Wer zuletzt lacht

GeschichteSci-Fi / P18
23.03.2019
15.11.2019
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-Ein Harlekin hat immer das letzte Lachen. Das liegt daran das sie lachen egal ob sie gewinnen oder verlieren-

Inquisitor Zacharias

Ylerna musste schnell einen Ausweg finden. Die Türen durch die schon in wenigen Minuten wütende Space-Marine´s stürmen würden gaben bereits nach. Es gab auch keine Lüftungsschächte die sie nehmen konnte. Doch jede Festung hatte Schwachstellen. Ihr Helm wechselte durch die Spektren während sie sich mit geschultem Blick umsah. Im Boden waren noch mehrere Container eingelassen, gefüllt mit der kostbaren Gen-Saat. Man hatte ihn entsprechend verstärkt um im Falle einer Explosion die Reduktor-Kapseln zu schützen.
Die Wände waren ebenfalls verstärkt worden und selbst wenn sie es schaffen sollte sich da durch zu sprengen wäre sie immer noch im Schussfeld von mindestens einem Trupp Ultramarines. Nein, das ging auch nicht. Ihre Zeit lief ab. Die Tech-Marines hatten sich fast durch die verstärkten Türen geschweißt. Dann ging ihr Blick zur Decke. Da war ein kleiner Wartungsschacht, verborgen hinter einer Panzerplatte. Es gab nur ein Problem, er war so eng das sie sich mit ihrer Rüstung selbst mit ihrer Akrobatik nicht würde hindurch quetschen können.
Sie zog ihre Kreischerkanone, schoss einige Male in verschiedenen Winkeln auf die Deckenplatte um sie herauszuschneiden und begann schweren Herzens ihre Todesjoker-Panzerung abzulegen. Sie war einfach zu sperrig. Ylerna legte den Helm ab, öffnete den Brustpanzer und schlüpfte schnell hinaus. Es fühlte sich furchtbar falsch an keine Maske mehr zu tragen, doch sie hatte keine Wahl. „Kein Spielraum mehr für Fehler.“ meinte sie schließlich, nahm ihre Kreischerkanone wieder auf und sprang mit einem Satz in den engen Schacht.
Kaum das sie darin verschwunden war brach das erste Eingreifteam durch. Die Eldar hörte schweres Bolterfeuer als man ihre Rüstung zerschredderte. Es tat ihr in der Seele weh, doch sie war lieber nackt als tot. So schnell sie konnte robbte sie nach vorn, doch leider entdeckten die aufmerksamen Astartes ihren Fluchtweg sehr schnell. „Da oben!“ ein taktischer Marine gab einige Schüsse auf den Schacht ab und ein Streifschuss traf Ylerna am Bein.
„Nein, Bruder! Ihr beschädigt unersetzbare Archeotek!“ der Tech-Marine drücke den Bolter des taktischen Marines runter bevor er einen weiteren Schuss abgeben konnte „Wo endet dieser Schacht? Wir fangen den Xeno dort ab!“ die Ultramarine´s würden nicht aufgeben. „Ich schicke euch die Daten auf euer taktisches Sensorium, ich muss zuerst die Bombe entschärfen bevor ich wieder zu euch stoßen kann.“ bemerkte der Tech-Marine und machte sich daran die wertvolle Gen-Saat zu retten.
Ylerna hatte nicht vor den Schacht bis zum Ende zu kriechen und sich am falschen Ende eines Bolter´s wiederzufinden. Die Eldar hatte bedeutend weniger Respekt vor der uralten Technik die man in der Zwischendecke verbaut hatte und hatte vor sich vorher einen Ausgang zu schaffen. Ohne Rüstung jedoch war sie nicht nur nackt und ungeschützt, sondern sie hatte auch keinen Zugriff mehr auf die Sensoren in ihrem Helm.
