen hatte ihn zum Feind erklärt. Es war wie ein Schlag in die Magengrube der ihm die Luft abschnürte.
Call stand auf, ging zu ihm und begann ihm die Schultern zu massieren. „Was tust du da?“ er wollte am liebsten allein sein. Tatsächlich hätte er sich am liebsten in seiner Kabine verkrochen und wäre nie wieder raus gekommen. „Dich massieren. Deine Muskeln verspannen und wir erreichen im nächsten Warpsprung Macragge. Dann musst du maximale Mobilität besitzen wenn du dich unsinnigerweise wieder in den Kugelhagel stürzt.“ womöglich würde er ihre Zärtlichkeiten eher akzeptieren wenn sie einen taktischen Vorteil brachten.
Daniels versuchte sich zu entspannen, doch er fühlte sich als hätte der Imperator ihm die Last des ganzen Universum´s auf die Schultern geladen. Call erhöhte den Druck ein wenig. Es zog und schmerze, doch es war ein guter Schmerz. So sehr er die Natur von Call auch ablehnen mochte, dank ihr war er wenigstens nicht allein. Ab jetzt war jeder der ihm half in Gefahr, doch die Silika Animus würde bis zum Ende bei ihm bleiben. Natürlich lag das daran das ihre Reprogrammierung sie dazu zwang, doch sie machte nicht den Eindruck das sie gehen würde wenn sie die Wahl gehabt hätte. Er brauchte das jetzt, wenigstens eine verlässliche Verbündete, jemand der die Last mit ihm teilte.
Es gelang ihm tatsächlich sich ein wenig zu entspannen, doch gerade als er begann sich fallen zu lassen ertönte der Alarm. „Meister, ein Guncutter nähert sich uns. Wir sind noch nicht wieder sprungbereit!“ warnte Call ihn weiter massierend. Er nahm ihre Hände und stieß sie sanft zur Seite bevor er sich erhob und eiligen Schrittes zur Brücke ging. „Der Guncutter hat keinen aktiven Transponder, Identifizierung fehlgeschlagen. Keine Lebensformen an Bord, doch eine starke Energiesignatur.“ die Silika Animus hatte den Transporter mehrfach gescannt.
Der Guncutter setzte sich vor den Bug und hielt die Position. „Dieses Schiff ist keine Bedrohung für uns.“ Call bezweifelte das dieses winzige Schiff ernsthaft Schaden anrichten konnte, doch sie fand keinen Vergleich zu der seltsamen Energiesignatur in ihren Datenbanken. „Kannst du den Maschinengeist kontaktieren?“ fragte Daniels. „Ja, ohhh...“ Call starrte abwesend in die Ferne während sie sich in die Computersysteme einklinkte.
„Und? Möchtest du mich teilhaben lassen?“ er tippelte ungeduldig mit seinen Fingern auf der Stuhllehne. „Natürlich, Meister. Verzeih. Dieses Schiff trägt eine seltsame Kennung und eine codierte Nachricht. Sie ist an dich gerichtet. Ich habe versucht sie zu entschlüsseln, doch ich werde mehr Zeit brauchen. Es ist ein komplizierter Code.“ Call rechnete mit einigen Stunden Arbeit. „Auf den Schirm.“ befahl er und eine verwirrende Ansammlung an Buchstaben, Zahlen und Codefragmenten erschien auf dem Schirm.
Daniels lies seinen Blick darüber streifen und stand mit ungläubigen Blick auf. „Diese... sie haben was gemacht?“ meinte er nur weiter die Nachricht entschlüsselnd. Es war einer seiner Agenten-Kader, die sogenannten Helden des Okara-Kreuzzuges. Er hatte eine spezielle Chiffre für sie entwickelt die wirkte wie ein komplexes Rätsel für einen Maschinenseher. In Wirklichkeit waren die Codefragmente eine Falle, unsinniger Müll der dazu diente von der wahren Botschaft abzulenken, der Länge der Leerzeichen zwischen den Fragmenten die nach einer anderen vereinbarten Chiffre einen Morsecode ergaben.