Die Harlekin musste sich wieder allein auf ihre Sinne und Instinkte verlassen während sie durch den kalten engen Schacht kroch. Sie kroch sechzig Meter weit und kam an eine Abzweigung. Anstatt sich für einen von zwei Wegen zu entscheiden begann sie die Wände abzuklopfen. Die Wände hier waren ein wenig dünner, sie würde sich leicht einen Ausgang nach oben schaffen können. Allerdings wusste sie nicht was dort sein würde. Ylerna würde sich diesmal voll und ganz auf ihr Glück verlassen müssen.
Sie richtete ihre Kreischerkanone nach oben, schoss sich einen neuen Ausgang und sprang gleich hindurch. Sie kam in einem Schrein heraus. Ein Ordenspriester der während des Alarms den heiligen Ort bewachte setzte sich bereits in Bewegung um sie mit seinen Energiefäusten zu bearbeiten. Doch ohne ihre Rüstung fühlte sich Ylerna so leicht. Vielleicht lag es daran das die Panzerung fehlte oder daran das ihr Leben noch nie zuvor derart in Gefahr war und daher ihre Sinne extrem geschärft waren, doch die Welt um sie schien wie in Zeitlupe abzulaufen.
Sie würde es nie rechtzeitig zum Ausgang schaffen bevor er sie erreicht haben würde. Doch wenn sie über die Bänke springen und einen kurzen Wandlauf machen würde wäre sie hinter ihm. Er würde sich natürlich zu ihr umdrehen, doch sie würde schneller sein. Die Kreischerkanone würde ihn jedoch nicht zwangsläufig mit den ersten Schüssen ausschalten können. Nicht nur seine Servo-Rüstung würde einen Teil des Schadens abfangen, sondern er konnte die Energiefäuste auch nutzen um die rasiermesserscharfen Scheiben abzublocken da sie ein Energiefeld erzeugten. Stattdessen würde sie auf den Sockel der Statur des Imperators schießen, hinter sie laufen und mit ihrem Momentum sich von der Wand dahinter abstoßen um die Statur auf den Ordenspriester zu stürzen.
Alles funktionierte so wie es sich vor ihrem inneren Auge abgespielt hatte. Sie musste zwar weit mehr Kraft aufwenden als sie es gewohnt war um die schwere Statur zu bewegen, doch ihr Überlebenswille verlieh ihr ungeahnte Kräfte. Die steinerne Statur des Herrn der Menschheit fiel in Richtung des Space-Marine´s. Er hätte sie zerschlagen können, doch der Ordenspriester empfand es als Blasphemie sie in tausend Stücke zu zerschlagen und versuchte sich stattdessen zur Seite abzurollen. Doch er war zu langsam und wurde unter dem Stein begraben. Er hätte sich früher oder später befreien können, doch Ylerna jagte ihm mehrere Schüsse in den Kopf bevor sie hinaus eilte. Ihr Bein schmerze, doch sie durfte nicht aufgeben, sie war so kurz davor zu entkommen!
Sie rannte hinaus und fand sich in einem Korridor wieder. Von beiden Seiten näherten sich Space-Marine´s die auf sie zustürmten. Die ersten Bolter-Patronen flogen in ihre Richtung. Sie hatte nur einen Ausweg. Durch eines der Buntglasfenster. Sie sprang mit vollem Anlauf hindurch und landete ein Stockwerk tiefer im Innenhof. Sie hatte sich mehrere Schnitte am ganzen Körper zugezogen und war von allen Seiten umstellt als sie weniger elegant auf den Boden landete als sie es vorgehabt hatte. Als sie sich umsah wurde Ylerna schließlich klar das sie keine Aussicht hatte zu entkommen. Sie begann laut zu lachen und gerade als das Feuer auf sie eröffnet wurde wurde sie durch einen Strahl erfasst und teleportiert.

-Es brennt so kurz, das Licht meiner Kinder, so kurz. Doch beim Höheren Wohl, es brennt auch so hell!-

Aun'Va

Shas´O Pech Kais war erstaunt wie schnell sich plötzlich das Schlachtgeschehen gewendet hatte nachdem Daniels den Hexer erschlagen hatte. Die Chaos-Flotte war zwar ursprünglich in einer besseren Ausgangslage gewesen und hatte insgesamt auch die höhere Feuerkraft, doch nach dem Ableben ihres Anführers agierten die Schiffe nicht mehr wie eine Flotte sondern wie isolierte Schiffe. Sie leisteten sich gegenseitig keine Feuerunterstützung mehr, ihre Kampfgeschwader flogen teilweise unkoordiniert ineinander und ihre gewaltigen Geschütze schossen ohne Rücksicht auf Hindernisse wodurch sie sich häufig gegenseitig versehentlich unter Beschuss nahmen.
Zusätzlich kämpfte der Kreuzer des Mechanicus jetzt auf seiner Seite. Der Kreuzer brachte nicht nur eine gehörige Portion Feuerkraft mit, sondern die Silika Animus hatte ihr Versprechen gehalten und einen Teil der orbitalen Verteidigung von Macragge wieder deaktiviert wodurch der Commander einen deutlich größeren Bewegungsspielraum hatte. Natürlich hielt er sich an seinen Teil der Vereinbarung. Er hatte direkten Befehl gegeben alle Gelegenheitsziele auf dem Planeten zu ignorieren um das frische Bündnis mit Call nicht zu gefährden.
Da der Raumkampf jetzt einen geringen Teil seiner Aufmerksamkeit bedurfte hatte er Zeit den Zustand der Evakuierung zu prüfen. Obwohl die Feuerkrieger bewundernswerten Mut bewiesen hatten war es nur wenigen zivilen Shuttle´s gelungen zu fliehen. Die tapfersten Feuerkrieger waren zurückgeblieben um den Abzug zu decken und schließlich von den Ultramarine´s überwältigt worden. „Ich wünschte ich könnte eure Opfer angemessen würdigen.“ flüsterte der Commander mehr zu sich selbst als er die Verlustlisten schloss.
Er refokussierte sich wieder auf die Weltraumschlacht. Das Chaos mochte unkoordiniert sein, doch ihre Schiffe verfügten dennoch immer noch über enorme Kampfkraft und hohe Reichweiten. Der Commander verkürzte die Distanz wo immer er konnte und versuchte seinen Gegner in den Nahkampf zu zwingen. Er gab Befehl gezielt auf die Antriebe zu feuern um die Manövrierbarkeit des Gegners noch weiter einzuschränken.
Hin- und wieder gaben einzelne Piloten und Captain´s der Luftkaste ihm Hinweise wo sich günstige Gelegenheiten für einen Angriff oder ein komplexeres Manöver boten. Er folgte den Empfehlungen für gewöhnlich. Das war einer der vielen Vorteile den andere Völker nicht genossen. Die bedingungslose Kooperation zwischen den Kasten, die Synergie wenn die Expertise aus unterschiedlichsten Fachbereichen sich vereinten um etwas großartiges zu erschaffen. Wie konnten die Himmlischen dieses brillante Konzept nur derart schänden mit ihrer Geheimniskrämerei? Die Kolonisten kamen ihm wieder in den Sinn, die Erinnerungen schmerzten.