„Meister?“ Call´s emotionale Matrix leuchtete voller Bewunderung auf. Ihr Meister konnte Codes entschlüsseln für die selbst sie Stunden gebraucht hätte. Ihre Logik-Subroutinen widersprachen zwar dieser Ansicht, doch ihre Liebes-Matrix überschrieb jeglichen Einwand dagegen das ihr geliebter Meister toll und in jeglicher Hinsicht großartig war. „Wie haben die mich überhaupt gefunden? Naja, wenigstens verstecken sie sich. Moment, ich habe keine derartige Anweisung erteilt! Sind die denn irre?“ sprach Daniels mit sich selbst während er Zeile um Zeile entschlüsselte. „Hast du... Anweisungen für mich, Meister? Kann ich irgendwas tun?“ Call war es nicht gewohnt außen vor zu sein, zudem war es ihr unangenehm das sie nicht die volle Aufmerksamkeit ihres Meisters hatte. „Bring das Schiff in den Hangar, aber vorsichtig. Bring ein paar Crusader mit, das riecht irgendwie nach Falle.“ Daniels war verwirrt. Die Chiffren waren alle korrekt, doch es konnte dennoch nicht sein, musste eine Falle sein. Terra, er hoffe das es eine Falle war.
Call tat wie ihr geheißen und ließ eine ganze Einheit Crusader im Hangar antreten bevor sie die Steuerung des Guncutter´s übernahm und ihn langsam hinein flog. Daniels blieb auf der Brücke und verfolgte das Geschehen über den Monitor. Call wollte wieder beginnen ihn zu massieren, doch er drückte ihre Hände wieder weg. Die hintere Laderampe fuhr herunter, zwei Crusader gingen in den hinteren Ladebereich.
Ein Schiffstorpedo, eingehüllt in einen Glasblock, befand sich im Ladebereich. „Von diesem Torpedo geht die seltsame Energiesignatur aus.“ berichtete Call. „Instabile Antimaterie. Deswegen werden sie in einem Glassarg gelagert bis man sie braucht.“ erklärte Daniels. „Das Sensorium dieses Schiffes ist dafür falsch kalibriert. Verzeih mir, Meister. Rekalibrierung abgeschlossen. Suche nach Datenbank-Übereinstimmungen.“ entschuldigte sich Call. „Das ist ein Zyklonen-Torpedo, Call. Das ist Exterminatus-Munition.“ Daniels wusste genau was es war. Die Macht einen ganzen Planeten zu zerstören, mit nur einem einzigen Schuss. Diese Waffe brach die Kruste eines Planeten auf und destabilisierte ihn.
„Das könnte sich als nützlich erweisen, Meister.“ Call war erfreut über das zusätzliche Kampfpotential, doch die Gesichtsanalyse ihres Liebsten zeigte das er nicht glücklich war. „Ich will das du den ganzen Guncutter untersuchst. DNA der Besatzung, Flugdaten und ich will eine detaillierte Analyse über den terra-verfluchten Torpedo!“ verlangte er kopfschüttelnd. „Ja, Meister, doch vielleicht würde es mir helfen wenn ich verstehe wieso dich die Hilfe deiner Verbündeten so irritiert.“ die Silika Animus hatte ihren Meister nie derart aus dem Konzept gebracht gesehen. Sie wusste nicht was sie tun konnte um ihm zu helfen.
„Meine Agenten behaupten ICH hätte die Anweisungen gegeben das sie mir diesen Torpedo organisieren.“ erklärte er. „Den Tonfall entnehme ich das du sie nicht angewiesen hast?“ Call legte ihren Kopf leicht schräg. „Nein, verdammt! Das hier ist Hochverrat! Dazu das Timing. Woher sollten sie wissen das wir ausgerechnet durch dieses System kommen? Es gibt siebzehn Anflug-Vektoren für Macragge! Und als Inquisitor finde ich das sind...“ er stoppte als ihm wieder bewusst wurde das er kein Inquisitor mehr war.
„Ich werde den Guncutter auseinandernehmen wenn es sein muss. Meine Labore werden rund um die Uhr arbeiten und ich analysiere bereits den Flugschreiber. Meister, ich habe die Rechenkraft eines ganzen Planeten. Wenn es auch nur die geringsten Anomalien gibt werde ich sie finden.“ versuchte Call ihn zu beruhigen. „Ja, tu das. Danke, Call.“ er starrte gedankenverloren in die Ferne. Call genoss kurz die Reaktionen ihrer emotionalen Matrix für seine Anerkennung bevor sie erneut begann ihn zu massieren.
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