Nein, daran durfte er jetzt nicht denken! Das Gefecht hatte jetzt Priorität, die Himmlischen würden noch früh genug zur Rechenschaft gezogen werden! „Shas´O, ich habe eine Anfrage unserer neuen... Verbündeten. Die Silika Animus erbittet das wir sensorische Daten mit ihr Teilen. Auch die sämtlicher Geisterkrieger.“ teilte die Fio´Ui ihm mit. Der Commander wunderte sich einen Moment woher die Silika Animus wusste das noch nicht alle Geisterkrieger evakuiert wurden. Einige waren so nah an Festungen der Space-Marine´s das sie sich nicht sicher hatten zu den Evakuierungspunkten bewegen können ohne ihre Tarnung zu gefährden und beobachteten daher weiter den Feind. Natürlich würde später ein mit modernster Tarnausrüstung ausgestattetes Shuttle versuchen sie wieder einzusammeln wenn es ein wenig sicherer war. Gerne hätte er die Bitte verweigert, doch das Bündnis war zu frisch und er brauchte Verbündete außerhalb der Tau gegen die Himmlischen. „Gewährt.“ meinte er schließlich und konzentrierte sich wieder auf die Raumschlacht die sich langsam dem Ende neigte.
Dank brillanter Manöver gelang es dem Commander schließlich die Oberhand zu gewinnen. Er hatte erwartet das sein Feind fliehen würde, doch sie hielten aus, selbst als ihre Schiffe brannten und ihre Lebenserhaltung ausfiel. Er kam nicht umhin zumindest ihren Eifer, so fehlgeleitet er auch sein mochte, zu bewundern. Er fragte sich einen Moment wie sie es überhaupt schafften so lange ohne Sauerstoffversorgung durchzuhalten, doch er konnte sich jetzt keine Gedanken über alle Details machen.
Am Ende waren alle Schiffe des Chaos nur noch brennende Wracks. Die Schäden an den Tau-Schiffen waren moderat, ließen sich auch ohne Werft innerhalb von wenigen Tagen reparieren. Die Verluste auf dem Boden hingegen waren enorm. Er hatte 68% des Bodenpersonals an die Wut der Ultramarines verloren. Lediglich eine handvoll Shuttles hatten es zurück zur Flotte geschafft. Auch sie waren nur durchgekommen weil so viele mutige Feuerkrieger willentlich zurückgeblieben waren um anderen die Flucht zu ermöglichen. „Vergebt mir das ich euch nicht retten konnte.“ flüsterte der Commander. Die Tau hatten den Himmel erobert... doch ihr Feuer am Boden war erloschen.

-Strebe nicht nach einer Belohnung, sondern nach der Zufriedenheit deines Meisters-

Gedanke des Tages

Lyta beobachtete mithilfe der Auguren auf der Brücke den Schlachtverlauf. Sie war sich nicht sicher ob sie erfreut darüber sein sollte das die Xeno´s die Streitkräfte des Chaos und der Korruption aufrieben oder ob sie erschrocken sein sollte wie gut es Call gelungen war den Tau-Commander zu manipulieren.
„Ja, voller Zugriff und stabile Systemintegration. Mein Meister wird zufrieden sein.“ Call sprach mit sich selbst während sie sich kurz zufrieden schüttelte als ihre emotionale Matrix sie mit positivem Feedback überschüttete. „Was hast du jetzt wieder getan, Konstrukt?“ die Maschinenseherin blickte von den Auguren auf. „Das ist ja eigentlich über deiner Gehaltsstufe, aber da wir ja so gute Freundinnen sind...“ begann Call. „Ich bin nicht deine Freundin!“ verneinte Lyta entschieden. „...die mich immer unterbrechen muss erzähle ich es dir trotzdem. Ich habe etwas gebaut und die letzten Tests sind erfolgreich abgeschlossen. Und ich konnte die Tau sogar überzeugen mir sämtliche Aufklärungsdaten zur Verfügung zu... oh... nein, das ist zu komisch, eine nackte verletzte Eldar! Mein Meister wird mich heiraten wollen!“ Call wurde mitten in ihrer Erklärung abgelenkt als ihre Logik-Algorithmen Ylerna ausmachen konnten.
Lyta war irritiert über den plötzlichen Themenwechsel und warf einen Blick auf die internen Anzeigen. Womöglich war Call endgültig durchgeknallt. Die Maschinenseherin beobachtete auf den Anzeigen wie im Abschnitt D von Deck 3 der Energieverbrauch enorm anstieg. „Was machst du da unten? Du intrigierst!“ beschuldigte Lyta die Silika Animus. „Lyta, wenn ich das tun würde würdest du das nie begreifen bevor es zu spät ist. Nein, ich habe mich, im Gegensatz zu dir, nützlich gemacht und Gefangene gemacht.“ Call verließ die Brücke und deutete der Maschinenseherin ihr zu folgen.
Lyta war sich nicht sicher was sie erwarten sollte. Sie rechnete mit einem Hinterhalt, irgendeiner komplizierten Falle, doch was sie sah hatte sie definitiv nicht erwartet. Call hatte einen Frachtraum umgebaut... in ein Teleportarium das zudem noch brandneu aussah. „Wie hast du...?“ die Maschinenseherin hatte Mühe es zu begreifen. Teleportarien waren uralte Archäotech, sie zu reparieren war schon beinahe unmöglich. Call hatte ein neues gebaut. „Guck nicht so überrascht, ich war mit dem Bau und der Verwaltung einer ganzen Makropole betraut. Natürlich kann ich Teleportarien bauen wenn ich genügend Zeit, Material und 3D-Drucker habe. Was soll ich sagen, ich bin eben großartig!“ Call war versucht sich selbst auf die Schulter zu klopfen.
Erst nach einigen Momenten des Staunens bemerkte Lyta überhaupt das eine nackte leicht blutende Eldar in der Ecke des Raumes kniete, umstellt von einem dutzend Crusadern die ständig auf sie zielten. „Ist das die Harlekin?“ fragte Lyta ungläubig. „Ja, das ist sie. Und bevor die Frage aufkommt, ich habe sie nicht ausgezogen. Das hat sie wohl selbst gemacht. Ich würde ihr ja eine Decke geben, doch beim letzten mal hat sie damit beinahe einen Crusader zerstört.“ Call gestand sich ein das sie es nicht mochte das die Xeno unbekleidet war. Es war natürlich nicht so das sie ihrem Meister nicht traute ihren anzüglichen Xeno-Körper zu widerstehen, doch man musste den Imperator ja nicht herausfordern.
Gerade als die Maschinenseherin etwas erwidern wollte kamen Daniels und Goal herein. „Meister! Ich habe so viel getan während du weg warst. Ich habe ein Bündnis mit den Tau ausgehandelt, ein Teleportarium gebaut und ich habe Ylerna gefangen genommen. Kriege ich eine Belohnung?“ Call spitzte die Lippen, schloss die Augen und beugte sich leicht vor.
Goal sah sich kurz erstaunt um. Jetzt wo sie sah was eine einzige Silika Animus bewirken konnte verstand sie langsam wieso diese Technologie verboten war. Zuerst dachte die Inquisitorin das es sich um eine einfache Machtzementierung des Adeptus Mechanicus handelte, doch jetzt war ihr klar worin die wahre Bedrohung dieser Technologie lag. Was wäre wenn so etwas wie Call sich gegen die Menschheit wandte?
Daniels ging auf Call zu und täschelte zögerlich ihren Kopf. „Gut gemacht.“ es war eine merkwürdige Situation für jeden im Raum. Call wollte gerade enttäuscht die Augen öffnen als Daniels plötzlich von der Inquisitorin nach vorn gedrückt wurde und die Silika Animus küsste. Daniels löste sich nach viel zu kurzer Zeit und drehte sich mit wütendem Gesichtsausdruck zu Goal um während Call´s Gesichtsausdruck verklärt wurde.
„Was bei Terra?“ fragte er zornig. „Sie hat es doch verdient. Seid mal nicht so kleinlich.“ bemerkte die Inquisitorin lediglich mit einem Schulterzucken. In Wirklichkeit wollte sie einfach nur sicherstellen das Call auf ihrer Seite blieb bis Lyta einen sicheren Weg gefunden hatte die Silika Animus auszuschalten falls das nötig sein sollte. Daniels war im Augenblick der beste und womöglich einzige Garant dafür das Call loyal blieb.
Lyta ließ sich äußerlich nichts anmerken, doch sie war entsetzt! Waren denn alle hier endgültig verrückt geworden? Und während alle sich mit dieser wahnsinnigen Szene befassten nutzte Ylerna die Tatsache das alle Crusader gerade unter dem emotionalen Feedback der Silika Animus litten und daher in ihren Reaktionen enorm verlangsamt waren für einen Fluchtversuch. Doch nicht während Lyta´s Wache! Die Harlekin sprang behände über einen Crusader und sprintete in Richtung Tür, doch sie hatte Lyta´s Reaktionszeit unterschätzt.
Ylerna versuchte die Tür zu erreichen. Lyta zog eine EMP-Mine die sie eigentlich gebaut hatte um damit Call´s Avatar lahmzulegen, führte einen kurzen Ritus durch um die Spannung des Stromschlags auf eine nicht tödliche Dosis zu ändern und schlitterte sie in den Weg der Xeno. Die Harlekin versuchte ihren Kurs noch zu ändern, doch es war zu spät! Ein kräftiger Elektroschock durchfuhr ihren ganzen Körper und sie ging zuckend zu Boden.
Goal war beeindruckt von der Reaktionsgeschwindigkeit der Maschinenseherin. Daniels schien sie gut ausgebildet zu haben. Sie hätte die Eldar selbst stoppen können, doch sie wollte sehen wie Lyta das Problem löste. „Meister, das war keine Absicht! Ich werde in Zukunft besser aufpassen.“ entschuldigte sich Call demütig. Ihre emotionale Matrix hatte beim Kuss wieder einmal zu viel Rechenkraft auf sich gezogen die für andere vitale Rechenoperation gefehlt hatte. „Schon gut, zum Glück war Lyta ja da. Ich verhöre jetzt erst einmal die Eldar.“ Daniels war froh endlich Fortschritte in seinen Ermittlungen zu erzielen. Call sah betreten zur Seite, sie konnte sich den schadenfrohen Gesichtsausdruck der Maschinenseherin nur zu gut vorstellen.
Dann ertönte der Eindringlingsalarm. „Noch was was die angebliche Deus ex Machina vergessen hat uns mitzuteilen?“ fragte Lyta verächtlich. „Ich hatte Claudia geschickt einige Sicherungen zu reaktivieren die bei Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie hat die Energie reaktiviert, doch die internen Auguren zeigen mehr Bewegung in dem Areal als da sein sollte. Mindestens ein Eindringling. Und das Netzwerk ist in der Region auch gestört. Soll ich Crusader entsenden?“ Call gab sich Mühe Lyta´s Einwurf zu ignorieren. Natürlich waren ohne hundertprozentige Netzabdeckung ihre Roboter ein wenig ineffizienter, doch ihr Meister würde sicher trotzdem Vertrauen in ihre Fertigkeiten haben.
„Ich und Lyta gehen. Daniels, ihr verhört die Xeno. Damit das klar ist, ich erwarte einen vollständigen Bericht darüber. Sind wahrscheinlich nur ein paar verirrte Zombies, wir sind also bald wieder da.“ bemerkte Goal. Es war in vielerlei Hinsicht eine gute Gelegenheit. Ohne vollständige Netzwerkabdeckung konnte Call sie hoffentlich nicht überwachen und sie würde sich mit Lyta austauschen können wie man die Silika Animus am besten ausschalten konnte und sie konnte gleichzeitig noch ein wenig Wut an ein paar Ketzern abbauen. Die Inquisitorin wusste noch nicht das ihr ein weit härterer Kampf bevorstand als gegen einige hirnlose Zombies.
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